Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi (1975)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi (1975)

Beitragvon jogiwan » 12. Jun 2010, 09:46

Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

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Originaltitel: Gatti rossi in un labirinto di vetro

Alternativtitel: Eyeball / Secret Killer / El Ojo en la oscuridad

Italien / Spanien - 1975

Regie: Umberto Lenzi

Darsteller: John Richardson, Martine Brochard, Ines Pellegrini, Andrés Mejuto, u.a.

Story: Eine amerikanische Reisetruppe besucht Barcelona und seine Sehenswürdigkeiten. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft geschehen im Umkreis der erholungssuchenden Menschen bizarre Morde. Der Killer ermordet nicht nur seine Opfer, sondern entnimmt ihnen auch noch ein Auge. Ein grantiger und kurz vor der Pensionierung stehenden Polizist versucht mit seinem jüngeren Nachfolger hinter das Geheimnis des bizarren Killers zu kommen. Doch das ist gar nicht so einfach, scheint der Killer den Polizisten ja stets einen Schritt voraus und auch unter den Urlauber tummeln sich eine Personen mit sprichwörtlichen Leichen im Keller...
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon jogiwan » 12. Jun 2010, 09:53

Für mich als absoluten Giallo-, Trash- und Barcelona-Fan ist "Labyrinth des Schreckens" natürlich das Nonplusalwaysultra der gepflegten Unterhaltung. Hier stimmt für meine Verhältnisse einfach alles: die Figuren sind sympathisch, die Geschichte strange, die Auflösung vollkommen daneben und zwischendrin gibt es jede Menge flockiger Musik, lustige Dialoge mit noch lustigeren Menschen und Sehenswürdigkeiten von Sitges bis Barcelona und zu sehen, aus dem in der deutschen Synchro liebevoll "Batzzzelona" gemacht wird. Natürlich klar, dass auch heuer wieder die Originalschauplätze im Urlaub abgeklappert werden. Auch wenn mich mancher für irr erklären würde, schafft es "Labyrinth des Schreckens" auch als meistgesehenen Beitrag in die Top3 meiner Lieblings-Gialli. Und wer es noch immer nicht wahrhaben will: Ich liebe diesen Film. Nicht wirklich gut und schon gar nicht logisch, dafür umso sympathischer, immer kurzweilig und der absolute Kracher auf jeder Party. 12/10 Punkten!
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon ugo-piazza » 12. Jun 2010, 20:15

Und dann gibt es immer wieder ungeklärte Mordserien während der Urlaubssaison in Batzelona... :mrgreen:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon jogiwan » 12. Jun 2010, 20:22

ugo-piazza hat geschrieben:Und dann gibt es immer wieder ungeklärte Mordserien während der Urlaubssaison in Batzelona... :mrgreen:


und alles nur wegen meiner Augensammlung... ;)
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon Santini » 12. Jun 2010, 20:54

Scan VHS:

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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon Blap » 12. Jun 2010, 21:56

Ein älterer Kurzkommentar, der den Qualitäten dieses "Meisterwerks" nicht gerecht wird:

Labyrinth des Schreckens

Eine Gruppe Touristen möchte Spanien erkunden. Doch schon bald sind grausige Morde zu beklagen. Junge Damen werden erdolcht, als besonderen Leckerbissen entfernt der Killer den unglücklichen Opfern einen Augapfel. Ein kurz vor der Pensionierung stehender Kriminalpolizist und sein designierter, junger Nachfolger nehmen die Ermittlungen auf. Die Auswahl an Verdächtigen ist üppig, da gibt es den albernen Reiseleiter, den Unternehmer der bereits in der Heimat in Zusammenhang mit einem Mordfall stand, dessen offenbar psychisch angeschlagene Frau, die feuchten Lesben, einen älteren Priester usw...

Dieses Jahr hatte ich bereits einige Filme von Regisseur Umberto Lenzi im Player, enttäuscht hat mich der gute Mann noch nie. Da gab es netten Horror-Trash wie "Großangriff der Zombies", die erstklassigen Polizei-Thriller "Camorra - Ein Bulle räumt auf" und "Der Berserker". Mit "Labyrinth des Schreckens" versuchte sich Lenzi 1975 an einem Giallo. In diesem Genre liegt meine Messlatte sehr hoch. Als Referenzen seien "Blutige Seide" von Mario Bava und "Der Killer von Wien" von Sergio Martino genannt. Zu diesen Göttergaben kann Lenzi nicht aufschliessen. Aber auch eine angenehme, schmierige Schmuddelatmosphäre, mit der z.B. Bianchis "Die Nacht der blanken Messer" punkten kann, bekommt man hier nicht in dieser Form geboten.

Die Darsteller agieren überwiegend ordentlich, lediglich in den Nebenrollen gibt es teilweise groteske Leistungen zu bestaunen. Die Dialoge sorgen ebenfalls für den einen oder anderen kleinen Schmunzler, die Morde sind recht schludrig und einfallslos in Szene gesetzt. Natürlich denkt man bei gepflegter Giallo Unterhaltung auch an Möpse und Schenkelgut. Hier herrscht leider Tristesse vor. Wenn die Glocken läuten, was nur selten der Fall ist, assoziiert man eher Opis armselige Bimmel mit der zur weihnachtlichen Bescherung geläutet wurde, Big Ben Stimmung kommt nicht im Ansatz auf.

Dies hört sich nach reichlich Gemecker meinerseits an. Aber das täuscht! Ich fühlte mich gut unterhalten. Der Film lullte mich -im positiven Sinne- von Minute zu Minute mehr ein. Giallo Kuscheldecke zum gernhaben.

Danke, Herr Lenzi = 7/10
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon italofreak1970 » 13. Jun 2010, 09:27

Kein Meisterwerk unter den Giallos, aber der Film weiß einfach zu unterhalten und mir macht es immmer wieder Spaß mir den Streifen anzuschauen. Überhaupt wissen die Filme von Lenzi einen immer bei Laune zu halten. Langeweile kommt bei diesen Film nie auf.
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon Arkadin » 14. Jun 2010, 09:24

Ein schwächerer Lenzi-Giallo. Aber hübsch trashig und ein bisschen doof. Aber mit viel Sonne, hübschen Frauen, fluffiger Musik und ein paar netten Mordszenen. Nix großen, aber unterhält ganz gut. Lenzis Giallos mit Caroll Baker sind aber eine ganz andere Klasse.
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon jogiwan » 5. Aug 2010, 15:44

Eyeball - the most blinding horror ever seen:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


how far can you go...
before your nerves break...
before your heart stops...
before your eyes leave your body...


8-) 8-) 8-)

und hier noch das geschmackvolles Kinoplakat:

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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon horror1966 » 31. Jan 2011, 15:01

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Labyrinth des Schreckens
(Gatti rossi in un labirinto di vetro)
mit John Richardson, Martine Brochard, Ines Pellegrini, Andrés Mejuto, Mirta Miller, Daniele Vargas, Georges Rigaud, Silvia Solar, Marta May, Raf Baldassarre, Tom Felleghy, José María Blanco
Regie: Umberto Lenzi
Drehbuch: Umberto Lenzi
Kamera: Antonio Millan
Musik: Bruno Nicolai
Ungeprüft
Italien / Spanien / 1975

Eine junge Frau ist auf dem Weg nach New York, um sich endgültig von ihrem Mann scheiden zu lassen. Doch sie entschließt sich spontan, eine Busreise zu machen. Unter den gut gelaunten Touristen kommt es zu einem grausamen Zwischenfall, ein unerklärlicher Mord erschüttert die Reisenden. Geschockt von dem schrecklichen Ereignis müssen die jungen Leute feststellen, dass die Morde weitergehen. Während alle rätseln wer der mysteriöse Killer sein könnte, fürchtet jeder, er könnte das nächste Opfer sein. Der Mörder hat jedoch ein weiteres Geheimnis, er stiehlt immer den Augapfel seiner Opfer.


Umberto Lenzi (Gates of Hell, Großangriff der Zombies) hat mit "Secret Killer" einen absolut spannenden Giallo kreiert, der altbekannte Zutaten miteinander vereint und dem Zuschauer ein äusserst atmosphärisch inszeniertes Szenario bietet, das sich um einen geheimnisvollen Serienmörder dreht, der seinen Opfern mysteriöserweise immer den linken Augapfel entfernt. Dabei ist die erzählte Geschichte mit etlichen Hinweisen garniert worden, die eventuell auf die Spur des Killers hindeuten könnten, wobei sich die meisten Anhaltspunkte jedoch im Verlauf des Geschehens als falsche Fährten herausstellen, die den Betrachter unweigerlich in die Irre führen sollen. Dieses Vorhaben gelingt auch recht gut, denn erst kurz vor dem Ende kommt man hinter die wahre Identität des Mörders und erkennt die gesamten Zusammenhänge, die letztendlich auch die Erkenntnis über die Motive des Täters in den Vordergrund rücken. Bis dahin ist es allerdings ein ziemlich langer Weg, auf dem fast sämtliche Protagonisten als Killer in Frage kommen könnten. Lenzi lässt dabei eigentlich keinen einzigen Charakter der Story aus, jeder ist verdächtig und wird durch kleinere Indizien in den Vordergrund dieses ominösen Rätsels gedrängt, das lange Zeit keinerlei Motive erkennen lässt, warum hier mehrere junge Frauen ihres Lebens beraubt werden.

Von Beginn an entwickelt sich eine Story, die insbesondere durch den gekonnt aufgebauten Spannungsbogen zu überzeugen weiss, der fast im Minutentakt immer straffer gespannt wird und keinerlei Platz für langatmige Passagen erkennen lässt. Man sitzt förmlich wie gebannt vor dem heimischen Bildschirm und kann sich der von dem Geschehen ausgehenden Faszination nicht entziehen, die einen wie eine zweite Haut umhüllt. Nur zu gern beteiligt man sich an der Suche nach dem mysteriösen Mörder und versucht Licht in das Dunkel zu bringen, das die unheimliche Mordserie umgibt. Dabei gelingt es auch relativ schnell, einige Personen aus dem Kreis der eventuellen Täter auszuschließen, jedoch ist es gar nicht einmal so leicht, dem wirklichen Killer auf die Spur zu kommen. Ab einem gewissen Zeitpunkt entstehen zwar einige Verdachtsmomente, die sich auf eine bestimmte Person beziehen, die Bestätigung für die eigenen Vermutungen erhält man allerdings erst wenige Minuten vor dem Ende dieses unglaublich spannenden Filmes.

Es mag gut möglich sein, das "Secret Killer" vielleicht nicht zu den allerbesten Filmen seiner Art zählt, für mich persönlich allerdings liegt hier einer der spannendsten Giallis überhaupt vor, denn dieses Werk fasziniert einen von der ersten bis zur letzten Einstellung und überzeugt durch ein fast perfektes Verwirrspiel, in dem man nicht nur einmal aufs Glatteis geführt wird und einem falschen Verdacht aufsitzt, der sich kurz darauf in Schall und Rauch auflöst. Lenzi hat es wirklich gut verstanden viele falsche Fährten in das Geschehen einzubauen die so auch für ein äusserst abwechslungsreiches Filmerlebnis sorgen, an dem man seine helle Freude hat. Nicht umsonst lautet auch der deutsche Originaltitel des Filmes "Labyrinth des Schreckens", denn fühlt man sich doch gerade in der Rolle des Zuschauers nicht selten wie in einem Labyrinth gefangen, in dem der einzige richtige Ausgang nur sehr schwerlich zu erkennen ist. Neben dem dramaturgisch sehr gelungenem Spannungsaufbau wartet der Film zudem noch mit einer erstklassigen Atmosphäre auf, die sich mit zunehmender laufzeit immer mehr verdichtet und nicht selten für schweissnasse Hände beim Betrachter sorgt. Lassen die Ereignisse doch phasenweise extrem bedrohliche Grundzüge erkennen, die fast schon zwangsläufig sehr unheilvolle Momente präsentieren, in denen man kalte Schauer verspürt, die einem über den Rücken laufen. So kommt es an mehreren Stellen der Geschichte zu einem absoluten Gefühl der Hochspannung und man wünscht sich nun sehnlichst die Auflösung der mysteriösen Morde, mit der auch automatisch die Identität des Killers preisgegeben wird.

Eventuell kann nicht jeder meine Begeisterung für diesen Film nachvollziehen, doch schon bei der ersten Ansicht des Werkes hat mich die unglaublich spannende Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen, so das ich der starken Faszination dieses Giallos erlegen bin. Umberto Lenzi hat es meiner Meinung nach perfekt verstanden, den Zuschauer mit etlichen kleinen Puzzleteilchen zu füttern, die ihn immer wieder in die Irre geführt haben, bis am Ende endlich ein Ratespiel beendet wird, das man kaum spannender und interessanter hätte gestalten können. Dazu haben auch die gut agierenden Darsteller beigetragen, die durch die insgesamt guten Leistungen ein wichtiger Baustein in einem gänzlich überzeugendem Gesamtwerk sind, das man letztendlich nur als sehr gut einstufen kann. Und auch wenn man nach der ersten Sichtung dieses Filmes die Auflösung kennt, stellen sich auch bei mehrmaligem Anschauen keinerlei Ermüdungserscheinungen ein, da "Secret Killer" rein gar nichts von seiner Faszination einbüsst und immer wieder absolut sehenswert ist.


Fazit:


Eine sehr spannende Story, gute Darsteller und eine erstklassige Grundstimmung sind die Grundzutaten eines Giallos, der wie ich finde in allen Belangen überzeugen kann. Etliche Irrwege und falsch gelegte Fährten laden den Zuschauer zum mitraten ein und garantieren für ein sehr abwechslungsreiches und jederzeit interessantes Filmerlebnis, das auch im Laufe der Jahre nichts von seinem Reiz verloren hat.


9/10
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