Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Moderator: jogiwan

Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon McBrewer » 15. Nov 2016, 19:53

McBrewer hat geschrieben:Am morgigen Donnerstag Abend düse ich mal Fix hinter die Anhaltinische Landesgrenze, um das Dreiergespann OBITUARY - EXODUS - PRONG im Leipziger Täubchental zu erleben.

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Auf die Grooveriffs von Obituary freue ich mich schon (wieder) sehr und ob Exodus möglichst viel von "Bonded By Blood" zocken. Mal schauen ob auch Prong mich zu begeistern wissen. Deren "Beg to Differ" lief in den Neunzigern öfters mal durch meine Stereoanlage, seitdem aber auch nicht wieder weiter verfolgt das ganze....


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Es war mal wieder ausgesprochen nett in den modernen Täubchenthal Räumlichkeiten in Leipzig. Leider verpassten wir durch Feierabend,Anreise, Stau, Parkplatzsuche die erste Band King Parrot, dafür gab es sogleich anch dem Begrüßungsbier PRONG auf die Löffel. Der Groovemetal aum den derzeitigen Danzig-Gitarristen zog aber an dem Donnerstagabend nicht viel Publikum an & so war die Enttäuschung von seiten der Band ersichtlich. sie versuchten zwar alles, das tanzfaule Publikum zu motivieren. aber irgendwann gab sie auch das auf.
EXODUS waren da schon eine Ecke heavier & es wurden einige Matten vor der Bühne geschwungen. Aber auch hier waren die Reihen sehr lichte. Vielleicht "nur" 200-300 Headbanger hatten sich in der Halle eingefunden. Steve „Zetro“ Souza gab alles an dem Abend & feierte dementsprechend die band & das Publikum gebührend ab.
OBITUARY sind ja meine persönlichen Lieblinge, von denen habe ich noch kein schlechtes Album gehört geschweige eine "geht so" Show gesehen. Und so konnte man schnell den Delirenden Bierbrauer im friendly Moshpit vor der Bühne sehen, es wurden kaum Hits ausgelassen (siehe Setlist) und sogar Bassist Terry Butlers Geburtstag gefeiert :prost:

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 16. Nov 2016, 15:08

09.11.2016, Logo, Hamburg:
MERAUDER + BROTHERS IN ARMS + DEATHBEARER


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Dass die NYHC-Legende MERAUDER sich auf Abschiedstour befindet, bedeutete „Jetzt oder nie!“ für mich, denn bisher kannte ich das brachiale Crossover-Kommando lediglich aus der Konserve. Dankenswerterweise verschlug es die Band nicht auf eine „EMP Persistence Tour“ oder ähnlichen Scheiß in die Markthalle, sondern für einen muckeligen Club-Gig ins Logo. Dort war ich nun auch schon wieder länger nicht gewesen, doch jedes Mal, wenn ich „die schwarze Box“, wie mein Vater sie zu nennen pflegte, sehe, werden Erinnerungen an alte Zeiten geweckt, als dort noch regelmäßig Oi!-Konzerte stattfanden und sich stets ein großer Pulk vor der Tür versammelte, bis die Bierbuddeln auf der Straße klirrten, ich mit meiner Palette Karlsquell mittendrin. Schöne Erinnerungen, aber alles Schnee von gestern. Jetzt war’s ein kalter Mittwoch, Karlsquell gibt’s nur noch als Malzbier und vor der Tür waren lediglich vereinzelte Raucher anzutreffen.

Dem Wochentag geschuldet war das Logo ungefähr zur Hälfte bis zu zwei Dritteln gefüllt und DEATHBEARER beendeten als lokaler Opener die Entspannungsmucke, die über die Anlage dudelte, mit Nachdruck: In nur knapp 20 Minuten prügelte und brüllte sich der Drummer/Shouter des Quartetts in Personalunion voller Inbrunst und mit ultrabrutalem Punch durch das Set, während die crunchigen Klampfen extra viel Feedback erzeugten und sich auch nicht vor Soli scheuten. Ein fetter, noisiger HC/Metal-Hassbatzen, der dem Logo splitternd ins Gebälk krachte.

Nach der ersten Pause standen die Hamburger BROTHERS IN ARMS auf der Bühne, die MERAUDER auf der Tour begleiten. Das wurde zwar nicht der befürchtete Breakdown-Overkill, aber dennoch reichlich prollig mit viel Gelaber, letztendlich einfach nicht meine HC-Baustelle. Teile des Publikums waren aber aufgetaut und zogen vor der Bühne ihre Show ab.

Aber dann: MERAUDER! Die gut aufgelegte Band zockte sich vornehmlich durchs 1995er „Master Killer“-Debüt und drückte mit ihrem wuchtigen HC/Thrash-Sound kräftig in die Fresse. Das sind „richtige“ Songs mit hohem Wiedererkennungswert, dazu das derbe Organ Jorge Rosados, das keine Gefangenen macht. Prollo-Gehabe haben MERAUDER offenbar nicht nötig, sondern hinterließen einen sympathischen Eindruck. Rosado stellte seine Bandmitglieder vor und holte später sogar ein Kind aus dem Publikum auf die Bühne, von dessen Rand aus es den Rest des Gigs verfolgen durfte. Höhepunkte waren natürlich „Life Is Pain“, „Mirror Shows Black“ und „Master Killer“ und vor der Bühne ging’s bisweilen auch gut rund. ‘ne Zugabe besiegelte den Abend und angesichts der Hochform, in der sich die Band befand, ist es schade, dass sie zukünftig nicht mehr für Live-Gigs zur Verfügung stehen will. Wie stark die alten Songs sind, wurde an diesem Abend jedenfalls noch einmal bewusst. Macht’s gut, MERAUDER!

Reich bebildert auch hier:
http://www.pissedandproud.org/09-11-201 ... athbearer/
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 17. Nov 2016, 16:15

12.11.2016, Bambi Galore, Hamburg:
TORTURE SQUAD + SHEMALES + BLACK MAMBO


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Rock’n’Rolf alias Rotten Rolf wurde 44 und feierte in Billstedts Finest rein. Coole Nummer, schließlich hatte ich ihn – damals noch zu seinen ostfriesischen Zeiten – auf seiner Party zum 30. kennengelernt. Ursprünglich waren vier Bands geplant, doch die Berliner 100000 TONNEN KRUPPSTAHL mussten leider kurzfristig absagen. Theoretisch hätte ich sogar mit einer meiner Bands einspringen können, wie man mir vor Ort mitteilte, doch Anti-Social-Media-Rolf hatte meine Telefonnummer nicht mehr… Was soll’s, schließlich waren noch drei Bands übrig und zu denen ließ sich bestens durchdrehen.

Finnland ist nicht nur für seinen dreckigen ‘80s-HC berüchtigt, sondern exportiert auch immer mal wieder feinen melodischen Stoff. So auch im Falle der drei Gentlemen von BLACK MAMBO, die mit Power-Pop/Punkrock der alten Schule, grob Richtung BUZZCOCKS und Konsorten, die Stimmung anheizten. Die grundsympathische Band sorgte bei perfektem Sound für viel Sonnenschein an diesem arschkalten Abend, nahm sich BOB MARLEYs „Redemption Song“ vor, frönte einen Song lang auch dem Offbeat, jagte einen Punkrock-Weihnachtssong durch die Anlage und wurde nicht ohne Zugabe entlassen: einer arschcoolen Version von „Do You Remember Rock’n’Roll Radio“ der RAMONES, die bewies, dass man sich mitnichten immer nur an den üblichen Standards jener Band versuchen sollte. Die gut aufgelegte Kommunikation mit dem Publikum rundete den Gig ab – makellose Live-Band!

Unter dem Namen SHEMALES betraten drei abgetakelte schwedische Schönheitsköniginnen die Bühne, die sich in ihre Fummel gezwängt hatten und schlecht rasiert waren. Mit ihrem flotten ’77-Punk stiegen trotz weiterhin glasklaren Sounds die Sleaze- und Filth-Faktoren und die Front-Diva begeisterte mit ihrem schrillen Organ. Die Drummerin hatte bisweilen mit ihrem Kit zu kämpfen, ließ sich mit ihrem Pokerface aber nichts anmerken, unterbrach ihr Spiel kurzerhand und reparierte die Schießbude, während ihre Kolleginnen Takt und Riff hielten, mit dem Publikum scherzten oder sich die Kronen richteten. Das trat alles gut Arsch und machte Laune, folgerichtig taute der Mob vor der Bühne auch immer weiter auf und das ausländische Dosenbier, das an die speziellen Trinkergäste mit dem Bierstempel für ‘nen Euro abgegeben wurde, entfaltete langsam aber sicher genauso seine Wirkung wie manch andere Spirituose, die durch die durstigen Kehlen der Partygesellschaft floss – immerhin galt es, eine Schnapszahl zu feiern. Als bester Song entpuppte sich „Time To Wake Up The Dead“, doch Schwächen waren allgemein keine auszumachen. Auch diese mir zuvor unbekannte Band überzeugte live auf ganzer Linie und hinterließ viele grinsende Gesichter.

„Ein bisschen Revolt“, stand im Netz und damit war natürlich die Metal-Reihe gemeint, die regelmäßig in der Bambi Galore stattfindet. Das bezog sich auf den Hauptact des Abends, das brasilianische Death-Thrash-Kommando TORTURE SQUAD, das sich gerade auf Tour befindet. Die hatte ich bisher so gar nicht auf dem Schirm, doch anscheinend treibt man bereits seit Anfang der 1990er sein Unwesen. Ab Mitte der 2000er konzentrierte man sich gezielter auf den europäischen Markt und hat als jüngsten Coup den immer mal wieder vakanten Vokalposten mit Mayara „Undead“ Puertas besetzt, einer jungen Dame, die growlt und röhrt, als habe sie medizinballgroße Eier. Der P.A.-Sound war weiterhin extrem differenziert, sodass sich die von TORTURE SQUAD entfesselte Apokalypse auf direktem Wege in die Gehörgänge prügelte. Brutaler, aggressiver Death-Thrash zwang zum ekstatischen Rübeschütteln, der Gitarrist entfachte manch Solo-Blitzkrieg, dass einem schwindelig wurde und der Bass mit seinem knochentrockenen Klang war so dominant in den Vordergrund gemischt, dass er zusammen mit dem Höllentrommelfeuer eine perfekte Symbiose bildete und keine Rhythmusklampfe vermissen ließ. Zahlreiche Breaks und Tempowechsel hielten das Spektakel spannend und luden zu einem noch gewissen Grad an Konzentration beim Eskalieren ein. Was TORTURE SQUAD hier an spielerischer Präzision und Variantenreichtum innerhalb eng gesteckter Genre-Grenzen bei maximaler Brutalität ablieferten, hatte mich wahrhaftig euphorisiert und nachhaltig beeindruckt. Diese Band sollte man sich merken.

Dass es all diesen geilen Scheiß für gerade mal ‘nen schlappen Heiermann auf die Löffel gab, ist aller Ehren wert und DJ Hell Toupee heizte im Anschluss die Stimmung sogar noch weiter an – „Livin‘ On A Prayer“ lässt sich halt einfach perfekt mitgrölen! Danke an Rolf für die kontrastreiche, doch immer geniale Sause und Rock’n’Roll till 88!

Reich bebildert auch hier:
http://www.pissedandproud.org/12-11-201 ... ack-mambo/
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 5. Dez 2016, 12:46

In Mexiko sah ich ein paar umsonst und draussen Bands, so nachts auf Marktplätzen, Trovas und Mariachis. Das war in Merida ehr schön.
Hier gab es letzten Freitag
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Im bdp Haus (ist zwar ein Pfadfinder Haus, aber das war schon immer eher sehr links, also ein AJZ ähnliches Ding) war ich wohl 20 Jahre nicht mehr, die haben diesen Sommer renoviert, und es sind 2 schöne Räume geworden. Eine mit Tresen günstig Bier, Kicker und Sofas. Und eins mit einer Art Bühne.
Dort spielten zuerst JUDAS HENGST.
An sich gefielen mir die Songs und die Mischung aus Stoner und NWOBH sehr gut, aber bei solch konstruierten Lieder mit vilen Rhythmuswechseln und verschiedenen Songteilen muss halt das Timing gut passen (und das sagt ein alter Punkrocker, tsetsetse) , das haute nicht so richtig hin. Dazu war der Gesang komisch abgemischt, klang strange. Ich hielt vier Songs durch und diskutierte dann vor der Tür bei Bier und Zigaretten 50er Jahre Monsterfilme.
Dan kamen ETA LUX, die ich letztes Mal noch mit altem Sänger und Bassisten sah. Jetzt singt dort der KRIEG DESTINO Sänger (von deren letzter Show ich neulich berichtete) und ein neuer junger Bassist.
Die Musik ist verspielter abwechslungsreicher geworden, der Sänger hat sich zwei Oktaven von KD runtergestimmt und es gab das volle Stoner Brett. Mochte ich vorher die Simplizität auf den Punkt, fand ich bei den neuen Songs (im März gibt es wohl eine neue Scheibe auf Vinyl!) die vielfältigen Ideen super. Und was für ein Druck die entwickelten, unglaublich, viel Energie, die hatten Spaß, wir im sehr vollen Zimmer auch und es war eine sehr prima Stunde (etwas mehr). Heftig!
Dann wieder raus und rauchen, tinken, Filme diskutieren. Aus dem Sofa Zimmer Bier usw... Ich dachte: Na, da kommt doch noch eine portugiesiche Band, mal sehen, was da geht, ging in das andere Zimmer, und die (Sulfur Giant) fingen gerade an. Die meisten Leute trieben sich sonst noch wo rum. Und so standen wir da zu fünft. Und es war nicht so gut, ein Heavy Metal Klischee an das 70er Rock Klischee, sehr wenig Gesang (find ich bei so Musik eigentlich gut) und es ging noch Song für Song so weiter. Zum Glück füllte es sich wieder, nicht ganz so wie bei Eta Lux, aber immerhin so, dass es mir nicht unangenehm war, zu gehen.
Ich hab noch die EP für Judas Hengst mitgenommen, und es bewahrheitet sich, dass ihre Lieder wirklich gut sind, Stimme und Timing pasten da auch, eine feine kleine EP! Und dann noch die alte Eta Lux! Auch sehr gut und straight.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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