Lars von Trier: Goldene Herzen, geschundene Körper

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Lars von Trier: Goldene Herzen, geschundene Körper

Beitragvon jogiwan » 13. Mai 2011, 17:47

Lars von Trier: Goldene Herzen, geschundene Körper

Autor: Antje Flemming

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Inhalt:

Wollen Frauen leiden? Wollen Frauen Opfer sein? Demut und Demütigung sind im Werk Lars von Triers eng verknüpft. Die Frauen mit den goldenen Herzen gehen duldsam in den Tod - für die, die sie lieben.
Das Buch problematisiert von Triers bildliche Traditionen aus antiker Mythologie, Christentum und Melodrama sowie seine künstlerischen Verwandtschaften. Dabei arbeitet die Studie das Motiv der "Veropferung" als Schlüssel zum Verständnis des Werkes des Dogma-95-Begründers heraus. BREAKING THE WAVES (1996) und DANCER IN THE DARK (2000) erzählen mit ihren Geschichten vom passiven, reinen Opfer auch von einer suggerierten Schuld der Protagonistinnen Bess und Selma. Grace in DOGVILLE (2003) oder die namenlose Sie in ANTICHRIST (2009) bleiben trotz ihrer vordergründigen Aktivität zum Opfer bereit - und müssen es sein. Von Triers Filme verfolgen das Ziel, den als bedrohlich und hexengleich in Szene gesetzten weiblichen Körper auszulöschen. (quelle: amazon.de)
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Re: Lars von Trier: Goldene Herzen, geschundene Körper

Beitragvon jogiwan » 13. Mai 2011, 17:51

Furchtbares, zutiefst tendenziöses Werk, in dem permanent versucht wird, den umstrittenen Regisseur in die frauenfeindliche Ecke zu drängen. Lars von Trier ist unbestritten kein einfacher Zeitgenosse und seine polarisierenden und verstörenden Filme Grundlagen für nächtelange Diskussionen, aber in der Art und Weise wie hier seine Werke mit einer akribischen Freude am noch so kleinsten Detail wie Gestik und Mimik auseinandergenommen werden, hat mir doch etwas sauer aufgestoßen.

Frau Flemming schreibt auch selbst, dass Lars von Trier wohl aufgrund seiner radikalen Kompromisslosigkeit niemals auf die Rückendeckung einer sogenannten Fan-Gefolgschaft bauen konnte und so ist es natürlich ein Leichtes, seine Werke zu verteufeln. Und so hatte ich während des Lesens auch oftmals das Gefühl, dass der Unterschied zwischen den Werken des dänischen Regisseurs und der (feministischen) Wunsch- und Idealvorstellung der Autorin nicht größer sein könnten. Mir persönlich ist aber jedes kompromisslose, wüste und polarisierende Werk lieber, als glattgebügelte Gesellschafts-Utopien für die Gutmensch-Fraktion, deren Wertevorstellungen leider zunehmend an der Realität vorbeigehen.

Aus der Sicht des Lesers muss ich feststellen, dass das Buch aus Fan-Perspektive eine eigentlich ärgerliche und auch unzufrieden stellende Sache geworden ist. Anstatt aus der interessanten Ausgangsposition eine interessante und vor allem objektive Abhandlung mit beiden Seiten der Medaille zu machen, verkommt “Lars von Trier - Goldene Herzen, geschundene Körper” zu einer - meines Erachtens - doch sehr subjektiven und vor allem vollkommen negativen Abhandlung der Person Lars von Trier und seinen als frauenfeindlich verteufelten Werken. Und wenn im abschließenden Kapitel “Antichrist” auch als “Tiefpunkt seines Schaffens” bezeichnet wird, dann wird auch klar, dass die Positionen der Autorin und meiner Wenigkeit wohl unterschiedlicher nicht sein könnten.

Mit einem Wort: Avoid!!! :thdown:
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Re: Lars von Trier: Goldene Herzen, geschundene Körper

Beitragvon Arkadin » 13. Mai 2011, 19:32

Ähnliches habe ich schon in diversen Rezensionen gelesen, weshalb ich mir das Buch auch nicht zugelegt habe.
Okay, Lars von Trier muss bei der Autorin ja nicht gleich Götterstatus haben, wie bei mir, aber hier hat jemand scheinbar seine festgefahrene, extrem feministische Meinung und lässt sich scheinbar auf keine wirkliche Auseinandersetzung ein. Werde ich mir nicht zu legen. Zudem frage ich mich, was das ständige "Von Trier hasst Frauen"-Gekreische soll. Ich finde, dass in seinem Film die Männer sehr schlecht weg kommen und als egoistische, ignorante Schweine dargestellt werden, unter denen die Frauen zu leiden haben.
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