Ich habe Angst - Damiano Damiani (1977)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

Moderator: jogiwan

Re: Ich habe Angst - Damiano Damiani

Beitragvon Arkadin » 18. Dez 2013, 11:05

buxtebrawler hat geschrieben:Visionär wie eh und je greift Diamiani mittlerweile längst bestätigte Überlegungen hinsichtlich durch faschistische Gruppen begangener Terrorakte auf, die in Zeiten der „Roten Brigaden“ erfolgreich „den Linken“ untergeschoben werden sollten, um deren Reputation nachhaltig zu schaden. Dafür arbeiteten rechte politische und behördliche Kreise, Faschisten und mafiöse kriminelle Strukturen zeitweise Hand in Hand zusammen.


Interssant, dass Sergio Martino in dem zwei Jahre zuvor entstandenen "Die Killermafia" in die selbe Kerbe haut. wäre mal interessant, beide Filme zu vergleichen.
Früher war mehr Lametta
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Re: Ich habe Angst - Damiano Damiani

Beitragvon sergio petroni » 19. Aug 2016, 07:23

"Ich habe Angst" von Damiano Damiani ist ganz großes italienisches Kino.
Volonte spielt die Rolle des Polizisten Graziano mal wieder zum Hinknien.
Der Zuschauer kann richtiggehend in die Gefühlswelt Grazianos eintauchen,
einschließlich seiner Angstzustände. Als Graziano von den Vorgängen
um sich herum komplett verwirrt ist, führt er sogar Selbstgespräche auf offener Straße;
eine großartige Szene.
Damiani läßt mal wieder einen ganz hochkarätigen Cast antreten und hat
auch hinter der Kamera mit Kuveiller und Ortolani nur erste Sahne mit an Bord.

Mit dem Bombenterror auf Züge und sonstige Einrichtungen des öffentlichen Lebens
in Italien in den 1970er bis Anfang 1980ern hat Damiani mit dem 1977 entstandenen
Film ein heißes Eisens aufgegriffen.

Daß die meisten dieser Attentate von rechten Zellen verübt wurden, ist inzwischen
weitläufig bekannt und unbestritten. Ziel war es, die linken Gruppierungen und vor allem die
kommunistische Partei zu diskreditieren, und in Italien den Ruf nach einer starken
Hand laut werden zu lassen. Daß Damiani bereits 1977 den Finger in diese Wunde
legte, muß man ihm hoch anrechnen. Zumal der größte und perfideste Anschlag,
nämlich jener auf den Bahnhof von Bologna 1981, ja erst noch bevorstand.
Die Fernseh-Bilder von damals haben mich als Kind geprägt.

Einer der führenden Köpfe und Vordenker der rechten Szene und hochrangiges Mitglied
der Geheimloge P2 hat in seinen Pamphleten den Weg der Rechten zur Macht in Italien
vorweg beschrieben. Ein ganz wichtiger Punkt war die Einrichtung des Privatfernsehens
und die Schwächung des staatlichen Fernsehens RAI. Damit hat er die Karriere eines
gewissen Silvio B. beschrieben, der auch der Loge P2 angehörte.
8,5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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