Eiskalt - Michele Soavi

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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon untot » 25. Mär 2011, 20:14

Klar muß es nicht immer nen schönen Guten geben und es darf auch ruhig bitterböse ausgehen, da hab ich nix gegen.
Nur hier wars so, das einen das einfach nicht gekratzt hat, weil es ja sowieso lauter Arschlöcher gewesen sind, ach dem haben die die Birne weggepustet, auch gut, bei einer Figur, die man einigermaßen sympathisch finden kann, ist das anders, weil dann das scheiße, das hätte es nicht gebraucht Gefühl kommt.
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon Nello Pazzafini » 25. Mär 2011, 21:34

untot hat geschrieben:Klar muß es nicht immer nen schönen Guten geben und es darf auch ruhig bitterböse ausgehen, da hab ich nix gegen.
Nur hier wars so, das einen das einfach nicht gekratzt hat, weil es ja sowieso lauter Arschlöcher gewesen sind, ach dem haben die die Birne weggepustet, auch gut, bei einer Figur, die man einigermaßen sympathisch finden kann, ist das anders, weil dann das scheiße, das hätte es nicht gebraucht Gefühl kommt.


achso, du willst es also emotional noch gemeiner, so eine biste, auch gut :D
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon buxtebrawler » 25. Mär 2011, 21:49

Nello Pazzafini hat geschrieben:achso, du willst es also emotional noch gemeiner, so eine biste, auch gut :D


...aber wehe, es handelt sich um eine Liebesgeschichte, dann setzt es dafür Punktabzug :roll:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon untot » 25. Mär 2011, 22:04

buxtebrawler hat geschrieben:
Nello Pazzafini hat geschrieben:achso, du willst es also emotional noch gemeiner, so eine biste, auch gut :D


...aber wehe, es handelt sich um eine Liebesgeschichte, dann setzt es dafür Punktabzug :roll:


So bin ich halt, knallhart und gemein, aber butterweich, wenns um Herzensdinge geht, seufz! :kicher:
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon Ringo aka Angelface » 30. Mär 2011, 18:55

So, habe mir den Film aufgrund der Diskussion nochmal gegeben.

Soavi hat die Geschichte von Giorgio Pellegrini "Eiskalt" umgesetzt!
Massimo Carlotto hat auf Erkenntnissen seiner eigenen Lebensgeschichte (er war selbst jahrelang als "Terrorist" unter Mordverdacht untergetaucht und danach im Gefängnis) die Geschichte eines skrupellosen Opportunisten verfasst, der sich seinen Weg zurück zum angesehenen Bürger der Gesellschaft mit Verrat, Erpressung, Diebstahl und Mord erkämpft. Töten für politische Zwecke ist verpönt, töten für Geld ist erlaubt! Unaufhaltsam scheint sein Aufstieg, da er sich aller "Freunde" jeweils zeitgerecht entledigt.......

Soavi nutzt dafür dunkle, kalte Bilder und wie in bester Italomanier geniale Musik! "Insieme a te non ci sto più" von Caterina Caselli aus den 60er Jahren bekommt eine zentrale Bedeutung, die es im Buch nicht gibt. Das Lied handelt von einer gescheiterten Beziehung, in der es nichts mehr zu besprechen gibt, die Liebe ist tot und die Welt wirkt dumm.... Der Schlußrefrain ist Arrivederci, Amore, Ciao........der Originaltitel von Pellegrinis Buch.
Dieses Lied erklingt im Radio, als Giorgio Pellegrini seinen besten, einzigen Freund hinterrücks ermordet, um seine Eintrittskarte zurück ins "normale" Leben zu erhalten, und es wird ihn in seinem weiteren Leben verfolgen......

Unbegreiflich ist sein vorgehen, ein skrupelloser Wolf in einer Welt ohne Mitleid. Auch wenn seine Weggefährten keine Unschuldslämmer sind, so feht ihnen die absolute Abwesenheit von Idealen und Werten, die die Hauptfigur triumphieren lässt. Einzig Vice-commissario Ferruccio Anedda ist ihm in seiner Skrupellosigkeit und Korruption ebenbürtig, der Vertreter des Gesetzes......

Der Roman zeichnet ein desillusionierendes Bild der modernen Gesellschaft und war in Italien ein Bestseller - Soavi machte daraus einen erschreckenden Film. Keine Identifikationsfigur, keine Hoffnung, kein Happy End.
Und gerade deswegen hinterlässt der Film eine unangenehme Leere und wirkt nach - lange nach dem enorm intensiven Finale.
Zuletzt geändert von Ringo aka Angelface am 30. Mär 2011, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon Nello Pazzafini » 30. Mär 2011, 19:11

Ringo aka Angelface hat geschrieben:So, habe mir den Film aufgrund der Diskussion nochmal gegeben.

Soavi hat die Geschichte von Giorgio Pellegrini "Eiskalt" umgesetzt!
Massimo Carlotto hat auf Erkenntnissen seiner eigenen Lebensgeschichte (er war selbst jahrelang als "Terrorist" unter Mordverdacht untergetaucht und danach im Gefängnis) die Geschichte eines skrupellosen Opportunisten verfasst, der sich seinen Weg zurück zum angesehenen Bürger der Gesellschaft mit Verrat, Erpressung, Diebstahl und Mord erkämpft. Töten für politische Zwecke ist verpönt, töten für Geld ist erlaubt! Unaufhaltsam scheint sein Aufstieg, da er sich aller "Freunde" jeweils zeitgerecht entledigt.......

Soavi nutzt dafür dunkle, kalte Bilder und wie in bester Italomanier geniale Musik! "Insieme a te non ci sto più" von Caterina Caselli aus den 60er Jahren bekommt eine zentrale Bedeutung, die es im Buch nicht gibt. Das Lied handelt von einer gescheiterten Beziehung, in der es nichts mehr zu besprechen gibt, die Liebe ist tot und die Welt wirkt dumm.... Der Schlußrefrain ist Arrivederci, Amore, Ciao........der Originaltitel von Pellegrinis Buch.
Dieses Lied erklingt im Radio, als Giorgio Pellegrini seinen besten, einzigen Freund hinterrücks ermordet, um seine Eintrittskarte zurück ins "normale" Leben zu erhalten, und es wird im in seinem weiteren Leben verfolgen......

Unbegreiflich ist sein vorgehen, ein skrupelloser Wolf in einer Welt ohne Mitleid. Auch wenn seine Weggefährten keine Unschuldslämmer sind, so feht ihnen die absolute Abwesenheit von Idealen und Werten, die die Hauptfigur triumphieren lässt. Einzig Vice-commissario Ferruccio Anedda ist ihm in seiner Skrupellosigkeit und Korruption ebenbürtig, der Vertreter des Gesetzes......

Der Roman zeichnet ein desillusionierendes Bild der modernen Gesellschaft und war in Italien ein Bestseller - Soavi machte daraus einen erschreckenden Film. Keine Identifikationsfigur, keine Hoffnung, kein Happy End.
Und gerade deswegen hinterlässt der Film eine unangenehme Leere und wirkt nach - lange nach dem enorm intensiven Finale.


wunderschön in worte gefasst, kann man nicht besser beschreiben, :thup: Ringo, ein eindrucksvoller film, ich will noch viel mehr von Soavi der letzten jahre sehen! Es gibt ihn noch, den guten italienischen Film!
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon untot » 30. Mär 2011, 19:16

Nello Pazzafini hat geschrieben:wunderschön in worte gefasst, kann man nicht besser beschreiben, :thup: Ringo, ein eindrucksvoller film, ich will noch viel mehr von Soavi der letzten jahre sehen! Es gibt ihn noch, den guten italienischen Film!


Ja, find ich auch Ringo, klasse!

Nur schade, das es bis jetzt noch kein anderer von Soavi's neueren Werken auf DVD geschafft hat, ich würde auch gern mehr davon sehen! :popcorn:
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon Ringo aka Angelface » 30. Mär 2011, 20:24

Danke für die guten Kritiken, werde wohl doch mit meinem lange geplanten Roman beginnen :palm: :mrgreen:
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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon buxtebrawler » 30. Mär 2011, 22:38

Mensch Ringo, jetzt haste mich auch geil auf den Film gemacht :prost:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Eiskalt - Michele Soavi

Beitragvon Ringo aka Angelface » 31. Mär 2011, 18:14

Geil ist doch gut - zeigt das noch Leben drinnen ist :lol:

Wer auf soziopolitischen Stoff abfährt, ist hier richtig...
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