Musik auf Italienisch

Moderator: jogiwan

Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon jogiwan » 17. Jan 2017, 17:57

ein bissl modernen Easy Listening:

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Montefiori Cocktail - Converzatione

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Waldeck - Shala-Lala (feat. Heidi)

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Montefiori Cocktail - Sunny

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Papik - Parole, Parole (Mina-Cover)
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon Canisius » 17. Jan 2017, 23:54

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There's a skeleton dancin' in my mind
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Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon Salvatore Baccaro » 20. Jan 2017, 19:25

Nun also auch meine fünf, sechs Cent zu diesem interessanten Thema…

Ich bin ja, zumindest vielleicht dreißig Tage im Jahr, ein großer Freund der italienischen Oper vom Barock bis ins neunzehnte Jahrhundert, weshalb zu meinem Standardrepertoire von Musik in italienischer Sprache zwangsläufig solche Gestalten wie Monteverdi oder Rossini gehören. Anbei von jedem der beiden mein jeweils liebstes Stück:

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Interessanterweise – irgendwie ist mir das jetzt erst klargeworden – stammen meine drei liebsten italienischen Pop-Alben (wobei ich Pop natürlich im denkbar weitesten Sinne verstanden wissen möchte) aus der ersten Hälfte der 70er Jahre (und haben dadurch allesamt personelle oder stilistische Überschneidungen mit dem Progressive Rock, dem ich natürlich auch sehr zugetan bin.) Es sind:

Lucio Battistis ANIMA LATINA von 1974 – ein Album, bei dem man es wirklich fertiggebracht hat, Luft hörbar zu machen. Battisti kennt man ja vielleicht eher für den einen oder anderen Hitparaden-Schlager – mitunter hat er diese ja auch auf Deutsch intoniert -, und tatsächlich steht „Anima Latina“ ziemlich singulär in seinem Gesamtoeuvre. Das gesamte Album klingt sehr sphärig, sehr wattig, sehr mild, ist zugleich aber auch in einer Weise opulent, dass es schon gar nicht mehr Gefahr läuft, irgendwie überorchestriert zu wirken.

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Ebenfalls eher bekannt für flotte Disco-Nummern und Grand-Prix-Auftritte ist Alan Sorrenti, der aber mit seinem Debut ARIA 1972 ein Werk vorgelegt hat, das – wie ich schon in meinem Bekanntenkreis feststellen durfte – für den einen oder anderen schon eine gewisse Geduldsprobe darstellen dürfte. Während die Musik relativ ungezwungen in verschiedenen Stilen wie Folk, Progressive Rock, Jazz wildert, ist es wohl vor allem Sorrentis Stimmchen, was dem Album sein Alleinstellungsmerkmal verschafft. Sorrenti fängt da an, wo Tim Buckley seinerzeit aufgehört hat, und winselt, schreit, stöhnt, meckert sogar wie eine Ziege, dass es zumindest für mich nach all den Jahren eine wahre Freude ist.

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Auch der dritte Herr im Bunde konnte in den späten 70ern, frühen 80ern durch Pop-Hits zu Starruhm aufsteigen, und hat zuvor bereits eine Reihe von Alben herausgebracht, die wahlweise aus collagehaftem Progressive Rock, früherer Elektronik im Stil der Berliner Schule oder minimalistischen Klavierkompositionen bestehen, bei denen über zwanzig Minuten lang nur ein einziger Ton gespielt wird. Die Rede ist von Franco Battiato, dessen Hauptwerk für mich nach wie vor SULLE CORDE DI ARIES von 1973 darstellt, eine völlig einzigartige Mischung aus, auf der einen Seite, entrückter Elektronik und, andererseits, akustisch-pastoralen Sounds. Trotzdem liebe ich auch seine späteren Pop-Stücke mit ihren Dada-Texten und Musikvideos, die schon ziemlich deutlich machen, wie ernst es Battiato damals um eine Hitparaden-Karriere gewesen ist.

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Dies wäre es erstmal von meiner Seite. Falls mir noch etwas einfällt, melde ich mich… ;-)
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Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon Salvatore Baccaro » 24. Jan 2017, 20:59

Natürlich sind mir inzwischen noch die einen oder anderen Favoriten eingefallen... ;-)

Juri Camisasca zum Beispiel - wie konnte ich ihn nur vergessen?! -, einen (musikalischen) Weggefährten Franco Battiatos, der, bevor er zu den Benediktinern ins Kloster ging und, noch später, in die Einsiedelei, der Welt mit "La finestra dentro" 1974 ein außerordentlich verschrobenes Singer/Songwriter-Album schenkte, auf dem er, ähnlich wie seinerzeit Alan Sorrenti, seiner Stimme alles abverlangt - bis hin zum Meckern einer Ziege, das man auf meinem liebsten Songs der Sammlung, "Un Galantuomo", hören kann:

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Ähnlich verschroben gingen die Männer und Frauen um Ain Soph vor, als sie ab 1984 damit begannen, Alben ohne Namen und weiterführende Informationen zu veröffentlichen, auf denen stets nur ein einziges überlanges Ritual-Ambient-Stück für transgressive Meditationsübungen zu hören ist. Konkreter wurde es erst 1986 mit "Ars Regia", an dessen Artwork man die mannigfaltigen esoterischen Einflüsse des Kollektivs ablesen kann - von der jüdischen Kabbala über den Traditionalismus eines René Guenon bis hin zu dessen politischem Ableger Julius Evola. Aurora von 1992 bedeutet einen ästhetischen wie musikalischen Bruch in der Diskographie. Das Cover zeigt eine Statue Arno Brekers, auf der CD selbst ist, erneut, das Konterfei Evolas zu sein - musikalisch/textlich zitiert man The Doors, Guillaume Apollinaire, Ray Charles und Chris Isaak. Insgesamt klingt das Ganze, als würden Leonard Cohen, Fabrizio De André, Douglas Pearce und Paolo Conte gemeinsam in einer Vaudeville-Bar der 30er trinken und musizieren.

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Überhaupt, Fabrizio De André. Ihn den italienischen Leonard Cohen zu nennen, schien mir nie besonders verkehrt. Melancholisch-besonnene Songs, intoniert von einer tiefen, zugleich maskulinen und zerbrechlichen Stimme, die von hübschem Frauengesang begleitet wird, gibt es vor allem auf dem sensationellen Album " Non al denaro non all'amore nè al cielo" von 1971 eine halbe Stunde lang zu hören.

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Eine einprägsame Stimme hatte auch Alessandro Moreschi - was aber bei ihm daran liegt, dass man ihn als Kind kastriert hat, damit er im Chor der Sixtinischen Kapelle singen kann. 1902 entstehen mit dem inzwischen weit über fünfzig Jahre alten sogenannten "letzten Kastraten" die einzigen bekannten Aufnahmen, die überhaupt jemals von einem Kastratensänger gemacht worden sind. Das Best-Of aus Moreschis Repertoire ist irgendwie beides zugleich - Anklage einer unmenschlichen Praxis zur Generierung von ästhetischem Genuss und ein akustischer Einblick in eine durch den gesellschaftlichen Fortschritt wohl unwiederbringlich vergangene Klangwelt. Man mag sich kaum vorstellen, wie sich Moreschi und seine Schicksalsgenossen tatsächlich in der Sixtinschen Kapelle angehört haben müssen.

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Zuletzt noch etwas zum Schmunzeln: Das ist zwar nicht mein liebster Popsongs von Battiato, aber vielleicht das Musikvideo, das mir bislang die meisten Bauchkrämpfe beschert hat - vor Lachen.

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Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon Salvatore Baccaro » 28. Jan 2017, 19:58

Noch tiefer in meinem Gedächtnis habe ich noch ein paar weitere obskure Perlen entdeckt:

Nicola Manzan aus - wer hätte das gedacht? - Bologna fährt - zumindest in seinem einzigen mir bekannten Album, dem Debut "Il nuovissimo mondo" von 2005 - folgendes Konzept: Sprach- und Sound-Samples aus italienischen Genre-Filmen der 60er und 70er (v.a. "Mondo Cane" plündert er oft, aber auch diverse Gialli und Hexenhorrorstreifen) werden mit brachialem Cybergrind - sprich: wüstem Gitarrengeschmetter und harten Elektro-Beats - untermalt, kontrastiert, kommentiert, was auch immer. Das Ergebnis ist, sagen wir, immerhin speziell:

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Speziell sind/waren auch Jacula aus Milano, die offenbar vor allem deshalb "bekannt" geworden sind, weil sie in den 90ern anfingen, sich selbst als Pioniere von sämtlichen modernen "düsteren" Musik-Stilen wie Metal, Industrial, Ritual Ambient etc. hochzustilisieren, und seinerzeit Alben/Songs aus dem Hut zauberten, die hörbar sicher nicht, wie behauptet wurde, aus den späten 60ern, sondern frühestens aus den 1990er Jahren stammen. Tatsächlich 1972 erschienen wird "Tardo Pedie in Magiam Versus" sein - ein irgendwie faszinierendes Machwerk, bei dem Kirchenorgeln, liturgische Phrasen und deklamativer Frauengesang dominieren. Irgendwie mag ich das:

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Aus Jacula wird dann Mitte der 70er, personell weitgehend identisch, Antonius Rex, und mit dem neuen Namen tendiert man dann auch in eine weitaus "poppigere" Richtung. "Ralefun" von 1978 ist hierbei ein ganz süßer Mix aus pseudo-okkultem Mummenschanz früherer Alben und eingängigen Melodien, die ich mir, wie im Falle von "Agonia per un amore", auch durchaus in einem Giallo von, sagen wir, Massimo Dallamano vorstellen könnte:

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Wie ein guter Wein ist mir erst mit der Zeit die liturgische Renaissance-Musik des Giovanni Pierluigi de Palestrina ans Herz gewachsen. Im Musik-LK damals zu Tode gelangweilt und lieber unter der Bank Cocteau gelesen, kann ich in seinen Vokalwerken inzwischen, nach mehreren Kloster-Aufenthalten, durchaus einen nicht zu unterschätzenden ästhetischen Genuss finden:

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Mauro Pagani, vormals Mitglied der Progressive-Formation "Premiata Forneria Marconi" - deren zweites Album ziemlich HUGE! ist - hat mit seinem Solo-Debut 1978, gemeinsam mit wechselnden Gast-Musikern und -Sängern ein Werk geschaffen, das für mich wie ein Amalgam der nahezu kompletten meditteranen Musik-Tradition wirkt. Da trifft der Nahe Osten auf italienische Folklore, und Dialekt-Gesang auf exzessives Violin-Spiel, und bei "Argiento" trifft mein Herz auf einen schönen Pfeil:

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Re: Musik auf Italienisch

Beitragvon Salvatore Baccaro » 7. Feb 2017, 14:09

Neue Runde, neues Glück... ;-)

Zu meinen liebsten (nicht nur italienischen) Eröffnungstrack aller Zeiten muss wohl sicherlich das Stück "Principe di un giorno" des 1976 erschienen, gleichnamigen und einzigen Albums der Band Celeste aus Sanremo gezählt werden. Falls es eine akustische Illustration zu dem englischen Adjektiv "mellow" gibt, dann dürfte sie nicht weit entfernt von diesem einfach nur Wohlklang versprühenden Song und Album sein, das annähernd vielleicht an die Mellotron-Orgien der frühen King Crimson oder die pastoraleren Kompositionen der Peter-Gabriel-Genesis erinnert, aber doch seinen ganz eigenen, unglaublich warmen, milden Stil findet:

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"Rose Rovine e Amanti" sind eine römische Neofolk-Band um einen gewissen Damiano Mercuri, die in ihren schlechtesten Momenten Alben und Stücke abliefert, die ich mir kaum anhören kann - vor allem das bislang letzte Werk "Giorni di Splendore e Sole" habe ich musikalisch wie inhaltlich als besonders pathetisch und kitschig in Erinnerung. Mancher Song - wie die unten zu hörende eigenwillige Bearbeitung des berühmten Büchner-Dramas "Woyzeck" - ist dann aber doch so etwas wie ein Kleinod im Mittelmaß:

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"CCCP Fedeli alla linea" scheinen die berühmt-berüchtigste (Post-)Punk-Band des Italiens der 80er zu sein. Ich selbst kenne nur deren Debut von 1986, dessen Namen so lang ist, dass ich ihn gar nicht tippen mag. Recht gekonnt wird da zwischen tanzbarer Musik und (links-)politischer Agitation laviert, dass es gerade den Punk-Hörern im Forum, denke ich mal, durchaus die Ohren schmeicheln könnte:

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Vielleicht liegt es daran, dass es das erste Album von "Le Orme" war, das ich überhaupt jemals gehört/besessen habe, aber meinem Herzen liegt in diesem an Großtaten so reichen Oeuvre wohl doch noch immer "Piccola rapsodia dell'ape" am nächsten, das mit seinem besinnlichen Folk exakt an der Schnittstelle zwischen den vergangenen Progressive-Rock-Meisterwerken der Band wie "Felona e Sorona" (1973) und dem heraufdämmernden 80er Synthie-Pop ab "Venerdi" (1982) steht. "La Mia Sposa Bianca" ist dabei ein besonders schönes Stück akustischer Musik:

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Puh, dass mir Claudio Rocchi nicht früher eingefallen ist, das verstehe, wer will. Rocchi ist, ähnlich wie Battiato oder Sorrenti, ein Singer/Songwriter, der sich in seinem Frühwerk immer wieder gerne ziemlich weit in die Gefilde des Progressiven Rock hineinlehnt, später dann reine Experimentalmusik macht - siehe vor allem seine unglaubliche Sammlung an Elektronik-Fragmenten "Sunoi di frontiera" (1975) -, und irgendwann abgleitet in Disco-Pop und dergleichen. Als sein Meisterwerk gilt "Volo magico N.1" von 1971, und ja, sein "Giusto Amore" ist, wie soll ich sagen?, im besten Wortsinne "erhebend":

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