The Girl from Cortina - Maurizi Vanni (1994)

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The Girl from Cortina - Maurizi Vanni (1994)

Beitragvon jogiwan » 13. Jan 2011, 16:47

The Girl from Cortina - Maurizi Vanni (1994)

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Originaltitel: La Ragazza di Cortina

Herstellungsland: Italien / 1994

Regie: Maurizio Vanni

Darsteller: Vanessa Gravina, Isabel Russinova, Stefano Abbati, Paolo Calissano, Alessandro Ragazzini, u.a.

Story:

Mara täuscht auf einer griechischen Insel ihren eigenen Tod vor, da sie das Leben mit ihrem gewalttätigen Ehemann Carlo nicht mehr aushält. Während dieser und die ganze Welt Mara für Tod hält, flüchtet diese jedoch nach Cortina und lernt dort ein aufgeschlossenes Pärchen kennen, mit dem sie schon bald ihre gesamte Freizeit verbringt. Doch Carlo kommt seiner Gattin auf die Spur und findet diese auch wenig später in dem noblen Wintersportort. Während der Alptraum für Mara weiter zu gehen scheint, geschieht plötzlich ein Mord und alles steuert einem emotionalen Höhepunkt entgegen.
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Re: The Girl from Cortina - Maurizi Vanni (1994)

Beitragvon jogiwan » 13. Jan 2011, 16:55

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Die junge Mara hat nach dem schrecklichen Unfalltod ihrer Eltern Italien verlassen und auf einer griechischen Insel den impulsiven Maler Carlo geheiratet. Doch der obsessive Künstler hegt nicht nur einen äußerst ungesunden Lebensstil mit Alkohol und Drogen, sondern setzt auch die etwas labile und herzkranke Mara zunehmend physisch und psychisch unter Druck. Als Mara keinen anderen Ausweg mehr sieht, inszeniert sie eines Tages ihren eigenen Tod in dem sie mit Auto auf einer kurvenreichen Straße über die Klippen fährt. Doch während Carlo um seine hübsche Gattin trauert, hat sich Mara in Wirklichkeit nach Cortina abgesetzt, da sie mit einer Villa in der Nähe des bekannten Wintersportort auch die letzten positiven Erinnerungen mit ihren verstorbenen Eltern verbindet.

Mara mietet das große Haus und lebt fortan isoliert, da sie noch immer ihren Mann fürchtet. Selbst zu einem Botaniker, der ihr in den Bergen das Leben rettet kann sie kein Vertrauen fassen und weist seine Annäherungsversuche schroff zurück. Eines Tages lernt Mara im Wellness-Bereich eines Hotels jedoch das aufgeschlossene Pärchen Ljuba und Sergio kennen. Diese bereisen die Welt und sind von dem hübschen Mädchen angetan. Auch die ansonsten eher verschlossene und vereinsamte Mara findet die beiden sympathisch und es entsteht eine Freundschaft, die soweit geht, dass Mara die beiden in ihrem geräumigen Haus wohnen lässt.

Doch schon wenig später steht Mara wieder in der Schusslinie. Sergio begehrt die junge Frau und versucht sie zu vergewaltigen. Auch Carlo hat mittlerweile erfahren, dass Mara noch am Leben ist und findet diese in Cortina. Er schlägt Mara neuerlich und auch Ljuba lernt den Maler von seiner unangenehmen Seite. Doch im Gegensatz zu Mara denkt die selbstbewusste Ljuba nicht daran, sich von dem Maler vereinnahmen zu lassen, vergiftet ihn und verbuddelt seine Leiche im Garten. Doch für Mara ist der Albtraum zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht zu Ende und sie wird von schrecklichen Visionen gequält, die das herzkranke Mädchen immer weiter in den Wahnsinn treiben....

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„La ragazza di Cortina“, bzw. “Das Mädchen aus Cortina” aus dem Jahre 1994 läuft ja gerne unter dem Etikett „Spät-Giallo“ und stammt eigentlich aus einer Zeit, in der sich die italienische Filmindustrie generell nicht mit viel Ruhm bekleckert hat. Ob der Streifen überhaupt jemals in irgendeinem Kino gelaufen ist, oder ohnehin gleich fürs Fernsehen produziert worden ist, kann ich an dieser Stelle auch gar nicht sagen und auch das Endergebnis ist trotz hübscher Darstellerinnen und der Kulisse des Nobel-Wintersportortes leider äußerst mittelprächtig ausgefallen.

Die Geschichte der labilen Mara, die vor dem brutalen Ehemann flüchtet und ihren eigenen Tod vortäuscht erinnert im Aufbau und vor allem am Ende sehr stark an „Der Killer von Wien“, was jedoch wenig verwundert, da Multitalent Sergio Martino bzw. dessen Bruder Luciano bei der Entwicklung der etwas abstrusen Geschichte seine Finger im Spiel hatte und offensichtlich ein paar Ideen des Filmes aus dem Jahre 1971 (für dessen Drehbuch sich jedoch keiner der Beiden verantwortlich zeichnete) zweitverwurstet hat und den wohl größten Logikfehler der Vorlage gleich mitübernommen hat.

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Als geeichter Giallo-Freund ist man an solche Dinge jedoch gewöhnt und das steht an dieser Stelle ja dann auch gar nicht zur Kritik. Was mich ja auch etwas mehr gestört hat, ist die billige und lieblose Optik des gesamten Streifens, der auch den eigentlich hübschen Ort Cortina d´Ampezza in der italienischen Provinz Belluno nicht unbedingt in das beste touristische Licht rückt und auch bei den anderen Settings nicht wirklich überzeugen kann. Alles an „The Girl from Cortina“ riecht irgendwie nach Diskont und Improvisation und das Budget des Streifens dürfte wohl nicht allzu hoch gewesen sein.

Bei den Darstellern hingegen überzeugt den männlichen Zuschauer vor allem die hübsche Vanessa Gravina, die zu Beginn des Streifens auch eine der hässlichsten Perücken der Filmgeschichte tragen darf. Die bekannte Fernsehdarstellerin macht ihre Sache auch ganz gut und überzeugt mit leidendem Blick. Ihr zu Seite steht die nicht minder aparte Isabel Russinova als toughe Ljuba, deren Körper jedoch durch seltsame Tattoos entstellt wird, die auch im Lauf des Filmes schon mal die Form ändern. Auch die Leistungen der männlichen Darsteller sind durchaus passabel, auch wenn diese weit von preisverdächtigen Performances abgeliefert werden.

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Während der Streifen hierzulande bislang weder auf Video noch DVD erschienen ist, gibt es neben der italienischen DVD seit geraumer Zeit auch die amerikanische DVD aus dem Hause Mya, die analog zum Film auch eher lieblos ausgefallen ist. Zum italienischen Ton und mittelprächtigem Bild gesellen sich hier englische Untertitel, die entweder so kurz eingeblendet sind, dass man mit dem Lesen nicht mitkommt, Fehler beinhalten, oder bei manchen Dialogen gleich gar nicht aufscheinen. Das stört zwar den Sehgenuss nicht vollends, sollte jedoch bei einer offiziellen VÖ nicht in derartigem Ausmaß passieren. Auch auf Bonusmaterial muss man weitgehend verzichten und außer einer kleinen Bildergalerie gibt es leider nichts zu bewundern.

Unterm Strich bleibt mit Maurizio Vannis ersten und bislang einzigen Regiewerk ein durchschnittlicher und recht zahmer Thriller mit hübscher Besetzung und billiger Neunziger-Optik, der dank seiner Nähe zu „Der Killer von Wien“ sicher ein paar nette Momente hat. Andererseits muss schon auch ehrlich gesagt werden, dass der Film im Grunde ein ziemlich durchschnittliches Ding ist, das man nicht unbedingt gesehen haben muss. Aufgeschlossene Giallo-Fans, denen es bei Werken aus den Neunzigern nicht gleich vollends die Fußnägel aufrollt, können durchaus einen Blick riskieren, alle anderen werden jedoch nicht viel verpassen und auch meine Begeisterung hält sich durchaus in Grenzen: 5-6 von 10 Punkten.

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