Das verfluchte Haus - Elio Petri (1969)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

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Das verfluchte Haus - Elio Petri (1969)

Beitragvon Santini » 17. Jul 2010, 00:53

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Originaltitel: Un Tranquillo posto di campagna

aka A Quiet Place in the Country

Herstellungsland: Italien / Frankreich / 1969

Regie: Elio Petri

Darsteller: Franco Nero, Vanessa Redgrave, Georges Géret, Gabriella Grimaldi, Rita Calderoni u. A.

Story:

Der erfolgreiche Maler Leonardo Ferri zieht sich in ein Haus auf dem Lande zurück, obwohl seine Agentin Flavia dagegen ist. Dort geschah während des zweiten Weltkriegs ein Mord, der nie aufgeklärt wurde. Leonardo hat zunehmend Schwierigkeiten, zwischen Einbildung und Realität zu unterscheiden...

Leonardos Bilder werden zerstört, und das Haus scheint sich auf mysteriöse Weise gegen Flavia's Anwesenheit zur Wehr zu setzen...


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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Nello Pazzafini » 21. Jul 2010, 17:13

tja, ein schwieriger film......was sagt das Dschallo Ferkel dazu?
Ich fand die darsteller leistung von vor allem Nero sehr gut, obwohl der eigentlich immer gleich aussah konnte man ihn wirklich in alle möglichen filmgattungen und rollen einsetzen und das macht einen guten schauspieler aus oder? Mir hat der gut gefallen aber ich denke man muss den am richtigen tag in der richtigen stimmung sehen, jederzeit geht der nicht!
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Ringo aka Angelface » 31. Jul 2010, 18:08

Interessiert mich schon länger, scheint eine gelungene Symbiose von Genre- und Kunstkino zu sein.
Muß ich unbedingt mal sichten......
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Santini » 18. Sep 2010, 01:48

Hier einige Screenshots, angefertigt von der Pay-TV-Fassung (MGM):

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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Blap » 18. Sep 2010, 02:37

Vier Titten an einer Frau. Das wäre doch ein Traum! Warum hat die Natur unsere Weibchen so sparsam bestückt!?
Das Blap™ behandelt Filme wie Frauen
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Slim Naughton » 18. Sep 2010, 23:40

@Blap: Schon mal was von Übersättigung gehört ;-)? Vier mal z.B. Lollo Ferrari ... Jesus Christ, da kannste 'ne ganze Einbauküche runterklemmen.

Hier aber mal unsere Rev zum Haus:

Leonardo Ferri (Franco Nero) ist erfolgreicher Maler, vielmehr war er es: Inzwischen befindet sich der ausgebrannte Künstler nämlich in einer veritablen Schaffenskrise. Eingezwängt zwischen bedeutungslosen „Happenings“ und dem Druck, den seine Geliebte und Managerin Flavia (Vanessa Redgrave) auf ihn ausübt, läuft gar nichts mehr. Vielmehr plagen ihn akustische und optische Halluzinationen und heftige Alpträume. So verbringt er die Tage lieber damit, ziellos über Land zu fahren, als sich an der Staffelei zu quälen.
Auf einem seiner Ausflüge entdeckt er ein großes, offensichtlich seit langem leerstehendes Palazzo, an dem der Zahn der Zeit bereits heftige Spuren hinterlassen hat und das eine intensive Anziehungskraft ausübt. Hier will er seine Krise überwinden. Mit Hilfe von Flavia erwirbt er den Kasten, lässt ein paar Zimmer wieder herrichten und zieht alleine ein, lediglich begleitet von der jungen Haushälterin Egle (Rita Calderoni). Doch anstelle seiner Schaffenskraft findet er die Geschichte eines jungen Mädchens, das während des Zweiten Weltkriegs wohl bei einem Tieffliegerangriff auf das Gebäude starb. Wanda (Gabriella Grimaldi), so hieß sie, war nicht nur adeligen Geblüts, sondern mit ihren 17 Lenzen schon ein veritabler Feger, der den Männern der Umgebung heftig den Kopf verdrehte. Die Faszination für das Mädchen, dessen Geist in dem Gemäuer weiterzuleben scheint, steigert sich bei Leonardo zur Besessenheit.

Elio Petri, eher bekannt für Komödien und Krimis mit Anspruch, gerne mit Gian Maria Volonté oder Marcello Mastroianni, versuchte sich hier zum ersten und letzten Mal im Horrorgenre. Der Film lässt sich im weitesten Sinne den „Haunted House“-Streifen zuordnen, wenngleich am Ende offenbleibt, ob die zutage tretenden Phänomene tatsächlich übernatürlicher Natur sind oder zufällig und im Zusammenhang mit der labilen Psyche des guten Ferri auftreten. Und das Ende erlaubt sogar noch einmal eine komplett andere Sichtweise.
Zwar legt der Film ein moderates Tempo vor, spart mit klassischer Action ebenso wie mit genretypischen Spannungsmomenten, lebt jedoch intensiv seine Atmo als Mischung aus Besessenheit, Todessehnsucht und Schuld. Vision ist Realität und Realität Vision; was die erste Einstellung als Wahrheit verkauft, reißt die nächste wieder ein. Dazu feuert Petri ein Stilmittelfeuerwerk ab, was den Streifen in die Nähe des Kunstkinos rückt und entsprechend sperrig für ein Mainstream-Publikum macht: Doppelbelichtungen, stakkatohafte Schnittfolgen, die wie aneinandergereihte Standbilder wirken, eine zum Teil wirbelnde Kamera, Identitätswechsel. Die optische Ebene wird dazu verstärkt durch die akustische, im wesentlich getragen durch den auch für Morricone ungewohnt experimentellen Score, der aus kurzen Melodiefetzen besteht, in weiten Teilen aber auch aus instrumentalen und vokalen Versatzstücken. Zwischen Franco Nero und Vanessa Redgrave, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ein Paar, glüht’s so richtig; der Rest des Casts bleibt im Hintergrund.
Der Jury der Internationalen Filmfestspiele von 1969 hat’s gefallen und belohnte mit einem Silbernen Bären für die Arbeit von Petris „Stammkameramann“ Luigi Kuveiller. Ich ziehe ein wenig ab, denn der Streifen leidet wie so leicht Filme von derlei experimenteller Art: Sie bleiben häufig ihrer Zeit verhaftet und wirken in der Rückschau „altmodischer“ als ihre konventioneller gemachten Brüder und Schwestern, wenn ihr wisst, was ich meine ;-). Trotzdem gibt’s noch `ne vergleichsweise satte Vier.

Rating: $$$$
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon jogiwan » 1. Jan 2011, 11:54

Der erfolgreiche Maler Feri steckt in einer kleinen Schaffenskrise und flüchtet sehr zum Mißfallen seiner Freundin und Managerin Flavia aus Mailand um sich am Lande weiter seinen Werken widmen zu können. Er mietet eine heruntergekommene Villa und erliegt schon bald dem mysteriösen Charme des heruntergekommenen Hauses, in dem eine junge Frau namens Wanda grausam den Tod fand. Bald hat Feri seltsame Visionen und Realität und Traum scheinen sich zu vermischen und immer mehr ergeht sich der Maler in Tötungsfantasien und bringt dadurch sich und sein Umfeld in größte Gefahr...

Netter und solider Italo-Streifen, der hübsch inszeniert ist und auch gleich mal zu Beginn mit einem halbnackten Franco Nero punkten kann, sich dann aber wohl nicht so recht entscheiden kann, in welche Richtung er eigentlich gehen soll. Wie schon in "the 10th victim" ist "Das verfluchte Haus" am Ende weder Fisch noch Fleisch und schwankt vom Arthouse-Kunst-Satire, über Haunted-House-Thematik, Krimi bis hin zu Psycho-Drama. Kann man dank der Kombi Nero/Redgrave auch gut gucken, aber irgendwie hätte ich mir zumindest bei der Auflösung dann doch etwas mehr erwartet: 5,5/10

Hier noch zwei Shots für unsere Untotschi als Bonus: ;)

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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon untot » 1. Jan 2011, 15:34

Danke Jogi, schön, das hier auch mal en nackter Kerl gepostet wird, noch dazu gefesselt und wehrlos! :twisted:
Mehr davon! :mrgreen:
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon Santini » 2. Jan 2011, 03:41

jogiwan hat geschrieben:schwankt vom Arthouse-Kunst-Satire, über Haunted-House-Thematik, Krimi bis hin zu Psycho-Drama...aber irgendwie hätte ich mir zumindest bei der Auflösung dann doch etwas mehr erwartet: 5,5/10


Ist nicht gerade dieses "Schwanken" zwischen den Genres, die "Unzuordbarkeit" des Films, einer der großen Reize?

Mich hat dieser Film bzw. seine Interpretationsmöglichkeiten, seine Intention, tagelang beschäftigt.

Giallo? Arthouse? Drama? Horrorthriller?
Von jedem Etwas - und doch ganz eigen.

Ist der Film evtl. gar eine Parabel auf den "Konsum"...? ;)

Man denke an den Anfang des Films als Flavia Leonardo aufzählt, was sie alles an Utensilien (technischen Errungenschaften) aus der Stadt mitgebracht hat, und ihn dann ganz beiläufig fragt:"Bist Du glücklich?"

Und auch Kunst (Leonardo's Bilder) wird letztendlich durch den Betrachter konsumiert.

Wenn Leonardo dann letztendlich sein "Quiet Place in the Country" findet, ist das Sarkasmus pur, totaler Wahnsinn, Horror und ein ungläubiges, wirres Lachen bleibt einem im Halse stecken...

Für mich ist Un Tranquillo posto di campagna ganz großes Kino. ;)
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Re: Das verfluchte Haus - Elio Petri

Beitragvon jogiwan » 2. Jan 2011, 11:22

Ich hab nichts gegen unzuordenbare Filme, aber hier war es mir dann doch etwas zuviel des Ganzen. Klar geht es in "das verfluchte Haus" aber auch um zwei konträre Standpunkte. Einerseits ist da Leornardo, der mit Leib und Seele Künstler ist und das auch in jeder seiner Handlungen zum Ausdruck bringt, sich selbst kasteit und schlußendlich in seinen Visionen verloren geht. Andererseits Flavia, die durch und durch wirtschaftlich denkt und immer den Kontostand im Hinterkopf hat und das sich Leonardo voll und ganz von dieser "materialistischen" Welt abgrenzen möchte, kommt eigentlich ganz klar zum Ausdruck.

Das Ende des Filmes wird dann wohl ohnehin auch jeder auf eigene Weise interpretieren, auch wenn es so scheint, als hätte schlußendlich jeder seinen Frieden auf eigene Weise gefunden hätte. "Das verfluchte Haus" ist aber auch sicher ein Film, der mit jeden Sehen "wachsen" wird und an Form und Darsteller gibt es auch wenig zu meckern. Inhaltlich hat er ich aber micht bei der ersten Sichtung jedoch nicht so berührt, als dass ich mir dann bewusst hinterher Gedanken über die Geschichte und seine Portagonisten machen möchte. Die Bewertung war auch eher spontan und subjektiv. "Das verfluchte Haus" landet aber auch sicher wieder im Player auch wenn ich Nello rechtgeben muss: jederzeit passt der nicht!
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