Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon jogiwan » 22. Apr 2012, 18:32

Blutige Straße

Bild

Originaltitel: Nessuno deve sapere

Herstellungsland: Italien / 1971

Regie: Mario Landi

Darsteller: Roger Fritz, Stefania Casini, Corrado Olmi, Antonello Campodifiori, Giuseppe Scarcella, u.a.

Story:

Der aus Mailand stammende Landvermesser Pietro Rusconi (Roger Fritz) soll in Kalabrien den Bau einer neuen großen Straße überwachen. Doch er ahnt nicht, welche Gefahr dieses Unternehmen mit sich bringt. Sobald er mit seinem Sportwagen in der südlichen italienischen Provinz angekommen ist, wird er Zeuge der gefährlichen Machenschaften zweier rivalisierender, sich um Aufträge streitender Mafia-Clans. Es geht um Korruption und perfide Bluttaten. Und nicht nur das, der Ingenieur gerät unwillkürlich mitten zwischen die Fronten. So kommt er immer wieder in höchst gefährliche Situationen und muss dabei unbedingt ein Gesetz wahren: das des Schweigens ... (quelle: amazon.de)
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon Slim Naughton » 24. Apr 2012, 23:35

Wieder mal eine gelungene Pidax-VÖ. Hier ein Auszug aus unserer Rev:

Das TV hat einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Man kann sich Zeit nehmen, Geschichten zu erzählen. Zumindest war dies vor Jahren noch so, als wir des öfteren mal einen ambitionierten Mehrteiler über die Mattscheibe flimmern sahen. Und das Label Pidax nimmt sich dankenswerterweise solcher vergessener Perlen immer wieder mal an. Der deutsch-italienische Vierteiler „Blutige Straße“ liefert ein umfassendes Bild über die ärmlichen, agrarisch geprägten Lebensverhältnisse im Süden Italiens, fest zementiert in verkrusteten Strukturen, in denen seit mehr als 200 Jahren das organisierte Verbrechen gedeiht. Verschworene Gemeinschaften, die Außenstehende erst einmal als Feinde betrachten und in denen das Gesetz des Schweigens ganz groß geschrieben wird. Ebenfalls Thema ist das problematische Verhältnis zwischen Süden und Norden, auch ein Problem von Ignoranz und gegenseitiger Intoleranz, teilweise geboren aus Unwissenheit. Dementsprechend angelegt ist die Figur Rusconis, anfangs ein Sonnyboy, der sich seinen Maserati aus Mailand nachschicken lässt. Er ist freundlich, will die Verhältnisse, die er vor Ort vorfindet, tatsächlich ändern. Mit seinem fortschrittlich geprägten Enthusiasmus wirkt er allerdings auf die Einheimischen borniert und hat entsprechende Probleme. Am Ende muss er erkennen, dass dem organisierten Verbrechen nicht so einfach mit gutem Willen beizukommen ist. Die Netzwerke sind eng und stabil und reichen weit über die kalabrische Provinz hinaus. Dabei sind die einzelnen Glieder durch gegenseitige Abhängigkeiten aneinander gekettet, dass jeder schon allein aus Selbstschutz seine Hand über den anderen hält. Auf der anderen Seite steht der erst ein wenig zwielichtig wirkende Cuttoni. Er sieht in Rusconi nicht nur einen Konkurrenten um die Gunst Marias, sondern einen Schnösel aus dem Norden, der völlig ahnungslos seinen Riechkolben in Dinge steckt, die ihn nüscht angehen. Am Ende wird er eh wieder seiner Wege ziehen, während die anderen nach wie vor dort leben müssen.
Der Streifen steht in der Tradition Damianis oder auch Rosis, wirkt dabei aber auch aufgrund seiner Länge ein wenig zerdehnt. So ist der zweite und kürzeste Teil nach der Exposition in der ersten Folge ein wenig zäh: Es wird für meinen Geschmack einfach zu viel geredet. Bis zum desillusionierenden Ende legt der Film danach jedoch ein zunehmend munteres Tempo vor. Die Schauspieler sind mir weitgehend kein Begriff, machen aber allesamt einen guten Job. Und auch optisch wirkt der Film in weiten Teilen nicht wie eine TV-Produktion. Ennio Morricones Score ist weitgehend unauffällig: Es gibt allerdings ein schön orgelig groovendes Leitmotiv. Der melancholische Titel-Song stammt von Domenico Modugno.

Und einen trailer habe ich auch mal dazu gebastelt:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon Nello Pazzafini » 25. Apr 2012, 12:47

sehr schön Slim, auch für den Trailer, bin sehr gespannt und muss nun endlich zeit dafür finden aber das spricht mich absolut an!
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon reggie » 25. Apr 2012, 17:59

Danke für die Vorstellung dieser Serie, genau mein ding! Von deren Existenz wusste ich gar nichts...
Muss ich mir besorgen!!!!
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon reggie » 23. Jun 2012, 19:22

:thup: Wahrlich eine tolle Serie! Unbedingt zuschlagen!
Die qualli der Dvd ist auch super!

8/10
:nick:
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon luca canali » 24. Jun 2012, 13:13

MARIO LANDI!

Pflichtprogramm.


Wurde sofort nach Erscheinen gekauft und gesichtet, wirklich spitze! 8,5 / 10
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon untot » 4. Jul 2012, 15:57

Doch, mir hat die Serie auch zugesagt, kann ich nur wärmstens weiterempfehlen...
Besonders das Ende hatte schon was.

7/10
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon Adalmar » 14. Feb 2013, 10:12

Mir kam die ganze Serie leider ein bisschen zäh vor. Insgesamt ca. vier Stunden Spieldauer, dabei hätte man das meiner Einschätzung nach auch etwas gestrafft auf Spielfilmdauer bringen können. Z. B. könnte man Pietros nachgereiste Schickimicki-Freundin Diana auch gut weglassen können, samt den an sie geknüpften Dialogen. Was ich dagegen gut fand, ist das recht nüchterne Ende und dass man die Hauptfigur nicht zum Superhelden gemacht hat, der alle Verstrickungen auf einmal hinwegfegt. Stefania Casini ist übrigens hier sehr nett anzuschauen. Exploitation-Schauwerte gibt es dagegen nicht (na gut, es wird jemand mehrfach erschossen und dann auch noch mit einer Handgranate gesprengt, sieht aber dafür noch relativ unversehrt aus), aber das war letztlich auch nicht unbedingt zu erwarten, auch wenn der Titel ein bisschen danach klingt. Morricone hat ein nettes Action-Thema beigesteuert, das mehr nach Gangsterfilm/Poliziesco klingt, als die Serie insgesamt es bietet. Eine sehr seltsame Wendung finde ich, dass die Hauptfigur hier einfach mal ein Kind entführt, um dessen Vater aus der Reserve zu locken, und mit nach Hause nimmt (dort geht es dann erst mal ab in die Badewanne), das würde man sich heute sicher nicht mehr so einfallen lassen.
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon Ringo aka Angelface » 3. Mär 2013, 21:07

Fand die Serie sehr gut. Der zu gereiste Ingenieur sticht in ein Wespennest, doch die herrschende Situation versteht er nicht. Das Milieu wird denke ich realistisch dargestellt, die Trostlosigkeit greifbar.

Roger Fritz in der Titelrolle hat mich überrascht, er gibt den Mailänder Ingenieur sehr glaubwürdig. Auch die anderen Schauspieler sind nicht gerade bekannt aber gut besetzt.
Eine echte Entdeckung mit brauchbarer DVD Qualität!

7/10
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Re: Blutige Straße (TV-Mini-Serie) - Mario Landi (1971)

Beitragvon Die Kroete » 5. Mai 2013, 15:39

Teil 1: Sehr atmosphärisch düsterer Auftakt, in welchem die Protagonisten und die Situation, in ihrer kompletten Tragweite vorgestellt werden. Man hat ständig den Eindruck, daß irgendwas Bedrohliches in der Luft liegt.
Sehr überzeugend!

Teil 2: Sehr spannende und actionreiche Fortsetzung, in welcher sehr deutlich gemacht wird, wie machtlos die Polizei, dem organisierten Verbrechen gegenüber steht. Stark!

Teil 3: Hier flacht die Serie leider ein wenig ab, da der Ingenieur Pietro Rusconi, die meiste Zeit damit verbringt, einen Zeugen ausfindig zu machen und weiter nichts passiert, außer das der Mafiosi Nico Crifodo plötzlich verstirbt und gegen Ende, der geniale Salvo Randone in der Rolle des Don Sante Badalamessa, ins Geschehen kommt.

Teil 4: Das Ganze bekommt eine merkwürdige Wende, als der bisher mutige Rusconi, nach seiner Begegnung mit Badalamessa seine komplette Einstellung ändert und dem Ort, den Rücken kehrt. Der Vermesser Mario Catari tritt nun an dessen Stelle. Wirkt irgendwie recht schwammig, da der plötzliche Chrakterwechsel eher fraglich, als logisch scheint. Kann jedoch am Schluß, durch das überaus gelungene Ende, wieder wett gemacht werden.

Gesamtwertung: 7/10

PS: Der Titelsong von Domenico Modugna ist große Klasse :thup: , die Mucke von Ennio Moricone, eher schlecht als recht. :(
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