Deep Red - Dario Argento (1975)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 27. Feb 2011, 19:49

Och, da ich dich ja beerbe, kommt ja eh alles zu mir zurück :mrgreen:

Also, laß mich raten:
Plakate USA, Frankreich, Spanien?
Wäre nett, wenn Du das dazutippst :D
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 3. Mai 2011, 23:41

dr. freudstein hat geschrieben:MC - Soundtrack

Bild


http://www.musik-sammler.de/media/610947

GOBLIN
1. Profondo Rosso
2. Death Dies
3. Mad Puppet
4. Wild Session
5. Deep Shadows
6. School At Night
7. Gianna

Alles richtig so, Experten?
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 6. Mai 2011, 16:35

So, heute wieder mal gesehen, diesmal die italienische Fassung (geile Sprache), nur leider nicht verständlich, dank engl. UT's gehts.
Schön, daß der Kommissar lecker Tischkanten-Bashing absolvieren durfte, nach dem der meine untot kaputtgemacht hatte :basi: :prost:
Extrem langes Teil und dennoch hat der Film keine Längen. So schöne Szenen und so viel Blut :sabber: Und der Score, ich bin fasziniert, scheiß was auf Mozart, GOBLIN sind :thup:
hervorragend
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 6. Mai 2011, 16:47

Ach so, hier das Tape, welches wohl noch nicht im santini-Museum steht :P

VHS Großbritannien

Kleiner Einleger
Ital. mit engl. UT's

Bild

Für einen EURO - nix Teuro :D
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon buxtebrawler » 12. Sep 2011, 20:05

Nach Abschluss seiner sog. Tier-Trilogie drehte der italienische Regisseur und Drehbuchautor Dario Argento 1975 mit „Profondo Rosso“ erstmals wieder einen Giallo – und ließ eine veränderte, gereifte, auf einem höheren Level agierende Handschrift erkennen, die unverkennbar immer noch die desjenigen Mannes ist, der mit „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ sein Regiedebüt ablieferte, aber um zusätzliche Charakteristika erweitert wurde. Zusammen mit den beiden Gialli „Tenebrae“ und „Opera“, die noch folgen sollten, meines Erachtens der stärkste Film des italienischen Ausnahmeregisseurs.

Argento-typisch wird ein Ausländer, in diesem Falle der britische Musiker Marcus Daly (David Hemmings, „Blow Up“), Zeuge eines Mordes, infolge dessen er sich, ähnlich wie in Argentos Regiedebüt, an ein wichtiges Detail zu erinnern versucht, das bei der Identifikation des Täters hilfreich sein könnte. Dadurch, dass das Mordopfer eine übersinnlich begabte Frau war, die zuvor während eines Kongresses die Anwesenheit eines Mörders gespürt hatte und dafür sterben musste, befindet sich „Profondo Rosso“ mit einem Bein im Bereich der Phantastik. Argento inszenierte einen atmosphärisch sehr düsteren Mystery-Giallo, der sich vieler Versatzstücke aus dem Gruselbereich bedient und damit letztlich stärker am Horror- als am Kriminalfilm ist.

Giallo-typische Elemente weist „Profondo Rosso“ dennoch zuhauf auf, während die Gruselkante ihm ganz besonders gut zu Gesicht steht und meinen Sehgewohnheiten als Freund des Horrorgenres entgegenkommt. Aufgrund dieser Ausrichtung kann Argento sein Talent für das Erzeugen einer düsteren Stimmung, sei es durch entsprechend ausstaffierte oder in Szene gesetzte Drehorte und Kulissen, sein Gespür für das Erzeugen einer leicht (oder auch gern mal weniger leicht…) surreal anmutenden Parallelwelt, in der eigene Gesetze herrschen, oder die Freude an der verstörenden Ästhetisierung grafisch expliziter, brutaler Morde, perfekt einbringen und mit seiner von Altmeister und Giallo-Pionier Mario Bava inspirierten Kameraarbeit kombinieren, die unvergessliche Bilder einfängt und gern im Künstlerisch-künstlichen schwelgt. Seine berüchtigten ausufernden Kamerafahrten sollte er hingegen erst mit den folgenden beiden Gialli auf die Spitze treiben.

Hemmings, hier ein wenig ein Paul-McCartney-Lookalike, tritt in einer bisweilen dramaturgisch unkonventionellen Handlung, die keinen Hehl daraus macht, zwischenzeitlich immer einmal wieder komplett in den Hintergrund zu treten und die Bühne zu räumen für die Entfaltung selbstzweckhafter visueller/akustischer Schauwerte, die insbesondere einen Argento-Giallo zu einem Hochgenuss für die Sinne machen, längere Zeit auf der Stelle, bis er zusammen mit der vorwitzigen, aber hochcharmanten Journalistin Gianna (Daria Nicolodi, „Tenebrae“) auf eine alte Legende in Zusammenhang mit einem Kinderlied stößt… Und während sich die Mordopfer häufen, macht das ungleiche Duo Bekanntschaft mit undurchsichtigen, unheimlichen Gestalten wie der kleinen Olga (Nicoletta Elmi, „Spuren auf dem Mond“) und erforscht eine wenig einladende Villa, die ein dunkles Geheimnis zu beherbergen scheint.

Bei all dem wirkt „Profondo Rosso“, als hätte man den Film bewusst nicht um eine heldenhafte Figur in der Hauptrolle aufgebaut, die Dreh- und Angelpunkt des Films ist und den Zuschauer sozusagen an die Hand nimmt bzw. sich erst im Finale als negativer Charakter herausstellt und damit den Zuschauer überrascht. Dafür erscheint Marcus Daly zu häufig zu verunsichert und verloren; er wurde von vornherein als Durchschnittstyp angelegt und baut kaum etwas auf, was im Finale eingerissen werden könnte. „Star“ des Films ist erneut die von Argento geschaffene artifizielle, dennoch organisch und vor allem bedrohlich wirkende Welt, der sich alles andere – auch die Darsteller – unterzuordnen hat. Viele symbolhafte Bilder und Details sowie einige krude Einfälle, stets entweder vom gruseligen Kinderlied oder vom fabelhaften Progressiv-Soundtrack der Gruppe „Goblin“ begleitet, unterstreichen diesen Eindruck und erscheinen oftmals erinnerungswürdiger als Hemmings‘ eingeschränktes Mienenspiel.

So hochwertig „Profondo Rosso“ in vielerlei Hinsicht ist, hat sich leider doch auch etwas eingeschlichen, das zur Abwertung führt – in Anlehnung an den äußerst fragwürdigen Humor aus Argentos Debüt nenne ich es das „Servus-Syndrom“. So durchzieht lobenswerterweise ein Subtext zum Thema Geschlechter bzw. Geschlechterkampf den Film, der sich im Finale offensiv entlädt – nur leider wurde dieser nicht subtil und zur Stimmung des Films passend eingewoben, sondern findet vor allem statt in Form fast schon dümmlicher Dialoge und Situationskomik zwischen Marcus und Gianna. Beide hegen ein verhaltenspsychologisch alles andere als uninteressantes Verhältnis zueinander, das Anlass gibt, um gängige Geschlechterklischees aufs Korn zu nehmen. Bedauerlicherweise wählte Argento dafür weitestgehend unlustigen Schenkelklopferhumor, der nicht nur nicht zur mystischen, düsteren Ausrichtung des Films passen will, sondern zu allem Überfluss auch noch als eine Art „Running Gag“ zu etablieren versucht wurde, der aber nach hinten losgeht. Erst mit „Tenebrae“ hatte Argento sein „Servus-Syndrom“ so weit domestiziert, dass es erträglich wurde und selbst ich Griesgram schmunzeln musste (aber John Saxon hatte nun mal auch einfach einen tollen Hut).

Ansonsten aber ein wirklich sehr starker Film, mit dem Argento spätestens zu seinem ganz eigenen, so typischen Stil fand und dem man den bei näherer Betrachtung hier und da doch etwas wacklig konstruiert wirkenden Handlungsverlauf als italophiler Zuschauer sofort verzeiht.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon dr. freudstein » 12. Sep 2011, 20:21

Gab es auch eine Punktewertung :?

Du ziehst immer viel negatives aus Filmen, unverständlich :roll:
Jetzt ist es Geschlechterkampf, willst du Filmpsychologenanalytiker werden :o

Ansonsten, wieder eine sehr schöne, trockene Kritik mit dem etwas anderem Blick :thup: :kicher:
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon buxtebrawler » 12. Sep 2011, 21:17

dr. freudstein hat geschrieben:Gab es auch eine Punktewertung :?

Du ziehst immer viel negatives aus Filmen, unverständlich :roll:
Jetzt ist es Geschlechterkampf, willst du Filmpsychologenanalytiker werden :o

Ansonsten, wieder eine sehr schöne, trockene Kritik mit dem etwas anderem Blick :thup: :kicher:


"nur" 8/10 ;)

Die Sexismus-Debatte hat Argento doch auch in Tenebrae wieder aufgegriffen, wie überhaupt so vieles. Irgendwann muss ich mal was über Tenebrae schreiben, das wird dann wirklich mal 'ne richtige Feierei nach deinem Geschmack. :nick:

Der etwas andere Blick:

Bild

:D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon purgatorio » 13. Sep 2011, 08:02

buxtebrawler hat geschrieben:Der etwas andere Blick:

Bild

:D


Bild

:thup: :thup: :thup:
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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon buxtebrawler » 13. Sep 2011, 09:18

purgatorio hat geschrieben:Bild

:thup: :thup: :thup:


Stammt das aus deiner Feder? Ist jedenfalls geil :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Deep Red - Dario Argento

Beitragvon purgatorio » 13. Sep 2011, 11:09

buxtebrawler hat geschrieben:Stammt das aus deiner Feder? Ist jedenfalls geil :thup:

in wie fern "Feder"? "Von führenden Ärzten empfohlen" ist doch 'ne Floskel, oder? Gebastelt hab ich das aber, ja :D
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