Sleepless - Dario Argento (2001)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

Moderator: jogiwan

Sleepless - Dario Argento (2001)

Beitragvon Santini » 23. Dez 2009, 00:29

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Originaltitel: Non ho Sonno

Herstellungsland: Italien / 2001

Regie: Dario Argento

Darsteller: Max von Sydow, Stefano Dionisi, Chiara Caselli, Rossella Falk, Paolo Maria Scalondro, Roberto Zibetti, Gabriele Lavia, Massimo Sarchielli, Barbara Mautino u. A.

Story:

Siebzehn Jahre nachdem eine Serie grausamer Morde an jungen Frauen scheinbar aufgeklärt wurde, beginnt das bestialische Morden von neuem. Der pensionierte Kommissar Moretti (Max von Sydow) begibt sich auf die Suche nach dem perversen Monstrum, das seine Opfer auf schrecklichste Weise hinrichtet. Ein weiteres Mal taucht Moretti ein in einen Alptraum aus Blut und Tod.

(Quelle: deutsche DVD)

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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon Ringo aka Angelface » 23. Dez 2009, 18:20

Wirklich spannender Film, wie gewohnt von Argento arg verschachtelt, aber zum Ende geht alles auf (ist selten beim Maestro :mrgreen: ) und Gevatter Tod hat auch seine Freude. Sicherlich einer der besten Italokrimis der letzten Jahre.
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon Santini » 23. Dez 2009, 22:18

Sehe ich ganz ähnlich wie Du.
Ist mir irgendwie tlw. auch unverständlich, warum der Film bei so manchen "damals war alles besser"-Argento-Jüngern so schlecht weg kommt.

Im Grunde bietet der Film viele der typischen Argento-Trademarks (sowohl positiv als auch negativ 8-) ;) ), die man von Argento erwarten würde.

Ich denke mit Sleepless hat Argento schon so ziemlich das Beste abgeliefert, was er in 2001 halt (an)bieten konnte. ;)
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon ugo-piazza » 28. Dez 2009, 21:45

Ringo aka Angelface hat geschrieben:Wirklich spannender Film, wie gewohnt von Argento arg verschachtelt, aber zum Ende geht alles auf (ist selten beim Maestro :mrgreen: ) und Gevatter Tod hat auch seine Freude. Sicherlich einer der besten Italokrimis der letzten Jahre.


In der Tat.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon Blap » 9. Mär 2010, 19:29

Ein wundervolles und packendes "Spätwerk" des Meisters! Ein älterer Kurzkommentar:


Sleepless

In den frühen achtziger Jahren wurde Turin von einer grausigen Mordserie erschüttert. Der Fall konnte damals nicht aufgeklärt werden, doch nach 17 langen Jahren scheint der sogenannte "Killer-Zwerg" plötzlich wieder aktiv zu sein. Der inzwischen pensionierte Kriminalbeamte Moretti (Max von Sydow) war damals mit der Aufklärung betraut, die neue Serie schrecklicher Morde lässt den alten Herrn aber nicht zur Ruhe kommen. Giacomo (Stefano Dionisi) verlor 1983 seine Mutter durch den Killer, Moretti versprach im damals den Schuldigen dingfest zu machen. Gemeinsam begibt sich das ungleiche Gespann auf die Spur des Täters. Der Polizei sind die privaten Ermittler bald ein Dorn im Auge, doch wirkliche Gefahr droht aus einer anderen Richtung...

Dario Argento glückte mit "Non Ho Sonno" (2001) ein erstklassiger Giallo, der seinen Meisterwerken aus den siebziger Jahren kaum nachsteht. Ein lupenreiner Genrebeitrag der den Giallo-Fan jubeln lässt. Aus den gängigen Zutaten zaubert der Meister ein äusserst schmackhaftes Menü. Es fehlen weder die obligatorischen schwarzen Handschuhe oder die drastischen Morde, dazu ist die Auflösung meiner Meinung nach ebenfalls sehr überzeugend. Ich konnte den Täter nicht vorzeitig überführen, hatte nicht mit dieser herrlich fiesen Überraschung gerechnet. Sicher, man hat das irgendwie alles schon gesehen. Waren Argentos Filme in den Siebzigern visionär, so mag "Sleepless" sich tatsächlich fast ein wenig altmodisch anfühlen. Doch diese Art von altmodisch lasse ich mir sehr gern gefallen. Der Film hebt sich positiv aus der breiten Masse heraus, bereichert sein Genre um eine weitere Perle. Dafür gebührt Dario Argento Respekt und Dank, ich verneige mich vor dem Meister!

Für den deutschen Markt lag der Film in gekürzter Form von E-M-S vor, die "Uncut Edition" von Anolis ist schon seit einiger Zeit ausverkauft, war nur noch zu Bordellpreisen erhältlich. Glücklicherweise hat XT Video die Scheibe neu aufgelegt, damit ist der herrliche Film wieder zu erträglichen Preisen auf dem Markt zu finden. 25€ sollte man für die grosse Hartbox einplanen, doch das war/ist mir dieser Giallo locker wert. (Unglaublicherweise habe ich damals die Anolis Version verpennt!)

Sehr guter Stoff = 8/10 (Gäbe es nicht noch schönere Werke von Meister Argento, würde ich in diesem Fall sogar 9/10 ziehen wollen!)

***

Inzwischen wurde weitere Repacks nachgelegt, der Film sollte also ohne Schwierigkeiten zu bekommen sein!
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 11. Jan 2011, 18:44

VHS Deutschland
Großer Einleger

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Der Maestro hat nix verlernt, ich ziehe ein sehr gut :thup:
Seine Handschrift steckt auch in diesem Film, sowohl handwerklich wie Kameraführung, Atmosphäre etc., aber auch die Story ist TOP!
Die Auflösung überraschend, lediglich der Täter hätte vielleicht etwas mehr Leistung bei der Aufdeckung zeigen können. Bis zum Schluß wird man an der Nase herumgeführt und Argento hat hier auch krasse Effekte dargeboten, teils echt heftig.
Wann endlich werden Kinderbücher unter Jugendschutz gestellt :opa:
Ein SUSPIRIA oder ...HANDSCHUHE und dergleichen habe ich hier auch nicht erwartet, aber wahrlich ein weiteres Glanzstück aus seinem Repertoire.
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon buxtebrawler » 11. Jan 2011, 20:57

Welche ungeschnittene, deutschsprachige DVD-Fassung ist zu bevorzugen? XT oder Anolis?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon Onkel Joe » 11. Jan 2011, 21:12

buxtebrawler hat geschrieben:Welche ungeschnittene, deutschsprachige DVD-Fassung ist zu bevorzugen? XT oder Anolis?


Beide gut ;) .
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon untot » 13. Jan 2011, 16:58

"Sleepless" ist einer meiner almost Favorites, mit dem Motto, back to the Roots, hat Argento hier nix falsch gemacht, er ist nach schöner alter Tradition gemacht, ganz so, wie wir Fans es lieben.
Die Handlung ist interessant, spannend und glaubwürdig, die Morde, blutig und originell, die Besetzung wunderbar.
Diesen Film MUSS man kennen!

9/10
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Re: Sleepless - Dario Argento

Beitragvon horror1966 » 28. Mai 2011, 16:42

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Sleepless
(Non ho sonno)
mit Max von Sydow, Stefano Dionisi, Chiara Caselli, Rossella Falk, Paolo Maria Scalondro, Roberto Zibetti, Gabriele Lavia, Massimo Sarchielli, Barbara Mautino, Elena Marchesini, Conchita Puglisi, Barbara Lerici
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento / Franco Ferrini
Kamera: Ronnie Taylor
Musik: Goblin / Agostino Marangolo / Massimo Morante / Fabio Pignatelli / Claudio Simonetti
Ungeprüft
Italien / 2001

Siebzehn Jahre nachdem eine Serie grausamer Morde an jungen Frauen aufgeklärt wurde, beginnt das Morden von neuem. Der Täter von einst, der als ‘Killer-Zwerg’ in die Kriminalgeschichte einging, wurde nach seiner Entlarvung tot aufgefunden. Ist es ein Nachahmungstäter? Ist es ein Geist, ein Phantom, das aus dem Grab gestiegen ist, um den absurden kleinen Kinderreim über den Bauern, der alle Tiere tötet, die ihn am Einschlafen hindern, auf grausige Weise zu Ende zu bringen? Der pensionierte Kommissar Moretti (MAX VON SYDOW) begibt sich erneut auf die Suche nach dem perversen Monstrum, das seine Opfer auf schrecklichste Weise hinrichtet.

Ein weiteres Mal taucht Moretti ein in einen Albtraum aus Blut und Tod.



Mit "Sleepless" hat Regie-Altmeister Dario Argento eigentlich das letzte Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das er immer noch dazu in der Lage ist, erstklassige Horror/Thriller zu kreieren. Seine später folgenden Werke konnten bisher leider nicht mehr die hier zu Tage tretende Qualität und Faszination hervorbringen, sondern siedelten sich doch maximal im oberen Durchschnittsbereich an. Von Durchschnit ist in vorliegendem fall allerdings weit und breit keine Spur, offenbart sich dem Zuschauer doch von der ersten bis zur letzten Minute eine absolut packende und fesselnde Geschichte, von der ganzzeitig eine ungeheuer starke Faszination ausgeht, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. In bester Giallo-Tradition präsentiert sich dieses meiner Meinung nach brillante Spätwerk Argentos, das sämtliche Zutaten beinhaltet, die diese Art von Film so absolut sehenswert macht. Im Focus des Geschehens steht ganz eindeutig die extrem spannende Suche nach der Identität eines scheinbar psychophatischen Killers, der fast bis zum Ende im Dunkeln bleibt. Der Aspekt, das es sich um ein-und dieselbe Person handelt, die schon 17 Jahre zuvor gemordet hat, verleiht dem Szenario eine noch zusätzliche Spannungssteigerung, denn die Zusammenhänge, die letztendlich doch noch auf die richtige Spur führen, muss man wirklich erst einmal erkennen, das sie eine geraume Zeit absolut grandios verschleiert werden. Dadurch entfaltet die geschichte eine ganz eigene Dynamik, erscheinen die Ereignisse doch über einen langen Zeitraum sehr schön ineinander verschachtelt, was für ein extrem spannendes Filmerlebnis sorgt, das streckenweise mit absoluter Hochspannung aufwarten kann. Selbst bei einer ausgeprägten Kombinationsgabe fällt es sichtlich schwer, die wahren Zusammenhänge zu erkennen und so der Identität des Killers auf die Spur zu kommen.

Vielmehr ist es Argento einmal mehr eindrucksvoll gelungen, durch etliche falsch gelegte Fährten den Betrachter in die Irre zu führen, der sich ganz automatisch voller Begeisterung in das hier inszenierte Rätselspiel begibt und dabei seine eigenen Vermutungen anstellt, die sich jedoch im Laufe der zeit immer wieder als falsch erweisen. Denn erst im letzten Drittel der Geschichte kann man letztendlich die richtige Fährte aufnehmen, führen nun doch diverse Anhaltspunkte zu einer kaum für möglich gehaltenen Lösung eines Rätsels, das man kaum spannender-und variantenreicher hätte umsetzen können. Der Film kann vor allem in seiner Gesamtheit einen äusserst guten Gesamteindruck hinterlassen, denn ausser der intelligent umgesetzten Story und der immensen Spannung wartet "Sleepless" zudem mit einer herausragenden grundstimmung auf, die einen von der ersten Szene an wie magisch in ihren bann zieht. Dabei ist es nahezu unmöglich, sich der ausgehenden Faszination zu entziehen die dieses Werk freisetzt und bis zur letzten Einstellung beibehält. Gierig wie ein Schwamm saugt man dabei die fantastische Armosphäre in sich auf und wird so fast zwangsweise fast zu einem Teil des Geschehens, das noch nicht einmal den Ansatz eines Spannungseinbruches erkennen lässt. Ich kann noch nicht einmal sagen, wie oft ich mir diesen fantastischen Film schon angesehen habe, der mich bei jeder Ansicht wieder aufs Neue begeistert und in seinen bann zieht, da hier einfach alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind und so ein meiner Meinung nach perfektes Gesamtbild offenbaren.

Einen nicht gerade unwesentlichen Anteil an diesem Eindruck hat auch die Darsteller-Riege, die durch die bank mit vollkommen überzeugenden leistungen aufwarten kann, wobei mir Max von Sydow in der Rolle des pensionierten Kommissars besonders angenehm aufgefallen ist. Mit seiner immer besonnenen und ruhigen Art verschafft er einem wenigstens einmal einige kleinere Entspannungsmomente, die hier wirklich als Seltenheit angesehen werden können. Seiner Kombinationsgabe ist es dann auch letztendlich zu verdanken, das man überhaupt die mehr als rätselhafte Mordserie aufklären kann und auch so manch skurril erscheinende Indizien in einem ganz anderen Licht sieht, so das sie auf einmal einen Sinn ergeben. Eine weitere nicht unwesentliche Stärke ist sicherlich die hervorragende musikalische Untermalung, wie so oft war hier auch die Band Goblin wieder mit am Werk, was die Qualität des Filmes noch einmal zusätzlich etwas aufwertet, obwohl das schon gar nicht mehr nötig gewesen wäre. Nun soll es aber genug sein mit der ganzen Schwärmerei, doch liegt mit diesem Spätwerk Argentos ein Film vor, bei dem ich einfach nicht ganz objektiv bleiben kann, da ich mich schon bei der ersten Sichtung in dieses Werk verliebt habe und diese Liebe auch niemals enden wird.

Letztendlich handelt es sich auf jeden Fall um einen absolut erstklassigen Horror/Thriller, in dem einfach alles perfekt zusammenpasst. Eine extrem spannende-und abwechslungsreiche Geschichte sorgt ganzzeitig für die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers, der wie magisch von den mysteriösen Ereignissen angezogen wird und seinen Blick nicht einen winzigen Moment vom heimischen TV lösen kann. Zu sehr ist man auf den extrem spannenden handlungsablauf fixiert und hat schon fast panische Angst davor, ein entscheidendes Detail zu verpassen. Schweissnasse Hände und eine immer weiter ansteigende innere Unruhe sind hier schon fast logische Begleiterscheinungen, denn das Giallo-Fieber übermannt einen in dieser Geschichte mit einer enormen Wucht, gegen die man machtlos ist. Tolle Darsteller und eine absolut passende musikalische Untermalung runden dieses Kunstwerk absolut perfekt ab und die grandiose Atmosphäre tut ihr Übriges, um den betrachter zu begeistern.


Fazit:


Für mich persönlich zählt "Sleepless" zu den ganz großen Werken eines Dario Argento, das ich im zum Erscheinungszeitpunkt ehrlich gesagt gar nicht mehr zugetraut hätte. Wenn es doch nur viel mehr solcher fantastischer Filmerlebnisse gäbe, die einem solch brilllante Kost bieten, an der man sich einfach nicht sattsehen kann. Eine absolute Perle des Cinema Italiano, das seine Hochzeiten ja schon weitaus früher gehabt hat, mit diesem Werk aber noch einmal so richtig aufgeblüht ist. Ich verneige mich innerlich einmal mehr vor der italienischen Filmkunst, die mir mit vorliegendem Werk einen meiner persönlichen Lieblingsfilme beschert hat, weswegen das Urteil auch nur einen Namen haben kann, nämlich...


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