Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Moderator: jogiwan

Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 19. Apr 2017, 15:25

buxtebrawler hat geschrieben:„D.I.S.C.O.“

Ottawan oder Slime?

Tönt nach was für mich, vlt. kommen die ja mal her!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 19. Apr 2017, 15:33

karlAbundzu hat geschrieben:Ottawan oder Slime?


Ottawan, auch wenn mir Slime lieber gewesen wäre ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 26. Apr 2017, 16:05

21.04.2017, Rote Flora, Hamburg:
ASIMATRIX + 1323 + EAT THE BITCH


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Noch ‘ne Soli-Nummer für G20-kritische Aktionen, diesmal in der Roten Flora – und ausgerechnet an einem Freitag, an dem sich Hamburgs Konzertveranstalter wieder einmal selbst überschlugen und in fast jeder Location musikalisch Hochkarätiges boten. Ich nahm dennoch die Gelegenheit wahr, nach einer halben Ewigkeit mal wieder die Flora aufzusuchen, die gut daran tat, das Konzert in den „kleinen Saal“ statt auf die große Bühne zu legen. War einfach muggeliger.

Stand anfangs noch zu befürchten, dass sich lediglich ein versprengter Haufen zusammenfinden würde, bot sich erfreulicherweise ein anderes Bild, als EAT THE BITCH einmal mehr unter Beweis stellten, weshalb sie zum geilsten Scheiß zählen, den der lokale HC-Punk-Untergrund derzeit zu bieten hat: Jonas Stimme geht durch Mark und Bein wie ein frisch gewetztes Messer durch sonnengeweichte Butter. Die Songstrukturen bedienen sich ebenso im hektischen Pogo-Punk wie im wuchtigen Hardcore und bündeln die Aggression zu durchdringenden Geschossen, die auf eine kalte, lebensfeindliche urbane Umwelt zielen, wie die deutschsprachigen Texte stilsicher belegen. Ob „Armutszeugnis“, „Fressen & Kotzen, „Das Getriebe“, „Spiel mir das Lied vom Krieg“ oder wie sie alle heißen, die Songs sind ideale Ventile, um Wut, Frust und Enttäuschung zu kanalisieren. Noch unveröffentlichtes Material reihte sich perfekt ein und die Band macht einen immer souveräneren und tighteren Eindruck. Den halligen Klang des Raums hatte der Mischer zudem gut im Griff und mischte EAT THE BITCH einen differenzierten, harten Sound.

1323 kannte ich bisher lediglich von Ankündigungen von mir nichtbesuchter Konzerte und erwartete schrammeligen Parolen-Punk o.ä., womit ich jedoch schön daneben lag: Die Hamburger zocken einen astreinen Uptempo-Stiefel zwischen HC-Punk, dem, was man heutzutage gern als Deutschpunk bezeichnet und hymnischem, chorlastigem Zeug, das an Street-/Oi!-Punk erinnert. Inhaltlich geht’s gegen Autoritäten, Kapitalismus, Zwänge – und um Fußball. Die Becken waren ohrenscheinlich auf extraschepperig geschraubt, die raue Stimme des Sängers lag gut in der Spur und die satten Chöre saßen. Folgerichtig tauten die Anwesenden immer weiter auf und lieferten zunehmend Tanzeinlagen (und Ähnliches) vor der (nicht vorhandenen) Bühne. Schön dreckiger, ehrlicher Punk vonne Straße zwischen Rambazamba, Rebellion, Radikalität – und Fußball.

ASIMATRIX hatten dann relativ leichtes Spiel mit der aufgeheizten, sich in bester Stimmung wogenden Masse. Glücklicherweise war Klampfer Lars nach krankheitsbedingter Pause wieder fit – so fit, dass er nicht viel auf die Empfehlung gab, besser noch nicht wieder mitzusingen und sich kurzerhand das eigentlich ersatzweise vor Bassist Tobi aufgebaute Mikrophon schnappte, um Sängerin Juli wieder tatkräftig mit infernalem Gebrüll zu unterstützen. Live kommt die eigenwillige Mischung aus giftigem Hardcore-Punk und anarchischem Ska-Core noch wesentlich brutaler und ungestümer rüber als auf der Debüt-LP, wobei sie mir diesmal allgemein noch ‘ne Ecke härter als zuletzt vorkam, was aber auch mit dem speziellen Klang in der Flora zusammengehangen haben könnte. Abgesehen davon, dass Julis Gesang anfänglich zu leise war, hatte der Mischer auch hier das Optimum herausgekitzelt. Textlich wird sich in guter No-Bullshit-Punk-Tradition über die Gesellschaft und ihre degenerativen Erscheinungen ausgekotzt, was Sound, Artwork etc. in ein angemessen düsteres Szenario betten. Auch dieser Auftritt geriet zur Party und spätestens jetzt ärgerte ich mich, aufgrund meines frisch tätowierten Tanzbeins selbiges nicht schwingen zu können. Nachdem man das Set durchgezockt hatte, wurden lautstark Zugaben gefordert und von der unheimlich spielfreudigen Band in Form von Wiederholungen geliefert, bevor ich die anschließende Drum-and-Bass-Party ignorierte und mich abseilte. Von drei ASIMATRIX-Gigs, denen ich bisher beiwohnte, war dieser der beste und die Band wirkte ebenfalls sichtlich erfreut.

Ein verdammt geiler Konzertabend also, der, obwohl kurzfristig anberaumt und starker Konkurrenz ausgesetzt, für alle ein Erfolg gewesen sein dürfte und hoffentlich den einen oder anderen Soli-Taler eingespielt hat, der benötigt wird, wenn die Wut auf die Straße getragen und unmissverständlich deutlich gemacht wird, was man von der Politik, den Vorstellungen von „Globalisierung“ und den Kriegen der G-20-Gipfelteilnehmer sowie ihrer arroganten, dekadenten und zynischen Machtdemonstration in Form ihrer Hamburger Zusammenkunft hält.

Den Wunsch der Roten Flora, keine Foto- oder Videoaufnahmen im Gebäude anzufertigen, habe ich respektiert, weshalb du diesmal auf meine verwackelten, unscharfen Schnappschüsse verzichten musst, liebes Tagebuch...
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Arkadin » 26. Apr 2017, 16:47

buxtebrawler hat geschrieben:Den Wunsch der Roten Flora, keine Foto- oder Videoaufnahmen im Gebäude anzufertigen, habe ich respektiert, weshalb du diesmal auf meine verwackelten, unscharfen Schnappschüsse verzichten musst, liebes Tagebuch...


Wieso? Also, wieso wollen die das nicht?
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 27. Apr 2017, 10:06

Arkadin hat geschrieben:Wieso? Also, wieso wollen die das nicht?


Genau weiß ich's nicht. Ist aber häufiger so, dass gerade in Läden mit dem Status "besetzt" oder solchen, die sich als politisch verstehen, wildes Herumfotografieren nicht sonderlich gern gesehen ist. I.d.R. geht's darum, die Besucher möglichst nicht abzulichten und sich bei Konzerten auf die Bands zu beschränken, sofern diese einverstanden sind. Ein totales Fotoverbot könnte entweder bewirken sollen, dass Unbeteiligte bzw. Menschen, die man dort gar nicht haben möchte, so wenig Einblick in die Projekte wie möglich bekommen (also auch nicht durch im Netz verbreitete Fotos) oder schlicht anstrengenden Diskussionen vorbeugen, welche Fotos nun ok sind und welche nicht.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon jogiwan » 1. Mai 2017, 09:59

Klanglicht 2017: Jährliches Festival in Graz mit Klang- und Lichtinstallationen, die über die gesamte Innenstadt verteilt dem Besucher unterschiedliche Zugänge zu dem spannenden Thema gewähren. Von der minimalen Musikperformance im Lichtkäfig bis hin zu 3D-Projektionen auf der Fassade der Grazer Oper zu gab es an zwei Abenden viel zu entdecken und noch mehr zu bestaunen. Schöne Sache!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Arkadin » 5. Mai 2017, 14:51

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THE NEW ACCELATORS / WARAN / VALERIAN SWING
Zollkantine, Bremen, 4.5.2017

So, das erste mal in der Zollkantine gewesen, obwohl es quasi bei mir um die Ecke ist. Schöner kleiner - aber nicht zu kleienr - Raum im obersten Stockwerk des ehemaligen Zollhauses am Beginn der Bremer Überseestadt. Das ganze Gebäude mieft noch nach 70er und 80er Jahre Beamtentum - da bildet der Konzertraum einen schönen Kontrast.

Das Ganze soltle um 19:00 Uhr losgehen - da habe ich mir dann Zeit gelassen, denn mir war schon klar, dass da vor 20:00 Uhr nix passiert. Dauerte dann noch länger, bis gegen 20:30 die erste Band auf die Bühne kam.

THE NEW ACCELATORS machen guten, schnörkellosen Indie-Rock. Herausragend ist aber der Sänger, der nicht nur eine tolle - manchmal leicht an Placebo erinnernde - Stimme hat, sondern auch die Lieder hervorragend zum Leben erwecken konnte. Schöne Präsenz auch. Vorher hatte er eine Band namens "Soulmate", die ich nicht kenne, aber wohl lokal hier recht bekannt gewesen sein soll. Technisch alles fein und krachend-eingängig. Da hätte ich mir gerne die Demo-CD besorgt, aber der junge Bassist, der die wohl verdicken sollte war zu schnell verschwunden und tauchte auch nicht wieder auf. Schade.

WARAN - Ist eine neue Band, die Musiker aber durch die Mitwirkung in anderen Bands alte Hasen. Der Sänger singt noch bei "Betastone", falls die jemand hier kennt. Gefiel mir sehr gut, musikalisch besser noch als NEW ACCELATORS, da dort mehr Abwechslung, Wendungen und die funkigeren Riffs waren. Angekündigt wurde es als "Crashcore". Harte, sehr aggressive Musik, die mich ganz leicht an eine Mischung aus frühe Pantera, System of a Down und RATM erinnerten, aber trotzdem was ganz eigenes machen. Gesungen wird auf Deutsch. Die Texte stammen von einem Obdachlosen, der diese vor 20 Jahren dem Sänger der Band geschenkt hatte, der die dann solange im Schreibtisch liegen hatte, bis er sich entschlossen hatte, die mit WARAN musikalisch umzusetzen. Die Musiker von WARAN sind durch die Bank weg klasse. Werde ich definitiv im Auge behalten.

VALERIAN SWING - Bereits bei den ersten beiden Bands gab es scheinbar immer wieder - für das Publikum nicht merkbare - technische Probleme, so dass nach jedem Lied ein längerer Dialog mit dem Mann hinter dem Mischpult geführt wurde. VALERIAN SWING fuhren ordentlich Gerät auf, Computer, Synthizer und, und, und. Das dauerte natürlich. Und dann waren die Drei, die mit ihrem eigenen Mischer angereist waren, nicht mit dem Sound zufrieden. Und es wurde geprobt und getan und gemacht. Was nach knapp einer Stunde auch zu einigem Unmut im Publikum führte. Schließlich war es ein Wochentag, am nächsten morgen müssen viele früh raus und es ging nicht voran. Dementsprechend verließen immer mehr Leute den Laden. Um 22:45 ging es dann erst los... und -Mann! - hat sich das Warten gelohnt. VALERIAN SWING hat nichts mit Swing-Musik zu tun. Die italienische Band aus Bolognia spielt "Math Rock" (noch so ein merkwürdiger Begriff). Teilweise experimentell, aber immer ungeheuer energiegeladen, überraschend und mitreißend. Der Bassist ist schlichtweg ein Vulkan voller explosiven Wahnsinn, der Gitarrist frickelt gerne auf seiner Gitarre und am Synthesizer herum und entlockt beiden ungewöhnliche Klänge und der Schlagzeuger ist eine Maschine unter Volldampf. Herausgekommen ist ein krachend lautes, sehr intelligentes und ungewöhnliches Stück.. ich würde es mal Post-Prog-Experiment nennen. Hat mich echt mitgerissen und ich habe mir dann auch nach dem Konzert noch eine LP geschnappt, die auch sehr toll ist. Fette Empfehlung!
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 5. Mai 2017, 16:19

28.04.2017, Menschenzoo, Hamburg:
JUST WÄR + KANISTERKOPF


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Nachdem ich im Osborne nicht nur Small-Town-Timos Geburtstag begießen, sondern auch grandiose Siege des FC St. Pauli und Schalke 04 feiern konnte, lockte der Menschenzoo mit Ex-SMALL-TOWN-RIOT-Drummer Lehmanns neuer Band KANISTERKOPF. Da es mir mittlerweile fast schon unangenehm war, die bisher jedes Mal verpasst zu haben, gab’s da nicht viel zu überlegen, zumal man mit dem Beginn freundlicherweise bis zum Abpfiff der Bundesliga-Partie gewartet hatte. Ca. 40 Leute wurden dann Augen- und Ohrenzeugen, wie jenes Trio aussichtsreich die bisher vakante Hamburger Position für 90s-Hardcore mit Metal-Kante besetzte. Der Groove wurde arschtight vom präzisen Zusammenspiel der Band gesichert, zu dem Lehmann wie eine gut geölte Maschine sein Schlagwerkfundament beitrug. Der Sänger und Bassist in Personalunion röhrte heiser die englischen Texte heraus und der Bass sorgte für Druck. Zoo-Mischer Norman zauberte zudem einen superdifferenzierten Sound, sodass es nix zu mäkeln gab. Ein dem eigenen Stil angepasstes IRON-MAIDEN-Cover, vor dem Lehmann drohte, all diejenigen des Raumes zu verweisen, die es nicht erkennen, sorgte für zusätzliche gute Laune und stimmte mich auf mein nächstes Konzert ein. Zugaben verweigerte man sich, man ist offenbar Anhänger der No-Rockstars-No-Posing-No-Encores-Schule. Wer auf diese Mucke kann, sollte KANISTERKOPF im Auge behalten.

JUST WÄR aus Tschechien zockten dann Hardcore-Punk der seit Jahrzehnten bewährten Oldschool, nicht mehr und nicht weniger. Das Zeug zündete sofort, der Sänger des Quartetts erwies sich als echter Aktivposten und dazu Pogo und Artverwandtes zu tanzen, war fast schon Pflicht. Selbstverständlich hab‘ ich die Band abgefeiert, der nach wie vor glasklare Sound lud ebenso dazu ein wie die entfesselte akustische Aggression und der antreibende Beat. Ich muss allerdings zugeben, dass JUST WÄR sicherlich keine Originalitätspreise gewinnen. Alleinstellungsmerkmale würden mir spontan keine einfallen und im Prinzip hätte dort auch eine der vielen anderen Bands stehen können, die einen ähnlichen Sound fabrizieren. Nicht falsch verstehen, hat derbe Spaß gemacht und nicht zuletzt spricht das auch für die beachtliche Größe und Internationalität der Szene. Im Nachhinein fragte ich mich aber, ob es ewig so weitergehen soll – immerhin ist es mittlerweile fast schon Tradition, mir am Wochenende ‘ne HC-Punk-Show reinzudrücken, dadurch den Kopf freipusten zu lassen und mir anschließend am besten noch den Rest zu geben. Hat das in dieser Regelmäßigkeit nicht fast schon etwas Spießiges? Der Menschenzoo-DJ verstand es an diesem Abend jedenfalls vortrefflich, den Soundtrack zum Untergang zu liefern, also wurde auch ihm entsprechend gehuldigt, bis irgendwann die Lichter ausgingen.

Fazit: Geile Party, geile Bands, geiler Laden mit lecker Ratsherrn, von dem man nicht mal Kopfschmerzen bekommt. Ich kann aber nicht versprechen, ewig so weiterzumachen. Ich glaub‘, ich brauch‘ mal Urlaub…

Reich bebildert auch hier:
http://www.pissedandproud.org/28-04-201 ... isterkopf/
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 8. Mai 2017, 12:23

3. Mai 2017, Lagerhaus, FEHLFARBEN spielen MONARCHIE & ALLTAG
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Das Konzept ist ja heiß diskutiert worden, die wegweisende erste LP komplett nachzuspielen. (Ein ähnliches KOnzept machten ja aber auch schon Sonic Youth, The Cure, Lou Reed..)
Die MOnarchie und Alltag: Eine Band will Ska machen, hörte wohl aber SEVENTY SECONDS statt TOO MUCH PRESSURE. Ich finde die Platte ja großartig und sie war auch persönlich sehr wichtig, und da ich die Farben letztes Mal nicht sehen konnte, ging ich diesmal hin. Proppenvoll im großen Saal im Lagerhaus und ich war eher Durchschnitt bis jung.
Sie spielten sehr original geteu die 11 Stücke der LP durch, nur Peter Hein varrierte seinen Gesang und wich doch hufiger ab, zum Glück, das hielt einige Mitsinger im Zaum. Herr Hein hatte wohl auch nicht so recht Lust auf das Konzept, zu erst dachte, dem geht es nciht gut; er stützte sich oft an einer Säule ab, das Gesicht sah auch nciht so gut aus, Ansagen gab es nur eine. Andererseits machte er ein paar Scherze mit der Schlagzeugerin.
Die Songs sind einfach sehr sehr großartig und es machte Spaß, sie so live zu hören, es hätte nur ein wenig laute sein können.
Dann gab es eine kurze Pause und es wurden aktuellere Sachen gespielt, bei denen bin ich nicht ganz so firm, alles gutes Zeug, Peter war umgezogen und lustiger drauf, grüßte Fabsi von den Mimmi's ("Ach ja , Funpunk, der ist ja auch vorbei"). Kleinigkeiten: Es wurden keine Songs der von mir geliebten und hoffnungslos unterbewerteten Platte des himmlischen Friedens gespielt. Die neuen Songs sind textlich oft auch ein Abarbeiten an der Vergangenheit. Und nicht so großartig wie die von der M&A, so das das qualitativ abfiel, dramaturgisch nicht so gut. Sie kamen noch zweimal und das letzte Stück fing an wie I wanna be your dog, das hätte ich ja mal witzig gefunden, ging dann aber in ein BLUE MONDAY Rip Off über. Da fiel mir auch zum ersten mal eine Ähnlicheit zwischen den Songs auf.

Ein gelungener, nicht ganz runder Abend.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 9. Mai 2017, 18:05

02.05.2017, Barclaycard Arena, Hamburg:
IRON MAIDEN + SHINEDOWN


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Bisher waren IRON MAIDEN mit ihrem aktuellen Album „The Book Of Souls“ hierzulande lediglich auf Festival-Tour gewesen, wobei ich leider passen musste. Die Fortsetzung der Tour führte die britische Heavy-Metal-Legende jedoch auch durch Deutschlands Hallen und der letzte zu beackernde Fleck auf der Karte wurde Hamburg. Seit ‘ner gefühlten Ewigkeit hatte ich bereits die Karten und am Dienstag konnte ich endlich den Weg zur Halle mit den ständig wechselnden Sponsorennamen antreten. Schnell noch zwei Bierchen am Kiosk geholt und mit dem Shuttle-Bus bis vor die Tür chauffieren lassen, ausgeschluckt und mal gucken bzw. hören, was SHINEDOWN so fabrizieren. Die MAIDEN-Vorbands hatte ich bisher i.d.R. mit Ignoranz gestraft und auch diesmal hat sich das frühe Betreten der Halle in erster Linie dafür gelohnt, sich zu vergegenwärtigen, was man an MAIDEN hat: Die US-Amerikaner SHINEDOWN zockten einen bemühten, bei unserer Ankunft recht lahmen Hardrock modernerer Prägung. Sie zogen zwar noch etwas an und entdeckten das Midtempo, aber außer vielen Versuchen, das Publikum zu animieren und einem Durchmarsch des Sängers bis zum Mischpult und zurück auf die Bühne blieb nichts hängen. Nach viel mehr als Höflichkeitsapplaus klangen die Reaktionen dann auch nicht, manch einer machte aber dennoch schon die Pommesgabel.

Diverse Pinkelpausen später ertönte schließlich das altbekannte, zum Intro umfunktionierte „Doctor Doctor“ von UFO aus der Konserve, wozu über die nun aktivierten Bildschirme ein animiertes, zur „The Book Of Souls“-Maya-Kult-Ästhetik passendes Video abgespielt wurde, bis Bruce Dickinson in einer Weihrauchwolke auf der Bühnenkuppel auftauchte und das „If Eternity Should Fail“-Intro sang. Seine Band stürmte im direkten Anschluss auf die ebenfalls entsprechend gestaltete Bühne und von nun an nahm die eigentliche Show in sich ständig ändernden Kulissen ihren Lauf.

„The Book Of Souls“ schien für einige ja eher eines mit sieben Siegeln zu sein, darf man den mitunter recht verhaltenen Kritiken in den Fachgazetten Glauben schenken. Mir hingegen lief und läuft es von denjenigen betont proggigen Alben der MAIDEN-Neuzeit ziemlich gut rein und so freute ich mich auf den MAIDEN’schen, auf das eigene Selbstverständnis als noch immer aktuelle, auf ihre Neuveröffentlichungen stolze Band hindeutenden Starrsinn, die neuen Songs des Albums die Setlist dominieren zu lassen, statt auf Nummer sicher zu gehen und eine reine Klassiker-/Oldie-Show zu bieten. Wir standen relativ weit vorn auf der linken Seite, wo sich das Publikum etwas ruhiger verhielt, der Sound aber glücklicherweise von vornherein besser klang als während meines letzten MAIDEN-Besuchs in der – damals noch – „O2-World“. Ok, bei der Lautstärke fiel es mitunter schwer, die gleich drei Gitarren (plus Bass) differenziert wahrzunehmen, schwerer wog für mich aber, dass Dickinsons Mikro einige Frequenzen zu verschlucken schien und gerade bei den neueren Songs in erster Linie die hohen, helle Teile seiner Phrasierungen zu vernehmen waren.

Die auch nach wer weiß wie vielen Tourtagen überaus spielfreudig und fit wirkende Band lieferte als zweiten Song das okaye „Speed Of Light“, blieb bis dahin also in der Reihenfolge des Albums. Als echte Überraschung folgte jedoch „Wrathchild“ aus der Di’Anno-Ära (1981!) und bei „Children Of The Damned“ war der Gänsehautschauer perfekt. Mit „Death Or Glory“ blätterte man erneut im Seelenbuch, Dickinson posierte in Affenmaske und sprang wie ein aufgekratzter Schimpanse über die Bretter – was mit dazu beigetragen haben dürfte, dass der Song live noch besser als auf Platte flutschte. Ein weiterer Höhepunkt dann das überlange „The Red And The Black“, auf dessen Live-Interpretation ich im Vorfeld besonders geil gewesen war. Eine knappe Viertelstunde lang geniales Gitarrengegniedel und -gebrate inkl. „Ohoho“-Oi!-Part und wem spätestens bei Minute 10 nicht das Herz aufgeht, versteht nix von Heavy Metal. Dies verdeutlicht meines Erachtens, mit wie viel belanglosem Mist sich hiesige Metal-Redakteure die Ohren zugeschmalzt haben, wenn sie ausgerechnet bei diesem offenbar ihre Aufmerksamkeitsspanne übersteigenden Song von Langeweile und „geeignet für ‘ne Kippenpause“ schreiben. Für „The Trooper“ schlüpfte Dickinson wie gewohnt in seine Uniform und ließ den Union Jack flattern, während er „Powerslave“ unter einer mexikanischen Wrestlermaske sang. Und noch ‘ne ordentliche Kelle „Book of Souls“: „The Great Unknown“ wirkte live etwas unscheinbarer als von Platte, der Titelsong jedoch zog sämtliche Register und ließ sich Janick Gers (der sich übrigens mit seinen, nun ja, „unorthodoxen“ Bühnenbewegungen diesmal erstaunlich zurückhielt) zusätzliche eine Akustikklampfe umschnallen. Das war’s dann aber auch mit aktuellem Stoff, Zeit für eine Klassikerrunde aus dem schier unerschöpflichen Fundus. „Fear Of The Dark“ sorgte zumindest in unserem etwas hüftsteifen Teil des Publikums nicht unbedingt für inbrünstiges Mitsingen südamerikanischen Ausmaßes, hallte aber dennoch ordentlich durch die Arena und bei „Iron Maiden“ stackste Bandmaskottchen Eddie trashig über die Bühne, bis Bruce ihm sein Herz herausriss und eine riesige Eddie-Fratze von der Bühne glotzte.

Dass da noch etwas kommen würde, war klar und so wurde der Zugabenteil von „The Number Of The Beast“ eingeleitet, zu dem sich der Gehörnte überlebensgroß gesellte. Einen Zeitsprung von 18 Jahren bedeutete das vorletzte Stück „Blood Brothers“, das seinen Pathos übers Publikum verteilte und bewies, wie unpeinlich und episch eine Schunkelnummer sein kann. „Wasted Years“ war dann so etwas wie der krönende, unheimlich gut passende Abschluss, scheint sich doch auch die Band noch immer in ihren besungenen „Golden Years“ zu befinden und prügelte mir der Song ein, dass auch mir eigentlich gerade die Sonne aus dem Allerwertesten scheint – ok, kein Wunder, wenn man sich in einer riesigen Masse MAIDEN-Jünger wiederfindet und eines seiner Lieblingslieder live vom Original dargeboten bekommt. Eine Art Maya-Eddie-Ufo hob funkensprühend ab, „Always Look On The Bright Side“ ertönte als Rausschmeißer und das war’s.

Nach rund zwei Stunden entließ man eine zufriedene Menschenmenge in die Nacht, die von einem erstaunlich gut und schnell funktionierenden Shuttle-Service zum S-Bahnhof gebracht wurde. Selten war Alter so bedeutungslos wie an diesem generationenübergreifenden Abend, den Dickinson für einige klug gewählte, auf die Internationalität von Musik im Allgemeinen und der MAIDEN-Szene im Speziellen hinweisende Ansagen nutzte und damit nationalistischen Tendenzen und ähnlichem Mist eine Absage erteilte. In dieser Form dürfen IRON MAIDEN gern noch lange weitermachen – wenn so ein Riesenkommerzarenabesuch auch nichts ist, woran ich mich gewöhnen könnte und bei Bierpreisen von 4,80 EUR für einen Becher selbst ich lieber weitestgehend abstinent bleibe…

Aber, frei nach Peter Wackel: Scheiß drauf, MAIDEN ist (höchstens) einmal im Jahr!

Reich bebildert auch hier:
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