TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Moderator: jogiwan

TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon buxtebrawler » 23. Okt 2015, 22:56

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TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Früher waren sie aus keinem Haushalt wegzudenken: Die klassischen Programmzeitungen, zumeist mit ausgiebigem Radioteil. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Angebot immer größer und glichen sie zunächst immer mehr Illustrierten mit interessanten bis fragwürdigen Inhalten. Es müsste Ende der '80er, Anfang der '90er gewesen sein, als mit "TV Spielfilm" und "TV Movie" zwei konkurrierende, 14-tägig statt wöchentlich erscheinende Wälzer in Katalogdicke auf den Markt kamen, die speziell auf Filmfreunde zugeschnitten waren und sich großer Beliebtheit erfreuten. Andere spezialisierten sich auf Serien, wieder andere stiegen mit Dumping-Preisen in den übersättigten Markt ein. Lange Zeit hatte fast jede Familie eine Fernsehzeitung abonniert oder nahm sie beim Wocheneinkauf mit, manche gleich zwei verschiedene. Als Beilage zu Tageszeitungen und Wochenmagazinen begann man aber auch irgendwann, aufs Wesentliche beschränkte Gratis-TV-Zeitschriften beizulegen, die dem einen oder anderen dann auch reichten und in Zeiten von erst World Wide Web und schließlich elektronischen Programmtabellen im Digital-TV etc. bei gleichzeitiger Abnahme der Bedeutung des Mediums Fernsehen verzichteten mehr und mehr ganz auf diese Presseerzeugnisse. Dennoch sind die Regale der Kioske nach wie vor prall gefüllt mit schreiend bunten TV-Zeitschriften, zumeist mit gephotoshopten weiblichen Models auf der Titelseite, die lächelnd um die Gunst der potentiellen Käufer werben.

Wie war's bei euch? Habt ihr wöchentlich die "Funk-Uhr" gelesen oder die "Bildwoche", in der "Hörzu" geblättert oder ist euch mit "TV Hören und Sehen" (mein Lieblingstitel - welch ein Name!) selbiges vergangen? ;) Habt ihr im Osten nach Westfilmen in der "FF Dabei" gesucht und was wurde eigentlich in Österreich gelesen? Habt ihr Videokassetten-Aufkleber aus der "TV Spielfilm" ausgeschnitten und aufgeklebt oder die Kurzkritiken aus der "TV Movie" archiviert? Welche Erinnerungen - gute wie schlechte - verbindet ihr mit Programmzeitschriften?

Und wie ist's heute? Lest ihr sie noch und wenn ja, welche und warum? Wenn nicht, warum habt ihr damit aufgehört? Oder durchstöbert ihr sie noch wöchentlich nach interessanten Sendungen und interessanten Spielfilmen? Falls nicht, welche Medien nutzt ihr stattdessen (Webseiten, Apps, soziale Netzwerke, ...)? Oder ist das Thema Fernsehen für euch generell durch?

Auf fröhlichen Austausch! :popcorn:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Kampfgigant » 24. Okt 2015, 02:33

Schönes Thema !
In den 1980er haben meine Eltern anfangs die "Fernsehwoche" und später dann die "Bild und Funk" gekauft.
Ich fand das damals schon total spannend die Fernsehzeitung zu studieren. Als Kind war man ja noch nicht so oft im Kino, und ein Zugriff auf das Angebot der Videotheken war auch noch nicht möglich (als ich 1992 mit der Ausbildung begonnen hatte, und dann eigenes Geld verdient habe, hat sich beides natürlich grundlegend verändert), daher war das Fernsehen natürlich die wichtigste Quelle um Fime und Serien schauen zu können.
Die Fernsehzeitung habe ich daher immer sehr genau studiert. Auch wenn ich damals noch nicht alle darin erwähnten Filme sehen durfte, fand ich es trotzdem sehr interresant die Kurzbeschreibungen zu lesen.
So etwa 1987 oder 1988 haben meine Eltern dann auch einen VHS-Recorder gekauft. Es hat dann natürlich nicht lange gedauert, dass ich mir von meinem Taschengeld eigene VHS-Leerkassetten gekauft habe, um für mich Sachen aufzuzeichnen, für welche sich der Papa nicht interessiert hat (oder bei denen er es nicht für nötig hielt, diese aufzuheben). Wenn die Fernsehzeitung abgelaufen war, habe ich dann die Berichte ausgeschnitten, und den Hüllen von den VHS-Aufnahmen beigefügt. Anfang der 90er gab es sogar ein oder zwei Sonderausgaben von der "Bild+ Funk" welche ausschliesslich aus grossen Cover-Einlegern (welche genau die Grösse für die VHS-Grossboxen hatten) zu bestimmten Filmen im Fernsehen bestanden. Davon war ich damals ziemlich begeistert.
1990 (ab der zweiten oder dritten Ausgabe) habe ich dann angefangen die TV-Spielfilm zu kaufen.
Heute abend habe ich mir die aktuelle TV-Spielfilm gekauft, und werde diese demnächst (genau die gleiche Routine wie in den letzten 25 Jahren) durchforsten. Solange es noch eine Print-Ausgabe gibt, werde ich diese weiterhin nutzen. Das ist mir für mich am bequemsten, und ich finde es nach all den Jahren immer noch eine sehr unterhaltsame Beschäftigung die Zeitung durchzusehen.
Internet-Angebote nutze ich nur ab und zu zur Ergänzung (um festzustellen, ob eine Serie noch läuft, ober ob der Sender im Quoten-Irrsinn diese vorzeitig abgesetzt hat).
Auch heute noch hebe ich manche Berichte aus der Fernsehzeitung auf (wenn sie interessante Infos oder schöne Bilder haben) und lege ich diese dann als Beipackzettel in meine DVD oder Bluray von dem jeweiligen
Film rein.
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Canisius » 28. Okt 2015, 15:41

Bei mir in der Familie wurde nur die Hörzu gekauft. Ich weiß noch, dass ich beim Durchblättern als Kind nachgefragt hatte, was denn ein "Thriller" (ausgesprochen Triller) sei. Auch eine Ankündigung von Herzogs Nosferatu mit den entsprechenden Fotos von Kinski als Dracula fand ich irgendwie spannend, wusste diese aber nicht einzuordnen. :)
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Arkadin » 28. Okt 2015, 17:09

Sehr schönes Thema - welches uns alle wohl auch mehr oder weniger geprägt hat.

Bei uns zuhause gab es imere die "TV Hören & Sehen". Bei meiner Tante allerdings die "Hörzu", die ich viel cooler fand, weil die häufig ZWEI (!) Bilder, statt nur einem pro Film hatten. Ausserdem erinnere ich mich gerne daran, dass - als ich dort öfter mal für zwei Wochen blieb - gerade die Hammer-Filme im Spätprogramm liefen und deren Bebilderung in der "Hörzu" sehr viel bunter und "vielsagender" waren, als in der "TV Hören & Sehen".

Später habe ich mir dann auch die "TV Spielfilm" gekauft und das freitägliche Studieren selbiger, bewaffnet mit Stift und Papier, um ja die Highlights nicht zu verpassen, war eine ganze Zeitlang ein liebgewonnes Ritual. Ich habe sogar zu den Filmen, die ich dann auf Video aufgezeichnet habe, die Infos ausgeschnitten und auf die Hülle geklebt. Ganz wie der Kampfgigant.

Als ich dann irgendwann sehr viel mehr Zeit damit verbracht habe, mir mit Tapes und DVDs mein eigenes allabendliches TV-Programm zusammenzustellen, als in die Glotze zu gucken, habe ich auch irgendwann die Kosten für eine Fernsehzeitschrift eingespart.

Heute gucke ich eigentlich nur noch per Zufallsprinzip in den TV, lass mich durch TV-Tipps hier oder auf Facebook inspirieren oder schau mal in der "Filmdienst" nach, was die so empfehlen.
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Theoretiker » 28. Okt 2015, 17:29

Canisius hat geschrieben:Bei mir in der Familie wurde nur die Hörzu gekauft.


Ja, bei uns auch! :mrgreen:

Hach, wie ewig lang ist das her... :|
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon karlAbundzu » 28. Okt 2015, 20:21

Auch wir waren immer (also so lange ich denken kann) ein HÖRZU-Haushalt, weil mein mitfühlender Vater sich ein Abo von einer Drückerkolonne hat aufschwatzen lassen. Ich fand es als Kind super: noch bevor ich mich besonders fürs TV-Prigramm interessierte fand ich die MECKI-Comics toll, es waren auch interessante Artikel (hüstel) und vor allem die Fehlersuche in dem Bilderrätsel (gleichzeitig imer kleine Lektionen in Hochkultur), die zu lösen mir Freude bereiteten.
Als ich dann teil einer Kabel-Test-Familie wurde, gab die Hörzu mir tatsächlich einen guten Überblick, weil mich dann ja alle dritte und DDR 1 und 2 interessierten. Da wurde fröhlich angekreuzt und rausgeschrieben, also eine eigenes TV-Programm gebastelt, und der VHS lief natürlich auch oft. Dazu noch Musikvideos und einiges auf englischen Kanälen....
Seit ich dort nicht mehr Hause, reichte mir immer das Programm in der Tageszeitung, bzw. deren Wochenübersichten, wo ich immer noch fröhlich Kreuze mache.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon ugo-piazza » 28. Okt 2015, 21:18

Arkadin hat geschrieben:
Bei uns zuhause gab es imere die "TV Hören & Sehen".


Bei uns auch. You remember Winki & Flinki?


"TV Spielfilm" war später dann ja die erste "neue" Fernsehzeitschrift. Ursprünglich erschien sie ja monatlich und beinhaltete NUR Spielfilme, nach knapp einem halben Jahr wurde dann das Konzept geändert und die Erscheinungsweise auf 14-tägig geändert, so wie wir es heute noch kennen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Asa Vajda » 28. Okt 2015, 21:36

Also bei uns zuhause und (noch viel wichtiger) im (mit Videorekorder ausgerüsteten) Haushalt meiner Großeltern gab es in den 80ern und frühen 90ern immer die Zeitschrift "Gong", u.a. auch wegen der Kreuzworträtsel. Eine andere Fernseh-Zeitschrift kannte ich lange gar nicht.
Fand den Gong ziemlich übersichtlich und da mein Opa auch noch ein tolles Leuchtstift-System mit diversen Farbkennzeichnungen hatte, wurde auch kaum mal ein für mich interessanter Film übersehen. ;)
Damals kamen noch viele Filme ungeschnitten im ORF und im Schweizer Fernsehen, da hat sich das Aufnehmen noch gelohnt.
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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon Onkel Joe » 30. Okt 2015, 16:12

Asa Vajda hat geschrieben:Damals kamen noch viele Filme ungeschnitten im ORF und im Schweizer Fernsehen, da hat sich das Aufnehmen noch gelohnt.



Das Erinnert mich doch an jemanden *-*, lieber Troll wo steckst duuuuu ??

Vielleicht hilft auch drei mal rufen: Troll, Troll und.....Troll!

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Re: TV-Zeitschriften - Erinnerungen, Nostalgie und Gegenwart

Beitragvon purgatorio » 30. Okt 2015, 17:30

Onkel Joe hat geschrieben:
Asa Vajda hat geschrieben:Damals kamen noch viele Filme ungeschnitten im ORF und im Schweizer Fernsehen, da hat sich das Aufnehmen noch gelohnt.



Das Erinnert mich doch an jemanden *-*, lieber Troll wo steckst duuuuu ??

Vielleicht hilft auch drei mal rufen: Troll, Troll und.....Troll!

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oder wie beim Candyman: 5 mal in den Spiegel babbeln. Aber im Ernst: willst du das wirklich? :palm:
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