Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi (1975)

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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon BiBi » 18. Mär 2012, 23:48

Ich dachte ich werde ohnmächtig als ich entdeckt habe, was hier bereits zum Thema Labyrinth des Schreckens abging. Locationbesuch! Foto-Comic! Jogiwan, Du bist ein Künstler.

Es ist ja immer ein bewegender, aber auch verwirrender Moment, wenn man bemerkt, dass man nicht allein ist mit seinen Obsessionen. OK, dass der Film von Leuten wie uns als so-la-la-Giallo mitgenommen wird wusste ich ja, aber Jogiwan, das ist ganz groß.

Irgendwann werde ich mich mal hinsetzen und versuchen zu formulieren, warum dieser Film mir so viel bedeutet.

Bis dahin:

Der Giallo für den, der schon alle Gialli gesehen hat. Ein Meta-Giallo, eine Abstraktion. Das gleissende Licht überall. Die bekannten Gesichter, alle so versteinert in ihren Aktionen. Wie ein Giallo mit den Marionetten aus Thunderbirds. Umberto Lenzi, der Meister der völlig mechanischen aber total eleganten Szenen, Schnitt, Gegenschnitt, Zoom, alles flutscht so toll auf höchster Perfektion ohne dass man das Gefühl hat, Lenzi hätte Gefühle. Hat er ja nicht, deswegen ist er ja so slick. Und der argentoeske Originaltitel: Rote Katzen in einem Labyrinth aus Glas. Kunst. Wie ein Gedicht von Enzensberger. Bruno Nicolai, Gänsehaut. John Richardson, mit jeden Film schaute er trauriger aus der Wäsche, wurde er schmaler. Was für ein seltsamer Mann. Er sollte mal James Bond werden, klar dass man danach etwas melancholisch durch die B-Filme geht. Martine Brochard, heute angeblich Scientologin. Wer ist Felix Tussel?

Ach, ich liebe diesen Film halt so sehr.
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon untot » 19. Mär 2012, 00:39

:mrgreen:

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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon dr. freudstein » 19. Mär 2012, 00:41

untot hat geschrieben: :mrgreen:

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:thup:
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon jogiwan » 19. Mär 2012, 06:48

@ BiBi: wow, danke für die netten Worte! Sowas an einem düsteren und übermüdeten Montag morgen zu lesen, hebt die Stimmung natürlich gleich ungemein! Der Film ist aber auch ein absoluter Kracher... :)

btw: herzlich willkommen hier auf Deliriö! Darauf ein :prost: - wenn auch zu dieser frühen Stunde natürlich mit Kaffee ;)

BiBi hat geschrieben:Der Giallo für den, der schon alle Gialli gesehen hat. Ein Meta-Giallo, eine Abstraktion. Das gleissende Licht überall. Die bekannten Gesichter, alle so versteinert in ihren Aktionen. Wie ein Giallo mit den Marionetten aus Thunderbirds. Umberto Lenzi, der Meister der völlig mechanischen aber total eleganten Szenen, Schnitt, Gegenschnitt, Zoom, alles flutscht so toll auf höchster Perfektion ohne dass man das Gefühl hat, Lenzi hätte Gefühle. Hat er ja nicht, deswegen ist er ja so slick. Und der argentoeske Originaltitel: Rote Katzen in einem Labyrinth aus Glas. Kunst. Wie ein Gedicht von Enzensberger. Bruno Nicolai, Gänsehaut. John Richardson, mit jeden Film schaute er trauriger aus der Wäsche, wurde er schmaler. Was für ein seltsamer Mann. Er sollte mal James Bond werden, klar dass man danach etwas melancholisch durch die B-Filme geht. Martine Brochard, heute angeblich Scientologin. Wer ist Felix Tussel?

Ach, ich liebe diesen Film halt so sehr.


Wunderbar formuliert! :thup:
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon BiBi » 19. Mär 2012, 11:16

Wir sind übrigens nicht die einzigen Bekloppten:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Und für alle des Italienisch mächtigen:

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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon horror1966 » 19. Mär 2012, 20:27

Ist auch einer meiner absoluten Lieblings - Giallis, obwohl ich dafür immer eher belächelt wurde. Das hat sich erst in diesem genialen Forum geändert :thup: , denn hier weiß man solche Schätze wenigstens zu würdigen. :mrgreen:
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon dr. freudstein » 7. Sep 2013, 00:16

Musste bei der Zweitsichtung drastisch erhöhen. Ein sehr hell geratener Giallo, was bei mir zunächst auf Unverständnis stiess. Dennoch ein sehr gut verstrickter, denn das Suchen nach dem Mörder gestaltete sich doch weitaus schwieriger als gedacht. Komischerweise sogar bei der Zweitsichtung, nachdem ich den Film mir alleine dank günstiger Beschaffung einverleibte. So langweilig wie bei der Erstsichtung empfand ich ihn gar nicht mehr. Im Gegenteil, er erwies sich sogar als sehr spannend und liess mich gar nicht mehr los. Auch auf einem Auge immer noch absolut sehenswert. Die geschlechtliche Zuordnung erwies sich bei meiner Erstsichtung ja schon als folgerichtig, aber die Person selbst hatte ich auch diesmal nicht ausmachen können, ein Hoch auf mein Kurzzeitgedächtnis.

Von den Effekten her sind hier nun wahrlich keine Glanzpunkte zu vergeben, aber insgesamt ein sehr unterhaltsamer Film mit Rätselraten, wer denn nun der Mörder ist, funktioniert sogar bei der Zweitsichtung. Diesmal hat er mich in dem richtigem Moment erwischt. Zur mehrmaligen Sichtung definitiv geeignet.

8/10
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon purgatorio » 10. Apr 2014, 03:58

LABYRINTH DES SCHRECKENS (GATTI ROSSI IN UN LABIRINTO DI VETRO, Italien, Spanien 1975, Regie: Umberto Lenzi)

Sehr schräger Stoff aus italienisch-spanischer Co-Produktion unter der Leitung von Herrn Umberto Lenzi. Eine Touristengruppe in Barcelona fällt Häppchenweise einem irren Killer zum Opfer, der es auf das linke Auge seiner Opfer abgesehen hat. Die Lücken zwischen den Morden sind mit Sightseeing und planlos in der Gegend herumstehen gefüllt. Der Pfarrer in der Gruppe geht auf keine Kuhhaut und ist das darstellerische Highlight! Köstlich, allein um ihn agieren und melodramatisch gucken zu sehen, lohnt der Film vollständig! Insgesamt halbherzig semierotisch, hier und dort blutig, hochgradig abwegig und irgendwie schwer unterhaltsam. 6/10
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi

Beitragvon jogiwan » 23. Mai 2014, 06:31

Umberto Lenzis Giallo aus dem Jahre 1975 ist wahrlich kein sonderlich guter Streifen, aber beinhaltet alles, was ich an italienischen Genre-Produktionen, insbesondere Gialli so mag: die Darsteller sind top und mühen sich redlich und freizügig durch die konstruierte und stetig vorangetriebene Handlung, die den Zuschauer immer auf die falsche Fährte führt, ehe Lenzi am Ende ganz tief in die dramaturgische Trickkiste greift und den Mörder mit einem absoluten Nonsens-Motiv enttarnt. Die Musik von Bruno Nicolai ist flockig, die Dialoge begeistern mit sensationellen Wahrheiten und mit Barcelona bzw. Batzelona hat man auch noch meine Lieblingsstadt als Handlungsort ausgesucht, die auch touristisch ins beste Licht gerückt wird. Ein sommerlicher Thriller, den man nicht ernstnehmen muss, herrlich überzogen, temporeich und spaßig daherkommt und humorvolle Menschen mit seinem Sammelsurium voll glückseliger und augenzwinkernder Momente auch mühelos begeistern sollte. "Labyrinth des Schreckens" ist auch sicher die italienische Genre-Produktion ist, die bei mir bislang am Öftesten im Player gelandet ist und da ist auch so bald kein Ende abzusehen. Am besten angucken, in Barcelona an Originalschauplätzen die entsprechenden Szenen nachstellen, heimkommen und gleich nochmals gucken. Ein herrlich unterhaltsamer und sommerlicher Film!
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Re: Labyrinth des Schreckens - Umberto Lenzi (1975)

Beitragvon karlAbundzu » 30. Jul 2016, 14:13

Hübsche Vinyl-Ausgabe des Soundtracks
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jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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