Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Klamauk, Satire & jede Menge Gags

Moderator: jogiwan

Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon DrDjangoMD » 17. Jun 2011, 15:43

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Originaltitel: Dr. Jekyll e gentile Signora

Alternativtitel: Jekyll Junior./ Dr. Jekylls`s unheimlicher Horrortrip (der stand auf meiner DVD :doof: )

Land: Italien

Jahr: 1979

Regie: Steno („Der Größte Lustspielregisseur der Welt“ – stand auf der DVD)

Darsteller: Paolo Villaggio, Edwige Fenech, Gordon Mitchell, u.v.a.

Handlung: Vor hundert Jahren lebte ein netter Kerl namens Mr. Hyde, der sich nach Einnahme eines selbstgebrauten Elixiers in den bösen Dr. Jekyll verwandelt hatte. Er richtete sich selbst, doch da er unsterblich ist (hinterfragt die Handlung nicht) lebt er noch heute und arbeitet für das skrupellose Unternehmen Pantak. Eines Tages findet er im Keller seiner Villa seinen Großvater der irgendwie auch Mr. Hyde ist. Er zeigt vor seinem Ableben seinem bösen Neffen die Tränke mit denen man Menschen besser oder schlechter machen kann. Durch einen Trick bringt er Jekyll dazu vom Nettigkeitstrank zu kosten worauf dieser zum philanthropischen Mr. Hyde wird…

Kritik: Die Grundidee fand ich gar nicht mal so schlecht! Zu zeigen, dass in der heutigen Welt, die von skrupellosen Geschäftsleuten regiert wird nicht mehr der gute Jekyll zum abnormalen bösen Hyde mutiert, sondern der böse Jekyll zum guten Hyde und als solcher ein unerwünschter Fremdkörper ist. Daraus hätte man durchaus eine nette Gesellschaftskritik machen können. Oder man augagiert den klamaukerfahrenen Steno „Den Größten Lustspiel Regisseur der Welt“ und macht eine billige Komödie aus dieser Idee - yeah! :D :) :| :x
Spätestens wenn der üble Verbrecherboss aller Bosse an der Bedienung seines elektrischen Rollstuhles scheitert wissen wir mit welcher Art Humor wir es in „Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip“ zu tun haben. Flache Witze, hier und da ein paar Anspielungen und sonst so gut wie gar nichts.
Außerdem ist die Handlung vollkommen absurd. Wir erfahren, dass vor hundert Jahren dieser Mr. Hyde lebte, der sich mal in diesen Dr. Jekyll verwandet hat (jeder der die Originalstory kennt wird hier schon verwirrt sein, weil man die Namen getauscht hat). Angeblich hat der Typ Selbstmord begangen. Aber er lebt noch weil er unsterblich ist oder so. Dann findet dieser im Keller einen alten Mann, der wohl der Mr. Hyde von damals war. Wer ist also unser Hauptcharakter? Dass in Alternativtiteln von einem Jekyll Junior gesprochen wird macht die ganze Sache auch nicht wirklich einfacher.
Den gespaltenen Doc spielt Paolo Villaggio und als bösen Jekyll find ich ihn eigentlich recht super. Mit seinen fettigen Haaren, seiner fülligen Gestalt, seinem Kinnbart und seinen haarigen Händen liefert er das perfekte Aussehen für seinen Charakter voll Menschenhass, Geilheit und Gewaltbereitschaft (muss ich mir eigentlich Sorgen machen, wenn ich ihm ein wenig ähnlich schaue :( ). Dieser Jekyll/ Hyde ist finde ich sehr nachvollziehbar, er ist ein Monster wie es uns tagtäglich auf der Straße begegnen könnte und das ist meiner Meinung nach um einiges besser als wenn man Jekyll/ Hyde einfach zu einer unmenschlichen Kreatur machen würde.
Sobald er sich aber in den gütigen Hyde verwandelt geht’s abwärts – sehr sehr steil abwärts. Er legt die Rolle wie einen stereotypen Schwulen an. Was soll uns das bitte sagen? Gute Menschen sind Menschen die sich wie homosexuelle aufführen? Noch dazu wirkt seine Blondhaarperücke einfach albern.
Um Edwige Fenech tut’s mir leid. Sie ist so eine wunderbare Schauspielerin, findet sich in ihrer Rolle aber nicht zurecht. Die erste Stunde hat sie ein und denselben Gesichtsausdruck und warum sich ihr Charakter einer kühlen diabolischen Karrierefrau in den tuntigen Hyde verliebt ist mir auch ein Rätsel. Die beiden vollkommen sinnlosen Nacktszenen die sie bekommt freuen den Zuseher natürlich, machen die Tatsache, dass man sich bei ihrer Charakterzeichnung überhaupt nichts überlegt hat aber bei weitem nicht wett.
Und zu den restlichen Darstellern…Sagen wir so: von allen Mitwirkenden wirkt die Performance Gordon Mitchells mit Abstand am professionellsten. Ja Gordon Mitchell hat mehr schauspielerisches Können als alle anderen, die in diesem Film auftreten zusammen.
Was soll man noch sagen? Die Musik nervt, der Schnitt ist lachhaft (wir sehen eine Einstellung zweimal direkt hintereinander!) und 1 Stunde 40 Minuten sind eindeutig zu lang für diesen Erguss. Dabei hätte man es so leicht kürzen können. Fünfzehn Minuten vor dem Abspann wäre nämlich so eine gute Schlussszene gekommen, aber nein, der Film geht weiter, denn Steno will noch schnell mal eine Moral reinbringen für die es überhaupt keinen Aufbau gab und schließlich hat er noch ein paar Archivaufnahmen die er nicht verstauben lassen will.
Fazit: Lahmer Klamauk ohne einen einzigen guten Witz, der die interessante Grundidee vollkommen zu Nichte macht.
3/10
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Re: Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon ugo-piazza » 18. Jun 2011, 11:38

Wow! Er hat sich echt getraut, dafür sollte man DrDjangoMDschi das goldene Italo-Verdienstkreuz am Bande verleihen, überreicht natürlich durch Edwige F. :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon Onkel Joe » 18. Jun 2011, 12:09

Respekt DrDjangoMD, diesen Film ohne irgendwelche Hilfsmittel (Drogen) in einem durchzustehen :shock: das ist ja der Wahnsinn.Der Film ist so SCHEISSE, ich hab damals 20 minuten geschafft und die VHS ist danach direkt in den Müll gewandert.
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Re: Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon DrDjangoMD » 18. Jun 2011, 15:43

Onkel Joe hat geschrieben:Der Film ist so SCHEISSE, ich hab damals 20 minuten geschafft und die VHS ist danach direkt in den Müll gewandert.


Hättest du wenigstens zu einer Stunde und fünf Minuten vorgespuhlt. Ich glaube da hatte Edwige ihren GROSSEN Auftritt :o :sabber:
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Re: Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon Onkel Joe » 19. Jun 2011, 12:02

DrDjangoMD hat geschrieben:Hättest du wenigstens zu einer Stunde und fünf Minuten vorgespuhlt. Ich glaube da hatte Edwige ihren GROSSEN Auftritt :o :sabber:


Hat sie die Huppen wieder hüpfen lassen :kicher:, na da gibts ja genug Filmchen die besser sind und Sie dies dort auch tut :mrgreen: .
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Re: Dr. Jekylls unheimlicher Horrortrip - Steno

Beitragvon DrDjangoMD » 19. Jun 2011, 14:31

Onkel Joe hat geschrieben:Hat sie die Huppen wieder hüpfen lassen :kicher:, na da gibts ja genug Filmchen die besser sind und Sie dies dort auch tut :mrgreen: .


Aber das coole hier ist ja, dass man es nicht wirklich erwartet. Immerhin ist das eine Komödie und noch dazu eine jugendfreie und die Gutste ist den ganzen Film so verhüllt. Ich sitze wirklich eine Stunde vorm Fernseher und denke mir pausenlos "Wann ist dieser Mist endlich vorbei? Wann? WANN?" und plötzlich...
Es war wirklich ein Erlebnis, so wie der Jump Scare am Ende von "Freitag 13." nur viel angenehmer anzusehen ;)
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