Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon McBrewer » 3. Nov 2010, 13:13

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Ziemlich verzweifelt sitzt Lea (Eleonora Giorgi) auf der Polizeiwache und bittet den zuständigen Kommissar (Tomas Milian) inständig, ihren Freund Luis (Max Delys) von einer großen Dummheit abzuhalten. Der will angeblich gemeinsam mit zwei Freunden (Stefano Patrizi und Benjamin Lev) und mit Spielzeugpistolen bewaffnet einen Raubüberfall verüben. Der Kommissar nimmt die Angelegenheit jedoch erst ernst nachdem der Überfall tatsächlich verübt wurde, sich die angeblichen Spielzeuge als echte Waffen entpuppen und das Trio auf seiner Flucht vor der Polizei eine nicht zu übersehende Blutspur hinterlässt...@ofdb.de


Originaltitel: Liberi armati pericolosi
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Romolo Guerrieri

Darsteller: Tomas Milian
Eleonora Giorgi
Stefano Patrizi
Benjamin Lev
Max Delys
Venantino Venantini
Salvatore Billa
Antonio Guidi
Diego Abatantuono
Luciano Baraghini
Ruggero Diella
Giorgio Locuratolo
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon untot » 10. Dez 2011, 19:20

Grandioser Streifen, weil er recht unvorhersehbar ist und das natürlich zur atemlosen Spannung beiträgt, auch wenn mich der eine von den drei Jugendlichen Joe glaub ich bis aufs Blut genervt hat, ich war richtig froh...
...als dieses unsägliche Arschloch nach einer gefühlten Unendlichkeit endlich ins Gras gebissen hat!! :nick:

Auch sonst hatten die Jugendlichen einen ziemlich hohen Nervfaktor, bis auf Blondie, der wirklich unberechenbar war und den eher stillen Luis.
Über Milian muss ich nix sagen, der ist eh eine Klasse für sich, so mimt er auch hier den Kommissar hervorragend.
Das Ende ist spitzenklasse!

8/10
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon dr. freudstein » 11. Okt 2013, 00:49

Der Film rockt die Hütte. Joe fand ich auch sehr nervig. Aber schon klasse, wie sie die Reichen verhöhnen, aber auch die unteren Schichten, die nur konsumgeil sind. Der Bande war alles egal, unmaskiert rauben sie Banken und Geschäfte aus, knallen ihre eigenen Freunde ab. Ein sehr gutes Tempo, wird zu keiner Zeit langweilig und sie führen die Cops an der Nase herum. Nur der Dialog zwischen dem Kommissar (Milian) und dem Vater ist schon reichlich merkwürdig. Hätte den Milian auch kaum erkannt.

8,5/10
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon Blap » 11. Okt 2013, 17:12

Mhhm ... Frau Milian geht sowieso immer. Besitze die US-DVD zu diesem Streifen, Kurzkommentar folgt demnächst.
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon reggie » 13. Okt 2013, 09:33

Drei Jungs aus behütetem Hause sagen sich eines Tages wir rauben jetzt ne Tanke aus... Warum auch immer genau erfährt man nich...
Die Freundin des einen Verpfeift die drei bei der Polizei, doch die kann den Überfall nicht verhindern, es gibt sogar tote! Nun ziehen die drei eine Blutspur durch Mailand...
So ganz schlau wird man dabei nicht, plötzlich heuert man noch drei Typen an die bei einem Waffenhändler unterschlupf suchten , man fragt sich ob dieser Waffenhändler sowas wie ein Auftraggeber ist, das bleibt aber unklar. Die anderen drei knallt man dann ab warum auch immer...
Als Kommissar ist Tomas Milian hinter den dreien her, immer nen sekündchen zu spät...
Naja der Film hat die Typischen Italo zutaten wie etwas Sleaze, Gewallt und Autoverfolgungsjagten in und um Mailand. Zu rabiat geht der Film aber nicht zu werke! Es wird halt jeder abgeknallt der in den Weg kommt, bei diesem Waffenhändler entdeckt man zwei Nackte mädels, klar das da die Ganze Meute drüber her fällt....
Leider hat der Film auch keine besondere Mukke zu bieten, selten kommt welche zum Einsatz und dann meist leise im Hintergrund. Teilweise auch nerviges gedudel...
So etwas wie Athmo in zusammenhang mit dem Score mag da nicht so recht aufkommen, erst in der Szene als man die Freundin Frei lässt und die sich auf dem Tanken Clo ausweint ist in diesen Punkten recht gelungen!
Scheisse war auch die Syncro des einen, gut schlecht war sie nicht aber halt nervig! Da der dauernd wie ein Wasserfall rumkrakelt hat, dumme sachen wie. " Hi Ha Ho, zwei Bullen sind KO" Usw.. War ich froh als der Typ das zeitliche gesegnet hat...
Die anderen Darsteller sind aber echt ok und der rest der teils ruppigen Syncro ist auch gelungen! Milian als Kommisar ist echt cool, ist aber eher ein Sesselpupser, denn ein Kommisar Eisen!
Spannung gewinnt der Film dadurch, das der eine anständige Kerl mit Freundin überhaupt nicht einverstanden ist mit dem Tun der anderen und man darauf wartet wann er über seinen Schatten springt und seinen Freunden zeigt wie der Hase läuft, ob er es jemals tut?
Jedenfalls nimmt der Film dann ein sehr dramatisches Ende , hätte mir doch so sehr ein Happy End gewünscht :lol:

Langweilig wird der Streifen nie, doch irgendwelche beweggründe der Jungen hätten den Film nicht geschadet! Und eben eine bessere Mukke! Hätte ein DiLeo selbst platz im Regiestuhl genommen wäre sicher auch etwas besseres bei rausgekommen!
Solider Film, aber kein überflieger hätte teilweise echt mehr passieren müssen!
7/10
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon Adalmar » 30. Nov 2013, 01:37

Hat mir sehr gut gefallen, der Film. Ich wollte schon schreiben: Der beste von di Leo außerhalb seiner Malavita-Trilogie, aber er hat hier ja gar nicht Regie geführt. Das extrem asoziale, kaltblütig-mörderische Verhalten der jungen Herren aus gutem Hause hat bei mir für starke moralische Verspannungen gesorgt und mich deren gerechtem Ende entgegenfiebern lassen. Eleonora Giorgi: einfach wunderbar, ihr melancholischer Blick, ihre Entfremdung von ihrem schwächlichen Freund. Eine starke Darstellerin für eine kraftvolle Figur. Grandios auch Milian, dem solche ernsten Rollen verdammt gut liegen. Ich finde ihn in solchen Parts besser als in seinen Witzereißer-Rollen.

Unbedingt empfehlenswert! Habe die US-DVD von Raro (RC 0, Ital./Engl. Ton, engl. UT) gesehen, die den Film zwar letterboxed, aber in anständiger Qualität enthält. Man kann auch auf 16:9 aufzoomen, ohne dass die Untertitel abgeschnitten werden - was leider nicht selbstverständlich ist!

reggie hat geschrieben:Drei Jungs aus behütetem Hause sagen sich eines Tages wir rauben jetzt ne Tanke aus... Warum auch immer genau erfährt man nich...

Einfach gelangweilt von ihrem behüteten Dasein.

So ganz schlau wird man dabei nicht, plötzlich heuert man noch drei Typen an die bei einem Waffenhändler unterschlupf suchten , man fragt sich ob dieser Waffenhändler sowas wie ein Auftraggeber ist, das bleibt aber unklar. Die anderen drei knallt man dann ab warum auch immer...

Fällt wohl unter "Mitwisser beseitigen", aber die haben auch einfach Spaß daran, Leute abzuknallen. So traurig das auch ist.

Scheisse war auch die Syncro des einen, gut schlecht war sie nicht aber halt nervig! Da der dauernd wie ein Wasserfall rumkrakelt hat, dumme sachen wie. " Hi Ha Ho, zwei Bullen sind KO" Usw.

Das ist in der italienischen Fassung allerdings genauso, der nervt extrem und man wünscht sich die Kugel für ihn.

Das fand ich allerdings die seltsamste Stelle am Film:
Er wird mir nichts, dir nichts wehrlos am Boden liegend von einem Polizeihund totgebissen - dabei hätte er theoretisch auch ein überlebendes Opfer sein können. Braves Hunderl :?


Langweilig wird der Streifen nie, doch irgendwelche beweggründe der Jungen hätten den Film nicht geschadet!

Wirkliche Beweggründe gibt es auch nicht - das ist ja das Erschreckende. Die wollen einfach etwas Action in ihr Leben bringen und es ist ihnen egal, wenn dafür reihenweise Leute draufgehen.

Hätte ein DiLeo selbst platz im Regiestuhl genommen wäre sicher auch etwas besseres bei rausgekommen!

Das weiß man nicht, bei di Leo ist auch nicht alles eitel Sonnenschein. Wenn ich da an den albernen "I padroni della città" ("Zwei Supertypen räumen auf") denke ...

hätte teilweise echt mehr passieren müssen!

Verstehe ich nicht, aus meiner Sicht gab es da keinen Leerlauf.
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon Die Kroete » 1. Dez 2013, 17:57

Huch, ein Milian-Film den ich noch gar nicht kenne. :o

Ich lese schon, da besteht für mich nachholbedarf! :nick:
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon Adalmar » 2. Dez 2013, 00:01

Eine längere Stellungnahme von mir mit Bildern gibt es hier.
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon reggie » 6. Dez 2013, 13:42

Adalmar hat geschrieben:
hätte teilweise echt mehr passieren müssen!

Verstehe ich nicht, aus meiner Sicht gab es da keinen Leerlauf.


Hast recht soviel Leerlauf ist da gar nicht, ist aber auch schon so lange her das ich nimmer genau weiß warum ich das so empfand...
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Re: Bewaffnet und gefährlich - Romolo Guerrieri

Beitragvon sergio petroni » 8. Dez 2013, 15:48

Drei junge Tunichtgute aus gutem Hause wollen Räuber und Gendarm spielen.
Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit schlagen sie zu, und schon bei dem
ersten Hindernis beginnt die kaltblütige Mordorgie der Drei. Vier Todesopfer
gibt es beim Überfall auf einen kleinen Laden zu beklagen. Auf der Fluchtfahrt
hagelt es dann Kommentare wie diesen von Joe: "Langweilig, niemand verfolgt uns."

Ich hätte mir da schon einen Dirty Harry zur Stelle gewünscht, der die
Sache auf seine Weise regelt. Aber dann wäre ja der Film schon zu Ende
gewesen. Und es gibt auch keinen Callahan, sondern einen mehr als ruhigen
und nachdenklichen Commissario (Tomas Milian).

Der Commissario bildet auch das Tribunal für die Eltern der Drei und
wirft ihnen mangelnde Erziehung vor, da sie offensichtlich das Materielle
(neueste Mode um ja nur nicht hinter anderen zurückzustehen)
vor moralische Leitlinien stellten.

Derweil spielen unsere drei Robin Hood, indem sie frisch erbeutete Geldscheine
auf einem Markt aus dem Autofenster werfen und so einen Aufruhr verursachen.
Den Marktbesuchern ist offensichtlich der Schein in der Hand auch näher
als die Frage nach dem "Woher".

Selbst waschechte Gangster haben ein wesentlich gefestigteres Moralverständnis
als die Hauptakteure. Sie wollen diesen "Mördern" und "Metzgern" keine falschen
Pässe ausstellen.

Bei mir kommt zu keiner Zeit auch nur der Hauch von Sympathie für die Drei auf.
Zur Identifikation taugen sie in keinster Weise. Auch der "Mitläufer" bzw. Fahrer,
dessen Rolle in dem Triumvirat vielleicht nähere Beleuchtung verdient hätte,
ist für mich ein Unsympath.
So wird der Zuschauer mit der Folge von brutalen Überfällen konfrontiert
ohne gefühlsmäßig "manipuliert" zu werden. Es steht der reine Akt der Gewalt,
der Niedertracht und des rücksichtslosen Vorgehens gegenüber Schwächeren
im Vordergrund und zu bewerten.

Für mich ist Guerrieris (Girolamis) Film eine einzige Anklage gegen die Auswüchse
eines (schon damals) um sich greifenden Raubtierkapitalismus und des damit
einhergehenden Verfalls von moralischen Werten.

Von mir gibt es 7,5/10

Nachtrag: Mir liegt die italienische raro-DVD aus dem Jahre 2013 vor. Diese hat entgegen
anderslautendem Backcover auch englischen Ton mit an Bord. Die englischen Untertitel
im Film sind andere (verbesserte!?) als in Filmausschnitten, die in der Dokumentation
"Ragazzi fuori" zu sehen sind.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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