Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Moderator: jogiwan

Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon jogiwan » 31. Jul 2010, 11:49

Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

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Originaltitel: Muttertag

Herstellungsland: Österreich / 1993

Regie: Harald Sicheritz

Darsteller: Alfred Dorfer, Roland Düringer, Andrea Händler, Eva Billisich, Reinhard Nowak, u.a.

Story:

Familie Neugebauer lebt in einem Wiener Gemeindebau und ist auf den ersten Blick eine durchschnittliche Familie. Doch der Schein trügt und hinter der Fassade der braven Mittelstandsfamilie tun sich Abgründe auf. Vater Neugebauer ist sexuell frustriert und stürzt sich am Pfarrgemeindeausflug in die Arme einer Freundin seiner Frau Gemahlin. Diese wiederum ist Kleptomanin und sehnt sich ebenfalls nach einer heißen, außerehelichen Erfahrung. Der Sohn der Familie ist hoffnungslos durchgeknallt und trachtet mit perfiden Erfindungen seiner Umgebung nach dem Leben, während der senile und etwas paranoide Opa ständig befürchtet in ein Heim gesteckt zu werden und deswegen seinen undankbaren Nachkommen ein für alle Mal eins auswischen möchte...
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon jogiwan » 31. Jul 2010, 11:55

Wenn es einen Streifen gibt, der das Pädikat "100 % Österreich" tragen sollte, dann gibt es wohl keinen passenderen Film als den 1993 enstandenen "Muttertag" von Harald Sicheritz. Basierend auf einem Kabarett-Stück der Truppe Schlabarett wird hier ein tiefschwarzes und zutiefst österreichisches Gag-Feuerwerk abgefeiert, dass man aus dem Staunen eigentlich gar nicht mehr rauskommt. Die fünf Hauptdarsteller sind in insgesamt 25 (!!!) unterschiedlichen Rollen zu sehen und nebenher ist wohl jeder halbwegs wichtige Schauspieler aus österreichischen Landen zu sehen. Sicherlich ist die herbe Geschichte sehr episodenhaft, der Dialekt gewöhnungsbedürftig und vieles wirkt nach 17 Jahren vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß - trotzdem ist der Film eigentlich ein Muss für jeden Fan von österreichischen Werken und hat mit seiner Kompromißlosigkeit und Witz sicherlich auch Filmemacher wie Ulrich Seidl maßgeblich beeinflusst. Hammer!
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon ugo-piazza » 8. Aug 2010, 21:32

Eine DVD mit dem Titel "Muttertag - Die härtere Komödie"? Ein neues Bootleg eines bekannten amerikanischen Films? Nein, es ist alles ganz anders.

Ein großer Gemeindebau in Wien, Muttertag steht vor der Tür und in der Familie Neugebauer ist die Stimmung nicht die allerbeste. Mutter Trude ist von den blöden Geschenken genervt und ist außerdem kleptoman, Vater Edwin hat die heiße Evelyn gevögelt, die nun aber nichts mit ihm zu tun haben will, da sie nun mit dem heißen Polizisten Gerry rummacht, Sohn Mischa bastelt noch an seinem Muttertagsgeschenk, einem elektrischen Küchenmesser, dass er manipuliert hat, damit Mama "sich elektrisiert, abrutscht und sich den Bauch aufschlitzt" und der Opa spendet die Postsparbücher "für die Tiere", nachdem Mischa versehentlich ausgeplaudert hat, dass er ins Heim abgeschoben werden soll.

Als bei der Enthüllung des diesjährigen Muttertagspräsentes für Trude (ein wahrlich grandioser Campingtisch...) Evelyn auftaucht, und dabei Edwins Seitensprung und Opas großzügige Spende aufgedeckt werden, eskaliert die Situation, was nicht nur für Meerschweinchen Willi und eine Nachbarin (sie hat sich das elektrische Küchenmesser geborgt...), sondern auch für Evelyn tödliche Folgen nach sich zieht...

Siehe auch

http://www.sicheritz.com/kino_i_muttertag.htm

http://badmovies.de/soap/client.php/Muttertag

http://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag_ ... m%C3%B6die (Achtung, Spoiler!)

Eine Punkrock-Version von Heintjes "Mama" gibt es zu hören, und auch ansonsten verbreitet der Film Freude, die allerdings etwas dadurch getrübt wird, dass man als norddeutscher Piefke doch ziemlich Probleme hat, den Weaner Dialekt zu verstehen.

Ein anderes Problem ist es, an den Film zu kommen. Es ist nämlich so: Als damals Hitler sein Heimatland "anschloß", erließ er ein "Gesetz zum Schutz des österreichischen filmischen Kulturguts", welches den Export österreichischer Filme in das Ausland untersagte. Das wurde natürlich nach dem zweiten Weltkrieg aufgehoben. 2000 wurde aber durch die Regierung Schüssel/Haider die Regelung modifiziert wieder eingeführt. Während also in Österreich SAW stapelweise in jeder Buchhandlung rumliegt und "Zombies unter Kannibalen" auf dem Grabbeltisch vorm Drogeriediscounter gefunden werden kann, ist der Vertrieb gesellschaftskritischer Filme nur eingeschränkt erlaubt (ähnlich der Indizierung in Deutschland). So muss sich jeder Käufer derartiger Filme namentlich registrieren lassen und der Export ist selbstredend unzulässig. Dankenswerterweise hat mir ein österreichischer Aktivist unter konspirativen Umständen eine Scheibe mit diesem subversiven Material zukommen lassen, wofür ich mich bedanken möchte.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon jogiwan » 18. Aug 2010, 14:03

Viva la resistance! :D
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon ugo-piazza » 17. Sep 2010, 17:43

Hallo!

Hab gerade deinen Beitrag zu "Muttertag" gelesen. Bist du dir ganz sicher,
dass das stimmt, wegen Vertrieb von Filmen mit gesellschaftskritischem
Inhalt in Österreich? Bin aus Österreich und mir wäre nie etwas in diese
Richtung aufgefallen. Bei jedem MediaMarkt, Saturn etc. bekommt man z.B.
"Muttertag", "Hundstage" oder "Funny Games" ohne weiteres. Auch bei Amazon
gibts den Film zu kaufen. Woher beziehst du deine Informationen, bzw.
andere Frage: gehört "Muttertag" wirklich zu dieser Sorte Film? Würde mich
wirklich interessieren, da für mich nie irgendein Hindernis vorhanden war,
irgendeinen Film zu erwerben.

Liebe Grüße,


:mrgreen:

Irgendwann wird Ironie kennzeichnungspflichtig, da bin ich mir ganz sicher.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon buxtebrawler » 17. Sep 2010, 18:01

:D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon mario-huber » 18. Sep 2010, 16:18

ugo-piazza hat geschrieben:
Hallo!

Hab gerade deinen Beitrag zu "Muttertag" gelesen. Bist du dir ganz sicher,
dass das stimmt, wegen Vertrieb von Filmen mit gesellschaftskritischem
Inhalt in Österreich? Bin aus Österreich und mir wäre nie etwas in diese
Richtung aufgefallen. Bei jedem MediaMarkt, Saturn etc. bekommt man z.B.
"Muttertag", "Hundstage" oder "Funny Games" ohne weiteres. Auch bei Amazon
gibts den Film zu kaufen. Woher beziehst du deine Informationen, bzw.
andere Frage: gehört "Muttertag" wirklich zu dieser Sorte Film? Würde mich
wirklich interessieren, da für mich nie irgendein Hindernis vorhanden war,
irgendeinen Film zu erwerben.

Liebe Grüße,


:mrgreen:

Irgendwann wird Ironie kennzeichnungspflichtig, da bin ich mir ganz sicher.


:roll:

Aha... ist wohl die selbe Sache, warum der österreichische Humor jenseits von Bayern nicht verstanden wird und niemand in Österreich versteht, was an Barth, Schmitz, Pocher und Co. lustig sein soll...

:D ... hast mich voll erwischt.
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon dr. freudstein » 18. Sep 2010, 19:30

Kurz und bündig:
:P

..und das vom ugo, der norddeutscheste unter den Norddeutschen :?
Im allgemeinen bestehen seine Konservationen aus "Jo", "Nee", "Nö", "doch" usw. :lol:
Nordish by nature halt!!
Mario Barth kann abdanken und seinen Weltrekord abgeben.
Der ugo geht auf Tournee nach Österreich :mrgreen:

Ihr habt ja auch schon mal einen Komiker ausgeschickt und wir durften den behalten.
Uppps.... :oops:
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon jogiwan » 18. Sep 2010, 20:31

Bild

:lol: :lol: :lol:
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Re: Muttertag - Harald Sicheritz (1993)

Beitragvon dr. freudstein » 18. Sep 2010, 20:45

:P
Ich mag ja keine Filme und irgendwie muss ich mich ja bemerkbar machen :oops:
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