Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

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Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon jogiwan » 31. Jul 2010, 19:41

Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Bild

Originaltitel: il gatto dagli occhi di giada

Alternativtitel: the cat´s victim / watch me when i kill / the cat with the jade eyes

Herstellungsland: Italien, 1977

Regie: Antonio Bido

Darsteller: Corrado Pani, Paola Tedesco, Franco Citti, Fernando Cerulli, Giuseppe Addobbati, u.a.

Story:

Eine junge Tänzerin wird Zeuge eines brutalen Mordes. Während der mutmaßliche Täter die Frau jagt, stellt die Polizei Ermittlungen an, die sich zunächst auf ein Tonband beschränken, welches durch Zufall die Stimme des Todes beinhaltet. Leider haben noch mehr Menschen mit der Sache zu tun, die allesamt nach und nach tödlichen Besuch vom Killer bekommen...
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon Blap » 11. Okt 2010, 09:00

Ein älterer Ultrakurzkommentar:


Stimme des Todes

Ein Apotheker wird in seinen Geschäftsräumen ermordet. Zufälligerweise hört eine junge Dame die Stimme des Killers. Mara ist mit dem Taxi unterwegs, will in der Apotheke schnell ein paar Kopfschmerztabletten kaufen. Sie wird recht unfreundlich abgewiesen. Ahnt jedoch nichts davon, dass die Stimme dem Mörder gehört hat, gesehen hat sie ohnehin nichts. Weitere Morde geschehen, im Verlauf der unheimlichen Mordserie scheint es der Killer auch auf Mara abgesehen zu haben, offensichtlich sieht er in ihr eine Gefahr für seine Pläne. Maras Freund Lukas geht der Sache nach. Interessanterweise scheint auch sein Nachbar auf der Liste des Mörders zu stehen. Bei seinen Ermittlungen stösst Lukas auf den Straftäter Pasquale Ferrante, doch die Spur führt ins Nichts...

Der weniger bekannte Antonio Bido lieferte mit "Stimme des Todes" im Jahre 1977 sein Debüt als Regisseur ab. Auch die Darsteller dürften der Allgemeinheit eher unbekannt sein. Diese Konstellation hat durchaus ihre Reize, kann man doch auf frische Ideen und unverbrauchte Gesichter hoffen. Bidos Debüt ist ein recht ruhiger Giallo geworden, das Erzähltempo ist behäbig, glücklicherweise aber nicht zu zähflüssig. Blutige, exzessive Mordszenen sucht man hier vergebens. Auch etwas empfindlichere Zeitgenossen können diesen Film geniessen ohne vor Panik ins Sofa beissen zu müssen. Was die Mordserie auslöst ist recht schnell zu erahnen, wer jedoch dahinter steckt bleibt erfreulicherweise lange verborgen.

Ein Highlight des von mir geliebten Giallo Genres ist dieser Film sicher nicht. Dazu fehlen einfach ein paar dramatische Höhepunkte, die Story könnte etwas pfiffiger sein, die Darsteller hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Das hört sich aber negativer an, als es tatsächlich ist. Für einen Erstling geht "Stimme des Todes" durchaus in Ordnung. Denn bei genauer Betrachtung hat der Film seine Reize, wirkt vielleicht gerade wegen seiner Unaufgeregtheit sympathisch, quasi ein netter Happen für Fans und Sammler. Damit ist die Zielgruppe genannt, für Einsteiger gibt es sicher besser geeignete Gialli.

Die DVD aus dem Hause X-Rated bietet eine mittelprächtige Qualität, Technokraten und Zeilenzähler werden keine Freude daran haben. Der Kaufwillige hat die Wahl zwischen zwei Versionen, die sich eigentlich nur bezüglich der Verpackung unterscheiden. Wie bei X-Rated üblich gibt es eine grosse Hartbox, als Alternative eine "Kaufhausversion" im Amaray-Clone, bei der das Cover ein anderes Bild ziert. Die Hartbox ist ungeprüft, die im Amaray ausgelieferte Version hat eine Freigabe ab 16 Jahren. Wie schon erwähnt: Bis auf die Verpackung und Altersfreigabe sind die DVDs identisch. Naja, der Preis unterscheidet sich ebenfalls. Während für die Hartbox um die 13-15€ fällig sind, gibt es die andere Verpackungsvariante deutlich günstiger. Z.B. bei Amazon im Moment für weniger als 6 Taler. Da der Inhalt zählt, die Verpackung lediglich Beiwerk ist, sollte die Entscheidung in diesem Fall nicht schwer sein... ;)

Trotz einiger Kritikpunkte hat mir der Film gut gefallen. Ergo gibt es 7/10. Italo- und Giallo-Freaks: Zugreifen!
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon Operazione Bianchi » 11. Okt 2010, 10:46

Blap hat geschrieben:Ein älterer Ultrakurzkommentar:

Blutige, exzessive Mordszenen sucht man hier vergebens.


... obwohl die "Tod durch Schmortopf" Szene in ähnlicher Form bei D'Amatos "Absurd" wieder auftaucht ! :D

Insgesamt mag ich den Film , vor allem die Auflösung hat mir sehr gut gefallen :popcorn:
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon untot » 11. Okt 2010, 15:59

Dieser Film ist was besonderes, ich mag den von meinen Gialli mit am liebsten, gerade weil er nicht perfekt ist, mir gefällt die Atmosphäre des Films, die Musik, die Handlung, auch über die kleinen Logiklöcher kann ich hinwegsehen, denn das Positive überwiegt hier bei weitem und das Ende ist auch nicht zu verachten. :)
Von mir ne ganz dicke Empfehlung.

7,5/10
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon Santini » 10. Dez 2010, 23:17

Wendecover der "Shameless" DVD:

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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon horror1966 » 29. Jan 2011, 16:33

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Die Stimme des Todes
(Il Gatto dagli occhi di giada)
mit Corrado Pani, Paola Tedesco, Franco Citti, Fernando Cerulli, Giuseppe Addobbati, Gianfranco Bullo, Jill Pratt, Bianca Toccafondi, Inna Alexeievna, Paolo Malco, Cristina Piras, Roberto Antonelli
Regie: Antonio Bido
Drehbuch: Antonio Bido / Roberto Natale
Kamera: Mario Vulpiani
Musik: Trans Europa Express
Ungeprüft
Italien / 1977

Eine junge Tänzerin wird Zeuge eines brutalen Mordes. Während der mutmaßliche Täter die Frau jagt, stellt die Polizei Ermittlungen an, die sich zunächst auf ein Tonband beschränken, welches durch Zufall die Stimme des Todes beinhaltet. Leider haben noch mehr unschuldige Menschen mit der Sache zu tun, die allesamt nach und nach tödlichen Besuch vom Killer bekommen.


Mit seinem Regie-Debut "Die Stimme des Todes" hat Antonio Bido sicherlich nicht den besten Giallo aller Zeiten, aber immerhin einen sehr spannenden und atmosphärischen Genre-Vertreter geschaffen, der mit den handelsüblichen Zutaten aufwarten kann die dem Zuschauer ein interessantes Rätselspiel bieten, an dem man sich nur zu gern beteiligt. Fast schon selbstverständlich erscheint dabei der Aspekt, das im Laufe der spannenden Geschichte einmal mehr etliche falsche Fährten gelegt werden, die den Betrachter in die Irre führen sollen, bevor sich die wirkliche Lösung der geheimnisvollen Morde erst ganz am Ende offenbart und die Gründe für die Tötungen wieder einmal in der Vergangenheit verborgen liegen, wie es in so vielen anderen Filmen dieser Art auch der Fall ist. Dabei ist es Bido meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die Identität des Mörders im Dunkeln zu halten, gibt es doch eigentlich keinerlei Hinweise auf dessen Identität. Lediglich die Motivlage kann man aufgrund eines Tonbandes schon früher erahnen, obwohl sich die kompletten Zusammenhänge für das Geschehen erst zum Ende hin immer mehr herauskristallisieren.

Von der ersten Minute an geht eine herrlich bedrohliche Grundstimmung von der Geschichte aus, die sich fast im Minutentakt immer mehr verdichtet und einige wirklich unheimliche Passagen aufkommen lässt, die dem Szenario eine fast schon düstere Note verleihen. Auch die Dramaturgie der Ereignisse kann man als sehr gelungen bezeichnen, denn Bido ist es hervorragend gelungen einen Spannungsbogen zu ziehen, der sich langsam aber sicher immer mehr steigert und an manchen Stellen für echte Hochspannung sorgt. Dazu trägt auch die erstklassige musikalische Untermalung der Geschichte bei, denn der hier verwendete Score kann sich jederzeit hören lassen. Er unterstreicht die jeweiligen Situationen absolut perfekt, insbesondere das bedrohliche Anschwellen der Musik in den unheimlichen Phasen des Filmes kann hier für so manchen kalten Schauer sorgen, der einem fast unwillkürlich über den Rücken jagt. So ergibt sich dann auch ein ganzzeitig erstklassiges Filmerlebnis, das dem Zuschauer so manches Wechselbad der Gefühle beschert, denn einige eher ruhige Momente wechseln sich immer wieder mit unheilvoll anmutenden Passagen ab, an denen man als Liebhaber dieser Filmgattung seine helle Freude haben kann.

"Die Stimme des Todes" ist sicherlich nicht der beste Vertreter seiner Art, bietet aber letztendlich genau das, was man sich von einem Giallo erwartet, nämlich ein herrlich ineinander verschachteltes Rätsel, dessen Auflösung erst nach etlichen falsch gelegten Fährten ganz am Ende voll ersichtlich wird. Es macht ganz einfach sehr viel Spaß, die einzelnen Puzzle-Teilchen zusammenzusetzen, bevor man die wirklichen Gesamtzusammenhänge erkennen kann. Was in vorliegendem Film sehr positiv auffällt ist der Aspekt, das die Auflösung recht logisch erklärt wird und nicht so an den haaren herbeigezogen erscheint, wie es in einigen anderen Gialli's doch der Fall ist. Auch die Tatsache, das lediglich die eventuelle Motivlage des Mörders ansatzweise zu erkennen ist, die Identität aber bis zum Ende im Dunkeln gehalten wird, verleiht dem gesamtbild eine noch positivere Note, denn so bleibt der erstklassige Spannungsbogen wirklich bis zum leicht tragischen Ende jederzeit aufrecht erhalten und erleidet auch keinerlei Einbrüche, die das Sehvergnügen beeinträchtigen würden.

Im Endeffekt kann man Antonio Bido ein absolut gelungenes Regie-Debut attestieren, das im Prinzip in allen Belangen überzeugen kann. denn auch bei der hier agierenden Darsteller-Riege gibt es keinerlei Grund sich zu beklagen. Das Schauspiel erscheint größtenteils sehr authentisch und glaubwürdig, von einigen nicht ganz logischen Handlungsweisen einmal abgesehen. Doch auch solche Dinge gehören irgendwie in einen solchen Film und sollten kein größeres Ärgernis darstellen, geschweige denn größere negative Kritik nach sich ziehen. Und so präsentiert sich dem Zuschauer ein gesamtbild, das man eigentlich nur als überdurchschnittlich gut beschreiben kann, da eine exzellente Mischung aus Spannung, Atmosphäre und einer interessanten Geschichte gefunden wurde, die zudem noch äusserst flüssig erzählt wird und mit einem fantastischen Score untermalt wird.


Fazit:


Freunde der italienischen Gialli's werden an diesem Werk keinesfalls vorbeikommen, doch auch allen anderen sei dieser tolle Film ans Herz gelegt. Wer spannungsgeladene Thriller liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen und könnte eventuell sogar eine kleine Vorliebe für das Cinema Italiano erkennen. "Die Stimme des Todes" gehört für mich persönlich zu den Filmen, die man sich immer wieder gut anschauen kann und die auch im laufe der Jahre nichts von ihrer Faszination verloren haben.


8/10
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon Arkadin » 29. Jan 2011, 20:10

jogiwan hat geschrieben:Bild


Habe ich was verpaßt? Seit wann spielt den Frau Bolkan in dem Film mit?
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon ugo-piazza » 30. Jan 2011, 10:34

Arkadin hat geschrieben:
jogiwan hat geschrieben:Bild


Habe ich was verpaßt? Seit wann spielt den Frau Bolkan in dem Film mit?


DAS habe ich mich auch gerade gefragt, aber das ist übliche X-Beliebigkeit...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon Il Grande Racket » 11. Feb 2016, 23:36

Den fand ich gut. Der bietet eine gefällige Spannungskurve mit einigen Suspense-Höhepunkten und eine thematisch mal etwas andere Auflösung. Erfindet das Genre nicht neu, ist aber grundsolide inszeniert, hat einen guten Score und keine störenden Längen. 7/10
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Re: Die Stimme des Todes - Antonio Bido (1977)

Beitragvon jogiwan » 7. Mär 2017, 08:05

schnittberichte.com hat geschrieben:Die Katze mit den Jadeaugen auf Blu-ray - X-Rated bringt den Giallo im Mai heraus

Die Katze mit den Jadeaugen aka Die Stimme des Todes (Original: Il Gatto dagli occhi di giada, 1977) kam uncut auf VHS heraus und landete 1983 auf dem Index. Nach 25 Jahren wurde der Film schließlich 2008 von dort gestrichen.

X-Rated brachte ihn bereits auf DVD, nun folgt am 30. Mai 2017 die Blu-ray-Weltpremiere. Der Titel wurde in 4K abgetastet und kommt in vier Mediabooks heraus, die auf 333 Stück bzw. 111 Stück (Cover D, Händlerexklusiv) limitiert sind.


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quelle: schnittberichte.com
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