Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon AL NORTHON » 5. Jan 2011, 16:24

DER KILLER-DAS AS DER UNTERWELT


Originaltitel: Legge dei gangsters, La
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Siro Marcellini

Darsteller:Klaus Kinski,Franco Citti,Hélène Chanel,Maurice Poli,Nello Pazzafini und Max Delys

Inhalt:
Der Killer Quintero (Kinski),ein Einzelgänger,gilt als der härteste und gefürchtetste Gangster in der Unterwelt von Genua.Mit kaum vorstellbarer Brutalität hat er Mitstreiter und Widersacher aus dem Weg geräumt.Durch Zufall lernt er Bruno kennen,den er nach einer Schlägerei vor der Polizei schützen kann.Quintero will ihn für seine Sache einspannen und nimmt ihn unter seine Fittiche.Eine Art Freundschaft entwickelt sich für beide Männer.Gemeinsam planen sie einen Juwelenraub,der ihnen auch gelingt-aber die Beute ist spurlos verschwunden.Sie verdächtigen sich gegenseitig.Sie machen Fehler,die sie früher nie begangen hätten.Kann so noch der nächste große Coup gelingen?Wird aus der Freundschaft eine Feindschaft auf Leben und Tod?Wer killt letztlich wen?
(orig. Covertext PolyGram Video)

Da ich gerade immer noch krank bin,hab ich etwas Zeit um mir mal wieder ein paar Filme anzuschauen,die ich schon länger bei mir rumliegen hab."Das Gesetz der Gangster" ist ein hervorragender ital. Gangsterfilm mit Top-Besetzung.Der immer wieder gern gesehene Nello Pazzaffini darf hier mal "ausnahmsweise" gleich zu Beginn den Fluchtwagenfahrer spielen.Kinski spielt den abgewichsten Killer Quintero,der nicht lange fakelt.Ähnlich wie in "Die gnadenlose Hand des Gesetzes" bekommt auch hier eine hübsche Lady einen tödlichen Einschuss in ihr seitliches Fahrgestell,mit dem Unterschied,dass sie zuvor von Kinski gevögelt wurde und nicht von Rossi vergewaltigt,denn der spielt hier leider nicht mit.Gewaltausbrüche wie in "Die gnadenlose Hand.." gibt es kaum.In einer Szene rotzt Citti seinem Gegner mitten in die Fresse während er ihn ohrfeigt.Auch nicht schlecht.Bei einem Dialog konnte ich mir das Lachen auch nicht verkneifen (aufgrund der in meinen Augen Zwei-bis Dreideutigkeit:Ein Gangster sagt zu seiner Alten:"Du bekommst im Bett nie den Hals voll".Wie er das wohl genau gemeint hat...Die deutsche Synchro ist erste Sahne,echt gut gemacht,was den Film zusätzlich aufwertet.Franco Citti wird gesprochen von Christian Brückner (De Niro ) und Pazzaffini von Edgar Ott (Benjamin Blümchen!).Die Bildqualität der knapp 30 Jahre alten deutschen VHS von PolyGram Video ist der absolute Hammer,fast schon unglaublich und noch dazu die einzige mir bekannte Widescreen-Fassung (1:2,35!).Alle anderen Fassungen sind scheisse (Vollbild).
Stellt euch mal vor,es würde diesen wunderbaren Gangsterfilm nirgends auf der Welt in einer gescheiten Fassung auf DVD geben im original Format.Das wäre echt eine Schande....
Etwas Sarkasmus kann ich mir leider nicht immer verkneifen.
PolyGram VHS (1:2,35):
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Bootleg GB (Vollbild):
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Soundtrack:
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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon Nello Pazzafini » 5. Jan 2011, 17:30

Ein weiterer Hammerfilm, da sollte man die VHS schon dazu haben aber auch den Score in wunderschönem Gatefold! :thup:
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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon kinski » 27. Jan 2012, 17:05

DER KILLER ist erneut ein typisches Beispiel für das Chaos, welches mit mehreren Verleihtiteln für ein und denselben Film angerichtet werden kann. „Quintero, das As der Unterwelt“ ist der Originaltitel, DER KILLER ist der Filmtitel für den Videoverleih und später auch für das Fernsehen. Wodurch natürlich etwaige Verwechslungen mit Kinskis „Black Killer“ aus dem Jahr 1971 nicht zu vermeiden sind. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzten, sei noch erwähnt, dass Philippe Setbon in seiner Kinski-Biografie dem Quintero-Film den Zusatztitel „Das Aas (!!!) der Unterwelt“ gab.

Wie dem auch sei, mit etwas mehr Einsatz und einer liebevolleren Inszenierung hätte aus DER KILLER durchaus eine spannende Gangsterballade werden können. Doch auch so kann man diesen, erneut in Italien entstandenen Kriminalfilm als gelungen bezeichnen.

Obwohl nicht unbedingt die Hauptrolle spielend, gibt Klaus Kinski wieder einmal dem Film seinen Titel. Kinski spielt Quintero, einen berechnenden und eiskalten Killer. Erzählt wird die Geschichte einer kleinen Verbrecherbande, die den ganz großen Coup plant und auch Quintero für ihre Zwecke einspannen will. Dank exzellenter Vorbereitung gelingt der Überfall auch, bei der Verfolgung jedoch wird ein Gangmitglied von der Polizei angeschossen. Als es zur Beuteverteilung kommen soll, wird der Schwerverletzte eiskalt von Quintero getötet. Von nun an gibt es ein Katz und Maus-Spiel zwischen dem Killer und dem Rest der Bande.

Quintero löscht jeden Mitwisser aus und zieht eine Spur des Blutes und des Verderbens hinter sich her. Sogar seine Geliebte wird von ihm beim innigen Beisammensein ohne Skrupel ins Jenseits befördert. Einzig und allein Rino, der Kopf der Verbrecherbande, überlebt einen Anschlag auf sein Leben und ist nun seinerseits hinter Quintero her. Am Hafen kommt es zum furiosen Finale zwischen den beiden erbitterten Kontrahenten. Nach einem erbarmungslosen Kampf kann Rino schließlich Quintero mit einem Fischernetz unter Wasser drücken und ertränken. Doch sein eigenes Ende ist auch nicht mehr weit. Kurze Zeit später stirbt Rino im Kugelhagel der Polizei.


Kinskis Quintero ist erneut eine Paraderolle für den Schauspieler. In DER KILLER hat er ausreichend Gelegenheit, sich zu präsentieren, an schönen Mädchen herumzufummeln und mit einem Minimum an Aufwand eine geradezu beherrschende Rolle zu spielen. Anfangs oftmals im Hintergrund, gewinnt Kinski/Quintero zunehmend an Bedeutung, entwickelt sich von einer Randfigur zum zentralen und mordgierigen Hauptaugenmerk. In einem Haufen von Verbrechern ist Quintero der Einzige, der wirklich bedrohlich und gefährlich erscheint.
Ansonsten hat DER KILLER einige sehr gute Ansätze, auch wenn es ein wenig an der optimalen Ausführung mangelt. Ausgangs der 1960er Jahre spielend ist der Film mit einem stimmungsvollen Soundtrack und den dazu passenden Bildern von Drogen- und Sexpartys unterlegt und ist phasenweise stark an die amerikanischen Vorbilder jener Zeit angelehnt.

Der Kinski-Fan bekommt hier mal wieder einen lässigen, souveränen Klaus zu sehen, der am Anfang noch als ein ´normaler´ Verbrecher erscheint, dann aber in seiner extremen Brutalität und Kaltschnäuzigkeit erneut jedes mögliche Rollenklischee über den Haufen wirft. Zwar keine herausragende, aber insgesamt eine beachtenswerte und gutklassige Leistung Kinkis in einem – im positiven Sinne – typischen Italo-Krimis.

8/10
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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon kinski » 27. Jan 2012, 17:07

belgisches Filmplakat "Der Killer" :

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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon reggie » 27. Jan 2012, 17:33

Die beste Kinski Szene ist hier als er seine Freundin...

Freundin -> Plattenspieler -> Kinski -> Freundin :shock:

Must See für Kinski Fans.
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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon Nello Pazzafini » 29. Jan 2012, 00:56

sexy poster, kinskerich! :thup:
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Re: Der Killer-Das As der Unterwelt - Siro Marcellini

Beitragvon buxtebrawler » 10. Aug 2012, 23:25

„Der Killer“ aus dem Jahre 1969 ist ein italienischer Gangsterfilm von Regisseur Siro Marcellini („Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht“). Der sizilianische Jüngling Bruno (Franco Citti, „Töte alle und kehr allein zurück“) schließt sich in der Hafenstadt Genua einer Gangsterbande an, die in Zusammenarbeit mit dem berüchtigten Quintero (Klaus Kinski, „Nosferatu – Phantom der Nacht“) einen Coup in einer Bank plant. Nach Durchführung des Plans ist jedoch viel zu schnell die Polizei vor Ort und schießt nach einer für die eigenen Reihen verlustreichen Auseinandersetzung einen der Gangster an – und Quintero will die Beute nur ungern teilen…

Interessanterweise beginnt Marcellinis Film mit der Schießerei vor der Bank und erzählt anschließend in einer ausgedehnten, ungefähr bis zur Hälfte des Films andauernden Rückblende seine Vorgeschichte. Damit hat „Der Killer“ die Aufmerksamkeit des Zuschauers von vornherein auf seiner Seite. Im Zuge der Vorgeschichte lässt sich die Akkreditierung der Bande verfolgen, werden die Milieus, aus denen die Mitglieder stammen, beleuchtet und insbesondere Bruno charakterisiert, für den sich die Handlung Reflektionen antisizilianischer Ressentiments annimmt und in Art einer groben, ähm… „Sozialstudie“ dessen Gangsterkarriere mit der Ablehnung der Norditaliener zu erklären versucht. Dies geschieht jedoch unverhohlen schablonenhaft und exploitativ, so dass zu keiner Sekunde zu befürchten ist, „Der Killer“ würde zum sensiblen Drama mutieren.

Stattdessen wird eine erbarmungslose Geschichte erzählt, in der es letztlich keine Gewinner gibt. Zwar durchaus verwegene, doch unerfahren-nervöse Nachwuchsgangster werden verheizt, indem sie zum Spielball des einzigen tatsächlich eiskalten Killers, Quintero eben, werden. Der eigentliche Coup wurde überaus spannend inszeniert, der Zuschauer fiebert mit und wird so unweigerlich zum Komplizen der Bande. Das rasante Tempo hält in Atem, wenngleich der Schnitt gerade zu Beginn mitunter recht eigenartig anmutet und der Handlung während der Rückblende nicht immer leicht zu folgen ist, insbesondere in Bezug auf die Rollen bzw. die Unterscheidungen der einzelnen Charaktere. Da die deutsche Fassung jedoch einige Handlungsschnitte aufweist, ist dieser Umstand möglicherweise ihr geschuldet. Dennoch scheint der Film keine eindeutige Hauptrolle aufzuweisen, sondern je nach Schwerpunkt des jeweiligen Handlungsabschnitts unterschiedliche Charaktere zu betonen.

Kinski überzeugt wie üblich voll und ganz in einer ihm auf den Leib geschneiderten Rolle, die er mit einer Lässigkeit spielt, als wäre sie nicht mehr als eine einfache Fingerübung gewesen. Ihre Eindimensionalität forderte ihn sicherlich in der Tat nicht sonderlich und Dialoge wurden ihm auch nicht allzu viele in den Mund gelegt, dafür nimmt sie in ihrer Konsequenz und Überzeichnung jedoch bisweilen groteske Ausmaße an, die keinen Zweifel an ihrer Hassenswertheit lassen. Schwächen offenbart „Der Killer“ in seinen Faustkampfszenen, die nicht immer gut choreographiert wurden. Die Kamera hält dafür ein paar interessante Einstellung parat und ist auch sonst stets voll auf der Höhe des Geschehens. Das wirklich Interessante an „Der Killer“ ist meines Erachtens indes, dass er, verglichen beispielsweise mit dem ein Jahr zuvor gedrehten „Hölle vor dem Tod“, entschiedener die Verweise zum in jenem Jahrzehnt so erfolgreichen Italo-Western-Genre abstreift und selbstbewusst immens auf Zeit- und Lokalkolorit setzt. Dieses äußert sich insbesondere in entfesselten Partys zu zeitgenössischer Beat-Musik und der allgemeinen Urbanität des im kunterbunten, artifiziellen End-60er-Schick gehaltenen Streifens inklusive seiner italienspezifischen Bezugnahmen. Piero Umilianis großartige Musik passt dazu wie die Bleibohne ins Herz und macht „Der Killer“ zwar nicht zu einem verkannten Meisterwerk, aber zu überaus unterhaltsamer, gut gelungener und mitunter origineller Genrekost für Genießer.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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