Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda (1969)

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Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda (1969)

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2009, 14:45

Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Bild

Originaltitel: A doppia faccia

Herstellungsland: Deutschland/Italien / 1969

Regie: Riccardo Freda

Darsteller: Klaus Kinski, Günther Stoll, Christiane Krüger, Annabella Incontrera, u.a.

Story:

Die Ehe der schwerreichen Helen (Margaret Lee) mit ihrem Mann John (Klaus Kinski) ist zerrüttet. Als Helen bei einem Unfall ums Leben kommt, geht Scotland Yard von einem Mord aus. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass Helen ein Doppelleben führte und ein Verhältnis mit einer Frau hatte.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon Blap » 23. Aug 2010, 23:37

Das Gesicht im Dunkeln (Italien, Deutschland 1969, italienischer Originaltitel: A doppia faccia)

John Alexander (Klaus Kinski) ist mit der wohlhabenden Fabrikbesitzerin Helen (Margaret Lee) verheiratet. Obwohl John seine Gattin liebt, ist das Verhältnis zu ihr stark abgekühlt, mehr und mehr distanziert. Während ihr Gatte eine Liebschaft mit seiner Sekretärin unterhält, vergnügt sich Helen in einer lesbischen Beziehung, die sie mit der attraktiven Liz (Annabella Incontrera) auslebt. Als Helen die Villa der Eheleute verlässt, sie will für unbestimmte Zeit Abstand gewinnen, kommt sie bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben. Da der Witwer mit der Situation überfordert ist, übernimmt Helens Stiefvater (Sydney Chaplin) zunächst die Firmenleitung. Nach seiner Rückkehr erfährt John, dass offensichtlich polizeiliche Ermittlungen angestellt wurden, die man aber inzwischen eingestellt hat. Hinter den trügerischen Kulissen, haben sich die Behörden selbstverständlich nicht auf die faule Haut gelegt. Denn als Erbe des erheblichen Vermögens der Verstorbenen, besteht ein gewisser Verdacht gegen den nun schwerreichen Hinterbliebenen. John trifft bei seiner Rückkehr in die Villa, eine junge Dame unter der Dusche an. Im Schlepptau von Christine (Christiane Krüger), findet sich John plötzlich im Hinterzimmer einer wüsten Party wieder, in dem man kleine, schäbige Erotikfilmchen vorführt. In einem dieser Machwerke, glaubt er seine angeblich verstorbene Frau zu erkennen, was ihn zu weiteren Nachforschugen antreibt. Ein nicht ungefährliches Unterfangen, wie John bald am eigenen Leibe zu spüren bekommt...

Nach "Der Mann mit dem Glasauge", der 28. von Rialto produzierten Edgar Wallace Verfilmung, ging der bewährte Regisseur Alfred Vohrer von Bord. Mit ihm verliessen viele langjährige Mitarbeiter die Produktion, die der Reihe seit Jahren ein eigenständiges Gesicht verliehen hatten. Für "Das Gesicht im Dunkeln" baute man auf die Zusammenarbeit mit italienischen Produzenten, wodurch sich der Film deutlich von den zuvor entstandenen Wallace Werken abhebt. Für die Regie zeichnet Riccardo Freda verantwortlich, der zwar nicht zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft zählt, aber jedem Fan des italienischen Genrekinos ein Begriff sein dürfte. Fredas Inszenierung unterscheidet sich auf den ersten Blick, deutlich von den nebelverhangenen Filmen der Schwarzweiss-Ära, hat aber mit dem irrwitzigen Popanz der späten Vohrer-Phase ebenso wenig gemein. Die Kamera schwelgt in wundervollen, stilvollen Kulissen, geradezu hippieske Momente, bilden einen unerwartet harschen Kontrast dazu, nackte Tatsachen werden hier erst gar nicht verschämt durch Albernheiten kaschiert. Doch auch "klassische Wallace Momente" werden geboten. Man beachte die Szenen, in denen der rastlose Kinski durch nächtliche Gassen schleicht, verfolgt von einer merkwürdigen Gestalt, unterlegt mit einer unheimlichen Geräuschkulisse. Einen Dämpfer erhält der Film durch den teils holprigen Schnitt. Die deutsche Version wurde um einige Minuten erleichtert, was dem Gesamtbild leider nicht unbedingt zuträglich ist. Mir liegt zusätzlich eine längere Fassung vor, die in der Tat besser funktioniert. Eine weitere Fussangel sind die "Unfallszenen", bei denen Modelle zum Einsatz kommen. Diese (sehr kurzen) Szenen, sind handwerklicher Murks ersten Grades. Nun liebe ich Modelle in Filmen bekanntlich sehr, die hier gezeigten Momente finde ich durchaus liebenswert, regelrecht knuffig (jaja, mein Lieblingswort), doch sie sind schlicht und ergreifend deplatziert. Es handelt sich nur um wenige Sekunden, auf die man damals besser verzichtet hätte. Dem Verständnis der Vorgänge wäre es nicht abträglich gewesen, denn dieses ergibt sich aus dem weiteren Verlauf. Für mich ist dieser knuffige (!) Mumpitz kein relevanter Kritikpunkt. Ich buche den offenkundig aufblitzenden Dilettantismus, unter der Rubrik "charmante Ausfälle" ab. Der unrunde Schnitt wiegt ohne Zweifel schwerer, beschädigt den Film nachhaltiger.

Klaus Kinski war zuvor stets in (mehr oder weniger) verschrobenen Nebenrollen zu sehen. Eine Ausnahme bildet der 1967 von Alfred Vohrer inszenierte Film "Die blaue Hand". Doch erst "Das Gesicht im Dunkeln", macht Kinski zum unbestrittenen Platzhirsch, der den Großteil des Werkes auf seinen Schultern trägt. Wie er dieses Werk dann trägt, ist in der Tat aller Ehren wert. Diesmal erwartet uns kein völlig irrer, grotesker Charakter, dem von einem ausufernd chargierenden Kinski Leben eingehämmert wird. Nein, wir bekommen einen verzweifelten, einsamen, trauernden und rastlosen Mann zu Gesicht. Klaus Kinski versteht es auf andere Weise, seiner Rolle Tiefe, echten Charakter zu verleihen. Er gibt sich gegenüber Dritten distanziert, wahlweise auch schroff und unnachgiebig. Doch wo er in seinen Nebenrollen zur Hysterie neigte, triumphiert nun eine heisskalte Präsenz, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Es wundert daher kaum, dass sämtliche Nebendarsteller, letztlich lediglich wie Stichwortgeber und Füllmaterial anmuten. Doch dieses "Füllmaterial" hat Klasse, allein die Riege schöner Frauen sorgt für freudige Erregung. Zunächst begegnen wir der herrlich unterkühlt aufspielenden Margaret Lee, die später auch in "Das Schloss der blauen Vögel" (La bestia uccide a sangue freddo, 1971), zusammen mit Kinksi vor der Kamera stand. Die kaum minder anmutige Annabella Incontrera, ist als lesbische Nebenbuhlerin zu sehen. Die Dame kennt man aus diversen Gialli, die sich durchaus zum erweiterten Kreis der Genre-Prunkstücke zählen dürfen: "Das Geheimnis der blutigen Lilie" (Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?), sowie "Der schwarze Leib der Tarantel" (La tarantola dal ventre nero), seien als Beispiele angeführt. Barbara Nelli, in der Rolle der liebesbedürftigen Sekretärin, soll an dieser Stelle nicht unterschlagen werden. Ein Streitpunkt ist die Leistung von Christiane Krüger, an deren Darbietung sich die Gemüter spalten. Mir gefällt sie als leicht nuttiges Hippie-/Pippi-Mädchen, ihre laxe, teils rotzlöfflige Art, passt meiner Meinung nach unbedingt zur Rolle. Die Herren in den Nebenrollen, haben gegen einen fantastischen Kinski, ergänzt durch eine Handvoll schöner Frauen, wahrlich keinen leichten Stand. Sydney Chaplin kann als berechnender Stiefvater trotzdem Punkte sammeln. Als Ermittler bietet man uns Luciano Spadoni und Günther Stoll an, deren Rollen aber kaum Raum zur Entfaltung lassen. Besonders der sympathische Günther Stoll, kommt hier fast überhaupt nicht zum Zuge, bleibt beliebig austauschbar. Die unscheinbare Anlage der Ermittlerrollen ist nicht negativ zu bewerten, denn der Fokus liegt ganz klar auf dem Part von Klaus Kinski.

Betrachtet man das Drehbuch nur durch die "Kriminalfilmbrille", geht die Story als nicht sonderlich überraschend, vielleicht gar als recht vorhersehbar durch. Doch einen Film wie "Das Gesicht im Dunkeln", möchte ich auf keineswegs auf den Begriff "Krimi" reduzieren, damit würde man dem Werk nicht gerecht. Freda gewährt uns einen fiktiven(?) (aber ohne Frage intimen) Blick, hinter die Kulissen der sogennanten Oberschicht. Mitten im üppigen Luxus tobt der Verfall, wüten emotionale Kälte, enttäuschte Gefühle und verletzte Eitelkeiten. Helden gibt es nicht, selbst der sprichwörtliche Antiheld verharrt im Ansatz, wird in einem Inferno aus Verzweiflung, Begehren und Intrigen aufgerieben. Über das Spielfeld des Kriminalfilms hinaus, taucht der Zuschauer in die schöne Scheinwelt der späten sechziger Jahre ein. Taumelt mit der Hauptfigur durch pompöse Wohnräume, die längst ihrer Bedeutung als "Lebensräume" beraubt wurden, versinkt im Partyuntergrund drogengeschwängerter Halbwelten, ängstigt sich in nächtlichen Gassen, fragwürdigen Absteigen. Für die musikalische Untermalung sorgt der grandiose Score von Nora Orlandi, der zu den schönsten Beiträgen der gesamten Wallace Reihe zählt. An dieser Stelle wird es Zeit für den üblichen Hinweis, der wie immer den offiziellen DVD-Veröffentlichungen gilt, die in keiner gut sortieren Sammlung fehlen sollten. Es sei mir aber der Hinweis gestattet, dass man auf der deutschen DVD lediglich die gekürzte Fassung des Films vorfindet. Diese sollte man auch gesehen haben, sie ist schliesslich ein Stück einheimischer Kinogeschichte. Trotzdem rate ich ausdrücklich auch zur Beschaffung der längeren Variante, die in sich stimmiger und "runder" wirkt.

Die "Edgar Wallace Edition 8" enthält ferner folgende Titel:

- Der Mann mit dem Glasauge
- Die Tote aus der Themse
- Das Geheimnis der grünen Stecknadel
- Das Rätsel des silbernen Halbmonds

Die insgesamt fünf DVDs kommen im üblichen Schuber daher. Das ebenso übliche und informative Booklet, ist selbstverständlich auch in der achten Box vorhanden.

"Das Gesicht im Dunkeln" hat bis in die heutige Zeit keinen leichten Stand. Dem Film war an den Kinokassen kein Glück beschert, die Fangemeinde zeigt dem Streifen noch immer die kalte Schulter. Aber es finden sich mehr und mehr positive Stimmen, auch dieser weniger beachtete Film, hat längst seine Liebhaber und Fürsprecher gefunden. Als "klassischer" Wallace mag das Werk nicht funktionieren, doch auch als Giallo wird der Film nur am Rande wahrgenommen. Während die beiden letzten Beiträge zur Reihe (Das Geheimnis der grünen Stecknadel, Das Rätsel des silbernen Halbmonds), längst als Klassiker des Genres gelten, besonders "Stecknadel" lässt kaum einen Giallo-Verehrer kalt, behandelt man "Gesicht" noch immer weniger liebevoll. Es mag daran liegen, dass dem Film auch die "klassischen Giallo-Elemente" (zumindest vordergründig) abgehen. So hat Riccardo Freda einen Film gedreht, der sich zwischen alle Stühle zu setzen scheint, sich darüber hinaus (und das ist der entscheidende Punkt!) nur dem aufmerksamen Zuschauer öffnet. Lässt man sich jedoch auf "Das Gesicht im Dunkeln" ein, wird man mit einem intensiven Erlebnis belohnt.

Gern ziehe ich 7/10 (gut). Der Film hat mit starken Mitbewerbern zu kämpfen, die aber "eigentlich" gar keine Konkurrenten sind... ...oder doch...?

Lieblingszitat:

"Warum denn so eilig?"
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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon untot » 6. Dez 2010, 14:26

Als ich den Film im zarten Alter von 12 zum ersten mal gesehen hab, fand ich ihn einfach nur langweilig, das änderte sich natürlich mit der Zeit man wird älter...
Ich halte diesen Film inzwischen für eine kleine Perle, Kinski drückt dem Film seinen unverwechselbaren Stempel auf und trägt ihn fast alleine, ungewöhnlich auch, das er hier mal nicht, wie üblich in den Wallace Streifen, den Bösen gibt.
Zugegeben, seine kleinen Längen hat der Film, die aber mehr oder weniger gekonnt überbrückt wurden. ;)

7/10
Zuletzt geändert von untot am 6. Dez 2010, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon dr. freudstein » 6. Dez 2010, 14:42

Aha, Du halten diesen Film für eine kleine Perle? Prima, will ich mir auch noch zulegen, weil ich haben alte AHF's zu diesem Film, aber ohne Film den Film zu kennen, finden ich das doof.
In Kürze also ein paar schicke AHF's zur grafischen Darbeitung.
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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon untot » 6. Dez 2010, 14:46

dr. freudstein hat geschrieben:Aha, Du halten diesen Film für eine kleine Perle? Prima, will ich mir auch noch zulegen, weil ich haben alte AHF's zu diesem Film, aber ohne Film den Film zu kennen, finden ich das doof.
In Kürze also ein paar schicke AHF's zur grafischen Darbeitung.


AUFHÖREN, Du Bux!!!! :P :lol: :lol:
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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon buxtebrawler » 6. Dez 2010, 14:56

untot hat geschrieben:Du Bux!!!!


Nun lob ihn doch nicht auch noch...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon untot » 6. Dez 2010, 15:03

buxtebrawler hat geschrieben:
untot hat geschrieben:Du Bux!!!!


Nun lob ihn doch nicht auch noch...


:lol: :lol: :lol:
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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon dr. freudstein » 19. Jan 2011, 03:42

Loben... :? Die größte Beleidigung, die mir jemals widerfahren ist :evil:
Aber, wie versprochen, ....

AHF Satz Deutschland
incl. Umschlag der Verleihfirma, Mini A4 Poster, Texttafeln...

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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon dr. freudstein » 10. Jan 2012, 16:55

Filmprogramm Österreich
Neues Filmprokilo
NFP JUL 1969, Nr. 5401

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Re: Das Gesicht im Dunkeln - Riccardo Freda

Beitragvon sid.vicious » 3. Jun 2012, 20:57

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Alternativer Titel: A doppia faccia
Produktionsland: Italien, Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr:
Regie: Riccardo Freda
Drehbuch: Paul Hengge, Riccardo Freda
Kamera: Gabor Pogany
Schnitt: Anna Amadei, Elisa Lanri, Jutta Hering
Spezialeffekte: -
Budget: ca. -
Musik: Nora Orlandi, Alessandro Alessandroni
Länge: ca. 78 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Klaus Kinski: John Alexander
Christiane Krüger: Christine
Margaret Lee: Helen Alexander
Sydney Chaplin: Mr. Brown
Annabella Incontrera: Liz
Günther Stoll: Inspektor Steevens
Luciano Spadoni: Inspektor Gordon
Barbara Nelli: Alice
Gastone Pestucci: Peter




Die Ehe von Helen und John steckt in einer Krise. Helen hat ein Verhältnis mit einer Frau. Als Helen bei einem Autounfall ums Leben kommt sieht es zuerst nach Mord aus, allerdings findet John durch einige Zufälle heraus, dass seine Frau wohl doch noch am Leben ist.

Der Film entstand nach der Romanvorlage „The Face in the Night“ von Edgar Wallace. Gedreht wurde in London, Liverpool und Rom. Diese 34. Edgar Wallace Verfilmung konnte als deutsch/ italienische Co-Produktion keinen großen Erfolg an den Kinokassen verbuchen. Es folgten noch Francos „Der Teufel kam aus Akasava“, „Die Tote aus der Themse“, Dallamanos großartiger Beitrag „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und Lenzis „Rätsel des silbernen Halbmonds“.

Nach Alfred Vohrers „Der Mann mit dem Glasauge“ schlug man innerhalb der Wallace-Verfilmungen eine andere Richtung ein. Die Regie von Ricardo Freda hauchte dem Film italienische Werte, nämlich die eines Giallo ein. Ohne hier an Bavas „Blutige Seide“ zu denken, muss man akzeptieren, dass der Film eher als Giallo und nicht als Wallace-typische Verfilmung funktioniert, dafür sorgt allein die Präsenz der kräftigen Farben. Diese lassen den Film ein sehr behagliches Gefühl erzeugen. Es wird für den geeigneten Zuschauer sehr gemütlich und dieser sieht einfach gern hin, egal ob die Handlung etwas schleppend verläuft oder nicht.

„Das Gesicht im Dunkeln“ startet mit einer schönen Klaviermelodie und präsentiert so verstärkt die Anfangscredits. Auch die weitere Musik von Nora Orlandi und Alessandro Alessandroni erweist sich als richtig gut.

Wer auf klassische Elemente wert legt, der wird nicht enttäuscht, denn „Das Gesicht im Dunkeln“ bietet Schatten, seltsame Geräusche und ein Gewitter, so wie man es sich wünscht. Auf Nebel wurde zwar verzichtet, aber die Hauptdarsteller/ innen rauchen dermaßen viel, so dass die ein oder andere Nikotinschwade den klassischen Nebel ersetzen kann.

Was die Besetzung anbelangt, so bekommt man mit Christiane Krüger, Margaret Lee und Annabella Incontrera gleich drei attraktive Frauen geboten und muss sich nicht mit einer Uschi Glas, wie später beim silbernen Halbmond herumschlagen. Klaus Kinski ist in der Rolle des John Alexander absolut überzeugend.

Fazit: Ein guter Film der zwar zum Ende eine wenig hektisch wirkt, allerdings einiges Positives für das Auge und einen tollen Soundtrack für das Ohr zu bieten hat. Ein extrem hoher Wohlfühlfaktor wertet das Gesamtwerk zusätzlich auf.

Dieser Film kann dem Freund des italienischen Kinos einiges an Freude bereiten.

8/10
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