Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

Moderator: jogiwan

Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon sergio petroni » 17. Okt 2016, 16:43

Onkel Joe hat geschrieben:Da hat sich doch gleich heute ein Label gemeldet und sich nach der Kopie erkundigt. Da könnte sich in Bezug auf diesen Film also etwas tun!


Das hätte der Film definitv verdient!
Und es wäre einer tolle Aufwertung der Arbeit,
die Du in diesen Film gesteckt hast!
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon Adalmar » 17. Okt 2016, 16:47

Wäre echt ein Traum, wenn der kommt.

Auch wenn ich bei der Vorführung aufgrund eines anderen wichtigen Termins nicht dabei sein konnte, vielen Dank & Respekt @Onkel Joe für dein Engagement bzgl. des Films. Eine VÖ wäre natürlich die Krönung.
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 17. Okt 2016, 18:15

Onkel Joe hat geschrieben:Da hat sich doch gleich heute ein Label gemeldet und sich nach der Kopie erkundigt. Da könnte sich in Bezug auf diesen Film also etwas tun!


Hui! Das klingt ja schon mal ganz gut.

Ich hatte den Film ja über 10 Jahre nicht mehr gesehen und konnte mich zwar noch vage an die Story erinnern, war aber doch völlig verblüfft, wenn gegen Ende der Action-Turbo angeworfen wird und das Kind etwas Zug abbekommt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon karlAbundzu » 20. Okt 2016, 13:59

Testi war Stuntman. Doch ein Unfall zwingt ihn, sich umzuorientieren. Durch ein gefakten Überfall wird er zum Leibwächter eines Bauunternehmers. Und kommt somit auch in den Kreis der „Gorillas“, inklusive Zutritt zu einer abgefahrenen Schiessbude mit Connections.
Zufälligerweise wird Testis Chef auch wirklich seit längerem erpresst, von einer professionellen Bande, weigert sich aber zu bezahlen. Das ändert sich als seine Tochter zu ihm kommt…
Nach rasantem Beginn nimmt der Film ein wenig die Fahrt heraus, nutzt dies aber auch, um ein paar Personen und deren Hintergrund mehr zu beleuchten. Aber auch das zieht er nicht konsequent durch, so dass dann doch Längen entstehen. Das knallige Ende inklusiver großartiger Verfolgungsjagd entschädigt aber für einiges.
Testi macht das ordentlich und ist irgendwie einer der wenigen, der mit so offenem Hemd herumlaufen kann ohne das es durch zu viele Muskeln oder eine Hahn-Haltung albern oder aufgesetzt wird. Claudia Marsani, auch wunderhübsch wie Testi und auch nicht oberste Liga, was das Talent angeht, macht auch etwas aus ihren Möglichkeiten.
Neben filmischen guten Szenen gibt es auch immer wieder Kracher: die Überzeugung der Tochter, warum sie Testi mögen sollte. Auch immer wieder nicht ganz Nachvollziehbares, die Änderung des Verhaltens der Erpresser und des Unternehmers, die angedeuteten Hintergründe werden oft anerzählt, aber dann nicht durchgezogen, obwohl er eigentlich ja, wie gesagt, die Zeit hatte.
Aber Kleinigkeiten. Insgesamt gibt es so viel Erfreuchliches, und dazu war das Bild von der noch nie gezeigten 35mm Kopie so toll, dass alles stimmte. Na gut, immer nur den Anfang von der funky Version von „My Papa was a rolling stone“ in den Actionszenen, bei drei Komponisten wäre da auch mehr drin gewesen.
Vielen Dank, dass ihr den so aufgetrieben habt.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon Onkel Joe » 11. Dez 2016, 17:25

Oh es rührt sich langsam etwas wegen einer "Der Gorilla" VÖ., demnächst mehr Infos!
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon Grinder » 12. Dez 2016, 12:40

Onkel Joe hat geschrieben:Oh es rührt sich langsam etwas wegen einer "Der Gorilla" VÖ., demnächst mehr Infos!


Das ist doch super!
So ein Master findet man ja schließlich nicht alle Tage.
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 12. Dez 2016, 13:58

Grinder hat geschrieben:
Onkel Joe hat geschrieben:Oh es rührt sich langsam etwas wegen einer "Der Gorilla" VÖ., demnächst mehr Infos!


Das ist doch super!
So ein Master findet man ja schließlich nicht alle Tage.


Jep! Dann werde ich vom Kauf der VHS absehen, die ich für 10,-- Euro haben könnte, und das Geld lieber in die kommende Veröffentlichung stecken. Auch wenn's dann noch ein bissl teurer wird, aber das muss man unterstützen.
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Re: Der Gorilla - Tonino Valerii (1976)

Beitragvon buxtebrawler » 16. Feb 2017, 17:35

Zwischen „Mein Name ist Nobody“ und „Sahara Cross“ drehte der italienische Regisseur Tonino Valerii mit „Der Gorilla“, gern auch mit dem Zusatz „…begleicht die Rechnung“ versehen, im Jahre 1976 eine Abwandlung eines klassischen Poliziesco, der sich des Personenschützermilieus annimmt. Kurioserweise wurde der Film komplett deutsch synchronisiert und auf 35 mm gezogen, ohne jedoch eine deutsche Kinoauswertung zu erfahren – lange Zeit musste man als Filmfreund mit einer VHS-Kassette vorlieb nehmen. Dies änderte sich, als die deutsche 35-mm-Kopie wie aus dem Nichts im Rahmen des siebten „Deliria-Italiano“-Forentreffens in Düsseldorf im Oktober 2016 ihre verspätete Kinouraufführung erfuhr, auf die hin nun auch eine digitale Heimkino-Version geplant ist.

Stuntman Marco Sartori (Fabio Testi, „Das Syndikat des Grauens“) musste nach einem Unfall seinen Beruf an den Nagel hängen. Doch sein Freund Ciro (Al Lettieri, „Malta sehen und sterben“) weiß Rat und fingiert mit einigen Personenschützern eine Entführung des vermögenden Bauunternehmers Sampioni (Renzo Palmer, „Die Klette“), die Marco vereiteln und damit sowohl seine Qualitäten als Leibwächter als auch das Schutzbedürfnis Sampionis unter Beweis stellen darf. Der Unternehmer überlegt auch nicht lang und engagiert Marco als seinen „Gorilla“ – zumal er seit geraumer Zeit tatsächlich von Unbekannten erpresst wird. Diese haben es alsbald auch auf Marco abgesehen und erhöhen beständig ihre Forderungen. Die Polizei tappt derweil ebenso im Dunkeln wie Marco und Sampioni ist mittlerweile fast weichgekocht, insbesondere, als er sich auch noch um seine Tochter Vera (Claudia Marsani, „Submission“) sorgen muss. Mit dieser allerdings bändelt Marco bald an und versteht es, mit einem Trick an das Lösegeld zu kommen. Doch hat er die Rechnung ohne die Erpresser gemacht, die nun aus ihren Verstecken kommen und Jagd auf den „Gorilla“ machen…

Wie so viele Genre-Kollegen bietet auch „Der Gorilla“ einen interessanten Einblick in damalige italienische gesellschaftliche und soziale Verhältnisse: Angesichts gestiegener Verbrechensraten boomte offenbar der Beruf des Personenschützers, mit deren Hilfe sich der vermögende und sicherlich auch nicht immer ganz saubere Teil der Bevölkerung weiter in Sicherheit wiegen wollte – denn die Polizei stand dem Ganzen eher machtlos gegenüber und war oftmals überfordert, bisweilen selbst korrupt oder schlicht desinteressiert. Klassische Helden gibt es auch hier nicht, auch Marco ist ja letztlich durch unsaubere Methoden an seinen Job gekommen und auch nicht gerade größter Freund seines Brötchengebers. Aus dieser Prämisse, in der sich jeder selbst der Nächste ist, hätte man eine Menge herausholen können. Nach seinem gelungenen, actionreichen Auftakt wirkt „Der Gorilla“ jedoch seltsam gezähmt, als sei er Opfer des Schnitts und/oder spontaner Skriptänderungen geworden. Valerii und Co. zeigen durchaus Interesse an den unterschiedlichen Charakteren und ihren verschiedenen Beweggründen, ohne jedoch sonderlich in die Tiefe zu gehen. Und so hübsch die leider in viel zu wenig weiteren Rollen zu sehen gewesene Claudia Marsani hier auch ist, so uninspiriert wirkt ihre Romanze mit Marco. Eine Zeitlang scheint „Der Gorilla“ gerade im Mittelteil dramaturgisch auf der Stelle zu treten und sich nicht recht dazu durchringen zu können, den gesellschaftskritischen Aspekt seiner Handlung näher zu beleuchten oder andere Charaktere konsequent stärker zu gewichten. Demgegenüber stehen jedoch Action- und Spannungsszenen, die gerade, weil sie nicht inflationär zum Einsatz kommen, ihre volle Brisanz entfalten – man denke beispielsweise an die Stunts im Fahrstuhl, die Szenen im Zug oder die finale Verfolgungsjagd zwischen demselben und einem Polizeiwagen.

So bleibt ein gerade für Genre-Freunde wahrlich sehenswerter Poliziesco bzw. Gangster-Streifen, den Testi gut schultert und der das damalige gesellschaftliche Klima auf die Leinwand zu transportieren vermag, ohne jedoch tiefer unter der Oberfläche zu graben und Erkenntnisse oder Wendungen mit Aha-Effekten zu bergen. Die Dreiecksgeschichte aus Personenschützer, klassischen Gangstern und dem mit seinem Reichtum provozierenden Opfer inkl. Familienanhang funktioniert auch so passabel, hätte jedoch auch das Potential für mehr gehabt. Insofern bin ich die Benotung betreffend nach dem Ersteindruck einer, dieser Rarität auf großer Leinwand etwas hin- und hergerissen und möchte es daher zunächst bei leicht unentschlossenen 6,5 von 10 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen belassen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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