Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Klamauk, Satire & jede Menge Gags

Moderator: jogiwan

Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Beitragvon buxtebrawler » 26. Jan 2013, 17:30

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Originaltitel: La schiava io ce l'ho e tu no

Herstellungsland: Italien / 1972

Regie: Giorgio Capitani

Darsteller: Lando Buzzanca, Catherine Spaak, Adriana Asti, Veronica Merin, Gordon Mitchell, Gianni Bonagura, Paolo Carlini, Renzo Marignano, Corrado Olmi, Filippo De Gara, Tom Felleghy, Nanda Primavera u. A.

Lando Buzzanca und Catherine Spaak in einer der lustigsten Komödien. Wer hier nicht lacht, ist nicht zu retten!
Wenn eine weibliche Nervensäge zur Welt kommt, wird gleichzeitig ein Mann geboren, der bereit ist, sich von ihr die Nerven sägen zu lassen. Für unseren Hauptdarsteller sind Frauen immer eine Art "Kalamität" gewesen: sie machten ihm sein Leben zur Hölle. Bereits im Kindergarten fing es an ... und es geht weiter, selbst als er ein erfolgreicher Mann ist.
Verfolgen Sie in diesem Lustspiel die unendlichen vielen Probleme mit den Frauen, denen sich unser Hauptdarsteller ständig ausgesetzt sieht in 91 Minuten fesselndem Komödien-Kino. (Quelle: Arcade-Video-Cover)


www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Beitragvon buxtebrawler » 26. Jan 2013, 17:33

Cover der Arcade-Video-Glasbox:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Beitragvon Nello Pazzafini » 28. Jan 2013, 21:18

ich find den schwer unterhaltsam, ganz meine art des komödiantischen Italokinos!
Gordon als ehemaliger SS Mann im Dschungel nun als Pilot J&B trinkend ist aber auch immer eine Bank :lol:
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:prost:
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Re: Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Beitragvon reggie » 28. Jan 2013, 23:49

Kenne den Film noch nicht, aber " Lando Buzzanca", da kann eigentlich nicht viel schief gehen und dann noch der "Mitchells Gordon" .
Bestimmt eine dieser Tollen Italokomödien ohne all zu viel Klamauk den der deutsche Titel suggeriert...
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Re: Der große Schwarze mit dem leichten Knall - Giorgio Capitani

Beitragvon buxtebrawler » 3. Feb 2013, 03:23

„16 Frauen! 16 Weiber vor Rosalba! 16 fantastische, bildschöne, männermordende falsche Weibsbilder, die meine Jugend ruiniert haben. Die Schuld sind, dass ich bei den Pfadfindern rausflog. Dass ich nur vier Jahre im College war. Dass ich meinen Militärdienst vorzeitig quittieren musste und dass ich wer weiß wie oft meinen Urlaub vorzeitig abgebrochen habe. Und trotzdem musste ich Vollidiot, ich alter Bock, auf Rosalba reinfallen! Hätte ich doch damals bloß... Naja, jetzt ist’s sowieso zu spät.“ (Demetrio hadert mit seinem Schicksal)

Mit italienischen Komödien ist das ja immer so eine Sache, insbesondere, wenn auch noch ein Erotikanteil hinzukommt. Filme wie „Der Idiotenzwinger“ oder „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ von Mariano Laurenti beispielsweise kratzen stark an der Grenze zur Unerträglichkeit mit ihrem plumpen Slapstick und Klamauk, Holzhammerhumor zum Abgewöhnen. Etwas anders verhält es sich glücklicherweise mit „Der große Schwarze mit dem leichten Knall“ von Giorgio Capitani („Das Gold von Sam Cooper“) aus dem Jahre 1972 mit Lando Buzzanca („Als die Frauen noch Schwänze hatten“) in der Hauptrolle, den ich im zarten Kindesalter einmal von RTL plus mitschnitt, weil der deutsche Titel irreführenderweise eine Nähe zu Pierre-Richard-Filmen suggerierte.

Frauenheld Demetrio hat einfach kein Glück mit den Frauen: Er arbeitet als Autoverkäufer für Fiat und verliebt sich in Rosalba (Catherine Spaak, „Die neunschwänzige Katze“), die er bald heiratet. Diese entpuppt sich jedoch als schöngeistige und zugleich herrische Ehefrau, die die gemeinsame Wohnung mit modernistischem Plunder einrichtet, ihn nötigt, avantgardistische Konzerte mit ihm zu besuchen und ihn neu einkleidet – bis er entnervt das Weite bzw. das Glück bei einer anderen sucht. Doch mit der nymphomanen, ihm verfallenen Elena (Adriana Asti, „Caligula“), Ehefrau des örtlichen Polizeichefs, mit der er sich in eine heiße Affäre stürzt, kommt er vom Regen in die Traufe: Sie stellt ihm nach und wirft sich ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit an den Hals. Nun hat Demetrio endgültig die Schnauze voll von den einheimischen Weibsbildern und tritt einen Flug nach Rio an, um sich eine Sklavin aus dem Dschungel auszusuchen und zu importieren. Das wiederum bedeutet neben Problemen mit der westlichen Kultur auch Konflikte mit dem Gesetz, denn Sklavenhaltung ist verboten...

„Ist Ihnen eigentlich klar, dass die meisten von diesen Mädchen Kannibalen sind?“ (Demetrio hat Glück gehabt, seine Sklavin frisst bevorzugt Margeritten-Blüten)

Der Film beginnt mit Demetrios Flug nach Rio und erzählt in vom Protagonisten aus dem Off kommentierten Rückblenden, was ihm alles mit Rosalba und Elena widerfahren ist. Nach einer guten halben Stunde befindet man sich wieder in der damaligen Gegenwart und die Handlung wird ohne weitere Zeitsprünge weitergesponnen. Unterlegt von einem sommerlich-leichten, eingängigen Soundtrack karibischer Rhythmen präsentiert sich „Der große Schwarze mit dem leichten Knall“ extrem vorurteilsbeladen, sexistisch und rassistisch, dabei jedoch stets mit einem humoristischen, selbstironischen Augenzwinkern. Dieses ist zwischen all den Machismen jedoch nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, wenn Demetrios hübsche junge Sklavin als stinkende, unzivilisierte Wilde dargestellt und wie ein Tier behandelt wird. Starker Tobak, wie er heutzutage undenkbar wäre. Ansonsten lebt der Film aber von seinen wortwitzigen, dampfplauderigen Dialogen, Situationskomik und etwas Slapstick – und natürlich von seiner Schlüpfrigkeit. Die Mädels laufen viel oben ohne durch die Szenerie und tragen bei zu einer generell vorherrschenden sommerlichen, unbekümmerten Atmosphäre, in der Probleme des Alltags keinerlei Rolle spielen. Buzzanca trägt seine Gangstervisage spazieren und sämtliche Darsteller sind gut aufgelegt – unter ihnen auch der unvermeidliche Gordon Mitchell („Frankenstein ’80“), der als zum Dschungelpilot umgeschulter ehemaliger SS-Mann köstlich deutsche Nazis karikiert. Selbstverständlich wird viel J&B-Whiskey gesüppelt und auch die italienische Mafia kommt kurzzeitig in Spiel.

Das bunte Treiben steuert turbulent auf ein „Happy End“ zu und hat es mit Einsatz des Abspanns schließlich tatsächlich geschafft, über die volle Distanz passabel zu unterhalten. Zu welchen Anteilen das basse Erstaunen über eine schon lange keiner aufgeklärten Ethik mehr standhaltenden chauvinistische Handlungskonzeption, das freizügige Zurschaustellen unterschiedlicher weiblicher Typen oder dann doch der locker-flockige, bisweilen satirische Erzählstil mit seinem gar nicht so üblen Humor dazu beitrugen, sei einmal dahingestellt...
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