Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

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Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon jogiwan » 2. Aug 2010, 16:02

Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

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Originaltitel: Giallo a Venezia

Alternativtitel: Gore in Venice / Thriller in Venice / Pesadelo Em Veneza

Herstellungsland: Italien, 1979

Regie: Mario Landi

Darsteller: Leonora Fani, Gianni Dei, Vassili Karis, Mariangela Giordano, u.a.

Story:

Fabio (Gianni Dei), ein perverser Sexfanatiker kann sexuelle Befriedigung nur durch Gewalttätigkeit und krankhaften Voyeurismus erreichen. Er denkt sich immer neues aus um dies seiner jungen Freundin Flavia (Leonora Fani) aufzuerlegen. Auf seiner Suche nach neuen Nervenkitzel geht Fabio bis an die Grenzen. Er zwingt sogar seine Freundin zur Prostitution um aus einer sicheren Entfernung zuschauen zu können. Plötzlich wird das Paar tot aufgefunden. Detektiv De Paul (Jeff Blynn) stößt bei seinen Ermittlungen auf unzählige Rätsel...
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon luca canali » 1. Nov 2010, 18:37

Gibt es sowas wie "den besten" Giallo ? Wenn ja, dann kommt Giallo A Venezia definitiv an erster Stelle; sleazy, nasty, naughty... Ein eisenharter Film, die Atmosphäre ist wirklich düster und die berüchtigten Tötungsszenen unerreicht...
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon dr. freudstein » 1. Nov 2010, 18:41

HELL-o und Herzlich Willkommen an Board, luca canali :prost:

Ja, den schreib ich mir mal auf die Wantlist, scheint ja echt geiles Teil zu sein!!
Aber scheint es nicht auf deutsch zu geben, oder?
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon untot » 1. Nov 2010, 20:04

Klingt wirklich sehr gut, türlich gibts da keine anständige DVD-VÖ, wie immer, pfff. :x
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon luca canali » 16. Nov 2010, 15:22

Nein, es gibt weder eine offizielle DVD-VÖ, noch deutschen Ton. Finde ich aber nicht allzu schlimm, der Film ist leicht zu verstehen und einfach nur erhaben. Eine Version mit englischem Ton ist leicht zu haben, von den ganzen Bootlegs rate ich aber ab, lieber einen Rip von einem Freund etc. ...
Das Originaltape dürfte schon so ein paar Hunderter wert sein, hätte es auch gern...
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon Onkel Joe » 18. Nov 2010, 18:26

luca canali hat geschrieben:Gibt es sowas wie "den besten" Giallo ? Wenn ja, dann kommt Giallo A Venezia definitiv an erster Stelle; sleazy, nasty, naughty... Ein eisenharter Film, die Atmosphäre ist wirklich düster und die berüchtigten Tötungsszenen unerreicht...


Sollte es soetwas wie den sleazigsten Giallo geben würde dieser Film auf den Platz an der Sonne kommen.
Er ist hart das stimmt, das macht den Streifen aber nicht zu einem guten Film.Viele Sexszenen die zeitweise einfach nur nach zeitfüllen ausschauen.Fazit:Mal ganz nett aber oft schaut man den nicht!
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon jogiwan » 18. Nov 2010, 18:32

Der Film ist wirklich sehr obskur und eine eventuelle Story muss man mit der Lupe suchen. Die zahlreichen Sex- und Gore-Szenen sind ja sehr, sehr selbstzweckhaft inszeniert und zwischendurch kann man sich schon der Nagelhautpflege zuwenden, ohne Großartiges zu versäumen. Die Szene mit dem verbrannten Typen, fand ich aber schon ein bissl heftig - ich weiß nicht warum, aber die Szene hat mir echt einen Schauer über den Rücken gejagt. Ich finde, diesen wohl sleazigsten und geschmacklosesten Vertreter des Giallo-Genres sollte man schon gesehen haben.
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon jogiwan » 14. Mär 2011, 16:15

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Bei dem Ehepaar Fabio (Gianni Die) und Flavia (Leonora Fani) hängt der Haussegen schon nach kurzer Ehe mehr als schief, als Fabio seiner jungen Ehefrau sein wahres Gesicht offenbart. Er ist ein Sexfanatiker und Voyeur, bringt seine Frau dadurch von einer misslichen Situation in die Nächste und nützt ihre Unerfahrenheit schamlos aus. Wenig später werden beide tot am Ufer eines Kanals gefunden. Während Fabio im Genitalbereich grausam verstümmelt wurde, liegt Flavia ertrunken aber ansonsten unverletzt neben ihm und da auch Drogen gefunden werden, macht der örtliche Polizeichef aufgrund der beginnenden Touristen-Saison mächtig Druck auf die ermittelnden Beamten.

Bei den Ermittlungen im Umfeld des Paares kommt De Paul auch auf die Spur der Prostituierten Mariza (Mariangela Giordano), die das ermordete Paar ebenfalls kannte und mit einer weiteren Nutte namens Monica an gemeinsamen Sex-Orgien teilnahm. Als auch Monica wenig später grausam verstümmelt auf einem Müllplatz aufgefunden wird, fürchtet die von einem jungen Studenten gestalkte Mariza ebenfalls um ihr Leben. Als weitere brutale Morde geschehen, begeht der Täter einen entscheidenden Fehler und De Paul ist ihm dicht auf der Spur. Doch auch der Künstler Bruno, der in Flavia verliebt war und eine seltsame Obsession für Scheren hegt, gerät immer Mehr ins Blickfeld der Polizei.

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Mario Landis „Giallo a Venezia“ zählt neben Lucio Fulcis „New York Ripper“ zu dem wohl sleazigsten, niederträchtigstes und zugleich berüchtigtsten Giallo, der jemals das Licht der großen Leinwand erblicken durfte. Geschmackbefreite Werke aus der Zeit gibt es ja viele, aber das schier unglaubliche Feuerwerk aus Sex und herber Gewalt, welches Mario Landi nach dem Drehbuch von Aldo Serio geschaffen hat, spottet wirklich jeglicher Beschreibung, Bei den Filmen des Regisseurs ist es ja ohnehin bekannt, dass sich Feingeister, Feministen und sonstig-sensible Personen gleich einmal im Vorfeld verabschieden sollten, aber „Giallo a Venezia“ führt selbst geeichte Zuschauer an die Grenzen des Erträglichen und bisweilen sogar darüber hinaus.

Das liegt hauptsächlich an dem absolut haarsträubenden Drehbuch, welches jede Menge sleaziger Szenen und brutale Szenen im oberen Härtegrad mit einer derart dürftigen Kriminalgeschichte verbindet, dass sich sämtliche Gehirnwindungen kräuseln. Dass sich jeglicher Thrill dann auch noch zu allem Überfluss quasi von selbst auflöst, ist dabei kaum noch der Rede wert. Man kann Herrn Landi ja vieles vorwerfen, aber keinesfalls, dass er seine Seher in irgendeiner Form intellektuell überfordert. So etwas wie Spannung kommt in dem 1979 entstandenen Werk dann auch erst gar nicht auf, aber auch die inflationären und oft unvermittelt auftauchenden Sex-Szenen an der Grenze zum Hardcore (Schleckermäulchen und Fingerakrobaten) sind leider alles, nur halt so gar nicht erotisch ausgefallen und über das seltsame Frauenbild, dass in dem Streifen vermittelt wird, will ich ja erst gar nicht erwähnen.

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Die Geschichte des Streifens ist auch wirklich ziemlich strange und führt anfänglich neben gepflegter Langweile und Stirnrunzeln eher zur allgemeinen Erheiterung, wenn der sexsüchtige Fabio seine Flavia zu den seltsamsten Dingen treibt und im Koksrausch mitunter auch die Peitsche sprechen lässt. Der ganze Film wimmelt nur so von seltsamen und niederträchtigen Charakteren und selbst der zynische Inspektor, der ständig (!!!) Eier verspeist und eigentlich ziemlich hilflos durch Geschehen stapft, zählt wohl zweifelsfrei zu den seltsamsten Ermittlern des gesamten Genres. Und weil das alles noch nicht reicht, hat Mario Landi dann auch noch Gore-Szenen in seinen Film gepackt, die maximal noch von seinem 1980 entstandenen Sleaze-Horror-Kracher „Patrick lebt!“ übertroffen werden.

Die sind dann auch extraherb und vom Verbrennen eines Zuhälters, das Absägen von Gliedmaßen, bis zum Gemetzel an Körperteilen bei denen es richtig weh tut, ist so ziemlich alles dabei, was die FSK und sonstige Institutionen wohl nicht so gut finden würde. Die Inszenierung ist dabei aber durchaus solide und bietet neben einem cheesigen Easy-Listening-Soundtrack auch jede Menge sonstiger, erinnerungswürdiger Momente. Leider ist aber auch das Image des Streifens nicht das Beste und so hat es „Giallo a Venezia“ neben den zahlreichen inoffiziellen Varianten, die teils marktschreierisch an die Kundschaft gebracht werden, auch noch nicht zu einer regulären Veröffentlichung auf Silberling geschafft.

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Darstellerisch darf man sich dann ebenfalls nicht sonderlich viel erwarten. Schauspieler und Sänger Gianni Deii hat dieses Mal sogar einen Text und darf seinen ausgezerrten Körper gleich mehrmals in die Kamera halten. Jeff Blynn als Inspektor De Paul war mir bis dato eigentlich kein Begriff, obwohl er Jahre später auch noch an der Seite von Silvester Stallone in „Cliffhanger“ agieren durfte. Auf der weiblichen Seite hingegen punktet die junge Leonora Fani, sowie natürlich Mariangela Giordano, die wohl den Prototyp aller Milfs darstellt und sich aufgrund ihrer Leistungen in Streifen wie diesen ihren Ehrenplatz im Italo-Olymp auch redlich verdient hat. Wie immer hat die hübsche Dame ja wieder einen äußerst krassen Abgang, der dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis bleibt. Erwähnenswert ist aber ebenfalls noch Vassili Karis („Beast in Space“) als Künstler Bruno, Kojak-Imitat Eolo Capritti und Michele Renzullo als Gerichtsmediziner.

Unterm Strich ist Mario Landis „Giallo a Venezia“ ein absolut grottiger und über weite Strecken ziemlich langweiliger Streifen, den man als aufgeschlossener Fan dennoch gesehen haben sollte. Haarsträubender ist Trash, Sex und Gewalt wohl in keinem Giallo kombiniert worden und in einer restaurierten Fassung würde Landis Streifen sogar Fulcis „New York Ripper“ ernsthafte Konkurrenz machen. Schade nur, dass „Giallo a Venezia“ doch einige Zeit braucht, bis er richtig in Fahrt kommt, die Krimigeschichte Müll ist und das Augenmerk für meinen Geschmack etwas zu sehr auf nackte Haut beiderlei Geschlechts gelegt wurde. Mario Landis Werk ist schlussendlich dann auch kein Film, den man seiner Freundin oder den zukünftigen Schwiegereltern zeigen würde und auch nur für das geeichte Publikum empfehlenswert. Diese jedoch können der Gurke zum Liebhaben dann aber unter der Kategorie „Guilty Pleasures“ einen Ehrenplatz in der geschmacklosen Sammlung an Trashfilmchen einräumen. Nach herkömmlichen Gesichtspunkten ist diese Sleaze-Granate dann eigentlich auch gar nicht zu bewerten - Prädikat: besonders schundig!

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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon DrDjangoMD » 24. Jul 2012, 20:49

"Giallo a Venezia" - Der Film hatte zwei Handlungsstränge die seperat funktionieren würden, in meinen Augen aber irgendwie vom Stil nicht zueinander passen...wow, offenbar haben mich all die Kannibalenfilme schon so abgehärtet, dass ich bei "Giallo a Venezia" noch über Stil und Handlung sprechen kann... :| ...6/10
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Re: Giallo a Venezia - Mario Landi (1979)

Beitragvon DrDjangoMD » 25. Jul 2012, 13:52

Handlung:
Das junge Ehepaar Fabio und Flavia wird tot aufgefunden. Während Commissario Dotterbart einige unschöne Geheimnisse der beiden aufdeckt, begeht ein Mann mit dunkler Sonnenbrille mehrere äußerst brutale Morde…

Kritik:
Wenn man es genau betrachtet, so hat „Giallo a Venezia“ zwei Handlungsstränge, die uns den Großteil des Filmes über vorgaukeln etwas miteinander zutun zu haben, im Endeffekt aber vollkommen unabhängig voneinander verlaufen. Wir haben auf der einen Seite Fabio, der seine Perversionen zum Leidwesen seiner jungen Gattin auslebt und auf der anderen Seite Mr. Sonnenbrille, der aus Liebeskummer den Gewaltanteil des Filmes drastisch erhöht. Betrachten wir beide Teile der Einfachheit halber mal getrennt und untersuchen dann, wie sie aufeinander passen:
Die Fabio/ Flavia Story, welcher die meiste Screentime gewidmet wurde, weist eine recht clevere Erzählweise auf. Wir beginnen mit dem unaufgeklärten Tod der beiden und erfahren dann immer mehr über sie in Form von Rückblenden, in der Hoffnung dadurch die Identität ihres Mörders zu erfahren. Dies ist eine recht originelle Vorgehensweise, wie auch die Auflösung, unbefriedigend zwar aber originell.
Was leider nicht so originell ist, ist, dass wir zwischen dem Fund ihrer Leichen und der Auflösung des Falles schier endlos lange Sex-Szenen der beiden über uns ergehen lassen müssen. Prinzipiell ist ihr Liebesleben zwar ein wichtiger Teil der Story, aber man hätte ihm nicht ein Drittel der gesamten Laufzeit widmen müssen. Die beiden schlafen gern miteinander und Fabio ist ein kranker Mistkerl – wunderbar, das habe ich schon nach drei Minuten kapiert und die restliche halbe Stunde war dann nur noch Langeweile. Ein gutes Beispiel wie quälend lange die Szenen sind, die nebenbei bemerkt nicht das geringste Bisschen Erotik aufweisen, ist die eine, in der Fabio schon nach zwei Minuten fertig ist. Das Publikum denkt sich: „Super, jetzt können wir uns endlich wieder etwas Spannenderem zuwenden!“ Aber nein, Flavia macht für die nächsten zehn Minuten alleine weiter und dann kommt auch schon Fabio zurück und will noch mal. :palm: Wenigstens wird man durch den Gedanken wachgehalten, dass diese Szenen einen Hinweis auf das Motiv liefern könnten.
Ebenfalls um das Publikum daran zu hindern wegzunicken gibt es allerdings den Mr.-Sonnenbrille-Plot mit dem ich ehrlich gesagt wenig Probleme habe. Von dem Killer geht eine spürbare Bedrohung aus, sodass das Publikum nicht nur angeekelt sondern auch gefesselt vom Geschehen werden kann. Außerdem sind die einzelnen Mordszenen gekonnt in Szene gesetzt, auch von rein technischer Seite aus. Da sieht man den Mörder beispielsweise in einer Totalen sein Opfer mit Benzin übergießen, dann in einer größeren Aufnahme wie er ein Streichholz entzündet und dann wie der skrupellose Killer selbst erschrocken zurückweicht als plötzlich mannshohe Flammen direkt vor der Kameralinse hochzüngeln. Das ist eine extrem gute Einstellungsfolge.
Wer auch immer Mr. Sonnenbrille spielt leistet einen extrem guten Job den sadistischen Bösewicht zu verkörpern. Besonders als wir erfahren, dass er kein abgesottener Auftragskiller ist, sondern ein simpler Student mit Liebeskummer, wirken seine Taten umso erschreckender. Außerdem ist diese Handlung wesentlich kürzer geraten als die Fabio/Flavia-Story und beinhaltet selbst keine Langweiligen stellen.
Das Problem nun ist, dass die beiden Handlungen nicht wirklich zueinander passen. Der Hauptplot ist ein Gialloeskes Mörderrätsel, mit (zu) viel Sex und (relativ) wenig Blut. Bei der anderen Handlung erspart man sich das Mörderraten (Spoiler: Die Morde, die von Mr. Sonnenbrille begangen wurden, wurden tatsächlich von Mr. Sonnenbrille begangen :o ), ebenso wird der Sex reduziert um Platz für mehr Gewalt zu lassen. Diese Handlung ist zwar flott inszeniert, ist aber zu kurz für einen ganzen Film. So kommt es nur allzu oft vor, dass wir uns denken: „Oh Gott, da hat Mr. Sonnenbrille wieder einen brutalen Mord begangen, ich bin gespannt wie das weitergeht…oh nein ein Schnitt…oh nein Fabio und Flavia schlafen wieder für die nächsten zwanzig Minuten miteinander.“ Wie sagte Commissario Dotterbart nicht schon...
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Allerdings vermittelt der Film gekonnt eine düstere Stimmung, dies liegt allerdings nicht daran, dass man die titelgebende Lagunenstadt atmosphärisch in Szene setzt (ich kann Dutzende Filme nennen, die den melancholischen Charakter Venedigs besser rüberbringen ohne die Stadt im Titel zu führen), sondern daran, dass es praktisch keine positiven Figuren gibt (Vassili Karis bietet da die einzige Ausnahme). Alle anderen sind Mörder, Voyeure, Sadisten, Vergewaltiger, usw. usw.
Selbst die Polizei ist nicht ganz astrein. Vom geschmacklosen Pathologen mal abgesehen, der tatsächlich einen Nekrophilie-Witz macht haben wir Commissario Dotterbart, gespielt von dem Typen, der am Cover von „Die Killermeute“ so aussieht als wäre er Maurizio Merli. :thup: Er ist so ein abgehärteter pietätloser Bastard, dass sich Harry Callahan angeekelt abwenden würde. Als man ihm beispielsweise mitteilt, dass Flavia vor ihrem Tod sexuellen Verkehr hatte, zeigt er sich weder bestürzt noch interessiert sondern meint mit sarkastischer Abwesenheit „Too bad for her.“ Des weiteren hat man versucht durch seine Person mit ihrem Eierfetisch und ihren abstrusen Ermittlungstaktiken (er schreibt die Vornamen seiner Opfer auf ein Stück Papier – Ende der Ermittlung) offenbar ein wenig Humor in den Film zu bringen, was aber ziemlich in die Hose ging.
Dadurch wird „Giallo a Venezia“ zu einem sehr düsteren Film voll unsympathischer fremder Menschen und…Mariangela Giordano, bist du das? Hey, schön dich auch wieder mal zu sehen, nett dass du uns durch den Film begleitest. Hoffentlich überlebst du, oder hast zumindest einen schnellen, schmerzlosen und unblutigen Tod, der in keinster Weise ein Filetiermesser inkludiert. :pfeif:
Fazit: „Giallo a Venezia“ besitzt einige interessante Ideen und gut gefilmte Szenen, allerdings verliert das Publikum durch die übertrieben langen Sexszenen dazwischen einiges an Aufmerksamkeit. Wenn man sich für das Genre interessiert sollte man den Film schon mal gesehen haben, ansonsten kann man aber auch die Finger von lassen. So oder so handelt es sich bei "Giallo a Venezia" wahrscheinlich um einen der brutalsten Donna-Leon-Streifen aller Zeiten :nick: . 6/10
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