Die Rache des Paten - Andrea Bianchi (1974)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Die Rache des Paten - Andrea Bianchi (1974)

Beitragvon Onkel Joe » 8. Dez 2009, 10:58

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Originaltitel: Quelli che Contano

Herstellungsland: Italien / 1974

Regie: Andrea Bianchi

Darsteller: Henry Silva, Barbara Bouchet, Fausto Tozzi, Mario Landi, Vittorio Sanipoli, Alfredo Pea u. A.

Story:

Um den Mafiosi-Boss Don Ricusso bei Seite zu schaffen, heuert man den Auftragskiller Tony Aniante(Henry Silva) an. Dieser gerät dabei zwischen die Fronten der Organisation. Um sie gegeneinander auszuspielen, bringt er auf beiden Seiten Leute um und läßt es so aussehen, als wären dies Racheakte. Nachdem er bereits zahlreiche Mitglieder ausgeschaltet hat, kommt es zum großen Showdown...


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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon sid.vicious » 28. Jun 2010, 16:39

Kurzweiliger und auch recht brutaler Film. Henry Silva ist für solche Rollen sehr passend.
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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon Santini » 1. Jul 2010, 13:05

sid.vicious hat geschrieben:Kurzweiliger und auch recht brutaler Film. Henry Silva ist für solche Rollen sehr passend.


Indeed. ;)

Das "geschmackvolle" USA-Poster aus der "Alice Schwarzer-Edition":


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Bei diesem seltsam anmutendem USA Videocover hatte man wohl eine andere Zielgruppe im Blick... :lol:


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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon Santini » 2. Aug 2010, 14:31

Kurz und bündig:

Tony Aniante macht sie alle platt. 8-)

"Eisengesicht" Henry Silva brilliert als eiskalter Killer - und wenn er dann selbst zum "Paten" wird, möchte man ihm am liebsten auf die starke Schulter klopfen.

Der Film erinnert stark an das Western-Genre.

Die "flashbacks" von Tony an den Mord, den er dann ja auch sühnt, sind schön atmosphärisch und steigern den Film zusätzlich.

Was Andrea Bianchi hier an Gewalt und sonstigen "Ausschweifungen" an den Tag legt sucht seinesgleichen, ist teils over the top, politically incorrect und einfach verdammt unterhaltsam und sehenswert. ;)
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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon Arkadin » 2. Aug 2010, 14:48

Santini hat geschrieben:Was Andrea Bianchi hier an Gewalt und sonstigen "Ausschweifungen" an den Tag legt sucht seinesgleichen, ist teils over the top, politically incorrect und einfach verdammt unterhaltsam und sehenswert. ;)


Volle Zustimmung! Großartiges Teil. Wenn der Silva die Bouchette von hinten zwischen den Schweinhälfte nimmt, hüpft das Herz gleich höher. :popcorn:
Auch die Idee tote Kinder zum Rauschgiftschmuggeln zu verwenden ist... innovativ.
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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon Blap » 2. Aug 2010, 18:32

Dreckiger Bastard, angenehm fies. Babsen tut mir allerdings leid, Henry ist ein Schwein. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Ein älterer Ultrakurzkommentar:


Die Rache des Paten

Tony Aniante (Henry Silva) hat in den USA seine Fähigkeiten als Killer optimiert. Nun weilt er wieder auf Sizilien, soll dort unangenehme Umtriebe eines Mafiabosses unterbinden. Geschickt spielt Aniante zwei Mafiafamilien gegeneinander aus, tötet dabei fleissig mit, und vergnügt sich mit Margie (Barbara Bouchet), der Frau des unliebsamen Bosses. Ein gefährliches Spiel! Doch Tony wurde nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, sondern ist mit allen Wassern gewaschen...

Andrea Bianchi liess Henry Silva 1974 in der Rolle des eiskalten Tony Aniante von der Leine. Die Rolle des Killers ist Silva natürlich wie auf den Leib geschrieben. Mit versteinerter Fratze eckschädelt der Kultkopf durch das Szenario, zeigt dabei -fast- nie Nachsicht, befördert etliche kleine und mittelgrosse Gauner in eine andere Bewusstseinsebene. Für die holde Weiblichkeit ist die heisse Frau Bouchet am Start. Sie darf sich mit frischer Kuhmilch die Schenkel einreiben, dient hauptsächlich als Dekoration, voll begehbare Liebespuppe und/oder Prügelsklavin, arme Barbara. Das ist hochgradig frauenfeindlich, höre ich die Moralapostel schreien. Tatsache ist jedoch, dass die Rolle der geschundenen Ex-Dirne Margie, die unfassbare Verdorbenheit der männlichen Hauptakteure bestens unterstreicht.

Der Härtegrad des Filmes ist teils alles andere als zimperlich. Einschüsse bluten meist ordentlich, ein Gürtel samt Schnalle dient zur Züchtigung, bei einem Autounfall verliert der Fahrer seine Rübe, die Dialoge sind ebenfalls nicht immer von Freundlichkeit geprägt. Bianchi ist für rustikale Momente bekannt, ich liebe ihn schon allein wegen des grandiosen Zombie-Trashers "Die Rückkehr der Zombies" (Le Notti del terrore, 1980). Mit "Die Rache des Paten" ist Herrn Bianchi ein feiner Italo-Reisser der Oberklasse gelungen. Für meine persönliche Spitzengruppe mag es nicht ganz reichen, jedoch muss ich hier fette 8/10 ziehen. Unbedingt anschauen!
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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon buxtebrawler » 15. Aug 2010, 18:00

Italo-Regisseur Andrea Bianchi, von dem ich bisher nur den Zombie-No-Brainer „Rückkehr der Zombies“ kannte, der oberschundig und gänzlich sinnbefreit, dafür aber durchaus kultverdächtig daherkam, versuchte sich mit dem 1974 veröffentlichten „Die Rache des Paten“ an einem Mafiafilm mit „Eisengesicht“ Henry Silva als kaltblütigem Mafioso in der Hauptrolle. Der Prolog um eine Heroinlieferung im Inneren einer Jungenleiche (von der die Polizei in der Gerichtsmedizin zunächst einmal kostet und sich dafür nicht einmal Handschuhe überzieht, pfui Teufel!) bietet den Aufhänger für eine Geschichte um zwei miteinander verfeindete Mafia-Clans, die von Aniante (Henry Silva) gegeneinander ausgespielt werden und so stark von „Django“ bzw. „Eine Handvoll Dollar“ beeinflusst scheint, dass Bianchi Stilelemente wie unheilvolles Pfeifen des Killers, das dessen Morde ankündigt, verwendete, um klassische Italo-Western-Atmosphäre in die Gegenwart zu übertragen und gar nicht erst versuchte, sich von seinen Vorbildern abzunabeln (wobei der Ursprung dieser Handlung anscheinend im Eastern „Yojimbo – Der Leibwächter“ zu finden ist). Eingebettet in diese eigentümliche, aber nicht uninteressante Stimmung lässt er Silva dann eine explizit dargestellte, sadistische Exekution nach der anderen vollziehen, die teilweise aber derart übertrieben wirken, dass sie sich am Rande zur Karikatur bewegen, und schreckt auch nicht davor zurück, minutenlange Misshandlungen einer wehrlosen Frau zu zeigen. Die frauenverachtende Selbstzweckhaftigkeit wird erst recht in der geradlinigen Handlung deutlich, die Aniante mit all dem durchkommen lässt – von „Rape & Revenge“ also keine Spur. Dabei muss er sich die Frage gefallen lassen, welches Publikum er mit so etwas eigentlich zu bedienen gedachte, denn selbst mit viel Wohlwollen vermag ich darin keine Kritik an der italienischen Mafia oder eine ähnlich gelagerte Aussage zu erkennen. „Die Rache des Paten“ ist ein ultrabrutales, rein spekulatives und höchst fragwürdiges Vergnügen, das hinter Genrefilmen wie Fulcis „Syndikat des Grauens“ deutlich zurückbleibt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon ugo-piazza » 15. Aug 2010, 18:11

buxtebrawler hat geschrieben: Dabei muss er sich die Frage gefallen lassen, welches Publikum er mit so etwas eigentlich zu bedienen gedachte, denn selbst mit viel Wohlwollen vermag ich darin keine Kritik an der italienischen Mafia oder eine ähnlich gelagerte Aussage zu erkennen. „Die Rache des Paten“ ist ein ultrabrutales, rein spekulatives und höchst fragwürdiges Vergnügen, das hinter Genrefilmen wie Fulcis „Syndikat des Grauens“ deutlich zurückbleibt.


Warum soll denn der Film Mafiakritik enthalten? It's just entertainment, oder hast du noch nie daran gedacht, Leichen mit Dampfwalzen zu überfahren? Wer hat heute schon noch Spaß bei der Arbeit... :mrgreen:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon buxtebrawler » 15. Aug 2010, 18:14

ugo-piazza hat geschrieben:Warum soll denn der Film Mafiakritik enthalten? It's just entertainment, oder hast du noch nie daran gedacht, Leichen mit Dampfwalzen zu überfahren? Wer hat heute schon noch Spaß bei der Arbeit... :mrgreen:


Leichen weniger, lieber so manchen Filmemacher ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Rache des Paten - Andrea Bianchi

Beitragvon italofreak1970 » 20. Aug 2010, 11:12

Was uns Regisseur "Andrea Bianchi" hier liefert ist ein Mafiafilm der härteren Gangart. Hier geht es wirklich nicht zimperlich zur Sache und es gibt einige Szenen wo es recht brutal rüberkommt. Aber der Film kann schon mal durch eine recht gute Geschichte punkten. Ein wenig erinnert der Film von der Story her an Sergio Leone´s Western Klassiker "Für eine Handvoll Dollar", als Clint Eastwood zwei verfeindete Clans gegeneinander ausspielt.
Hier ist es im Film Henry Silva, der diese Rolle übernimmt. Allerdings ist er nicht gerade ein sympatischer Zeitgenosse was er besonders auch im Umgang mit einer Frau brutal zur Schau stellt.
Der Film spielt in Sizilien und kann dort mit beeindruckenden Locations aufwarten, wobei die sehr gute Kameraarbeit ihren Teil dabei steuert.
Man bekommt hier wirklich einen harten und überzeugenden Mafiafilm geboten. Sicherlich einer der besseren dieses Genres, den man sich mal anschauen sollte. Für Fans der Polizei/Mafia Filme ist der Film sowieso Pflichtprogram.

8.5/10
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