Chrysanthemen-Bande - Ignacio F. Iquino

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Chrysanthemen-Bande - Ignacio F. Iquino

Beitragvon ugo-piazza » 11. Apr 2014, 21:49

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I/E 1970

D: Dean Reed, Fernando Sancho, Krista Nell


Chicago der 30er Jahre: Die drei Brüder Owen, Frank und Cliff Olinger und ihre Chrysanthemen-Bande füllen mit einer Serie brutaler Banküberfälle die Zeitung. Sie mögen weder Zeugen noch Polizei, sie werden allesamt mit Maschinenpistolen niedergeschossen. Doch beim letzten Überfall wird Cliff angeschossen. Zuflucht finden sie in einem Bordell in ihrer Heimatstadt, wo sie sich mit Waffengewalt verscharren. Mitten während der Predigt wird der Arzt und die Frau des Bürgermeisters als Geisel aus der Kirche gezogen. Die Zufahrt zur Stadt wird von Bandenmitgliedern bewacht. Während der Arzt sich um Cliff kümmert, amüsieren sich die Männer mit den Frauen, die mit Gewalt gefügig gemacht werden. Doch auch innerhalb der Bande gibt es Spannungen. Doch dann steht Sheriff Olinger, der Vater der drei abtrünnigen Brüder, bewaffnet im Zimmer und ... (http://www.die-besten-horrorfilme.de/ho ... -Bande.csp)


Hm, wäre die Welt ärmer, wenn nicht das wunderbare Label Savoy-Film die italienisch-spanische Ko-Produktion aus der Vergessenheit geholt hätte? Gut, als Vorlage diente eine Kinorolle, es gibt nur deutschen Ton und Extras nicht mal im Ansatz, aber es soll ja eigentlich um den Film gehen. Der fällt erstaunlich freizügig aus (kaum eine weibliche Darstellerin kommt ohne oben ohne aus) und die deutsche Synchro greift auch manchmal in den Schmiereimer, doch lassen sich die Schwächen des Films damit nicht übertünchen.

So macht es schon beim anfänglichen Banküberfall keinen Sinn, nach dem Auslösen des Alarms und beim Eintreffen der Polizei noch eben die Bankangestellten mit dem Maschinengewehr niederzumähen, womit man ja erst recht ganze polizeilichen Sondereinheiten auf sich ziehen würde.

Immerhin gelingt den Gangstern die Flucht in einen Ort namens Strongville oder besser gesagt, in eine Western-Kulisse, die wohl gerade ungenutzt in Spanien rumstand. Wenn man bedenkt, dass angeblich Chicago der ursprüngliche Handlungsort sein soll (und immerhin Al Capone erwähnt wird) und es anfänglich immerhin einen Hafen zu sehen gibt, ergibt sich ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem, denn wirklich niemand würde anhand der Kulisse glauben, sich im Norden der USA zu befinden. Daneben scheint man auch noch einen Zeitsprung gemacht zu haben, und zwar mindestens 50 Jahre zurück. Der Ort ist nun wirklich so klassisch Westernkulisse mit Saloon, Puff, und allem, was dazu gehört, vor allem halt unbestigte Straßen im Ort, weshalb die Gangster in ihren Anzügen und mit ihren Autos nicht nur wie Fremdkörper wirken, sondern auch sind. (Gegen Ende erscheint auch noch ein Schild, dass auf den Rio Grande und die mexikanische Grenze verweist, die bekanntlich nur wenige Kilometer hinter Chicago liegt)

So hat Senor Iquino einen Hybridfilm zwischen Gangsterfilm und Western geschaffen, dazu noch mit etwas Familiendrama aufgepeppt und schließlich mit einer kleinen Prise Inzest abgeschmeckt. Das will nicht recht zusammen passen, und die Wahl der Locations war nun wirklich ein völliger Griff in den Lokus. Die Familiengeschichte reißt noch etwas raus, die überraschend (s)exploitativen Darstellungen auch, doch letztlich ist das Ergebnis nur mit sehr viel gutem Willen noch als durchschnittlich. Wenn man hingegen mal Fernando Sancho in einer Sexszene sehen will, ist der Film freilich alles... :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Chrysanthemen-Bande - Ignacio F. Iquino

Beitragvon DrDjangoMD » 18. Apr 2014, 10:23

ugo-piazza hat geschrieben:So hat Senor Iquino einen Hybridfilm zwischen Gangsterfilm und Western geschaffen, dazu noch mit etwas Familiendrama aufgepeppt und schließlich mit einer kleinen Prise Inzest abgeschmeckt. Das will nicht recht zusammen passen, und die Wahl der Locations war nun wirklich ein völliger Griff in den Lokus. Die Familiengeschichte reißt noch etwas raus, die überraschend (s)exploitativen Darstellungen auch, doch letztlich ist das Ergebnis nur mit sehr viel gutem Willen noch als durchschnittlich. Wenn man hingegen mal Fernando Sancho in einer Sexszene sehen will, ist der Film freilich alles... :D


Hach, ja, da stimme ich zu. Bei der Sichtung habe ich den Film mit großer Mittelmäßigkeit aufgenommen, ich fand, es waren einfach zu viele unpassende Ansätze darin, ohne einen von ihnen clever auszuarbeiten. Nicht gut, aber alles mit Fernando Sancho lohnt sowieso eine Sichtung, daher...
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