Zwei Trottel gegen Goldfinger - Giorgio Simonelli

Klamauk, Satire & jede Menge Gags

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Zwei Trottel gegen Goldfinger - Giorgio Simonelli

Beitragvon Onkel Joe » 18. Apr 2010, 12:17

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Originaltitel: Due mafiosi contro Goldginger
Herstellungsland: Italien/1965
Regie: Giorgio Simonelli

Darsteller: Franco Franchi, Ciccio Ingrassia, Gloria Paul, Fernando Rey, Andrea Bosic und George Hilton.

Natürlich sind Franco & Ciccio mal wieder auf Rip-Off spuren wie fast in allen Ihrer Filme, hier gibts Italo-Klamauk zum Thema Eurospy zu begutachten.Leider sind die Filme im O-Ton um einiges besser aber dieser hier denke ich ist auch in dt. mehr als einen Blick wert. 7/10
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Re: Zwei Trottel gegen Goldfinger - Giorgio Simonelli

Beitragvon buxtebrawler » 8. Mär 2013, 15:13

Zwischen 1964 und 1966 brachte es das italienische Komiker-Duo Franco e Ciccio auf satte 42 (!) Filme. Zu den besseren dieser Massenproduktion soll die „Goldginger“-Parodie „Zwei Trottel gegen Goldfinger“ zählen, der im Jahre 1965 unter der Regie Giorgio Simonellis („Ursus der Unbesiegbare“) entstand und bis dato der einzige ist, den ich mir zu Gemüte geführt habe.

Limonadenhersteller Goldfinger (im Original „Goldginger“, gespielt von Fernando Rey, „Navajo Joe“) will die Weltherrschaft an sich reißen und lässt zu diesem Zwecke arglose Bürger wie Franco und Ciccio hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Militär mittels eines Spezialapparats fotografieren, die dadurch zu willenlosen Zombies werden. Deshalb entsendet der Geheimdienst Agent 007 (George Hilton, „Der Killer von Wien“), der jedoch kläglich versagt. Nun liegt am trotteligen Duo, die Welt zu retten…

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die Prämisse des Films 100%ig richtig wiedergegeben habe, aber die ist auch nebensächlich in diesem Klamauk-Feuerwerk oberster Kajüte, durch das sich Franco und Ciccio im Affenzahn blödeln, wortwitzeln, slapsticken, grimassieren und gestikulieren. Mit so manch italienischer Komödie tat ich mich bislang schwer und so war ich auch hier auf alles gefasst – was mir sicherlich dabei half, „Zwei Trottel gegen Goldfinger“ genießen zu können. Hinzu kommt, dass ich ohnehin bereits die Original-„James Bond“-Filme überhaupt nicht erstnehmen kann und von daher meinen „Eurospy“ üblicherweise komödiantisch bzw. parodistisch bevorzuge. Am wirklichen „Goldfinger“ orientiert man sich nur grob, übernimmt einige Szenen wie das Tauchen zu Beginn, die goldüberzogene Lady (Rosalba Neri, „Sklaven ihrer Triebe“) oder die geplante saubere Zweiteilung der Agenten und Elemente wie den hier „Mordi“ genannten und Grunzlaute absondernden Gehilfen Goldfingers (Dakar, „Zombies unter Kannibalen“) – und lässt den eigentlich 007 bereits zu einem frühen Zeitpunkt das Zeitliche segnen, an dessen Stelle unsere beiden Chaoten treten. Dieser rotzfreche Umgang mit dem Original gefällt mir und anstelle eines aalglatten Snobs nun den permanent und angestrengt eine Grimasse auf seiner Visage vor sich hertragenden Franco in der Hauptrolle zu sehen, bedarf zwar starker Nerven und schlechten Geschmacks, ringt mir ebenso wie der Dauerblödelfaktor in seiner Konsequenz aber Respekt ab und unterhält mich aufgrund seiner vollkommenen Übertreibung köstlich!

Very british geht es hier natürlich nicht zu, viel mehr molto italiano, denn das delirierende Geplappere der beiden ohne Luft zu holen und vor allem die sich ständig zwecks wilden Gestikulierens in der Luft befindenden Hände und Arme stecken auch noch in der deutschen Synchronisation, in der bestimmt einiges verlorenging, voller Südländer-Temperament. Heilig ist den beiden natürlich nichts und so jagt ein gerade aus heutiger Sicht politisch wenig korrekter Gag den nächsten, gefällt aber insbesondere der respektlose Umgang mit staatlichen Autoritäten, der dem Humor einen anarchischen Anstrich verleiht. Auch schöne Frauen dürfen nicht fehlen, allen voran Gloria Paul („Die drei Suppermänner räumen auf“) als Angestellte Goldfingers. „Zwei Trottel gegen Goldfinger“ nimmt keinerlei Rücksicht auf Verluste, lässt sich seine beiden Protagonisten völlig zum Horst machen und vergisst bei allem jedoch nicht, gelungene parodistische Akzente zu setzen und das „Vorbild“ noch lange vor „Austin Powers“ deftig zu verulken. Besser, als ich es erwartet hatte und in einem „Double Feature“ mit Hamiltons „Goldfinger“ eine empfehlenswerte Abwechslung für dem maschinengewehrsalvengleichen Italo-Brachialhumor aufgeschlossen Gegenüberstehende.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Zwei Trottel gegen Goldfinger - Giorgio Simonelli

Beitragvon reggie » 8. Mär 2013, 23:01

Kenne diesen Film nicht, sah aber mal zwei Trottel im Wilden Westen, der war schon sehr spezial...

Und dann kenne ich noch " Herr Major zwei Flaschen Melden sich zur Stelle". Der ist Super! Mit Fernando Sancho in einer kultigen Rolle als "Ltd. Schweißfuß" :lol:


Überlege mir schon lange die Box von Mig zu holen, bin mir aber nicht sicher ob die Filme richtung Trottel gehen oder nicht :?
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