Malastrana - Aldo Lado (1971)

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Malastrana - Aldo Lado (1971)

Beitragvon Onkel Joe » 18. Dez 2009, 22:54

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Originaltitel: Malastrana

Herstellungsland: Deutschland / Italien / Jugoslawien / 1971

Regie: Aldo Lado

Darsteller: Ingrid Thulin, Jean Sorel, Mario Adorf, Barbara Bach, Fabijan Sovagovic, Jürgen Drews u. A.

Story:

Ein amerikanischer Journalist (Jean Sorel) liegt im Todesschlaf, er kann noch denken, lebt aber weder, noch ist er richtig tot. In seinen Gedanken versucht er zu rekonstruieren wie es soweit kam.
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon Onkel Joe » 23. Dez 2009, 00:15

Hier noch das limitierte Cover (große Hartbox):

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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon Blap » 18. Jan 2010, 22:23

Malastrana

In einem Park wird ein lebloser Körper aufgefunden. Es handelt sich um den amerikanischen Journalisten Gregory Moore (Jean Sorel), der Zeit einiger Zeit seinen Job in Prag ausübt. Im Krankenhaus erklärt man ihn für tot. Doch Gregory ist noch bei Bewusstsein, kann sich aber nicht bemerkbar machen. Er versucht sich daran zu erinnern wie er in diese verzweifelte Lage geraten konnte. Langsam beginnt er in Gedanken die Ereignisse der letzten Wochen zu erkunden. Die junge, schöne Mira (Barbara Bach) soll mit dem Journalisten in den Westen kommen. Dort will das Liebespaar gemeinsam sein Glück geniessen, bald soll Greg einen Job in London antreten. Plötzlich verschwindet Mira jedoch, scheinbar ohne jeglichen nachvollziehbaren Grund. Da er der Prager Polizei nicht traut beginnt Greg auf eigene Faust zu ermitteln. Sein Kollege und Freund Jacques (Mario Adorf) steht im bei der Suche zur Seite, genau wie Gregs alte Freundin Jessica (Ingrid Thulin). Je tiefer Greg in seinen Erinnerungen stöbert, desto verstörender und erschreckender werden die Ereignisse. Ein fürchterlicher Sog scheint den Journalisten in den Abgrund zu ziehen. Inzwischen versucht ein befreundeter Arzt den leblosen Körper Gregs zu reanimieren, denn seine Körpertemperatur befindet sich noch auf einem erstaunlich hohen Niveau, zu hoch für einen Mensch der seit einigen Stunden tot sein soll...

1971 entstand diese feine Italo Perle unter der Regie von Aldo Lado. Wir haben es hier allerdings nicht mit einem "einwandfreien" Giallo zu tun, wie man zunächst vielleicht vermuten möchte, "Malastrana" ist eher ein Mix verschiedener Genres, entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung. Jean Sorel passt gut in die Hauptrolle. Er erinnert manchmal ein wenig an Franco Nero, erreicht aber nicht dessen Ausstrahlung. Der Qualität des Filmes tut dies keinen Abbruch, denn Sorel füllt seine Rolle sehr ansprechend aus. Die bezaubernde Stupsnase Barbara Bach ist wie immer eine Augenweide, hier in einer tragischen Rolle zu sehen. Ingrid Thulin und besonders Mario Adorf runden die grösseren Rollen erstklassig ab. Vermutlich ist "Malastrana" nicht unbedingt der ideale Film für Einsteiger in die wundervolle Welt des italienischen Kinos der damaligen Zeit, zu ungewöhnlich, vielleicht auch zu ruhig kommt dieses Werk daher. "Malastrana" ist mehr ein Film für Geniesser, für Leute die gern über die üblichen Grenzen der bekannten Genres hinausblicken.

Koch Media hat bei dieser kleinen Perle wieder ganze Arbeit geleistet. Die schicke Verpackung steckt in einem ebenso hübschen Schuber. Ein interessantes, sehr lesenswertes Booklet liegt bei. Besondere Freunde macht ein sehr unterhaltsames Interview mit Mario Adorf. Eine rundum erstklassige Veröffentlichung. Ein Kleinod des Italo Kinos, präsentiert in wundervoller Aufmachung!

Sehr gut = 8/10
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon Santini » 11. Feb 2010, 22:17

Scan der "Neue Film-Bühne"

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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon Santini » 22. Feb 2010, 15:21

Scan aus "Film-Echo" - Ausgabe Nr. 31, Mai 1972

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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon dr. freudstein » 8. Jan 2011, 15:34

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KOCH MEDIA

Freigabe: FSK 16
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 92:43 Min. (91:15 Min. o.A.)
Regionalcode: RC 2
DVD-Format: DVD-9 (8,5 GB)
TV-Norm: PAL
Verpackung: Amaray (Keep Case)
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Kommentar (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel: Deutsch

Extras: Audiokommentar
Audiokommentar von Darsteller Jürgen Drews
Abenteuer Filme machen: Mario Adorf erzählt... (29:44)
Englischer Trailer (2:58)
Bildergalerie - 27 Bilder seltenes Werbematerial
DVD Credits
8seitiges Booklet mit Kommentar von Christian Keßler

Klasse Thriller mit Anleihen eines Giallos, ohne aber dessen gesamten Charaktere zu übernehmen.
Ein Mann wird scheinbar tot (scheintot, für die Umwelt nicht erkennbar) in einem Park gefunden.
Seine Gedanken sind die einzigen, was noch in ihm lebt und diese werden uns übermittelt mit Unterbrechungen auf die Gegenwart, wo die Pathologen vor einem Rätsel stehen. Kein Herzschlag, kein Lebenszeichen, nur sein Köper verfällt nicht in eine Leichenstarre.
Es gelingt ihm nicht, sich bemerkbar machen, Zustand eines Wachkomas.
Der Hintergrund, den ihn in diese mißliche Lage gebracht hat, wird uns anhand seiner Erinnerungen nähergebracht.
Was steckt hinter dem Verschwinden vieler junger Mädchen, eine davon war seine Freundin, was seine journalistischen Bemühungen vorantreibt, was hat es mit dem Club 99 auf sich, wohin alle Spuren führen?
Und wie kann er der Außenwelt zeigen, daß er noch am Leben ist, unfähig aber, sich bemerkbar zu machen?

Kein Happy-End, sondern ein schreckliches Schicksal erwartet den Journalisten.

Folgendes Stück passt hier bestens hinein:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Mario Adorf hier in einer Nebenrolle als alkoholkranker Journalist, Jürgen Drews als Straßenmusiker.
Die einfache Amaray-DVD von KOCH MEDIA gibts z.B. beim ofdb-shop für 6,98€
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon untot » 9. Jan 2011, 04:13

Huch zu diesem Schätzchen hab ich noch nix geschrieben! :o

Ich liebe diesen Film, ist er doch überraschend komplex und spannend inszeniert und unterscheidet sich auf Grund seiner ungewöhnlichen Handlung von vielen anderen Gialli (oder auch nur fast).
Außergewöhnlich ist auch der Ort des Geschehens, nämlich Prag, noch zu Zeiten des Kommusismus.
Die Story ist richtig beängstigend, ich denke Scheintot zu sein ist eine Art Urangst des Menschen, deswegen ist "Malastrana" für mich einer der gruseligsten Vertreter des (Sub)Genres.

8/10
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon Blap » 9. Jan 2011, 04:33

untot hat geschrieben:...ich denke Scheintot zu sein ist eine Art Urangst des Menschen...


Nö, ich befinde mich seit meiner Verbeamtung in diesem Zustand. :D
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon untot » 9. Jan 2011, 04:37

Aber so lange man noch im Stande ist sich eine DVD einzulegen ist nicht alles verloren! :mrgreen:
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Re: Malastrana - Aldo Lado

Beitragvon horror1966 » 25. Jan 2011, 23:11

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Malastrana
(Malastrana)
mit Ingrid Thulin, Jean Sorel, Mario Adorf, Barbara Bach, Fabijan Sovagovic, José Quaglio, Relja Basic, Piero Vida, Daniele Dublino, Sven Lasta, Luciano Catenacci, Michaela Martin
Regie: Aldo Lado
Drehbuch: Ernesto Gastaldi / Aldo Lado
Kamera: Giuseppe Rizzolini
Musik: Ennio Morricone
FSK 16
Deutschland / Italien / Jugoslawien / 1971

Im Prager Stadtpark findet ein Wächter den leblosen Körper des amerikanischen Journalisten Gregory Moore. Obwohl er ins Leichenschauhaus gebracht wird und die Ärzte ihn für tot halten, lebt Gregory noch und liegt im Wachkoma. Langsam erinnert er sich an die Umstände, unter denen er in diesem Zustand gelangt ist. Alles begann mit dem Verschwinden seiner Freundin...


Irrtümlicherweise wird Aldo Lado's Regie-Debut "Malastrana" von den meisten Leuten immer als Giallo geführt, obwohl die erzählte Geschichte eigentlich rein inhaltlich vollkommen von den ansonsten erzählten Mörder-Storys vollkommen abweicht und sich auch ansonsten prinzipiell einer hundertprozentigen Genrezuordnung eher entzieht, da hier doch einige Genres miteinander vermischt werden, die eine genaue Zuordnung doch fast unmöglich machen. Die Bezeichnung Psychothriller mit diversen Anleihen beim Horror-Genre trifft es wohl am besten, aber wie dem auch sei, der Film zählt ganz eindeutig zu den absoluten Perlen des Cinema Italiano und bietet einen jederzeit spannenden Filmgenuss, der auch ohne die sonst vorhandenen Morde und großartige Action auskommt und fast einzig und allein durch seine äusserst interessant erzählte Story zu überzeugen weiss.

Diese wird dabei noch nicht einmal besonders temporeich, sondern viel eher ziemlich ruhig und bedächtig erzählt, doch gerade durch diese Tatsache entfaltet sich eine ganz eigene Dynamik und Intensität der Geschehnisse, die den Zuschauer auf eine ganz eigenartige Art und Weise fast schon hypnotisch in Beschlag nehmen und dabei eine äusserst unheimliche Faszination entfachen, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Allein der ständige Wechsel von der Gegenwart, in der sich der Journalist Gregory in einem scheintodähnlichem Zustand befindet, in dem er alles mitbekommt was um ihn herum passiert und der Vergangenheit in die er sich gedanklich begibt, um die Ereignisse zu rekonstruieren die zu seinem Zustand geführt haben hält die Konzentration des Zuschauers immer oben, da man auch wirklich nicht das kleinste Detail verpassen möchte, das zur Lösung dieser ominösen und geheimnisvollen Geschichte führt. Und geheimnisvoll ist nun wirklich genau der richtige Ausdruck für einen Story-Plot, den man dramaturgisch gesehen nicht besser hätte aufbauen können und der mit zunehmender Kaufzeit eine immer bedrohlicher erscheinenede Atmosphäre entwickelt, die einem so manche Gänsehaut über den Rücken jagen kann. Ohne das eigentlich wirklich viel passiert, baut sich dabei ein äusserst straff gezogener Spannungsbogen auf, der sich bis in die letzte Einstellung hinein aufrecht erhalten kann und zu keiner Zeit irgendwelche Einbrüche verzeichnet.

Aldo Lado hat es vortrefflich verstanden, dem Zuschauer immer nur häppchenweise neue Informationen zu liefern die der Aufklärung dienen, wie Gregory in diesen todesähnlichen Zustand gelangen konnte. Dies geschieht zudem in einer sehr ruhigen Erzählweise und ohne jegliche Hektik, wobei das Szenario eine fast hypnotische Wirkung auf den Betrachter hinterlässt. Diese äusserst sich insbesondere auch durch flashbackartige eingestreute Bildfragmente, die sich in der Erinnerung des Journalisten abspielen und zu Beginn noch scheinbar sinnlos durcheinandergewirbelt dargestellt werden, bevor sie im weiteren Verlauf der Geschehnisse erst ganz am Ende einen wirklichen Sinn ergeben. So ist es auch nicht besonders verwunderlich, das man sich phasenweise in einen tranceähnlichen Zustand versetzt fühlt, denn "Malastrana" ist in irgendeiner Form fast schon ein wahrer Sinnesrausch, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt, so das man sich in der gegebenen Situation wie gefangen fühlt, was bei dem Zustand in dem sich der Hauptcharakter befindet für ein hohes Maß an Identifikation sorgt. Man kann sich extrem gut in die Lage der Hauptfigur hineinversetzen, fühlt man doch größtenteils die gleiche Hilflosigkeit, die in einem Mann vorgehen muss, der alles mitbekommt was um ihn herum passiert, seinen Mitmenschen aber nicht das kleinste Zeichen geben kann, das er sich noch am Leben befindet und lediglich sein Körper keinerlei Anzeichen dafür senden kann.

Was mir besonders gut gefallen hat ist auch der Aspekt, das es in dieser Geschichte kein Happy End gibt, denn dieses wäre an dieser Stelle auch mehr als unpassend gewesen. Mag die gewählte Schlußsequenz auch nicht jeden Geschmack treffen, so ist sie doch in diesem Werk nahezu perfekt und rundet ein insgesamt exzellentes Filmerlebnis ab. Eigentlich beinhaltet "Malastrana" überhaupt nichts, was man wirklich kritisieren könnte, denn auch von den darstellerischen Leistungen her wird man regelrecht verwöhnt. Insbesondere Jean Sorel versteht es in der Rolle des Journalisten, mit ausdrucksstarkem und authentischen Schauspiel zu überzeugen und trägt somit einen nicht gerade unwesentlichen Anteil am brillanten Gesamteindruck, den man von dieser italienischen Film-Perle erlangt. Eine tolle und sehr interessante Geschichte, ein dramaturgisch sehr gelungener Spannungsbogen, erstklassige darsteller und eine fast hypnotisch anmutende Grundstimmung ergeben hier ein Gesamtwerk, das man einfach nur genießen sollte.


Fazit:


Kein typischer Giallo, sondern ein Mix aus mehreren Genres macht "Malastrana" zu einem Filmerlebnis der ganz besonderen Art, das eine sogartige Wirkung auf den Zuschauer ausübt, der sich nur zu gern in einen rauschartigen Strudel hineinziehen lässt, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Streckenweise ist es ein wahrer Rausch der Sinne der seine Faszination voll zur Geltung bringt, der man sich auf keinen Fall entziehen kann, selbst wenn man es wollte.


9/10
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