Diskussionsthread: Kannibalen in einschlägiger Fachliteratur

Moderator: jogiwan

Diskussionsthread: Kannibalen in einschlägiger Fachliteratur

Beitragvon purgatorio » 5. Okt 2011, 10:19

[Anmerkung: Die Diskussion startete hier. -- buxtebrawler]

tenebrarum hat geschrieben:@ purgatorio

Ähm, das könnte eine böse Überraschung werden. Das Buch ist auf sehr bescheidenem Niveau geschrieben, die Texte bieten wenig mehr als eine Nacherzählung der Handlung und reihen weitere Filme der Beteiligten auf. Völlig unbrauchbar für jeden Leser, der auch nur ansatzweise anständige Infos sucht.

Ich habe mich mit dem Thema ja selbst extrem eingehend beschäftigt, war jahrelang "Jäger und Sammler" in Sachen Kannibalenfilme und habe ab 2005 an einem eigenen Buch gearbeitet. Bislang sind im Original (von der anderen Geschichte mit MPW mal ganz zu schweigen) nur die Kapitel zu Cannibal Holocaust und Zombi Holocaust in Heftform erschienen (tenebrarum, weitere Infos unter http://www.tenebrarum.info), aber da erfährst Du definitiv mehr als in jedem MPW-Buch.

Ansonsten müsstest Du auf englischsprachige Literatur ausweichen. Jay Slaters Eaten Alive und das Buch Cannibals sind allerdings etwas weiter gefasst und berichten auch über Zombiefilme, weshalb sich der Textumfang pro Film auf maximal ein paar Seiten erstreckt.

Bezüglich Deiner Examensarbeit würde ich mich aber gerne mal mit Dir austauschen.

Ciao,

Martin


Das ist doch mal ein Wort!
Slaters "Eaten Alive" hab ich gelesen (und auch hier im Forum besprochen). "Cannibals" sagt mir nichts. Wer ist da der Autor?
Eine Feststellung, die ich bei der (bisher nur oberflächlichen) Literaturerhebung aber schon treffen musste ist, dass es kaum brauchbare Basisliteratur in monographischer Form zu geben scheint. Es läuft wohl in den meisten Fällen auf Aufsätze und Essays hinaus. Christian Moser hatte da ja eins zwei brauchbare Ansätze verfasst. Ich hab aber auch schon einiges an uninspiriertem Schotter zu Gesicht bekommen. In diese Falle wird man bei derartigen Nischenthemen wohl öfter treten.
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon tenebrarum » 5. Okt 2011, 15:32

@ purgatorio

Den Artikel von Christian Moser habe ich gelesen. Das Buch "Das schlechte Gewissen der Moderne" kannte ich bis dahin gar nicht. Das zeigt sehr deutlich, dass die Schundliteratur eines gewissen Verlages sich allemal besser verkauft/verbreitet als anspruchsvolle Literatur. ABER: Bei einem Titel wie "Kannibalismus als Metapher des Verstehens" hört der SPASS tatsächlich auf; das ist streng akademisch ... zumindest dem ersten Anschein nach. Bei genauerer Betrachtung konnte man sich - bei allem noch so hohen Anspruch - des Verdachts nicht erwehren, dass der Autor den Film aus der Erinnerung heraus beschrieben hat. Angeblich zwingen Alan Yates und seine Crew die Eingeborenen zu der "Abtreibung", die Yanomamo werden als Yamamono oder so bezeichnet, und auch andere inhaltliche Fehler sind mir aufgefallen. Da hilft mir dann auch alles hochgestochene Geschreibe über Hermeneutik etc. nicht weiter ... und ich frage mich, was Deodato davon halten würde. Für Deine Examensarbeit dürfte das aber genau richtig sein, nehme ich an.

Ich versuche zwar selbst, meine Texte für tenebrarum einigermaßen anspruchsvoll zu gestalten, versuche dabei aber den Spagat zwischen Anspruch und Unterhaltung, schließlich ist meine Arbeit eben keine Doktorarbeit, sondern richtet sich an Fans der Filme ... allerdings an die, die sich wirklich ernsthaft mit den Filmen beschäftigen wollen.

Es gibt auch noch ein weiteres Buch, dessen Titel mir jetzt leider entfallen ist, in dem speziell auf die Darstellung der Ureinwohner in Cannibal Holocaust eingegangen wird. Hatte ich damals wohl erst erfahren, als das Buchkapitel resp. Magazin fertig war. Wenn's Dir hilft, kann ich nochmal nachsehen, ob ich den Titel herausfinde.

Das englische Buch, das ich erwähnt hatte, ist von John Martin: Cannibal - The Most Sickening Consumer Guide Ever! Natürlich schon deutlich über MPW-Niewoh (kleiner Scherz), aber für Deine Zwecke wohl auch keine allzu große Hilfe.

Über Deine ursprüngliche Frage hab ich mich später noch amüsiert: Ein MPW-Buch als Informationsquelle für eine Examensarbeit. :palm: Das wäre sicherlich das erste Mal! Habe es damals, als ich angefangen habe, mich für das Thema ernsthaft zu interessieren, gekauft und gelesen. 2005, als ich die Arbeit an meinem Buch aufgenommen habe, habe ich es nochmal gelesen. Fazit: NICHT EINE NOTIZ für mein Buch gemacht, keine einzige brauchbare Information.

Es gibt auch ein italienisches Buch über Deodato, das ich mir aber schon wegen der Sprachbarriere nicht besorgt habe. Keine Ahnung, wie gut oder genau da auf Cannibal Holocaust eingegangen wird. Dürfte aber, wie in meinem Buch, der am ausführlichsten behandelte Film sein. Die bislang umfangreichste Abhandlung zum Film dürfte aber wohl nach wie vor mein Magazin sein ;) ...
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon igore » 5. Okt 2011, 20:06

das aron boone buch ist wirklich nicht das gelbe vom ei.
dies hier dürfte wesentlich brauchbarer für deine arbeit sein.
hab dir cover und inhaltsverzeichnis mal eingescannt. geht allerdings nicht nur um den dschungel,
sondern um kannibalismus in all seinen facetten.
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außerdem gibt es in zwei älteren splatting image ausgaben gut geschriebene artikel zum thema kannibalen,
die ich dir auch gerne scannen kann, wenn es dich interessiert.

viele grüße,
michael
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon purgatorio » 5. Okt 2011, 20:39

:shock: :D Stark! an dieser Stelle schoneinmal Dank an euch beide.

tenebrarum hat geschrieben:(...)
Es gibt auch noch ein weiteres Buch, dessen Titel mir jetzt leider entfallen ist, in dem speziell auf die Darstellung der Ureinwohner in Cannibal Holocaust eingegangen wird. Hatte ich damals wohl erst erfahren, als das Buchkapitel resp. Magazin fertig war. Wenn's Dir hilft, kann ich nochmal nachsehen, ob ich den Titel herausfinde.
(...)

Unbedingt mal nach dem Titel schauen! Das würde mein Thema stark anschneiden.
igore hat geschrieben:(...) geht allerdings nicht nur um den dschungel,
sondern um kannibalismus in all seinen facetten.

Aber es geht auch um den Dschungel, ja? Mein Thema wäre grob Umrissen "Die filmische Iszenierung antropophager Wilder", also wirklich nur Ureinwohner mit einer ganz klaren Trennung zum Kannibalismus innerhalb der Zivilisation. Gerade die Italiener sollen auch nur am Rande ergänzt sein, da ich nicht weiß in wie Fern eine wissenschaftliche Arbeit zu Thema nicht unter das Werbeverbot bzgl. indizierter Filme fallen würde. Das müsste ich mal intensiver Prüfen, obwohl vielleicht auch schon der Martin helfen könnte (über die einzelnen Tenebrarum-Ausgaben dachte ich auch schon nach, da wäre aber die Frage nach den Quellen notwendig, da ich sonst nicht - oder nur schwer - als Sekundärliteratur einarbeiten kann).

Mehr dann morgen - auf einige Punkte muss ich noch eingehen :D



Im Übrigen würde ich die Literaturdiskussion noch ein weilchen im Thread belassen. Zum einen, weil vielleicht für den ein oder anderen Mitleser noch interessante Aspekte entstehen könnten, zum anderen könnte sich auch noch der ein oder andere mit einem hilfreichen Beitrag zu Wort melden. Sobald es dann detailiert fachlich wird (also aller Voraussicht nach ab Mitte Dezember) würd ich dann das Gespräch auf den PN-Bereich verlagern wollen ;) (ihr wisst schon, Herr Gutenberg liest vielleicht mit - Akademiker werden da mitlerweile furchtbar vorsichtig)
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon purgatorio » 5. Okt 2011, 20:42

igore hat geschrieben:Bild
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außerdem gibt es in zwei älteren splatting image ausgaben gut geschriebene artikel zum thema kannibalen,
die ich dir auch gerne scannen kann, wenn es dich interessiert.

ich seh gerade, dass buch hatte ich auch schon auf dem Schirm. Das Inhaltsverzeichnis sieht brauchbar aus! Danke für den Tipp. Die SI's hatte ich auch schon ins Auge gefasst. Ich wollte mich deswegen mal an den Herrn Schweer wenden, behalte dein Angebot aber definitiv im Hinterkopf - Danke!
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon tenebrarum » 6. Okt 2011, 00:00

@ purgatorio

Erstmal zu meinem Magazin: Ich habe - sofern ich Zitate gebracht habe - selbstverständlich Quellenangaben im Heft. Ein Großteil des Inhalts - wenn es nicht gerade um Anekdoten von den Dreharbeiten geht (wobei ich natürlich auf Infos von Beteiligten angewiesen war) - basiert auf eigener Arbeit, sprich: nicht nur Recherche bezüglich bereits vorhandener Texte, sondern in erster Linie eigene Interpretation und Analyse der Filme. Da könntest Du mein Magazin also ruhigen Gewissens als Sekundärliteratur angeben. Wobei zu bedenken ist, dass ich den Film mit all seinen Aspekten behandle; ein Großteil meiner Arbeit dürfte für Dein Staatsexamen also weniger interessant sein. Dummerweise ist ausgerechnet ein Artikel, der sich mit der Darstellung der verschiedenen Stämme in Cannibal Holocaust auseinandersetzt, erst in den letzten Monaten entstanden (das Thema Cannibal Holocaust lässt mich einfach nicht los) und ist nicht Bestandteil des Magazins.

Bezüglich des Hinweises auf den "feinen" Herrn Gutenberg: Ich habe so meine eigenen Erfahrungen, leider, was einem so alles passieren kann, wenn man eigene geistige Arbeit Leuten anvertraut, die dieses Vertrauen nicht verdient haben :kotz: ... Ansonsten wäre längst mein komplettes Buch zum Thema Kannibalenfilm im Original veröffentlicht. Ich habe also durchaus gelernt / lernen müssen, da vorsichtiger zu sein, und begrüße demnach Deine Intention, ab einem gewissen Punkt auf persönliche Nachrichten umzusteigen.

Wegen des Buches mit dem Artikel zu Cannibal Holocaust werde ich nochmal nachsehen. Kann mich lediglich erinnern, dass es dort um die Darstellung von kannibalischen Ureinwohnern in verschiedenen Medien ging, passt also EXAKT zu Deiner Arbeit.

Mit dem Werbeverbot ist das so eine Sache ... Diverse Verlage haben da offenbar keine Probleme, über indizierte Filme zu berichten. Ich nehme aber mal an, dass aus genau diesem Kreise Beschwerden an ebay gegangen sind, als ich neulich dort mein Magazin verkaufen wollte. Aber ebay und die Justiz sind ja immer noch zwei verschiedene Dinge (keine Ahnung, was von beiden schlimmer ist). Jedenfalls sollte eine kritische Besprechung kein Problem sein. Aber ich bin kein Anwalt (und die, die ich wegen der Klagerei bezüglich meines Buches kennen gelernt habe, sind A...löcher, die mich nur noch tiefer in die Scheiße geritten haben). Vielleicht solltest Du Dich da wirklich ordentlich beraten lassen. Noch besser, falls Du schon einen Verlag für Deine Arbeit hast, könnte dessen Rechtsabteilung das abklären.

Ciao,

Martin
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon tenebrarum » 6. Okt 2011, 00:38

@ purgatorio

Hab's gefunden. Von 2009, und Du hast immer noch die Möglichkeit, die erste Bewertung bei Amazon abzugeben ;) ...

'Böser Blick und guter Biss': Koloniale Begegnungen zwischen Projektion und Massaker in Alexander von Humboldts "Ansichten der Natur", Alejo Carpentiers ... und Ruggero Deodatos "Cannibal Holocaust"

Schon traurig, wenn man bedenkt, dass "Aron Boone" deutlich mehr Bücher verkauft haben dürfte, und dass der Bekanntheitsgrad des Buches sämtliche anspruchsvolleren Publikationen übersteigen dürfte. Wirft irgendwie kein gutes Licht auf die Horrorfans. :(

Und hier gleich noch eine wunderschöne Rezension des Boone-Buches, geschrieben von Michael Drewniok, veröffentlicht bei buchwurm.info:



Buch-Reviews
Kannibalen! (Boone, Aron)

Auflage: 2001
Erscheinungsjahr: 1998
ISBN: 3-931608-19-0
Verlag: MPW
Genre: Film


1 Review


Der erklärte Freund des Phantastischen in Literatur und Film weiß es selbstverständlich: Die Welt des Unheimlichen (an deren deutscher Pforte die Bundesprüfstelle mit flammendem Schwert unerbittlich Wache hält) besteht nicht nur aus aristokratischen Vampiren, schlecht frisierten Werwölfen oder Geige spielenden Frankenstein-Monstern, die ab und zu zwar ohne viel Federlesens, aber doch recht diskret einen gar zu vorwitzigen Geisterjäger des Lebens berauben.

Doch wer sich dort, wo die filmischen Früchte des Horrors in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit feilgeboten werden, tief hinab zu den unteren Regalreihen beugt, taucht ein in ein dunkles, von niederen Instinkte beherrschtes Universum. Blut, plakative Gewalt und viel nackte (weibliche) Haut, die möglichst rasch unter Einsatz möglichst plakativer Gewalt von möglichst viel Blut zu umfließen ist, bilden hier den Maßstab, an dem das (meist männliche) Publikum den Unterhaltungswert des "Exploitation"-Films misst. "Ausbeutung" ist das Schlüsselwort, geht es doch darum, schlicht alles, was sich Regisseur, Drehbuchautor & Co im "richtigen" Film mühsam selbst ausdenken müssen, zu "borgen", um dann aus diesen Szenen, Bildern und Dialogen eine grobe, auf das gerade skizzierte Ziel ausgerichtete Fassung zusammenzuklittern. Jawohl, dieser "Exploitation"-Film ist definitiv nichts für Feingeister und Cineasten - ganz besonders nicht in seiner krassesten Form: dem "Sexploitation"-Movie, das in jeder Beziehung auf den Unterleib zielt, ohne sich dabei mit einer Geschichte aufzuhalten.

Wenn es darum geht, einen sachlichen Blick auf den Schmuddelfilm zu werfen, beschränken sich die meisten Kritiker darauf, die Pestglocke zu läuten, "Unrein! Unrein!" zu rufen und den Auftritt des Staatsanwaltes zu fordern. Ansonsten wird durch demonstrativen Ekel gesunder Menschenverstand unter Beweis gestellt, wobei gern düstere Theorien über den Geisteszustand jener entwickelt werden, die sich zu den Schattenseiten der Unterhaltung hingezogen fühlen. Damit macht man es sich jedoch gar zu einfach: Bereits die Tatsache, dass das (S)exploitation-Kino jährlich weltweit Summen einspielt, die sich mit den Einkünften eines Industriestaates mittlerer Größe messen können, weist deutlich darauf hin: Hier geht es nicht um die Vorlieben einer verwirrten Minderheit, sondern um ein echtes kulturelles Phänomen - und das ist es allemal wert, beleuchtet zu werden.

Dazu bedarf es allerdings Personen, die etwas von der Materie verstehen, keine Angst haben, sich die Finger schmutzig zu machen, und nicht schon vorab "wissen", was ihre Forschungen erst an den Tag bringen sollen. Untersuchungen zu Themen der populären oder trivialen Kultur sind heute nichts Neues mehr. Es ist einfach, entsprechende Sekundärliteratur über Science-Fiction, Comics oder die "normale" Phantastik zu finden. Aber an den Bodensatz der Gegenwartskultur will sich offenbar hierzulande kein wirklich Kundiger wagen. Solche Ignoranz bringt Bücher wie dieses hervor; nicht verfasst, sondern zusammengestammelt von Stümpern, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, genau jene Vorurteile zu bestätigen, die ihnen und denen, die sie repräsentieren wollen, von der skeptischen Mehrheit ihrer Zeitgenossen entgegengebracht werden.

Was ist von einem Autoren zu halten, der a) offenkundig zu dämlich ist, sein eigenes Pseudonym zu wahren (also: Heiko Bender heißt der Unglückswurm, der hier der Welt sein Untalent kundtut), b) keine Ahnung hat, ob er sich nun "Aron Boone" oder "Aron Boon" nennen möchte, und c) auch ansonsten ein erklärter Feind der deutschen Rechtschreibung und Grammatik ist?

Nun ist es nicht zwangsläufig erforderlich, ein Fachmann und ein Meister des geschliffenen Wortes zu sein. Deshalb mag man Boone (wie wir ihn hier einheitlich nennen möchten) seine Eigenwilligkeiten in Stil und Ausdruck gerade noch durchgehen lassen. ("Erst wird geschlachtet, dann kommt die Schere und klatsch, ist man in Miami.") Unverzeihlich bleibt jedoch, dass Boone von dem, was er nach endlosen Kino- und Fernsehstunden meint darstellen zu können, sichtlich nicht den Schimmer einer Ahnung hat, sobald es darum geht, mehr als die pure Handlung eines Filmes nachzuerzählen. "Das Thema des weißen Wissenschaftlers, der sich aus Eingeborenen eine Horde williger Untermenschen erschafft, erinnert an Jule Vernes 'Insel des Dr. Moreau' ..." ist ein typischer Klopfer Boones, der sich nicht nur in fröhlicher Unwissenheit der Terminologie der NS-Zeit bedient, sondern Jules (mit "s", Trottel!) Verne mit H. G. Wells verwechselt, der sich bekanntlich den schurkischen Dr. Moreau tatsächlich ausgedacht hat.

Aber verlieren wir uns nicht in den grausig dummen Details, sondern werfen einen Blick auf das Gesamtwerk. Boone hat es wie folgt gegliedert:

Kapitel 1: Die Filme
("Es wird mit Macheten geschlachtet und geköpft, wie nirgends sonst wo ...")

"Mondo Cannibale", "Jungfrau unter Kannibalen", "Nackt und zerfleischt", "Lebendig gefressen", "Zombies unter Kannibalen" - Niemand sage, der Inhalt eines Filmes ließe sich nicht durch seinen Titel präzise wiedergeben! Autor Boone führt ein in die Klassiker eines abstrusen Genres. Die Entscheidung darüber, wie zufrieden dies den Leser zurücklässt, hängt davon ab, ob und in welchem Maße dieser bereit ist, hohlköpfige Unbedarftheit als Ersatz für vermitteltes Wissen zu akzeptieren. Wenigstens ein kurzer Blick auf die facettenreiche Geschichte des italienischen Gruselfilms mit seinen ganz eigenen, bizarren Regeln und seiner opulenten Tradition (ja, doch!), die weit zurückreicht bis in die "Grand Guignol"-Tage des Theaters? Fehlanzeige! Boones persönliche Chronologie setzt abrupt mit dem pseudodokumentarisch-sensationslüsternen "Mondo"-Film ein, dem - pardauz! - der Kannibalen-Schrecken entspringt. Die filmhistorischen Hintergründe konsequent ausklammernd, schwelgt Boone lieber in der Erinnerung an die grausigen Kunstblut-Exzesse "seiner" Filme. Mit kindlicher Begeisterung (und entsprechendem Wortschatz) versucht er mühsam zu artikulieren, was selbst kluge Köpfe vor ein Rätsel stellt: Wie ist es zu erklären, dass Menschen derlei plumpes Spiel mit dem Entsetzen vergnüglich finden? Boone bemüht sich im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten mächtig, die Kannibalen-Filme zu intellektuellen Sprenggeschossen aufzuwerten, deren anarchistische Kraft den Deckmantel angeblicher Zivilisation zerschmettert, um darunter dem sadistischen Voyeur in uns allen schonungslos die Maske vom Gesicht zu reißen. Theoretisch hat er ja Recht, denn es gibt solche bei aller Brutalität vielschichtigen Horrorfilme; Tobe Hoopers "Kettensägenmassaker" ist so einer. Aber spätestens Boones spärliche Angaben zu den Machern hinter den Kulissen belegen (unfreiwillig), das sich der Kannibalen-Film über eiskalten Kommerz, Dilettantismus und Dummheit definiert.

Kapitel 2 - Die Regisseure
("Erzählt wird hier die tragische Geschichte eines jungen Mannes, der den Tod seiner Geliebten nicht verkraftet und dadurch in seiner Psyche ein Krankheitsbild aufbaut, das seinen Geist zerfrißt und ihn zu taten hinreißt, die den Film zu einem der härtesten Splatterfilme überhaupt gemacht haben ...")

Autor Boone singt den sagenhaften Gestalten hinter den Kameras des Kannibalen-Films ein längst überfälliges Loblied - Männern wie Umberto Lenzi, Ruggero Deodato, Anthony Dawson, Joe d’Amato oder Jess Franco (alles Decknamen); seltsame Gestalten, die bestenfalls Geldgier und Talentlosigkeit auszeichnet, die aber darüber hinaus offensichtlich mehr als eine Schraube locker haben und besser dort aufgehoben wären, wo man seine Briefe mit Wachsmalstiften schreiben muss.

Dass sich dies im Falle Joe d’Amatos inzwischen erledigt hat, nachdem ihn ein gnädiges Schicksal im Januar 1999 in die ewigen Kannibalen-Jagdgründe abberief, konnte Boone natürlich noch nicht wissen. Das hindert ihn jedoch nicht daran, dem Leser Informationen über das Treiben seiner Regie-Idole nach 1990 generell vorzuenthalten; es ist halt ein Manko, wenn man kaum seine deutsche Muttersprache beherrscht und folglich abwarten muss, bis jene einschlägigen Publikationen, aus denen man großzügig sein Pseudo-Wissen saugt, mit einiger Verspätung aus dem Italienischen übersetzt werden.

Kapitel 3 - Sonstiges
("Erst ganz langsam und dann immer heftiger keucht er den Atem des Wahnsinns aus ...")

Ein buntes Sammelsurium läutet die letzte Runde dieses Trauerspiels ein. Der Abschnitt "Pathologischer Bericht - Schnittberichte" gibt beredt Auskunft über ein Thema, das dem wahren Exploitator schon immer Grund zur lauten Klage bot: Leider, leider, leider macht es der vernagelte deutsche Gesetzgeber dem vielleicht hirntoten, aber immerhin mündigen Bürger gar zu schwer, sich an den Originalitäten des italienischen Horrorkinos zu erfreuen. Wie könnte sich denn auch der wahre Zauber von "Zombies unter Kannibalen" entfalten, wenn integrale Szenen wie "Ein Zombie wird mit dem Motorbootpropeller zerlegt" (S. 202) fehlen? Glücklicherweise ist Holland nahe, denn dort dürfen die Teufel unzensiert tanzen.

Den wahren Fan stachelt solche Zensur selbstverständlich erst recht an. Die Suche nach dem ungeschnittenen, dem reinen Stoff schildert Boone in "Letzte Reservate - Bootlegs & Co". Hier lernt man, zu welchen (meist finanziellen) Opfern die treuen Anhänger des groben Horrors bereit sind. Doch wehe! Skrupellose Geschäftemacher nutzen die Gutgläubigkeit ihrer geistig schlicht gestrickten Kundschaft aus und senden ihnen aus dem sicheren Ausland für teures Geld nur raubkopiert schemenhafte Menschenfresser ins Haus! Die Ironie, die in dieser Praktik innewohnt, bleibt Boone und den Seinen leider verborgen: Kannibalen gibt es auch heute noch - sie haben ihre ökologische Nische im Video-Versandhandel gefunden ...

"Nachbarstämme - verwandte Filme" sammelt einige Streifen, die Boone weiter vorn nicht unter die Klassiker setzen mochte, denen er aber doch ein Denkmal setzen wollte. "Kung Fu Kannibalen - Blutbank des Grauens" gehört beispielsweise zu ihnen ...

"Anthropophagus - die echten Kannibalen" markiert Boones rührenden Versuch, seinem Werk einen "wissenschaftlichen" Anstrich zu geben. Weil er sich nicht traut, sein mühsam angelesenes Wissen über den Kannibalismus einst und jetzt durch eigene Ergänzungen zu verhunzen, glücken ihm hier bei aller rhetorischen Unbeholfenheit noch die brauchbarsten Ausführungen.

"Kannibalen!" geht übrigens auch buchhandwerklich ganz eigene Wege. Obwohl mit einer ISBN-Nummer gesegnet und daher offiziell auf dem Buchmarkt vertreten, wirkt der Band wie mit der Handdruckerpresse im Booneschen Kohlenkeller hergestellt. Für Korrekturleser, Grafiker, Layouter und ähnliche Spießer & Spielverderber herrschte offenkundig strengstes Zutrittsverbot dort, wo sich das Genie des Autoren ungehemmt entfalten sollte. Ist ein Kaufpreis von ursprünglich umgerechnet 20 Euro für das Ergebnis - 256 in jeder Beziehung verschwommene Seiten konzentrierten Unvermögens - zu hoch? Antiquarisch dürfte das Werk inzwischen günstiger zu erwerben sein; um des hochkarätigen unfreiwilligen Humors lohnt sich die Anschaffung allemal!

p. s.: Ein faszinierendes Rätsel bleibt die Landkarte vom Oberlauf des Amazonas, die Boone auf der Doppelseite 254/55 abdruckt. Anscheinend ist das jener Teil der Welt, in denen er bzw. die Gelehrten der Cinécitta-Universität von Rom die verehrten Kannibalen vermuten.

Michael Drewniok [05.12.2004]
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon Operazione Bianchi » 6. Okt 2011, 01:17

purgatorio hat geschrieben:
Aber es geht auch um den Dschungel, ja? Mein Thema wäre grob Umrissen "Die filmische Iszenierung antropophager Wilder", also wirklich nur Ureinwohner mit einer ganz klaren Trennung zum Kannibalismus innerhalb der Zivilisation. Gerade die Italiener sollen auch nur am Rande ergänzt sein, da ich nicht weiß in wie Fern eine wissenschaftliche Arbeit zu Thema nicht unter das Werbeverbot bzgl. indizierter Filme fallen würde. Das müsste ich mal intensiver Prüfen, obwohl vielleicht auch schon der Martin helfen könnte (über die einzelnen Tenebrarum-Ausgaben dachte ich auch schon nach, da wäre aber die Frage nach den Quellen notwendig, da ich sonst nicht - oder nur schwer - als Sekundärliteratur einarbeiten kann).

Mehr dann morgen - auf einige Punkte muss ich noch eingehen :D


Ich frage einfach mal so : auf welche Filme hast Du denn vor (von den Deodato/Lenzi Filmen abgesehen) noch einzugehen ? Ich meine das Kannibalen Genre ist nicht gerade die filigranste Form des (italienischen) Filmschaffens , meiner Meinung nach war der Sinn und Zweck doch in erster Linie die Kotzgrenze hochzuschrauben und in Gekröse zu schwelgen . Also ohne einen gewissen Gesellschafts/Zeitgeist -Bezug (das "Alibi" bei CH : Die Gesellschaft ist verroht , und wir sind nur ein Spiegel der entarteten Gesellschaft also laßt uns mal ne Indio-Pische vergewaltigen und pfählen ) dürfte es schwierig werden auf die Italo-Greuel einzugehen , geschweige denn die Seitenzahl zu packen bzw. die Fakultät zu überzeugen . An Deiner Stelle würde ich einfach versuchen erstmal eine möglichst komplette Liste von ALLEN relevanten Filmen mit "wilden Kannibalen" zusammenzustellen ( u.a. die alten S/W Tarzan Filme nach Kannibalen durchforsten - ich erinnere mich zumindest an einen Teil in dem Gefangene von gestrafften Palmen auseinander gerissen werden ) und eine Entwicklung der Darstellungsform aufzuzeigen - wär schon mal schön für die Einführung . Vielleicht noch etwas antropologische Literatur durchwälzen und mit Glück ein paar Referenzen ausfindig zu machen, um bei den "Klassikern" ins Detail gehen zu können ! Ach ja , und die Mondos nicht vergessen ;)
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon purgatorio » 6. Okt 2011, 08:52

Operazione Bianchi hat geschrieben:Ich frage einfach mal so : auf welche Filme hast Du denn vor (von den Deodato/Lenzi Filmen abgesehen) noch einzugehen ? Ich meine das Kannibalen Genre ist nicht gerade die filigranste Form des (italienischen) Filmschaffens , meiner Meinung nach war der Sinn und Zweck doch in erster Linie die Kotzgrenze hochzuschrauben und in Gekröse zu schwelgen . Also ohne einen gewissen Gesellschafts/Zeitgeist -Bezug (das "Alibi" bei CH : Die Gesellschaft ist verroht , und wir sind nur ein Spiegel der entarteten Gesellschaft also laßt uns mal ne Indio-Pische vergewaltigen und pfählen ) dürfte es schwierig werden auf die Italo-Greuel einzugehen , geschweige denn die Seitenzahl zu packen bzw. die Fakultät zu überzeugen . An Deiner Stelle würde ich einfach versuchen erstmal eine möglichst komplette Liste von ALLEN relevanten Filmen mit "wilden Kannibalen" zusammenzustellen ( u.a. die alten S/W Tarzan Filme nach Kannibalen durchforsten - ich erinnere mich zumindest an einen Teil in dem Gefangene von gestrafften Palmen auseinander gerissen werden ) und eine Entwicklung der Darstellungsform aufzuzeigen - wär schon mal schön für die Einführung . Vielleicht noch etwas antropologische Literatur durchwälzen und mit Glück ein paar Referenzen ausfindig zu machen, um bei den "Klassikern" ins Detail gehen zu können ! Ach ja , und die Mondos nicht vergessen ;)


hey hey, erstkalssiger Kommentar! Irgendwo weiter oben hatte ich aber mal angedeutet, dass die italienischen Filme nur ein Randthema sein können und werden! Natürlich muss gerade der Mainstream- und Klassikerbereich abgegrast werden um das Bild des kannibalischen Wilden zu erörtern, dass medial vertrieben und vertreten wird. Erst dann kann eine Ursachen- und Folgeforschung ansetzen. Über entsprechende Filmvorschläge zu diesem Bereich wäre ich dankbar! Derzeit stehen aber schon definitiv (hier jetzt natürlich nur in Auszügen) ein Vergleich der drei King Kong-Filme im Bezug zum Thema, der zweite Teil vom Fluch der Karibik und natürlich unbedingt und zwingend Robinson Crusoe auf meinem Schirm. Da ich die Arbeit unter mediendidaktischen Prämissen verfassen muss (die sächsische Bildungsagentur zwingt mich förmlich dazu), werde ich auch auf Kannibalen in Trickfilmen eingehen (ihr wisst schon, Knochen im Haar, Abenteurer im Topf, Schädel auf Pfahl - eben das übliche Gedöns).
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Re: Kannibalen - Aron Boone

Beitragvon purgatorio » 6. Okt 2011, 12:06

tenebrarum hat geschrieben:@ purgatorio

Hab's gefunden. Von 2009, und Du hast immer noch die Möglichkeit, die erste Bewertung bei Amazon abzugeben ;) ...

'Böser Blick und guter Biss': Koloniale Begegnungen zwischen Projektion und Massaker in Alexander von Humboldts "Ansichten der Natur", Alejo Carpentiers ... und Ruggero Deodatos "Cannibal Holocaust"

Schon traurig, wenn man bedenkt, dass "Aron Boone" deutlich mehr Bücher verkauft haben dürfte, und dass der Bekanntheitsgrad des Buches sämtliche anspruchsvolleren Publikationen übersteigen dürfte. Wirft irgendwie kein gutes Licht auf die Horrorfans. :(



oha ... das ist ja eine Studienarbeit (Semester-Hausaufgabe). Derartiges hatte ich jetzt schon öfters bei amazon gefunden - die Qualität ist entsprechend häufig sehr ungewiss. Das diese Abhandlung hier 14EUs wert ist wenn uns doch zumindest die Benotung vorenthalten bleibt möchte ich bezweifeln. Am ehesten wäre hiervon sicherlich die Literaturliste interessant.


tenebrarum hat geschrieben:Mit dem Werbeverbot ist das so eine Sache ... Diverse Verlage haben da offenbar keine Probleme, über indizierte Filme zu berichten. Ich nehme aber mal an, dass aus genau diesem Kreise Beschwerden an ebay gegangen sind, als ich neulich dort mein Magazin verkaufen wollte. Aber ebay und die Justiz sind ja immer noch zwei verschiedene Dinge (keine Ahnung, was von beiden schlimmer ist). Jedenfalls sollte eine kritische Besprechung kein Problem sein. Aber ich bin kein Anwalt (und die, die ich wegen der Klagerei bezüglich meines Buches kennen gelernt habe, sind A...löcher, die mich nur noch tiefer in die Scheiße geritten haben). Vielleicht solltest Du Dich da wirklich ordentlich beraten lassen. Noch besser, falls Du schon einen Verlag für Deine Arbeit hast, könnte dessen Rechtsabteilung das abklären.


Offenbar ein sehr weites Feld, dieses Werbeverbot. Aber mit Verlag greifst du etwas sehr hoch! Bevor soetwas in abgewandelter und erweiterter Form als Buch heraus geht, sollte zumindest ersteinmal das inneruniversitäre Debakel überstanden sein :D Das aber besonders gute Abschlussarbeiten in erweiterter und ergänzter Form auch ihren Weg als Fachbuch auf den Büchermarkt finden kommt immer wieder mal vor. Ich bin da entsprechend nicht abgeneigt :D

tenebrarum hat geschrieben:Den Artikel von Christian Moser habe ich gelesen. Das Buch "Das schlechte Gewissen der Moderne" kannte ich bis dahin gar nicht. Das zeigt sehr deutlich, dass die Schundliteratur eines gewissen Verlages sich allemal besser verkauft/verbreitet als anspruchsvolle Literatur. ABER: Bei einem Titel wie "Kannibalismus als Metapher des Verstehens" hört der SPASS tatsächlich auf; das ist streng akademisch ... zumindest dem ersten Anschein nach. Bei genauerer Betrachtung konnte man sich - bei allem noch so hohen Anspruch - des Verdachts nicht erwehren, dass der Autor den Film aus der Erinnerung heraus beschrieben hat. Angeblich zwingen Alan Yates und seine Crew die Eingeborenen zu der "Abtreibung", die Yanomamo werden als Yamamono oder so bezeichnet, und auch andere inhaltliche Fehler sind mir aufgefallen. Da hilft mir dann auch alles hochgestochene Geschreibe über Hermeneutik etc. nicht weiter ... und ich frage mich, was Deodato davon halten würde. Für Deine Examensarbeit dürfte das aber genau richtig sein, nehme ich an.


Den Moser-Aufsatz in "Das schlechte Gewissen der Moderne" hatte ich nur überflogen. Werd ich mir aber nochmal genauer vornehmen müssen. An inhaltliche Fehler kann ich mich nicht erinnern.
Hauptsächlich meinte ich aber sein Essay in kleiner Buchform, welches der AISTHESIS VERLAG herausgab. "Kannibalische Katharsis. Literarische und filmische Inszenierung der Anthropophagie von James Cook bis Bret Easton Ellis". (bei amazon).
Und Pulp-Literatur verkauft sich immer besser als Fachliteratur! :opa:
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