DAWN OF AN EVIL MILLENNIUM - Jörg van Bebber (Hrsg.) 2011

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DAWN OF AN EVIL MILLENNIUM - Jörg van Bebber (Hrsg.) 2011

Beitragvon purgatorio » 5. Dez 2014, 10:27

DAWN OF AN EVIL MILLENNIUM
Horror/Kultur im neuen Jahrtausend

Jörg van Bebber (Hrsg.)

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Broschiert: 692 Seiten
Verlag: Büchner-Verlag ( 1. Aufl. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941310224
ISBN-13: 978-3941310223

Amokläufe, Terroranschläge, Vergeltungskriege, Umweltkatastrophen und globale Seuchen: Seit Beginn des neuen Jahrtausends scheint ein Schreckensszenario das nächste zu jagen. In der Alltagsberichterstattung der omnipräsenten Massenmedien werden diese grauenvollen Ereignisse zu einer apokalyptischen Horrorgeschichte umgedeutet und ein Klima der Angst erzeugt.

Die Sphäre der Kultur(industrie) bleibt von den breit geführten Angstdiskursen nicht unberührt: Horror hat Hochkonjunktur, egal ob in Film oder Fernsehen, Literatur oder Comic, Rockmusik oder Videogame. Beste Voraussetzungen also für ein "böses Millennium", ein Zeitalter voller Schrecken.

In "Dawn of an Evil Millennium" widmen sich 92 Beiträge den Phänomenen des jüngsten Horrors, von "Silent Hill" und "Resident Evil" über "True Blood" und "Dead Set" bis hin zu "The Walking Dead", den "Hostel"-Filmen und "Saw 3D". Das weite Spektrum kulturwissenschaftlicher Ansätze kommt zur Anwendung, um die Vielfalt der neuen Horrorwelle in aller Prägnanz zu analysieren.
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Re: DAWN OF AN EVIL MILLENNIUM - Jörg van Bebber (Hrsg.) 2011

Beitragvon purgatorio » 5. Dez 2014, 10:53

Hab den Schmöker jetzt komplett gelesen und kann ihn als Nachschlagewerk für Vertiefung und Inspiration nur empfehlen. Klar, bei einer solchen Vielzahl von Autoren, die sich allesamt mit dem Horror der ersten Dekade (2000-2010) befassen, ist die Qualität der einzelnen Beiträge natürlich schwankend. Einige erscheinen mir sehr oberflächig, teils sogar unnütz (ein Beitrag zählt brav die quantitative Erscheinung von Zombies in den ersten drei THE WALKING DEAD-Bänden, um zu belegen, was ohnehin jeder weiß: Es geht um die Menschen, nicht um die Zombies), andere, wie - na klar - der Beitrag von Ivo Ritzer, sind zwar interessant, aber zugleich auch unlesbar (hierzu fällt mir aber wirklich nur der Ritzer-Beitrag ein). Wieder anderes kennt man bereits, so den Beitrag von Marcus Stiglegger, der in abgewandelter Form auch andernorts (Terrorkino) publiziert wurde.

Ein Ärgernis muss ich jedoch für fast jeden Artikel anmerken: Zitationen und Verweise sind häufig oberflächig und unbrauchbar. Autor und Jahr sind zwar ein guter Ansatz für weiterführende Literatur, die Überprüfbarkeit einiger Zitate ist dadurch aber nicht gewährleistet. Das fiel mir regelmäßig auf und ärgerte mich sehr, da DAWN OF AN EVIL MILLENNIUM primär zum Weiterdenken anregt, gleichzeitig die aufgezeigten Ansätze hierzu aber in Difusen Verweisen versanden lässt, da ich im Folgenden die angeführten Bücher in Ermangelung der Seitenangabe komplett lesen müsste. Bei der bemerkenswert und ansprechend umfangreichen Literaturliste im Anhang gerät dies schnell zu einem Ding der Unmöglichkeit.

Sicherlich, vielfach ist die Qualitätsschwankung auf die gebotene Kürze der Beiträge zurückzuführen. Die meisten Autoren schafften es aber, auf meist nur 5-7 Seiten (!) in sprachlicher wie inhaltlich ansprechender Form einige sehr ansprechende und anregende Thesen zu formulieren. Häufig muss der Inhalt zwar für die Gesamtbetrachtung gespoilert werden, weshalb die Lektüre zu diversen Filmen im Voraus wohl überlegt sein sollte, dies liegt aber in der Natur der Sache!

Insgesamt ist auch konstatierbar, dass die Bandbreite bemerkenswert ist. Der Schwerpunkt liegt auf dem Film, es finden sich aber auch Beiträge zu Serien, Romanen und zur Kunst! Der Wälzer ist entsprechend sowohl für die Nachbetrachtung, als punktuell auch für das Wecken von Interesse und für Neuentdeckungen geeignet. Und bei 92 Beiträgen ist die Tendenz hin zu sehr guten Artikeln überwiegend, was das Buch zu einer ganz klaren Empfehlung macht! Die einzelnen Artikel lesen sich zügig und sind perfekt für das Lesen nebenher geeignet (bei Kaffee und Kuchen, langweiligen Weihnachtsnachmittagen in Familie und so weiter). Nichts muss am Stück gelesen werden, alles ist - da inhaltlich jeweils abgerundet und beendet - je nach Bedarf und Interesse nutzbar, wobei ich aber auch dringend den Blick in Beiträge empfehlen möchte, die vielleicht auf den ersten Blick uninteressant wirken könnten. Die ein oder andere sehr interessante Neuentdeckung kann dabei zu Tage gefördert werden.
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