Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon Onkel Joe » 20. Okt 2010, 22:40

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Originaltitel: il Consigliori
Herstellungsland:Italien/Spanien/1973
Regie: Alberto De Martino

Darsteller: Martin Balsam, Tomas Milian, Francisco Rabal, Dagmar Lassander, Nello Pazzafini, Perla Cristal und Carlo Tamberlani.

Story: Der vielbeschäftigte Martin Balsam spielt Don Antonio, den Herren über die kalifornische Westküste, der sein Syndikat nach bewährten Regeln und Moralvorstellungen führt. Innerhalb seiner Leute gibt es eine Gruppe um den ehrgeizigen Don Vincent Garafalo (Francisco Rabal, Die Rache bin ich), welcher die Macht mit brutalen Methoden an sich reißen will. Auslöser für einen Mafiakrieg wird schließlich Don Antonios Patenkind Thomas, gespielt von Thomas Milian mit ungewohnter Ruhe und Zurückhaltung. Er will fortan lieber mit der kleinen Daggi Lassander ein Haus im Grünen bewirtschaften, als ständig den Lauf einer Pistole im Nacken zu spüren. Damit ist ein ungeschriebenes Mafia-Gesetz gebrochen, denn die „Familie“ darf man unter normalen Umständen niemals verlassen. Garafalo beginnt mit einer gnadenlosen Hetzjagd auf Don Antonios Leute, der bald fast völlig ohne Untergebene dasteht.
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino

Beitragvon jogiwan » 27. Jul 2015, 11:36

laut Facebook-Meldung erscheint "Im Dutzend zur Hölle" demnächst von FilmArt - mehr als ein Bildchen und die Info, dass es aufgrund der verfügbaren Materiallage wohl eine DVD-Only-VÖ werden wird, gibt es aber noch nicht...

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quelle: filmart @ facebook
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino

Beitragvon buxtebrawler » 17. Aug 2015, 11:20

jogiwan hat geschrieben:laut Facebook-Meldung erscheint "Im Dutzend zur Hölle" demnächst von FilmArt - mehr als ein Bildchen und die Info, dass es aufgrund der verfügbaren Materiallage wohl eine DVD-Only-VÖ werden wird, gibt es aber noch nicht...


Jetzt schon - erscheint voraussichtlich am 30.09.2015 bei Film Art auf DVD:

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Extras:
- Booklet über Alberto De Martino von Ulrich Köhler und Gerald Kuklinski
- Polizieschi Edition Trailershow
- Bildergalerie mit dem kompletten deutschen Kinoaushang

Bemerkungen:
- Komplett ungeschnittene Fassung
- DVD Weltpremiere
- Die volle Breite! Seit der Uraufführung erstmals wieder im originalen Cinemascope-Format

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=65177
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon sergio petroni » 17. Feb 2016, 08:34

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon sergio petroni » 17. Feb 2016, 10:15

"Im Dutzend zur Hölle" von Alberto De Martino aus dem Jahre 1973 erzählt die Geschichte des Paten
Don Antonio (Martin Balsam), der über die illegalen Machenschaften seines Clans in San Francisco
wacht. Seine Kapos sind ihm treu ergeben. Als Don Antonios Patensohn Thomas (Tomas Milian)
nach zweijähriger Haftstrafe wieder freikommt, hat er den Entschluß gefaßt auszusteigen und
seine Mafiavergangenheit hinter sich zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt ist es aus mit dem treu ergebenen
Fußvolk. Speziell Kapo Garofalo (Francisco Rabal) versucht mit allen Mitteln, Don Antonios Posten
zu übernehmen. Es kommt zu einem Mafiakrieg in den Straßen San Franciscos,
bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Thomas kehrt entgegen seiner Überzeugung
nach San Francisco zurück, um seinen Ziehvater zu unterstützen.

Alberto De Martinos Werk bietet so einige Schauwerte. Neben den beiden omnipräsenten
Hauptdarstellern Balsam und Milian sind dies Dagmar Lassander (die viel zu wenig Leinwandpräsenz
bekommt), George Rigaud, Eduardo Fajardo, Nello Pazzafini und Carlo Tamberlani.
An der Kamera schwurbelt Joe D'Amato herum und für den nahezu göttlichen Soundtrack
zeichnet Riz Ortolani verantwortlich. Nicht ganz nachzuvollziehen war für mich Thomas' Wandlung
vom Paulus zum Saulus.
7/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon Il Grande Racket » 22. Feb 2016, 04:06

Just als sein Ziehsohn Thomas (Tomas Milian), sein Consigliere, nach längerem Urlaub hinter Gittern dem Verbrechertum den Rücken kehren will, gerät der Mafia-Pate Don Antonio (Martin Balsam) auf die Abschussliste des sinistren Capo Gerafalo (Francisco Rabal). Gerafalo dünnt die Gefolgschaft des Dons empfindlich aus und auch auf Thomas wird ein Anschlag verübt, so dass dieser sich genötigt sieht, seinen Patenonkel mit Rat und vor allem auch Tat zur Seite zu stehen.
Wenig tiefschürfender, aber erfreulich flotter "Der Pate"-Ripoff. Wurde an Originalschauplätzen in San Francisco, New Mexico und Sizilien gedreht, was der Optik sehr zugute kommt. De Martino fährt hier einige, blutige Schießereien auf, bei den Kills ist der Streifen auch einigermaßen kreativ, ein Capo Antonios wird z.B. in ein Faß geworfen, dass man dann kurzerhand zulötet. Es gibt ein paar dieser Unnettigkeiten wie auch ein Mädchen, dass on-screen in die Luft gesprengt wird. Die FSK16 (auch seinerzeit im Kino) erstaunt hier. Martin Balsam bringt für seine Rolle die nötige Leinwandpräsenz mit und darf auch öfters selbst zur Knarre greifen. Und Tomas Milian hat eine nette Sterbeszene, bei der man dann auch gerne mal 'n Tränchen verdrücken darf. Für das, was er sein will, nämliche kurzweilige Unterhaltung im Fahrwasser von Coppolas Gangster-Epos, eine runde Sache. 7,5/10
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon ugo-piazza » 16. Jul 2016, 18:31

Hm, so richtig konnte sich Alberto de Martino hier nicht entscheiden, ob er sich an "Der Pate" oder an di Leos "Der Teufel führt Regie" anlehnen wollte. So wirken die Gewalttätigkeiten hier etwas fremd in diesem Familiendrama aus der Familia (oder ist es umgekehrt?) . Milian und Balsam sind freilich grandios, Dagmar Lassander leider etwas verschenkt. Auf alle Fälle schön, dass es der Film in das digitale Zeitalter geschafft hat.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon Onkel Joe » 16. Jul 2016, 18:38

ugo-piazza hat geschrieben:Hm, so richtig konnte sich Alberto de Martino hier nicht entscheiden, ob er sich an "Der Pate" oder an di Leos "Der Teufel führt Regie" anlehnen wollte.


Das sehe ich genauso, der Film weiß nicht so recht wohin. Alles schaut gut aus, die Schauspieler überzeugen aber eine geradlinige Richtung kann man nicht erkennen.
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Re: Im Dutzend zur Hölle - Alberto De Martino (1973)

Beitragvon Arkadin » 18. Jul 2016, 12:21

Als der „consigliori“ des einflussreichen Mafiaboss Don Antonio Macaluso (Martin Balsam), Anwalt Thomas Accardo (Tomas Milian), aus dem kriminellen Milieu aussteigen will, löst er damit einen Mafiakrieg aus. Da Don Antonio seinen Ziehsohn Thomas unbehelligt ein neues Leben mit der schönen Laura (Dagmar Lassander) beginn lässt, hat Don Antonios rechte Hand Vincent Garofalo (Francisco Rabal) einen Grund gefunden, um sich gegen seinen Don zu wenden und dessen Organisation mit Duldung der anderen Familien zu vernichten. Als Don Antonio beinahe Opfer eines Attentats wird und auch Thomas nur knapp einem Anschlag entgeht, kehrt Thomas an die Seite Don Antoinis zurück, um mit Garofalo abzurechnen…

Alberto de Martino ist vielleicht der „amerikanischste“ Regisseur des italienischen Genre-Kinos. Seine Filme greifen immer nach Höherem. Er besetzt gerne US-Stars und verlegt die Handlung seiner Streifen immer wieder in die USA. Das tun andere italienische Filme zwar auch, doch die wahren Drehorte strafen sie immer wieder Lüge oder es werden nur wenige Minuten an markanten Stellen wie der Brooklyn Bridge aufgenommen, damit die Illusion der authentischen Drehorte entsteht. De Martino hat den größten Teil seines Mafia-Filmes „Im Dutzend zur Hölle“ aber tatsächlich vor Ort in Kalifornien gedreht. Die Besetzung des Filmes ist zwar überwiegend aus italienischen Produktionen bekannt, aber mit Martin Balsam hat De Martino einen bekannten Charakterdarsteller aus den USA mit der zweiten Hauptrolle betraut, den man u.a. aus Alfred Hitchcocks „Psycho“ kennt und der für seine Rolle in „Tausend Clowns“ einen Oscar gewann. Balsam hatte zwei Jahre zuvor seinen ersten Film in Italien gedreht, Damiano Damianis großartigen „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“, und Gefallen am italienischen Leben gefunden. Es sollten noch zahlreiche Italo-Produktionen folgen und Balsam verlagerte seinen Lebensmittelpunkt immer mehr in sein geliebtes Italien, wo er dann auch 1996 verstarb.

„Im Dutzend zur Hölle“ ist stark von Francis Ford Coppolas „Der Pate“ inspiriert, was man schon am Originaltitel „Il consigliori“ merkt. Im „Paten“ spielte Robert Duvall den „consigliori“ Tom Hagen, eine Rolle die ganz ähnlich angelegt ist, wie von Tomas Milian in „Im Dutzend zur Hölle“. Jemand, der nicht zur Familie gehört, aber trotzdem für den Mafia-Paten so etwas wie ein eigener Sohn ist. Ein Anwalt und brillanter Stratege, seinem Ziehvater treu ergeben. Zudem mixt das Drehbuch auch noch einiges von der Persönlichkeit des Michael Corleone in die Figur des Thomas Accardo. Beide wollen ein normales Leben führen und der Mafia-Familie den Rücken kehren. Kam Michael Corleone im „Paten“ aus dem Krieg zurück, so ist es bei Thomas Accardo das Gefängnis, wo er über sein Leben nachgedacht hat und beschloss, es in eine neue Richtung zu lenken. Die wunderbare Dagmar Lassander übernimmt dabei die Rolle, die Diane Keaton in „Der Pate“ inne hatte. Nur leider wird die gute Dagmar von de Martino ziemlich verschwendet. Nicht nur, das sie hier etwas mopsig aussieht und kaum etwas von ihrem natürlichen Charisma verbreiten kann, auch ihre Figur der Laura stark unterentwickelt. Dies fällt insbesondere bei der Abschiedsszene mit Milian ins Gewicht, welche überhastet und ohne echte Chemie zwischen den Beiden inszeniert ist.

Milian selber schlägt sich sehr gut als „consigliori“. Seine zynische, manchmal etwas zu selbstsicher wirkende Art, verleiht ihm Autorität. Auch seine Rückkehr in die Arme der Mafia ist recht überzeugend ausgefallen. Man ihm vorher sowieso nicht so recht abnehmen können, dass er tief im Herzen nicht das Leben an der Seite von Don Antonio weitaus mehr genossen hat, als jenes, welches er nun mit Laura führt. Im Grunde hegt er für seinen Ersatz-Vater Don Antonio doch weitaus tiefere Gefühle als für die, in diesem Film, doch recht fade Dagmar Lassander. So gewinnt der zuvor eher hölzern agierende Milian plötzlich an Charisma und Elan, wenn er seinem bedrohten Paten zur Seite steht, Strategien entwirft und mit der Knarre in der Hand kurzen Prozess macht. Die blutigen Actionszenen sind Alberto de Martino gut gelungen. Hier kommt der gewalttätige Wahnsinn durch, der das Genre des Polizieschi auszeichnet. Es werden keine Gefangenen gemacht und tatsächlich im Dutzend Gangster zur Hölle geschickt. Sie werden niedergemäht, in die Luft gesprengt, verbrannt und erstochen. Zwischendurch werden Autoverfolgungsjagden eingestreut und Leichen auf besonders kreative Weise entsorgt. Eine unglückliche Gestalt wird erst in ein Fass eingeschweißt und dann im Sockel einer Brücke versenkt.

Wie in „Der Pate“ wird die Mafia als große Familie mit einem strengen Ehrencodex beschrieben. Auch Don Antonios Organisation erinnert mehr an ein komplexes Familienunternehmen mit sonderbaren Geschäftsmethoden als an eine Gangsterbande. Die Gefahr für die Familie entsteht dann auch nicht durch die Polizei – welche hier kaum eine Rolle spielt – sondern durch Figuren, die die alten Methoden nicht respektieren und den Ehrencodex brechen. Waren es im Paten die Drogendealer, so ist es hier der Emporkömmling Garofalo, der sich gegen Don Antonio und den alten Stil stellt. Gerade diese Besinnen auf „alte Werte“ wird in „Im Dutzend zur Hölle“ aber große geschrieben und gerade darum hat Garofalo kein Chance, wenn sich das Kampfgebiet in die Heimat der Mafia, Sizilien, verlagert. Dort, wo der eine Don den anderen noch herzlich empfängt und Abmachungen eingehalten werden. In diesen Sizilien-Szenen gibt es dann auch ein willkommenes Wiedersehen mit so beliebten Gesichtern, wie denen von Edoardo Fajardo und Nello Pazzafini, was den Liebhaber italienischer Genrekost ebenso erfreut, wie der wunderbare Score von Riz Ortolani. Das die Geschichte sehr episodenhaft erzählt wird, kennt man ja aus diversen anderen Polizieschi und gehört fast schon zum guten Ton dieses Genres.

„Im Dutzend zur Hölle“ orientiert sich am Welterfolg „Der Pate“, ist aber trotz vieler Gemeinsamkeiten ein eigenständiges und actionbetontes Werk. Prominent besetzt weiß der Film trotz eines recht episodenhaften Drehbuchs kurzweilig zu unterhalten.

Screenshots und DVD-Details: http://www.filmforum-bremen.de/2015/11/ ... ur-hoelle/
Früher war mehr Lametta
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