Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfred

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Beitragvon dr. freudstein » 7. Mär 2012, 00:46

Adalmar hat geschrieben:Du hast schon recht, vielleicht könnte ein Moderator so nett sein und das ganze Thema irgendwohin verschieben?


Bin zwar kein Mod, aber ich opfere mich gerne 8-)

Filmliebhaber sind ja nicht unbedingt befreit von musikalischen Vorleiben, auch hier macht die Sammlerleidenschaft und das Nerdtum nicht halt :nixda:

Beründet hier also eure Leidenschaften gegenüber Musikstilen oder deren Ablehnung wie in einem Filnthread begonnen.Passende Videopostings zur Bekräftigung sind natürlich auch willkommen. Also alles, was sonst im bereits bestehendem Musikfred untergehen würde, der ja doch allgemein ausgelegt ist.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon dr. freudstein » 7. Mär 2012, 01:04

Es fing eigentlich ganz harmlos an. Mit einer Diskussion über die Vorzüge und Nachteile einer Epoche: 70er oder 80er, das ist hier die Frage. Vielleicht den Fredtitel abändern lassen?

Da waren wir schon mittendrin:
Adalmar hat geschrieben:
buxtebrawler hat geschrieben:Die 70er waren auch nicht besser mit ihren grässlichen Schlaghosen, Hippiefrisuren und -bärten, Plateauschuhen und dem ganzen Disco-Ranz :kotz:


Schlaghosen können auch heute noch sehr schick sein bei Leuten, denen sie stehen, 70er-Matten finde ich weitaus besser als diese Pudelfrisuren bzw. toupierten Haarhaufen der 80er, richtig groovende Discomusik weiß ich sehr zu schätzen und Plateauschuhe waren damals - glaube ich - nicht gar so häufig ... außer bei ABBA.

Und das Musikjahrzehnt des 20. Jahrhunderts waren die 70er für mich im Übrigen ohne jede Frage, allein die ganzen Prog-Rock-Bands ... nie wieder hat Rock eine derartige Kreativität erreicht. Leider kam dann irgendwann ein Modegag namens Punk und hat den Leuten weisgemacht, Geschrammel mit drei Akkorden sei "ehrlicher" ... :|


meine Drohung hielt den Adalmartschi nicht davon ab, weiter zu diskutieren
Adalmar hat geschrieben:
dr. freudstein hat geschrieben:Bis 10 zähle ich nur bei meiner Basi-Sammlung, die ich mitnehme, um mit Onkel Adi zu diskutieren.


Hinter meinem Schutzwall aus Hammondorgeln, Mellotrons und psychedelischen Pappmaché-Bühnenaufbauten findest du mich sowieso nicht. :kicher:

Es gibt dennoch auch ein paar Punkbands, die ich ganz gut finde (US-Sachen aus den 90ern).

Und jetzt (evtl.) wieder zu Désirée und ihrem Brotmesser.


doch unser Bux machte natürlich auch nicht halt (war auch nicht anders zu erwarten):
buxtebrawler hat geschrieben:
Schlaghosen und 70er-Matten sind scheußlich, egal bei welchem Träger und bei Prog-Rock schlafen mir nicht nur die Füße ein. Punk sei Dank kam Ende der 70er der Rock'n'Roll zurück in die Musikwelt 8-)

Aber davon einmal abgesehen hat jede Dekade ihre Scheußlichkeiten zu bieten, wirklich stilsicher waren zuletzt vermutlich die 50er. Umso interessanter ist es deshalb, was sich jeweils jenseits des Mainstreams und der angesagten Mode tat, was im Underground rumorte und wie man sich zeitgenössisch kritisch mit dem Zeitgeist auseinandersetzte, ihn durch Schaffen einer künstlerischen Ästhetik interpretierte oder auch seinerseits wiederum prägte - gerade natürlich im Bereich unserer geliebten Filme. Und um eine weitere Brücke zu schlagen, nämlich zurück zu "Der Fan", möchte ich diesen Film auch so verstanden wissen, wenngleich er selbstverständlich auch über einen hohen Nostalgiefaktor für diejenigen, die in 80ern aufgewachsen sind, verfügt und mich die "Rheingold"-Klänge durchaus positiv an interessante Elektro-/Synthiepop-Auswüchse erinnerten, die im Zuge des New-Wave-/NDW-Hypes entstanden.


und Onkel Adi wurde nun auch vom Offtopic Virus ergriffen:
Adalmar hat geschrieben:Pardon, meine Meinung zu dieser Anschauungsweise möchte ich lieber zurückhalten ... es würde zwangsläufig arrogant klingen. Zugutehalten muss man dem Prog jedenfalls, dass es eine der wenigen Phasen der populären Musik war, in denen wirklich musikalisches Können zählte und nicht Aussehen, Posen und Sprüche sowie kalkulierter Krawall, wie es dann beim Punk wieder üblich wurde.


doch da kannte er wohl unsern Bux nicht so genau, denn eine Reaktion unseres beamtischen Krawallbruder ließ nicht allzu lange auf sich warten:
buxtebrawler hat geschrieben:
Es würde vermutlich nicht nur arrogant klingen, sondern wäre sicherlich auch sachlich verkehrt. Dass beim Punk kein musikalisches Können vorhanden wäre, ist eine Legende, die nicht viel mit der Realität zu tun hat. Man darf Punk nicht auf die öffentlichkeitswirksam inszenierten Sex Pistols beschränken, wenngleich auch Steve Jones z.B. ein exzellenter Gitarrist und John Lydon ein begnadeter Entertainer ist. Punk entstand bereits vorher, gab es auch danach und gab der Musikwelt wertvolle, kreative neue Impulse. Die Komplexität des gespielten Materials und der Kompositionen sagt nichts über die Qualität der Musik aus, einfache Songstrukturen können sehr viel wichtiger sein als technisch anspruchsvolles Gefrickel, von dem nichts hängenbleibt. Wichtig ist, dass etwas herüberkommt, Energie, Emotionen, Leidenschaft. Und dafür ist eben weniger oft mehr, sind die am spontansten aus dem Bauch heraus eingezimmerten Songs effektiver als verkopfte, selbstgefällige "Kunst"projekte.


natürlich war das Thema noch nicht längst erledigt, aber lest selbst:
Adalmar hat geschrieben:
Energie, Emotionen, Leidenschaft assoziiere ich unmittelbar mit meinen bevorzugten Progbands - so wie du diese Dinge mit Punk assoziierst. Z. B. hör dir das Album "Red" von King Crimson oder "Still Life" von Van der Graaf Generator an und sag mir dann noch mal, dass da keine Emotionen sind. Peter Hammill von Van der Graaf Generator ist für mich vielleicht der emotionalste Sänger überhaupt. Der Unterschied ist die Komplexität der Kompositionen und die Versiertheit der Spieler, das hat nichts mit Selbstgefälligkeit zu tun. Fälschlicherweise wird Prog oft auf endlose Soli reduziert. Prog ist aber kein Jazz, wo tatsächlich lange Soli oft zu Technikdemonstrationen werden. Beispielsweise Genesis haben das komplett abgeschafft, da ab 1971 deren Alben komplett durchkomponiert und solistische Exzesse daher gar nicht möglich waren. Und auch wenn ein Musiker mal ein längeres Solo hat, neigen Prog-Musiker im Unterschied zu Typen wie Angus Young oder anderen Kasperles eher zu einer introvertierten Haltung. Ich will Punk gar nicht schlechtreden (abgesehen davon, dass ich absolut nichts mit den Politparolen vieler Deutschpunk-Bands anfangen kann), aber es stört mich, dass diese Musik bezogen auf ihre Entstehungszeit immer glorifiziert wird, indem Prog irgendwelche Defizite vorgeworfen werden, die höchstens aus der Außenperspektive vorhanden sind. Für wen Emotionalität im Konzert Mitgrölen mit der Bierdose in der Hand bedeutet, der wird natürlich mit Prog nicht glücklich.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon Adalmar » 7. Mär 2012, 01:23

Danke, dr. freudstein, dass du dir die Mühe gemacht hast. Das lässt mich fast darüber hinwegsehen, dass im Threadtitel der Punk doch auffällig exponiert erscheint ...

Ich habe übrigens einige Zeit, so gegen Ende meiner Schulzeit, übrigens ziemlich viel NOFX und Pennywise gehört. Auch von Bad Religion und Offspring hatte ich ein bisschen was. Zudem mag ich die Pogues sehr gerne, denen ja manchmal das Etikett "Folk-Punk" angeheftet wird. So viel zum "Pünk", wie der Holländer sagt :kicher:
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon dr. freudstein » 7. Mär 2012, 02:24

Vielleicht kann ich den Threadtitel ja noch abändern auf Epochen beziehend :engel:

Na ja, die von dir angesprochen "Punk" Bands zeugen für mich ja nicht wirklich von Punk :|
BAD RELIGION sah ich mal Live in der Fabrik, späte 80er und einige Alben von denen wie "Suffer" (die Initialzündung des melodischen Hardcores/Punk) mag ich bis heute. Quasi was RAMONES für Punk Rock waren (ein Song in immer ähnlichen Strukturen) waren BAD RELIGION wohl für den melodischen Hardcore (Melodic Core).

THE POGUES kamen in den 80ern schon gut an bei den Punks. In erster Linie begeisterten wir uns allerdings für den unglaublichen Whiskey Konsums des Sängers. Die Vorgängerband THE NIPS hingegen blieb lange unbeachtet, fand aber bei mir Einzug in die Vinylsammlung. Leider nicht ganz billig.

Ich begann meine "Karriere" ja 1984 mit THE METEORS, eine Psychobilly Band, die bis heute mich begleitet und geprägt hat(te). Aber auch mein erstes Punktape mit ANGRY SAMOANS "Back from Samoa", Soundtracks zum Untergang Vol. 1 (zensiert) oder DIE TOTEN HOSEN "Opel Gang" waren die Initiatalzündung für weitere Schandtaten.

Die 80er waren für mich allerdings Mitte der 80er beendet, ich besorgte mir lieber Alben von SLIME, DEAD KENNEDYS etc. und begann dann mich mehr für den Speed und Trash Metal zu begeistern wie SODOM, SLAYER etc., die für mich iwie noch den Punk Spirit transportierten. Eher noch als alteingeseßene Punkbands oder Oi! Bands, die sich in langweiligen Rockalben wiederfanden. Heute höre ich auch gerne 60 Garage und Trash, die ich keineswegs als minimalistisch betrachte, sondern als deren Ursprung.

Auch wenn Punk oft als minimalistisch und hetzerisch verklärt wird, so denke ich, daß sinnvolle Botschaften oft auf dem D.I.Y. Prinzip transportiert wurden ohne einem Plattenvertrag hinter zu jagen und sich somit der Platteninustrie hinzugeben oder gar zu unterwerfen. Dieses trifft leider nicht auf jede Band zu, aber im Konsens doch zu unterstreichen.

Filmtechnisch gesehen kann ich den 70ern auch mehr abgewinnen, waren die 80er doch sehr von Abklatschen regiert und eine Kopie von einer Kopie folgte der nächsten. Die Discoszenen (auch im Film beheimatet) waren unerträglich und die "Mode" wie Vokuhilas und Oberlippenspoiler allgegenwärtig. Die Liebe zum Detail fand sich wohl eher in den 70ern wieder. Die 80er unterwarfen sich mehr dem Popart des Jahrzehnts und die Liebe für Genrefilme ging verloren. Auch dem Diktat der Zensur unterwarf man sich mehr und mehr. Es zählte nur noch ein schnelles Abdrehen eines Sequels und dessen Vermarktung, sprich schnelles Geld an der Kinokasse.Auch bei den Aushangfotos zeigte sich das, immer billigeres Material wurde auf den Markt gebracht. Auf dünnstem A4 Abreißbogen wurden diese veröffentlicht.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon Adalmar » 7. Mär 2012, 09:33

dr. freudstein hat geschrieben:Na ja, die von dir angesprochen "Punk" Bands zeugen für mich ja nicht wirklich von Punk :|


Das habe ich mir schon gedacht. Die Bands haben mir damals einfach Spaß gemacht, ich habe mich ja nie mit Punk irgendwie identifiziert, passt zu mir als Person auch überhaupt nicht.

THE POGUES kamen in den 80ern schon gut an bei den Punks. In erster Linie begeisterten wir uns allerdings für den unglaublichen Whiskey Konsums des Sängers. Die Vorgängerband THE NIPS hingegen blieb lange unbeachtet, fand aber bei mir Einzug in die Vinylsammlung. Leider nicht ganz billig.


Sagt mir leider nichts, bei den Pogues haben mich auch vor allem immer die Irish-Folk-Anteile interessiert.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon Arkadin » 7. Mär 2012, 11:41

Um auch mal meine Meinung in den Ring zu werfen.

Früher - insbesondere in meinen "Metal Years" - habe ich nur ein Genre gehört und fand alles andere Mist. Heute ärgere ich mich über diese bornierte Einstellung, denn daduch habe ich in den 80ern so einiges verpaßt (Smiths z.B.).

Generell habe ich häufig das Gefühl, dass es Leute gibt, die sich Musik-Fans nennen, aber in Wahrheit nur Fans eines bestimmten Stils (und der dazugehörigen Lebenseinstellung) sind. Ich habe mich schon vor Jahren davon verabschiedet, mir Scheuklappen aufzusetzen und nur auf einer Schiene zu fahren.

Klar gibt es Genres, die mich weniger ansprechen - aber die würde ich nicht pauschal verurteilen und einmal reingehört haben sollte man, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Am Schlimmsten finde ich es, wenn jemand sagt: "Das und das mag ich nicht", es aber gar nicht kennt und vielleicht nur blöd findet, weil er meint, es aufgrund seiner musikalischen Vorliebe blöd finden zu müssen.

Ich unterscheide Musik mittlerweile nur noch nach zwei Kriterien: Ist mit Herz und Verstand gemacht oder ist lieblos und auf größtmögliche kommerzielle Auswertbarkeit zusammen gestückelt worden. Aber wenn jemand für seine Musik lebt und sich ihr voll und ganz hingibt, ist das okay für mich und derjenige hat meinen vollster Respekt... selbst wenn er Volksmusik oder Schlager macht (zwei Gattungen, die mir nicht zusagen).

Von daher: Keine Musikrichtung ist "besser" als die andere. Die eine spricht mich vielleicht mehr an, aber darum ist die andere nicht "schlechter". Mitterweile höre ich neben Punk und Psychobilly auch Indie, gerne gut gemachten Pop und seit zwei Jahren vor allen Dingen Klassik. Selbst mit dem von mir früher nie wirklich gemochten Jazz habe ich meinen Frieden gemacht (nicht mit allen Stilrichtungen, aber z.B. Krystof Komeda höre ich sehr gerne). Ja, sogar Country habe ich - dank Johnny Cash - mitterweile in meiner Sammlung. Und ich freue mich immer, wenn ich etwas neues, spannendes entdecken kann.

Ach, ja. Man kann in meinem Geschreibsel das Wort Musik auch durch Film ersetzen :ugeek:
Früher war mehr Lametta
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon buxtebrawler » 7. Mär 2012, 12:13

Danke, freudschi :D

Adalmar hat geschrieben:Energie, Emotionen, Leidenschaft assoziiere ich unmittelbar mit meinen bevorzugten Progbands - so wie du diese Dinge mit Punk assoziierst. Z. B. hör dir das Album "Red" von King Crimson oder "Still Life" von Van der Graaf Generator an und sag mir dann noch mal, dass da keine Emotionen sind. Peter Hammill von Van der Graaf Generator ist für mich vielleicht der emotionalste Sänger überhaupt. Der Unterschied ist die Komplexität der Kompositionen und die Versiertheit der Spieler, das hat nichts mit Selbstgefälligkeit zu tun. Fälschlicherweise wird Prog oft auf endlose Soli reduziert. Prog ist aber kein Jazz, wo tatsächlich lange Soli oft zu Technikdemonstrationen werden. Beispielsweise Genesis haben das komplett abgeschafft, da ab 1971 deren Alben komplett durchkomponiert und solistische Exzesse daher gar nicht möglich waren. Und auch wenn ein Musiker mal ein längeres Solo hat, neigen Prog-Musiker im Unterschied zu Typen wie Angus Young oder anderen Kasperles eher zu einer introvertierten Haltung. Ich will Punk gar nicht schlechtreden (abgesehen davon, dass ich absolut nichts mit den Politparolen vieler Deutschpunk-Bands anfangen kann), aber es stört mich, dass diese Musik bezogen auf ihre Entstehungszeit immer glorifiziert wird, indem Prog irgendwelche Defizite vorgeworfen werden, die höchstens aus der Außenperspektive vorhanden sind. Für wen Emotionalität im Konzert Mitgrölen mit der Bierdose in der Hand bedeutet, der wird natürlich mit Prog nicht glücklich.


"Introvertierte Haltung", das haste schön gesagt :lol:
Ich bevorzuge extrovertierte Musik und bei einem Konzert mit 'nem Bier in der Hand mitzugrölen, bedeutet für mich großes Glück. Technisch Anspruchsvolleres höre ich lieber im Metal-Bereich.

"Deutschpunk" gilt in weiten Teilen der Punkszene übrigens als Schimpfwort und auch ich mag dieses nichtssagende Wort nicht und verwende stattdessen lieber Begriffe wie "deutschsprachiger Punkrock / Hardcore / whatever". Punk/Hardcore ist ein ganz weites Feld mit x verschiedenen Spielarten und in allen gibt es Gutes und Schlechtes. Mit NOFX, Bad Religion und Pennywise hast du melodischen Hardcore gehört, der einem breiten Publikum zugänglicher und damit massenkompatibler war als aggressiveres Zeug, vielen aber als "Einstiegsdroge" diente. Mir war das früher nicht hart genug, mittlerweile mag ich NOFX aber sehr und hab quasi alles von denen. Klar, The Pogues sind klasse, höre ich auch in schöner Regelmäßigkeit.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon dr. freudstein » 7. Mär 2012, 12:38

@Arkschy: Du hast leider recht damit, den meisten ist das Äußere viel wichtiger. Das Pflegen von Etiketten, eigentlich genau das, wogegen sich die sog. Subkulturen auflehnen wollten. Natürlich gehört ein gewisser Stil eigentlich mit dazu. Als Psychobilly trage ich gerne Creepers, Drapes, Leoklamotten etc., aber ich stelle mir das nach meinem eigenem Geschmack zusammen und trage auch mal punkmässige Klamotten oder sonstwas. Da Psychobilly eine Mischung aus Rockabilly und Punk ist, sollte das auch kein Problem sein. Wenn meine Leute zu einem Konzi gehen, verbringen sie aber viele Stunden damit, was zieh ich an und oh Gott, meine Haare :angst: Da gehts also einigen mehr danach, sich zu zeigen als ein gutes Konzi zu besuchen. Wenn ich mich mal nicht gestylt habe oder in einfacher Montur, wird die ganze Zeit rumgenörgelt :roll: Die Teds sind da noch extremer. Die schreiben einen tatsächlich vor, wie man wirklich stilecht rumzulaufen hat und aufm Konzi oder ähnlichem, sind sie die meiste Zeit mit Kämmen beschäftigt, wie eine Manie. Genauso höre ich fast alles, was für mich iwie interessant ist und habe keine Scheuklappen.

Meine Musiksammlung ist zwar geprägt von Punk und Psychobilly, aber ich habe auch Country, Blues, sehr viel Folk aus aller Herren Länder (Jiddisch Folk höre ich sehr gerne) und auch stapelweise 80er Metal. Ganz begrenzt habe ich auch Hip Hop, zumeist aber linken. Im Punkbereich sammle ich aber auch nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern auch vieles aus sog. "exotischen" Ländern, wie Madagaskar, Iran, Thailand, Korea (Süd natürlich), Albanien, Indien, Nepal, Georgien usw. gibt echt unglaubliches zu entdecken und auch zu hören, da sie oft folkloristische Einflüße ihrer Heimat mit einbringen.

Zurück zur Etikettierungsfrage: Wie sangen schon SLIME in ihrem Song "Pseudo". Wer war der erste und sind wir alle nicht nur Kopien von einer Kopie, wenn man sich alles nur abguckt. Ganz gleich welchen Stil man mag, man sollte sich auch eigene Gedanken machen und grad Punk ist mehr als nur Musik und klamotten und daher ein Iro etc. nicht wirklcih zwingend. So schwimmt man auch nur mit dem Strom und hält sich an Regeln fest und die Szenepolizei überwacht das alles. Macht für mich dann auch keinen Unterschied zur üblichen Gesellschaft, der man eigentlich den Finger zeigen wollte.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon dr. freudstein » 7. Mär 2012, 12:41

Ach so, hat mal jemand mal ein geiles Bild für den Eröffnungspost? Bei mir dauert das im Moment so lange :(
Wie gesagt, es geht ja hier nicht nur um Punk, sondern vielmehr allgemein darum, warum man zu seinem Stil gefunden hat.
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Re: Punk & andere musikalische Vorlieben - der Diskussionsfr

Beitragvon buxtebrawler » 7. Mär 2012, 12:43

@freudschi: Exakt so sieht's aus! :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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