Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

Moderator: jogiwan

Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon sid.vicious » 24. Aug 2011, 12:02

Die „New Yorker Mafia“ merkt, dass Heroin im Wert von 3 Milliarden Lire spurlos verschwunden sind. Dieses will man der „Mailänder Mafia“ anlasten. Diese präsentiert den New Yorkern, mit dem Kleinganoven Luca Canali, einen Sündenbock. Obwohl Luca Canali nur ein harmloser Zuhälter ist, wird er von zwei New Yorker Profikillern und der gesamten Mailänder Mafia gejagt. Als man Lucas Frau und seine Tochter tötet, wendet sich das Blatt und aus Jägern werden gejagte.

Erst einmal vorweg, es handelt sich hier um keinen Poliziesco, denn in dem gesamten Film taucht nicht ein einziger Polizist auf. Demnach sollte man hier eher von einem Mafia-Film sprechen, der in seiner Art und Weise durchaus mit Milano Kaliber 9 und Der Teufel führt Regie verglichen werden kann. Verwunderlich ist dieses eh nicht, da die genannten allesamt unter der Regie von Fernando di Leo gedreht wurden.

Zum Thema: Der Mafiaboss ist ein sehr guter italienischer Film, der mit sehr guter Action und einigen Brutalitäten zu gefallen weiß. Unter dem Strich muss man eingestehen, dass Mario Adorf, Henry Silva in diesem Film den Rang abläuft. Zwar bringt Silva seinen Part mit gewohnten Lakonismus, Zynismus und Kaltblütigkeit an den Zuschauer, allerdings ist der Part des Luca Canali, um einiges höher anzusiedeln. Adorf gelingt es die Rolle glaubwürdig zu verkörpern. Sein mentaler Wechsel vom ausgeglichenen Kleinganoven zum Überlebenskämpfer und Racheengel, der auf Grund seiner Aussichtlosigkeit keine andere Wahl hat als zu töten, wird absolut überzeugend von Mario Adorf dargestellt.

Der Mafiaboss bietet ein sehr gutes und bleihaltiges Finale, in dem Luca Canali all seine Widersacher tötet und am Ende erschöpft auf einem Autofriedhof übrig bleibt. Ob dieses als ein Happy End zu sehen ist, bleibt der Meinung des Zuschauers überlassen.

Fazit: Der Mafiaboss ist ein sehr guter italienischer Mafiafilm, der reichhaltig Spannung, eine gute Story und einiges an Gewalt zu bieten hat. Italienisches Kino, wie man es sich wünscht und wie man es kennt.

8/10
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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon Santini » 12. Dez 2011, 01:01

Di Leo's Mafiaboss sollte man doch in 2012 auch endlich mal wieder auf großer Leinwand genießen dürfen, finde ich... :pfeif: So "bizarre" dieser Wunsch auch klingen mag. ;)
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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon dr. freudstein » 12. Dez 2011, 04:05

Santini hat geschrieben:Di Leo's Mafiaboss sollte man doch in 2012 auch endlich mal wieder auf großer Leinwand genießen dürfen, finde ich... :pfeif: So "bizarre" dieser Wunsch auch klingen mag. ;)


:prost: :wix: :popcorn:

Und falls nicht, bastel ich an meinem Projector rum und wir schauen Super-8 8-) :palm: :pfeif:
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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon dr. freudstein » 6. Jan 2012, 05:17

Die größte Sammlung an Material zum Mafiaboss hat der Doc und damit das so bleibt:

Filmprogramm Österreich
Neues Filmprogramm
NFP Nov 1972, Nr. 6269
hochauflösend :schnarch:

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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon dr. freudstein » 20. Feb 2012, 01:49

Heute war es dann soweit, 35mm und viel Munition, dessen Kaliber ich nicht weiß in einem sehr rotstichigem Film, aber trotzdem grandios und genießbar. Eine Reihe nur fürs Deliria-Italiano 8-) Leider hatte keiner schwarze Anzüge an und Hüte auf und nur einer mit Sonnenbrille, um zu zeigen, daß WIR die Mafia sind 8-)
Ich kann von meinen 9/10 nicht abweichen, egal wie oft ich den Film sehe und in welcher Fassung, ich gerate stets aus ebengenannter vor Freude. Zu geil, wie Luca Kanalratte sich vom herzigen kleinen Zuhälter in eine Kampfmaschine mit dickem Kopf verwandelt und Don Vito nach anfänglichem Respekt den Kampf ansagt.
Namen, die man nicht vergißt, sowohl der Filmfiguren und der Schauspieler. Szenen, die sich ins Gehirn einhämmern, obwohl das Gehirn normalerweise bei schrecklichen Bildern mit Koma oder Schock reagiert als Schutzmaßnahme.
Ein Kinosonntag, den man nicht mehr vergißt.
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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon buxtebrawler » 22. Feb 2012, 11:05

Hier ein paar verwackelte, unscharfe Screenshots (inkl. Muschis für ugo) von der 35-mm-Aufführung im Rahmen der "Bizarre Cinema"-Reihe am 19.02.2012 im Metropolis-Kino, Hamburg:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon purgatorio » 27. Apr 2014, 08:49

DER MAFIABOSS – SIE TÖTEN WIE SCHAKALE (LA MALA ORDINA, Italien, Deutschland 1972, Regie: Fernando Di Leo)

Wahrlich ein toller Film! Augenzwinkern (Mario Adorfs Einführungssequenz, in der er einen Freier erst verprügelt und anschließend, im Beisein der Polizei, tätschelt, ist absolut fantastisch!), Spannung und ein enorm hohes Maß an Gewalt wechseln sich ab und münden sogar in ein Drama (sehr tragisch, aus welch banalen Gründen es dem Zuhälter Luca Canali hier existenziell ans Leder geht). DER MAFIABOSS ist in allen Belangen ein extrem fesselnder und mitreißender Film! Ein klarer Tipp, nicht nur für Italophile. Schauspielerisch und inszenatorisch auf hohem Niveau und die Besetzung geht auch absolut klar (sogar Henry Silva fand in Woody Strode den perfekten Mimik-befreiten Partner). 8-9/10
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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon ugo-piazza » 27. Apr 2014, 19:22

purgatorio hat geschrieben:DER MAFIABOSS – SIE TÖTEN WIE SCHAKALE (LA MALA ORDINA, Italien, Deutschland 1972, Regie: Fernando Di Leo)

Wahrlich ein toller Film! Augenzwinkern (Mario Adorfs Einführungssequenz, in der er einen Freier erst verprügelt und anschließend, im Beisein der Polizei, tätschelt, ist absolut fantastisch!), Spannung und ein enorm hohes Maß an Gewalt wechseln sich ab und münden sogar in ein Drama (sehr tragisch, aus welch banalen Gründen es dem Zuhälter Luca Canali hier existenziell ans Leder geht). DER MAFIABOSS ist in allen Belangen ein extrem fesselnder und mitreißender Film! Ein klarer Tipp, nicht nur für Italophile. Schauspielerisch und inszenatorisch auf hohem Niveau und die Besetzung geht auch absolut klar (sogar Henry Silva fand in Woody Strode den perfekten Mimik-befreiten Partner). 8-9/10


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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon ugo-piazza » 27. Apr 2014, 20:26

Hier mal ein altes Review aus dem Jahr 2000 von mir:

Damit hat es sich auch schon mit den Polizeifilmen, denn wie sagen die Bayern: Man soll in Maßen genießen. Da haben sie ausnahmsweise recht, doch zum Ende muss unbedingt noch ein Gangsterfilm von Fernando di Leo in diesen Artikel rein. Eigentlich dachte ich natürlich an Milano Kaliber 9, aber der läuft ausgerechnet heute gerade im Fernsehen, und so habe ich mein Programm halt kurzfristig geändert. Di Leo schrieb übrigens auch das Drehbuch zu einem Polizeifilm, der im englischsprachigen Raum als „Live like a Cop, die like a man“ bekannt ist (den deutschen Titel müssen Sie, geschätzter Leser dieser Zeilen, schon selbst herausfinden. Soviel Eigeninitiative kann man doch wohl erwarten!).

Nun aber zum Film Der Mafiaboss-Der Eisenfresser, einer deutsch-italienischen Koproduktion von 1972. Den Begriff Story vergessen wir am besten gleich wieder, die ist ohnehin nur rudimentär vorhanden und unlogisch ist sie auch noch. Kurz gesagt geht es um die beiden Profikiller David und Frank, die aus den USA nach Mailand geschickt wurden, um den kleinen Zuhälter Luca Canali aus dem Weg zu räumen. Luca gefällt dies verständlicherweise überhaupt nicht. Nachdem auch noch seine Frau und sein Kind überfahren wurden, startet er einen Rachefeldzug, der die Anzahl der örtlichen Mafiosi deutlich dezimiert.

Dieser Film ist einfach ein absoluter Knaller. Schon die Besetzung ist unglaublich. Da haben wir auf der männlichen Seite Mario Adorf, Henry Silva, Woody Strode, Adolfo Celi, Cyril Cusack, Peter Berling, Franco Fabrizi, Gianni Macchia, Giuseppe Castellano und Giovanni Cianfriglia. Ergänzt wird diese illustre Runde weiblicherseits durch Luciana Paluzzi, Sylva Koscina, Femi Benussi und Francesca Romana Coluzzi. Adorf ist als rachsüchtiger Zuhälter beängstigend beeindruckend. Dabei verliert er sein Geschäft durchaus nicht aus den Augen: Als von dem Mädchen Trini vor den beiden Killern gewarnt wird, bedankt er sich, um sie in der nächsten Sekunde zu fragen, ob sie nicht für ihn anschaffen gehen wolle! Bei den beiden Killern handelt es sich um Woody Strode und Henry Silva, welcher kürzlich endlich mal wieder im Kino zu sehen war, in Jim Jarmuschs Ghost Dog. In den 70ern tauchte er in vielen Italo-Filmen auf und schreckte dabei auch vor ziemlich sleazigen Rollen nicht zurück. So COOOOL wie hier hat man ihn allerdings nie wieder gesehen. Seine Gedanken drehen sich außer um seinen Job nur ums Frauen aufreißen, allerdings mit eher bescheidenem Erfolg. So meint Trini zu ihm: „Weißt Du, Geld kannst Du hinlegen, soviel Du willst, ich steh nun mal nicht auf Dich. Mach den Mund zu! Sag mal, was suchst Du denn eigentlich hier? Zum rumhüpfen bist Du zu alt und zum aufreißen siehst Du zu bescheuert aus!“

Weiterhin auf der Habenseite zu verbuchen: Eine sechsminütige Verfolgungsjagd, einige Comedy-Elemente wie die ewig betrunkene Miss Guinness (!) und vor allem dieses unglaubliche 70er-Jahre-Flair, das einem hier jede Minute entgegenströmt. Man beachte hier vor allem die Szenen im 4-Stars-Club (achten Sie auf den Brillenträger auf der Tanzfläche! Wenn der man nicht auf Drogen ist!). Wenn es seinerzeit eine gerechte Welt gab, müsste der Song „Promises“ eigentlich damals auf Platz 1 der Charts gewesen sein! (Wenn unter den werten Lesern dieser Zeilen jemand sein sollte, der weiß ob die Songs „Promises“ und „We’re living now“ oder das Titelthema von Armando Trovaioli [geil!] jemals auf unschuldigem Vinyl verewigt wurden, so wäre ich für einen Hinweis dankbar. Gleiches gilt übrigens auch für Luis Enriquez Bacalovs Titelthemen zu den di Leo-Meisterwerken Milano Kaliber 9 und Der Teufel führt Regie. Danke!)

Zusammenfassend kann man sagen: 80 Minuten pure Freude! Check it out now ! (The funk soul brother!)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale - Fernando Di Leo

Beitragvon Theoretiker » 27. Apr 2014, 20:34

Der Mafiaboss hat mir sehr gut gefallen, einer der besten Poliziescos, die ich gesehen habe, spannend und gut erzählt.

Knappe 8/10
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