Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

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Moderator: jogiwan

Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda

Beitragvon jogiwan » 4. Mai 2012, 23:24

Dagmar Lassander?

;)
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda

Beitragvon horror1966 » 25. Nov 2013, 12:07

Bild




Die Bestie mit dem feurigen Atem
(L'Iguana dalla lingua di fuoco)
mit Luigi Pistilli, Dagmar Lassander, Anton Diffring, Arthur O'Sullivan, Werner Pochath, Dominique Boschero, Renato Romano, Sergio Doria, Ruth Durley, Valentina Cortese, Riccardo Freda
Regie: Riccardo Freda
Drehbuch: Sandro Continenza / Riccardo Freda
Kamera: Silvano Ippoliti
Musik: Stelvio Cipriani
ungeprüft
Deutschland / Frankreich / Italien / 1971

Ein bestialischer Mord in der High-Society Dublins. Im Kofferraum der Limousine des Schweizer Botschafters Sobiesky wird die grausam verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Sobiesky's Geliebte! Inspektor Norton stößt bei seinen Ermittlungen auf eine Wand des Schweigens, auf ein Netz aus Intrigen, Lügen und Geheimnissen. Jeder ist verdächtig - und jeder kann das nächste Opfer sein. Denn der Blutdurst des Killers ist noch nicht gestillt. Und er hat sich ein neues Ziel ausgesucht: Norton's unschuldige Tochter !


Im Grunde genommen beinhaltet dieser Gialli von Riccardo Freda sämtliche Zutaten für einen spannungsgeladenen Krimi, nur die Umsetzung der interessanten Geschichte gestaltet sich in vorliegendem Fall nicht durchgehend unterhaltsam, da das Ganze an etlichen Stellen ein wenig sprunghaft erscheint. Dadurch wirkt das Szenario manchmal ein wenig zusammen gestückelt und der Zuschauer hat nicht selten kleinere Probleme, dem Geschehen aufmerksam zu folgen. Als Schauplatz für die grausame Mordserie dient dieses Mal nicht Italien, sondern die irische Hauptstadt Dublin, in der sich anscheinend ein psychopathischer Serienkiller herum treibt, der es ganz offensichtlich auf den Schweizer Botschafter abgesehen hat. Im Gegensatz zu etlichen anderen Genre-Kollegen fallen die Tötungen hier wirklich erstaunlich blutig aus, denn wo ansonsten durch die Kameraführung vielmehr nur diverse Ansätze zu erkennen sind, wird in vorliegendem Fall voll drauf gehalten. Dadurch ergeben sich mehrere etwas derber ausfallende Szenen, wobei sich die Härte aber immer noch in einem angemessenen und nicht überzogenen Rahmen bewegt. In dieser Hinsicht wird dem geneigten Fan also durchaus sehr gute Kost geliefert, doch "Die Bestie mit dem feurigen Atem" beinhaltet dafür in der Erzählweise der Story einige Schwächen, die man sicherlich hätte vermeiden können.

Gibt es doch mehrere Passagen die ein wenig unrund erscheinen, da die Bildumschnitte relativ hektisch daher kommen. Nicht wenige Einstellungen erwecken dabei den Anschein ein wenig willkürlich aneinandergereiht zu sein, wodurch man auch kurzzeitig ein wenig die Orientierung verlieren kann. Das mindert selbstverständlich den Erzählfluss der Ereignisse und die ganze Chose erscheint ein wenig holprig, wobei dies aber keinesfalls den gelungenen Spannungsaufbau beeinträchtigt. Dieser entpuppt sich nämlich als sehr konstant und auch die Identität des Killers bleibt bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, so das sich für den Zuschauer ein wunderbares Rätselspiel eröffnet, an dem man seine wahre Freude hat. Zudem schafft es Riccardo Freda immer wieder, einen auf falsche Fährten zu locken, präsentieren sich im Laufe der Zeit doch etliche Verdächtige, die man für die brutale Mordserie als Täter in Betracht ziehen könnte.

Dabei gibt es wie immer einige zu offensichtliche Indizien die ganz bestimmte Figuren in den Vordergrund rücken, doch auch diverse eher leichte Verdachtsmomente sind im Spiel, so das man im Prinzip niemanden gänzlich aus dem Täterkreis ausschließen kann. Was in diesem Film ein klein wenig auf der Strecke bleibt ist die ansonsten in Gialli's vorhandene bedrohliche Grundstimmung, es entfaltet sich einfach zu keiner Zeit diese düstere Atmosphäre, was meiner persönlichen Meinung nach der unrunden Erzählung geschuldet ist. Dennoch bietet das Werk immer noch genügend Sehenswertes und überzeugt vor allem durch den etwas höheren Blutgehalt, der für Filme dieser Art nicht immer selbstverständlich erscheint. Betrachte man einmal das dargebotene Schauspiel der Akteure dann muss man feststellen, das sich dieses leider nur im Durchschnittsbereich bewegt. Zwar sind sämtliche Darsteller durchaus bemüht durch Mimik und Gestik zu überzeugen, doch in mehreren Passagen ist ein leichtes Overacting zu erkennen, das den insgesamt guten Gesamteindruck ein wenig trübt.

Im Endeffekt zählt "Die Bestie mit dem feurigen Atem" sicherlich nicht zu den allerbesten Vertretern seiner Zunft bietet jedoch immerhin einen typischen Gialli, der sämtliche Zutaten beinhaltet die dieses Sub-Genre so beliebt machen. Mit ein bisschen mehr Liebe zum Detail und weniger hektischen Umschnitten wäre ein noch weitaus besserer Eindruck möglich gewesen, doch auch in vorliegender Form schafft es der Film locker, sich oberhalb des normalen Durchschnitts anzusiedeln und spannende Filmkost zu servieren.


Fazit:


Zu den echten Klassikern seiner Art kann man dieses Werk bestimmt nicht zählen, doch für Fans des Genres handelt es sich dennoch um einen unverzichtbaren Beitrag, den man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gut anschauen kann. Lediglich die holprige Umsetzung der Geschichte erscheint dabei ein wenig störend, doch die positiven Aspekte des Geschehens behalten ganz klar die Oberhand.


7/10
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda

Beitragvon ugo-piazza » 25. Nov 2013, 12:19

horror1966 hat geschrieben:
Dadurch wirkt das Szenario manchmal ein wenig zusammen gestückelt und der Zuschauer hat nicht selten kleinere Probleme, dem Geschehen aufmerksam zu folgen.


Du meinst doch bestimmt "zerstückelt" :D



horror1966 hat geschrieben:Was in diesem Film ein klein wenig auf der Strecke bleibt ist die ansonsten in Gialli's vorhandene bedrohliche Grundstimmung,


:opa: Gialli!


horror1966 hat geschrieben:Im Endeffekt zählt "Die Bestie mit dem feurigen Atem" sicherlich nicht zu den allerbesten Vertretern seiner Zunft bietet jedoch immerhin einen typischen Gialli, der sämtliche Zutaten beinhaltet die dieses Sub-Genre so beliebt machen.



:opa: Giallo!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda

Beitragvon Reinifilm » 25. Nov 2013, 12:28

Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass sich bei der NEW-Box auf der DVD als verstecktes Extra eine .MP4-Version des Films für Tablets & Co. befindet?
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon jogiwan » 10. Jun 2016, 06:15

Als passende Einstimmung auf den nächsten Urlaub gab es gestern „Die Bestie mit dem feurigen Atem“, der zweifelsfrei nicht zu den großen Highlights des Genres gehört. Der Streifen aus dem Jahr 1971 hat zwar mit Luigi Pistilli und Daggi Lassander zwei gern gesehene Genre-Gesichter, aber die Story über seltsame Morde im Umfeld eines Diplomaten und dessen Familie lädt den Zuschauer mit seiner Willkür der ermordeten Personen und offensichtlichen Egalheit sämtlicher Taten nicht unbedingt zum miträtseln ein. Da eine Sonnenbrille, die jeder trägt, da ein Feuerzeug das jeder hat, ein Botschafter, der nie da ist und dann wieder doch – im Grunde wäre bei „Die Bestie mit dem feurigen Atem“ jegliche Auflösung denkbar gewesen und dennoch hat man sich letzten Endes für die Krudeste von allen entschieden. Dennoch lässt sich der Streifen gut gucken und wirkt trotz irischem Handlungsort und Diplomaten-Milieu immer herrlich schundig, sodass sich der Sehgenuss auch von der suboptimalen Bildqualität und kostengünstigen Synchro nicht sonderlich schmälern lässt. Für Giallo-Fans zählt Riccardo Fredas Streifen ohnehin zum Pflichtprogramm, ernsthafte Filmfans werden mit der gemütlich dahinholpernden Erzählweise wohl eher weniger erfreut sein.
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon karlAbundzu » 10. Jun 2016, 07:27

Oh, gehts nach Irland?
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon jogiwan » 10. Jun 2016, 07:31

karlAbundzu hat geschrieben:Oh, gehts nach Irland?


Jupp, nächsten Freitag gehts nach Dublin und dann eine Woche lang mit dem Mietauto der Küste entlang. Die EM-Spiele werden also stilecht im irischen Pub geguckt! :prost:
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon karlAbundzu » 10. Jun 2016, 07:32

jogiwan hat geschrieben:
karlAbundzu hat geschrieben:Oh, gehts nach Irland?


Jupp, nächsten Freitag gehts nach Dublin und dann eine Woche lang mit dem Mietauto der Küste entlang. Die EM-Spiele werden also stilecht im irischen Pub geguckt! :prost:


Das liegt ja auch noch auf meiner Urlaubsziel-Liste recht weit oben, viel Spaß. Und grüß Dagmar!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon jogiwan » 10. Jun 2016, 08:01

mit der Daggi treff ich mich bei den Cliffs of Moher ;)
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Re: Die Bestie mit dem feurigen Atem - Riccardo Freda (1971)

Beitragvon buxtebrawler » 10. Jun 2016, 08:48

jogiwan hat geschrieben:Jupp, nächsten Freitag gehts nach Dublin und dann eine Woche lang mit dem Mietauto der Küste entlang. Die EM-Spiele werden also stilecht im irischen Pub geguckt! :prost:


Irland ist ja dabei, das wird sicher klasse! :prost:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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