Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia (1971)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon Blap » 21. Nov 2010, 15:00

Arkadin hat geschrieben: :shock: Die habe ich! Was ist denn damit? Mir war damals nichts aufgefallen, allerdings habe ich die DVD noch auf meinem alten Röhrenfernseher gesehen.


Cut. Falsches Bildformat.
Das Blap™ behandelt Filme wie Frauen
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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon firetrain » 21. Nov 2010, 16:45

dr. freudstein hat geschrieben::shock:

aber mittlerweile ja auch nicht mehr sehr überraschend beim firetrain :lol: 8-)
Find ich schick und mit Puppe :thup:


Ja, die Box habe ich vom Onkel! :mrgreen: Doppelpack mit DIE GROTTE DER VERGESSENEN LEICHEN und THE RED QUEEN KILLS SEVEN TIMES...

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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon DrDjangoMD » 11. Jun 2011, 22:58

Hier meine Meinung zu diesem wunderbaren Stück Filmgeschichte:

„Die Grotte der vergessenen Leichen“ ist einer der wenigen Filme für westernhassende Anthony-Steffen-Liebhaber. Mein Anthönchen verlässt hier mal sein Stammgenre und findet sich in neuen Gefilden erstaunlich gut zurecht (aber keine Sorge, in einer Szene hat er zumindest einen Hut auf ;) ). Trotz seines wie immer versteinerten Gesichtes schafft er es, dass das Publikum sowohl Mitleid als auch Abscheu für den herummordenden Trauerklos fühlt.
Unterstützt wird er von einer kleinen Riege bekannter Frauen und Männer, die ihre Parts ebenfalls glaubhaft rüberbringen. Die weiblichen Darsteller zeichnen sich zudem in diesem Film durch ein besonders geringes Maß an Scham und ein daraus resultierendes größeres Maß an Freizügigkeit aus. :sabber:
Emilio Miraglia, dessen Werk als Regisseur sehr überschaubar blieb, inszeniert nicht mit großem Talent dafür aber mit umso mehr Mühe. Wir merken oft worauf seine filmischen Kunstgriffe ausgerichtet sind, auch wenn sie dieses nicht immer erreichen, aber allein die Tatsache, dass er sich doch einige Gedanken zu seinem Projekt gemacht hat sollte für ihn sprechen.
So setzt er ein paar Mal bavareske ( :? ist das ein Wort?) Lichteffekte ein, die aber eben nicht die Stimmung eines Mario Bava Filmes erzeugen. Die Flashbacks mit der nackten Evelyn erinnern mich persönlich an d’Amatos „Mörderbestien“, welches zwar nach „Die Grotte der vergessenen Leichen“ erschienen ist, bei dem die Flashbacks dafür aber umso atmosphärischer wirken. Wenigstens im letzten Drittel erzeugt Miraglia eine schöne Gruselstimmung.
Die Handlung funktioniert einerseits und hält das Publikum bei Laune ist aber auch nicht das Innovativste schlechthin. Von einer Frau, welche einen Mann heiratet, der seiner verschiedenen Erstgemahlin nachtrauert und möglicherweise ein paar Leichen im Keller hat, können wir in „Rebecca“ lesen und den Plottwist am Ende kannte ich schon aus einigen Roger Corman Filmen.
Ein wenig könnte ich bekritteln, dass der Film seine Zeit benötigt um mit der Figur Marina Malfattis die Haupthandlung einzuführen. Die erste halbe Stunde ist nur Einleitung von einem prostituiertenmordenden Anthony Steffen. Aber wie erwähnt, Steffens Performance ist nett anzusehen und deshalb macht es nichts aus, dass der Film auch ohne erstes Drittel funktioniert hätte.
Die Musik von Bruno Nicolai gemahnt mich, wie viele Nicolai-Scores, an die Werke Morricones, unter dem Nicolai ja einige Zeit tätig war; doch dies ist kein Problem, denn der Soundtrack passt stets zum Geschehen und ist dem Ohre wohlgefallen.
Abschließend ist noch zu sagen, dass ich den Film rein persönlich liebe. Ich liebe die schräge Performance die Steffen seiner irren Rolle gibt, ich liebe seine witzige Garderobe mit Hosen in allen Regenbogenfarben, ich liebe es dass man obwohl er ein Mörder unschuldiger Freudenmädchen ist nicht umhinkonnte ihn im Endeffekt doch zum Helden der ganzen Geschichte zu machen, und ich liebe den Film als Ganzes, weil er den geschätzten Zuseher stets mit Trasheinlagen oder Nacktszenen bei Laune hält. :D
Fazit: Regie, Drehbuch und Musik haben nicht wirklich was Neues erschaffen, aber etwas das hundertprozentig funktioniert und viel Unterhaltung bietet. Außerdem ist es erfrischend Anthony Steffen mal in einer Rolle zu sehen, deren Name nicht auf einem populären Corbucci-Charakter basiert.
Filmtechnisch: 7/10
Trash: 6/10
Total subjektive Bewertung meinerseits: 10/10 :thup: :thup: :thup:
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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon ugo-piazza » 12. Jun 2011, 17:32

Ich hab ja so ein paar Probleme mit dem Twist nach den ersten 20 Minuten, wenn der Film vom schmierigen Sleazer mit S/M-Einlagen eher ins gotische überwechselt. Aber sehenswert ist der Film natürlich schon wegen der Malfatti und Tante Erika ist auch nicht zu verachten. Und schließlich muss man den sehen, weil Steffen hier die Peitsche schwingt... ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon kinski » 20. Jan 2012, 06:12

Relativ unblutiger, aber atmosphärisch dichter Giallo mit Anthony Steffen in der Hauptrolle. Steffen kennt man in der Hauptsache aus Italowestern wie "Django der Bastard", in der für ihn ungewohnten Rolle als undurchsichtiger und psychisch labiler Schlossherr weiß er jedoch jederzeit zu überzeugen.
Wie der Klappentext der DVD bereits sagt : "Ein Film, der vom sonst üblichen Giallo-Strickmuster abweicht und zusätzlich mit Sadismus, Erotik und echtem Gruselhorror aufwartet." Diese Elemente plus einem gelungenen Finale mit einigen Überraschungen lassen "Die Grotte der vergessenen Leichen" zu einem fast uneingeschränkten Horror-Vergnügen werden. Minuspunkte gibt es wie üblich bei der deutschen Synchro, aber daran hat man sich ja mittlerweile schon gewöhnt.

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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon Reinifilm » 30. Jan 2012, 22:30

Das alte deutsche Cover...

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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon horror1966 » 5. Mär 2013, 12:41

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Die Grotte der vergessenen Leichen
(La Notte che Evelyn uscì dalla tomba)
mit Anthony Steffen, Erika Blanc, Giacomo Rossi-Stuart, Marina Malfatti, Roberto Maldera, Rod Murdock, Umberto Raho, Enzo Tarascio, Paola Natale, Brizio Montinaro, Ettore Bevilacqua
Regie: Emilio Miraglia
Drehbuch: Fabio Pittorru / Massimo Felisatti
Kamera: Gastone Di Giovanni
Musik: Bruno nicolai
ungeprüft
Italien / 1971

Grauenvolle Dinge geschehen auf dem halbverfallenem Schloss des reichen Lord Cunningham. Seine tote Frau Evelyn ist aus der Familiengruft verschwunden. Schreie ersticken in dem düsteren Folterkeller und auf sadistische Art und Weise verschwinden junge Frauen, meist Prostituierte! Spukt es im Schloss, oder treibt nur ein Mörder sein gnadenloses Unwesen ?


Wieder einmal bekommt man es hier mit einem deutschen Film-Titel zu tun, der eigentlich vollkommen irreführend ist. Ziemlich schnell könnte man nämlich ohne Vorkenntnisse zu der Meinung gelangen, das es sich um einen weiteren Zombiefilm handelt, dabei hat man es doch mit einem wunderbaren Giallo zu tun, der sich in seiner Inszenierung einmal vom üblichen Strickmuster etwas abhebt. Dies tut die Geschichte im Prinzip auf eine sehr wohlwollende Art und Weise, handelt es sich doch einmal nicht um einen ansonsten typischen Mörder in schwarzen Handschuhen, sondern um eine Story, bei der man die erste Zeit über noch gar nicht weiß, ob hier überhaupt Morde stattgefunden haben. Von Beginn an entwickelt das Geschehen dabei eine sehr mysteriöse Note und phasenweise sind sogar leichte Züge des Übernatürlichen zu erkennen. Im Mittelpunkt des Ganzen steht dabei Lord Cunningham (Anthony Steffen), der scheinbar von schrecklichen Visionen geplagt wird, die mit seiner verstorbenen Ehefrau Evelyn zu tun haben.

So ist dann auch der deutsche Alternativ-Titel "Die Nacht in der Evelyn aus dem Grab kam" weitaus treffender, denn die Leiche der toten Ehefrau verschwindet hier wirklich, wobei man lange Zeit nur erahnen kann, ob es sich wirklich um ein übernatürliches Phänomen handelt, oder ob jemand ein böses Spiel mit dem psychisch angeschlagenen Lord treibt. Steffen spielt die Rolle absolut großartig woran auch die Tatsache nichts ändert, das seine Performance stellenweise von leichtem Overacting durchzogen ist. Wirkt das in manch anderem Film eher störend, so erscheint dieser Begleitumstand hier absolut passend und unterstützt die von haus aus schon gute Grundstimmung des Filmes noch zusätzlich. Auch die Dramaturgie der Ereignisse ist äußerst gut aufgebaut, dem Zuschauer werden die ganze zeit über immer nur kleinere Andeutungen und Puzzle-Teilchen offenbart, die erst kurz vor dem Ende die Zusammenhänge in ihrem ganzen Umfang erkennen lassen. Hierzu zählt auch der Aspekt, das man das Verschwinden diverser Damen nie als Fakt präsentiert bekommt, sondern immer ein wenig im Unklaren darüber bleibt, wo die Damen der Schöpfung denn nun wirklich abgeblieben sind.

Das sorgt durchgehend für einen sehr konstant gezogenen Spannungsbogen, der zudem überhaupt keine Einbrüche erkennen lässt, Regisseur Emilio Miraglia ist sorgsam darauf bedacht, die Aufmerksamkeit des Betrachters aufrecht zu erhalten, um dann erst wenige Minuten vor dem Ende das mysteriöse Geheimnis preiszugeben, das hier ganzzeitig im Raume steht. Kenner des Genres dürften zwar recht frühzeitig wissen worauf das Ganze letztendlich hinausläuft, dennoch kann man sich seiner Vermutungen zu keiner Zeit wirklich sicher sein. Darin liegt auch die große Stärke dieses Werkes, das außerdem ziemlich gut durchdacht ist und keine größeren Logiklöcher zu erkennen gibt. Lediglich im Bezug auf die Härte sollte man keine großen Erwartungen hegen, denn "Die Grotte der vergessenen Leichen" hält sich bei diesem Punkt eher bedeckt und setzt auf keinerlei explizite Gewaltdarstellungen. Dafür wird dem erotischen Aspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt, des Öfteren bekommt man einige schön anzusehende Frauenkörper präsentiert, die zumeist eher spärlich bis gar nicht bekleidet sind und einen netten Anblick bieten.

Insgesamt gesehen handelt es sich um einen eher etwas außergewöhnlichen Vertreter des Giallo, was jedoch als positive Anmerkung zu verstehen ist. Ob Miraglia's Werk wirklich zu den absoluten Klassikern seiner Art zu zählen ist muss ein jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall aber sollte der Film in keiner gut sortierten Sammlung fehlen. Ohne Blut und großartige Gewalt wurde hier eine immer spannende Geschichte auf den Weg gebracht, die auch ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht überzeugen kann. Das Szenario wirkt rund und absolut stimmig, so das man sich auf ein ausgezeichnetes Filmvergnügen einstellen kann, das sich auch immer wieder zur neuerlichen Sichtung eignet.


Fazit:


Man sollte sich in keinem Fall von dem reißerischen deutschen Titel in die Irre führen lassen und sich vielmehr auf einen äußerst stimmungsvollen Giallo einstellen. Die leicht mysteriöse Note des Filmes sorgt für eine gelungene Abwechslung und verleiht dem Ganzen eine Aura des Unheimlichen, von der man sich nur zu gern einnehmen lässt.


8/10
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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 22. Nov 2014, 21:43

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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon Theoretiker » 22. Nov 2014, 22:15

Dieser Mix aus Gothic-Grusler und Giallo hat mir sehr gut gefallen, atmosphärisch, spannend, mit ein bisschen Sleaze.

Unterhaltsam - 7/10
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Re: Die Grotte der vergessenen Leichen - Emilio Miraglia

Beitragvon ugo-piazza » 13. Dez 2015, 23:54

Theoretiker hat geschrieben:Dieser Mix aus Gothic-Grusler und Giallo hat mir sehr gut gefallen, atmosphärisch, spannend, mit ein bisschen Sleaze.

Unterhaltsam - 7/10


Die Mischung aus Gothic-Schloss und megamodernen Appartements der frühen 70er ist schon ziemlich schräg und passt für mich auch nicht so richtig zusammen, aber egal: Ich mag den Scheiß! ;)
(heute zum zweiten Mal im Metropolis auf 35 gesehen)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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