The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

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The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

Beitragvon jogiwan » 1. Aug 2010, 15:26

The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

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Originaltitel: il profumo della signora in nero

Herstellungsland: Italien, 1974

Regie: Francesco Barilli

Darsteller: Mimsy Farmer, Lara Wendel, Maurizio Bonuglia, Mario Scaccia, Donna Jordan, u.a.

Story:

Silvia Hackerman (Mimsy Farmer) wird von rätselhaften Alpträumen heimgesucht in denen unheilvolle Bilder des rätselhaften Todes ihrer Mutter auftauchen. Doch einen Ansprechpartner hat sie nicht. Ihr Freund Roberto beginnt sie langsam für geistig verwirrt zu halten und echte Freunde hat sie keine, auch wenn sie von ihren Nachbarn geachtet wird und in dem alten Herrn von nebenan eine Art Vaterfigur gefunden hat. Sie beginnt sich immer häufiger in ihr Apartment zurückzuziehen und verlässt ihr altes Wohnhaus kaum noch, doch auch dort verspürt sie keine Sicherheit, im Gegenteil: Ihre Nervosität steigert sich noch und unheimliche Vorfälle häufen sich… (Quelle: ofdb)
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

Beitragvon firetrain » 17. Sep 2010, 01:55

Ja, Teufel nochmal, das war ja vielleicht ein Film! Ich habe gerade die italienische DVD von Nocturno gesehen und bin ziemlich erstaunt... Zum italienischen Ton gibts leicht verständliche, englische UT - also alles bestens! Bildqualität auch absolut gut, denn: Rimasterizzato da negativo originale 35mm - Restaurato digitalmente.
Der Film ist alles andere als ein Giallo, nämlich mehr ein Mystery-Krimi mit einem leichten Horror-Touch. Die Story wirkt dabei fast wie eine Studie über Schizophrenie und kommt bis ganz kurz vor Schluss völlig ohne Blut und sonstige Effekte aus. Die Auflösung in den letzten 5 Minuten ist dann jedoch schockierend und verdammt heftig in Szene gesetzt worden. Das ist schon ein ziemlicher Hammer, der mich an ähnliche Schluss-Schocks wie zum Beispiel in THE HOUSE WITH LAUGHING WINDOWS erinnert, der ja auch bis kurz vor dem Ende relativ unblutig ist und ebenfalls ohne viele Effekte auskommt, um dann letztendlich nochmal richtig auf den Putz zu hauen...
Die Hauptrolle spielt die entzückende Mimsy Farmer, die mir schon in FOUR FLIES ON GREY VELVET, THE BLACK CAT von Lucio Fulci und AUTOPSY ziemlich gut gefallen hat, und in PERFUME spielt sie einen sehr sensiblen Charakter, den sie perfekt und sehr realistisch aussehen lässt. Sie gerät in einen Strudel aus Alpträumen und Wahnsinn, und der Zuschauer darf fleissig rätseln, ob alles nur in ihrer Fantasie stattfindet oder ob da die bösen Nachbarn hinterstecken (nach dem guten alten "Wir-bringen-dich-in-die-Klapse"-Motto). Und nicht nur deshalb erinnert PERFUME ein wenig an ROSEMARY'S BABY, DER MIETER und besonders an REPULSION (=EKEL), den drei Paranoia-Klassikern von Roman Polanski, der ab Mitte der '80er auch nur noch miese Graupen produzierte. Die Atmosphäre in PERFUME erinnert jedoch auch an Dario Argentos Meisterwerk INFERNO, der aber erst 6 Jahre später herauskam. Diese leicht künstliche, unheimliche Atmosphäre schleichenden Grauens...
Obwohl ich seit den frühen '80ern Italo-Freak bin, kommen mir die anderen Schauspieler fast durch die Bank unbekannt vor - einzig Maurizio Bonuglia ist mir noch ein Begriff. Mimsy Farmers junge Nachbarin in PERFUME ist jedoch eine so heisse Lady, da kann nur von träumen! Mann, das ist schon 'ne leckere Schnecke...
Ich kann die italienische DVD nur empfehlen, denn es gibt ausnahmsweise mal englischen Ton UND englische UT! Starkes Teil, das Ding...
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

Beitragvon Arkadin » 17. Sep 2010, 09:19

firetrain hat geschrieben:Roman Polanski, der ab Mitte der '80er auch nur noch miese Graupen produzierte.


Na, na, na... Bitter Moon? Der Tod und das Mädchen? ... DER PIANIST????
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (1974)

Beitragvon Blap » 17. Sep 2010, 10:48

Der Film könnte wundervoll sein, leidet aber deutlich unter dem "Mimsy-Malus". Schade, doch auch in der vorhandenen Form sehr sehenswert.

Ein Kurzkommentar von April 2010:


The Perfume of the Lady in Black (Italien 1974, Originaltitel: Il profumo della signora in nero)

Silvia Hacherman (Mimsy Farmer) ist beruflich erfolgreich und bewohnt eine schicke Wohnung. Doch Ereignisse aus ihrer Kindheit beschäftigen sie noch immer. Die junge Frau wird von Albträumen geplagt, nach und nach scheint sie sich in einen Wahn zu steigern, der sie auch am Tag immer häufiger heimsucht. Ihr Freund Roberto (Maurizio Bonuglia) kann diese Probleme nicht nachvollziehen. Silvia fehlt eine vertauenswürdige Bezugsperson, der sie ihr Herz ausschütten kann. Ihr Nachbar Signor Rossetti (Mario Scaccia) ist ein freundlicher älterer Herr, mit dem sich die Geplagte gut versteht, doch gleichzeitig kommt er fast ein wenig unheimlich daher. Als dann auch noch ein kleines Mädchen in Silvias Wohnung auftaucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Wahn und Realität endgültig...

Die erste Regiearbeit von Francesco Barilli kann mit einer fesselnden Story punkten, die erfreulicherweise in sehr schönen Bildern eingefangen wurde. "Il profumo della signora in nero" fasziniert mit seiner intensiven Atmosphäre, die sich dank des gemäßtigten und ruhigen Erzähltempos prächtig entfalten kann. (Wenige) wüste Schauwerte gibt es erst gegen Ende des Films zu sehen. Diese wirken aber nicht wie aufgezwängte Fremdkörper, sondern untermalen das Treiben sehr stimmungsvoll. Sehr geschickt setzt man schon früh vermeintlich belanglose Kleinigkeiten ein, die umgehend auf die drohende Gefahr hinweisen, die aufkommende Verzweiflung der Hauptfigur regelrecht greifbar machen. Da reicht schon das Anschalten diverser Lichtquellen durch Silvia, wohlgemerkt bevor sie ihre Wohnung verlässt. Auch bezüglich der Darsteller gibt es positives zu berichten. Mario Scaccia hat mir besonders gut gefallen, sein Herr Rossetti sorgt bei jedem Auftreten für unterschwellige Spannung, verbindet vordergründige Freundlichkeit mit finsteren Abgründen. Mit fürchterlichem Schrecken, der nur ganz knapp unterhalb der sauberen Fassade darauf wartet unheilvoll auszubrechen. Maurizio Bonuglia kommt als Lebensgefährte der Hauptfigur recht glatt und teils kalt daher, was letztlich rundum zum Verlauf und der Auflösung der Geschichte passt.

"Eigentlich" müsste mich diese schöne Mystery-Grusel-Perle mit Wonne erfüllen. Doch leider gibt es einen grossen Hemmschuh, die Hauptdarstellerin Mimsy Farmer. Während sie mir in Dario Argentos "Vier Fliegen auf grauem Samt (4 mosche di velluto grigio, 1971) nicht weiter auffiel, störte mich ihr Mitwirken in "Autopsie - Hospital der lebenden Leichen" (Macchie solari, 1975) schon sehr deutlich. Während mich in "Autopsie" ihre schauspielerische Leistung nicht überzeugte, kann ich ihr ein Versagen auf dieser Ebene nicht für "The Perfume..." anlasten. Zugegeben, Frau Farmer liefert eine durchaus solide Vorstellung ab. Aus mir bricht der Chauvi hervor, denn ich finde die Dame ungefähr so attraktiv wie einen kompostierbaren Teebeutel. Aber selbst dies ist nicht der Grund für meinen Ärger, ich kann Mimsy Farmer einfach nicht ausstehen. Es gibt keine sachliche oder vernünftige Begründung dafür, es ist einfach so. Da der Film aber stark auf dem Mitfühlen mit der Hauptfigur aufbaut, funktioniert der Streifen für mich zu einem erheblichen Teil nicht mehr. Anstatt zu zittern, darauf zu hoffen die "Heldin" möge einen Ausweg aus dem um sich greifenden Grauen finden, erfreute ich mich an jedem Leid das ihr geschah. Der Film wird dadurch pervertiert, dass ich ein zutiefst subjektiver und manchmal intoleranter Gipskopf bin. Vermutlich sollte ich mich nun schämen, aber dieses Gefühl will sich nicht einstellen. Im Gegenteil, mir bereitet das Ende des Streifens sadistische und bizarre Freude! Es wird Zeit über eine Ausweitung der psychologischen Betreuung nachzudenken, keine Frage.

Wäre "Il profumo della signora in nero" mit einer Hauptdarstellerin besetzt, für die ich meine Zustimmung erteilen könnte... ...dann würde an dieser Stelle wohl eine Bewertung im Bereich von 7,5/10 (gut bis sehr gut) stehen. Ergo empfehle ich jedem Filmfreund eine Sichtung der Sause, denn sicher wird nicht jeder mit Mimsy Farmer solch ausufernde Probleme bekommen. Mir ist nun endlich klar, dass Candice Bergen der Thron der "schrecklichsten Frau auf Erden" nicht mehr alleine gebührt. Danke, Mimsy! Die italienische DVD von Raro Video überzeugt mit schöner Qualität, zusätzlich gibt ein interessantes Interview mit Francesco Barilli zu sehen. Neben dem italienischen Ton, liegt der Film auch in englisch auf der Scheibe vor.

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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon Vinz Clortho » 22. Jun 2011, 13:56

Silvia's Mother

Silvias Papa fuhr zur See und ward nicht mehr gesehen,
in Mutters Bett ein Anderer liegt - und zwar im Handumdrehen.
20 Jahre später, uns Silvia ist gereift,
da plötzlich, voller Hinterlist ,Vergangenes nach ihr greift.
Erinnerungen kehren zurück, es sind nicht grad die besten,
auch ihr Gewissen meldet sich, scheint böse sie zu testen.

Freunde, Nachbarn und Bekannte gar seltsam sich benehmen,
das Schicksal - es nimmt seinen Lauf, ist kaum noch zu bezähmen.
Der Alltag wird zum Alptraum, das schlägt auf die Synapsen,
Polanski lässt schön grüßen – ick glaub’, ick hör’ ihn trapsen!
VERSCHWÖRUNG! sagt das Bauchgefühl, es ist wie bei den Tieren:
Am Ende steht die Prüfung – und zwar auf Herz und Nieren!
:mrgreen:

6,5/10
Noch Sand und schon warm drauf.
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon Santini » 22. Jun 2011, 14:50

Mal eine ganz neue, individuelle Art eines Reviews. :? :D
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon buxtebrawler » 22. Jun 2011, 15:09

deliria-italiano.de - Ihr Forum for Pösie :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon Arkadin » 22. Jun 2011, 15:14

Jetzt hast Du die Meßlatte aber hoch gehängt, lieber Vinz.
Mal sehen, wie das noch toppen willst ;)
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon Adalmar » 23. Jun 2011, 13:24

Was muss man denn oben bei Herrn Blap über Mimsy Farmer lesen? Neben Edwige Fenech ist M. F. meine Lieblingsschauspielerin des 70er-Italofilms, sowohl rein optisch als auch mimisch gesehen. Elegant, erotisch, sensibel... Und nicht zuletzt dadurch ist das "Parfüm der Dame in Schwarz" ein ganz wunderbarer Giallo, der nicht zuletzt durch die traumhaften Bilder und Lichtstimmungen (Kamera: Mario Masini) beeindruckt.
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Re: The Perfume of the Lady in Black - Francesco Barilli (19

Beitragvon dr. freudstein » 24. Jun 2011, 10:50

:thup: Vinz, ich finds klasse :prost:
Ich selbst mag Reviews der anderen Art, mir selbst gelingt es aber nicht so gut :(
Bitte mehr davon :D
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