Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

Moderator: jogiwan

Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon AL NORTHON » 31. Jan 2011, 23:37

Habe leider keine original Viertelcoverbox,hab die Dinger bisher immer nur in normalen Hüllen gefunden.
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon ugo-piazza » 1. Feb 2011, 14:12

Canisius hat geschrieben: Ich wollte mal Ugos altes Tape haben aber da wars schon weg... :|


Das qualimäßig echt nicht gut war.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon Canisius » 1. Feb 2011, 23:53

ugo-piazza hat geschrieben:
Canisius hat geschrieben: Ich wollte mal Ugos altes Tape haben aber da wars schon weg... :|


Das qualimäßig echt nicht gut war.


Joa, kein Ding. Der taucht ja ab und zu mal auf, nech... ;)
„Seine Stiefel aus frischem Krokodilleder knarrten. Er trug eine Jacke aus gegerbter Elefantenhaut und im offenen Hemd eine Kette aus Leopardenkrallen und Affenzähnen.
Mit dem Outfit, dachte Meuchköt, käme er durch keine europäische Flughafenkontrolle.“
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon DrDjangoMD » 5. Jan 2012, 10:56

Handlung:
Otto (Victor Buono) ist der „beste Fleischhauer Wiens“, doch dummerweise will’s mit der Psyche nicht so recht. Spricht man ihn nämlich auf seinen unsicheren Geisteszustand an, wird er rasend und mordlustig. Doch nachdem er auf diese Weise seine eigene Gemahlin ins Jenseits befördert hat stellt sich die Frage: Wohin mit ihrem Körper? Eine Antwort wird gefunden und bald schon spricht ganz Wien von Ottos schmackhaften Würstchen…

Kritik:
Guido Zurli gab mit dem phantastischen „Schneller als 1000 Colts“ schon ein gutes Beispiel seines eigenwilligen Humors, den er hier abermals mit „Der Würger kommt auf leisen Socken“ unter Beweis stellte. Beide Filme sind keine Komödien, es gibt keine (Haupt)Figuren, die sich albern verhalten würden und die Geschichte selbst scheint durchaus ernst gemeint. Dennoch schaffte es Zurli immer eine gewisse Skurrilität einzubauen, eine Atmosphäre, die uns im innersten Herzen schallend lachen lässt, während unsere Augen das Geschehen seriös und gespannt verfolgen.
Bei „Der Würger kommt auf leisen Socken“ wissen wir nie, ob wir uns fürchten oder ob wir lachen sollen und im Endeffekt tun wir dann beides. Man nehme beispielsweise die Szene in welcher der Fleischer die Silhouette einer nackten Frau begutachtet. Die Szene ist fast schon niedlich dargestellt, da der übergewichtige Otto, der noch dazu von seiner Angetrauten drangsaliert wird, putzig wirkt, wenn er sich nach weiblicher Schönheit sehnt. Bedenkt man allerdings wie es mit ihm und der freizügigen Nachbarin weitergeht bekommt die Szene einen erschreckenden Unterton voll abstoßender Perversität.
Dies ist als Beispiel für den ganzen Film gemeint, der uns erschreckende Geschehnisse auf eine persiflierende niedliche Weise näher bringt; sei es ein Ehekrach mit Todesfolge oder Massenkannibalismus: Was geschieht ist furchtbar, Zurli stellt es auch furchtbar dar, fügt aber ein wenig Witz hinzu, ohne die Gewalt selbst zu entschärfen. Dabei hilft ihm unter anderem die fröhliche wienerisch angehauchte Spielmannsmelodie, welche als Soundtrack fungiert.
Victor Buono ist als wahnsinniger Fleischer eindeutig der Star des Filmes. Ich bin ehrlich überrascht wie stereotypenhaft wienerisch der Amerikaner rüberkommt. Seine füllige Gestalt und seine gemütliche ruhige Art gepaart mit einem harschen aber doch freundschaftlichen Ton machen ihn als Wiener klischeehafter als Helmut Qualtinger…bis auf das ganze Morden und so, das tun wir weniger.
Klasse passt auch der starke Wiener Dialekt zum Film, der in der Deutschen Version von so ziemlich jeden gesprochen wird. Erstens macht es das Auftreten des ohnehin schon wienerischen Victor Buono noch ein bisschen wienerischer und zweitens fördert es den leichten Humor des Filmes. Sätze wie „Hoast des i hoab den Koarl gfressen!“ kommen einfach witziger rüber als „Würde dies bedeuten meine Person hätte den Herrn Karl verspeit?“
Die eindeutig kulissenhaften Hauptschauplätze und das sichtlich niedere Budget verbunden mit der überhaupt nicht tragischen (erschreckend aber nicht tragisch) Umgehensweise mit der furchtbaren Thematik lassen „Der Würger kommt auf leisen Sohlen“ fast schon schmuddelig erscheinen.
Fazit: Guido Zurli nimmt sein Thema prinzipiell ernst, fügt aber tatsächlich eine Menge skurrilen Humor ein, der vor allem von der Darstellung Victor Buonos ausgeht, der uns einen klischeehaften Wiener mit Mordambitionen präsentiert. 8/10
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon reggie » 19. Jan 2012, 23:09

Diesen Film habe ich auch vorgestern angesehen! Voll die wucht , ein plichtfilm ;)

"Ich bin nicht verrückt! Ich habs schriftlich" :lol:
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon untot » 27. Mär 2012, 13:40

Herrlich, der Film ist der Knaller!!! :nick:
Ich liebe den Wiener-Slang ja schon immer und auch das der Streifen eingentlich wie ein Theaterstück rüberkommt, wegen der Kullissen, das hat was finde ich.
Victor Buono als Otto ist schlichtweg die Traumbesetzung, ich hätte mir niemand anderes als ihn in dieser Rolle vorstellen können.
Der Mann hat schon was, auf eine seltsame Art wirkte er sogar attraktiv, auch wenn er gerade mordete kam er noch irgendwie freundlich rüber, ich fand den eher knuffig als bedrohlich und genau das ist wohl die große Stärke des Films, anders hätte er wohl nicht eine solche Wirkung.
Es ist ja immer der nette Typ von nebenan, der seine Späßchen macht und alle bestürzt sind, das gerade er im Stande ist solche Taten zu begehen.
Für solche Filme schlägt mein untotes Herz! :mrgreen:

9/10
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon buxtebrawler » 4. Apr 2012, 14:16

„Versuch ja nicht, diese Komödie weiterzuspielen!“

Italo-Regisseur Guido Zurlis („Zorro – Der Mann mit der Peitsche“) „Der Würger kommt auf leisen Socken“, 1971 in deutsch-italienischer Koproduktion entstanden, ist eine ungewöhnliche schwarzhumorige Horrorkomödie. Metzger Otto (Victor Buono, „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“) wurde just aus der Klapsmühle entlassen, in die er seinerzeit eingewiesen wurde, nachdem er einer Dame an die Gurgel ging. Nun hat er schriftlich, dass er geheilt ist, und geht wieder seinem erlernten Beruf nach – immerhin ist er der beste Metzger von ganz Wien! Als er seine permanent an ihm herumnörgelnde, herrische Frau jedoch im Affekt erwürgt, weiß er zunächst nicht, wohin mit der Leiche, bis ihm die Idee kommt, sie kurzerhand ebenfalls durch den Fleischwolf zu drehen...

Zurlis Film wirkt in seinen klar als solche erkennbaren Kulissen und seinem eigenwilligen Humor vielmehr wie ein abgefilmtes Lustspiel denn herkömmlicher Genrebeitrag. Makaber und überraschenderweise tatsächlich durch und durch österreichisch erscheint der im Wien des Jahres 1930 angesiedelte Film, der mit Hauptdarsteller Victor Buono steht und fällt. Mit der Verarbeitung des Motivs der unfreiwillig zu Kannibalen werdenden Bevölkerung, vermutlich inspiriert von wahren Ereignissen um derangierte Mitmenschen wie Ed Gein oder auch Fritz Haarmann, um auf dem Kontinent zu bleiben, war „Der Würger...“ noch früher dran als „The Texas Chainsaw Massacre“ und Konsorten, lässt sich aber nicht wirklich mit diesen Filmen vergleichen. Emotionale Tragik und Drama wurden ausgespart zugunsten einer trotz des beachtlichen Körperumfangs Ottos leichtfüßigen, trashigen Groteske, die konsequent auf nicht vollends überzogenen, sondern häufig eher etwas leiseren, karikierenden Humor setzt. Der Ekel spielt sich dabei ausschließlich im Kopf des Publikums ab, denn obgleich Ottos Würgemorde in Großaufnahme gezeigt werden, wird die anschließende Verarbeitung nach allen Regeln der Fleischerzunft lediglich angedeutet, ohne dass ein Tropfen Blut fließt.

Stattdessen wird man mit der fast schon tragikomischen Person Ottos vertraut, der eine Nachbarin voyeuristisch beobachtet, ins Visier der Polizei gerät, die ihm aber nichts nachweisen kann – und viel Lob für seine wohlschmeckenden Würste mit Geheimzutat erntet. Er ist einer dieser großen, dicken, kauzigen, grobschlächtigen dabei aber auf ihre eigene Weise liebenswerten und bauernschlauen Typen, wie sie ein jeder schon mal irgendwo kennengelernt hat. Der US-Amerikaner Buono passt so perfekt in die Rolle, dass er 100%ig authentisch wirkt, als wäre er tatsächlich Österreicher. Alle anderen Schauspieler verblassen neben der Präsenz dieses Mannes, wenn auch US-Amerikaner Brad Harris („SS Hell Camp“) als sensationslüsterner, eifriger Journalist der unfähigen und unwilligen Polizei die Arbeit abnimmt, sich amüsante Dialoge mit selbiger liefert und unschwer erkennbar als Kontrastperson zu Otto eingeführt wird. Schließlich hegen beide auch noch Interesse an der gleichen Frau, so dass weitere Katastrophen unausweichlich scheinen.

Sonderlich komplex ist die Handlung dabei nicht und Ottos Morde lassen sich an einer Hand abzählen. Überfordert wird mit der stringenten Erzählweise, die sich mitunter etwas unglücklich bemüht, den Film auf Länge zu bringen, niemand, einzige wirkliche Überraschung ist das Ende. Zudem sorgen ein, zwei zeigefreudige Damen für einen leichten Sleaze-Anteil. Das reicht aber für dieses ebenso kuriose wie charmante Filmerlebnis, das sich mit nicht immer ganz einfach zu verstehendem Wiener Dialekt und Walzerklängen streng dem Drehort verpflichtet zeigt, dank seiner überwiegend komödiantisch klingenden Klavierklänge aber nie einen Hehl aus seiner humoristischen Ausrichtung macht. Als Horrorfilm funktioniert „Der Würger...“ demnach kaum und auch im Bereich makabrer Komödien hat mit im Laufe der Jahrzehnte viel wesentlich Spektakuläreres gesehen. Als verschrobenes kleines, gemeines Stück europäischer Filmkultur sollte er aber nicht unterschätzt werden, allein schon aufgrund seiner Alleinstellungsmerkmale, die er sich bis heute bewahrt hat. Bei zur Selbstironie fähigen Österreichern zumindest dürfte „Der Würger...“ unbedingten Kultstatus genießen. Oder um es mit Ottos Worten zu sagen: „Was ich denk, ist sowieso alles Wurscht.“
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon DrDjangoMD » 4. Apr 2012, 14:44

buxtebrawler hat geschrieben:Bei zur Selbstironie fähigen Österreichern zumindest dürfte „Der Würger...“ unbedingten Kultstatus genießen.


Ich hab mich ehrlich gesagt total gewundert, warum der Film hierzulande keinen größeren Bekanntheitsstatus genießt, denn immerhin übertrifft die Hauptperson in Sachen klischeehaft wienerisch in meinen Augen fast schon sämtliche Karl Merkatz Charaktere :o Man sollte "Den Würger kommt auf leisen Socken" gefälligst beim ORF in Endlosschleife rauf und runter spielen :nick:
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon jogiwan » 4. Apr 2012, 14:49

DrDjangoMD hat geschrieben: Man sollte "Den Würger kommt auf leisen Socken" gefälligst beim ORF in Endlosschleife rauf und runter spielen :nick:


dem ist auch nichts hinzuzufügen! :thup:
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Re: Der Würger kommt auf leisen Socken - Guido Zurli

Beitragvon purgatorio » 18. Mai 2013, 08:34

DER WÜRGER KOMMT AUF LEISEN SOCKEN (LO STRANGOLATORE DI VIENNA, Italien, Deutschland 1971, Regie: Guido Zurli)
„Nicht denken, Wegener! Überlassen sie das den Pferden, die haben viel größere Köpfe!“
DER WÜRGER ist ja mal ein unfassbar skurriler Charakter! Die Geschichte des verrückten Metzgers inmitten von Wien, der junge Damen verwurstet, ist sowohl mit seinen vielen komödiantischen Elementen als auch in puncto Spannung überzeugend. Ein sehr abgefahrenes Stück Film, dass jedoch ob des wienerischen Slangs teils sehr schwierig zu verstehen ist. Macht Spaß! 7/10
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