Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2009, 13:30

Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

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Originaltitel: L´Etrusco uccide ancora

Herstellungsland: Deutschland/Italien/Jugoslawien / 1972

Regie: Armando Crispino

Darsteller: Alex Cord, Samantha Eggar, John Marley, Nadja Tiller, u.a.

Story:

Bei der Erforschung einer etruskischen Grabkammer stößt der Archäologe Jason auf Wandmalereien, die den Dämon des Todes in Aktion zeigen. Der fühlt sich offenbar angesprochen, denn kurz darauf geschehen grausame Morde in der Ausgrabungsstätte, die den in den Malereien dargestellten Szenen nachgestellt sind. Die Polizei verdächtigt schnell den alkoholabhängigen Jason...
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon untot » 5. Dez 2010, 17:56

"Das Geheimnis des gelben Grabes" ist zwar teilweise etwas konfus inzeniert, dennoch mag ich diesen Film sehr gerne.
Schon die Lokation und die Landschaft sind ein Hingucker.
Die Story ist recht passabel, denn der Täter bleibt lange im Verborgenen, es könnte jeder sein, denn alle haben hier Dreck am Stecken.
Auch eine Portion okkultes wird einem hier geboten und das bringt durchaus Spannung.
Eine klare Must See Empfehlung meinerseits!

8/10
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon Santini » 5. Dez 2010, 23:44

Scan "Vampir" Filmprogramm

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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon firetrain » 5. Dez 2010, 23:52

Hast Du, untot, am Wochenende rund um die Uhr Filme geschaut? :mrgreen: DAS GEHEIMNIS DES GELBEN GRABES habe ich auch erst vor kurzem gesehen - aus der kultigen Bryan Edgar Wallace-Box. Ziemlich unterhaltsam und längst nicht so miserabel, wie das in manchen Rezensionen geschrieben steht... Ich würde ihm auch knappe 8/10 Punkten geben! Schade, das Horst Frank keine etwas grössere Rolle bekommen hat - ich glaube, SO einen Charakter hat er niemals zuvor und danach wieder gespielt! :mrgreen:

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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon untot » 5. Dez 2010, 23:58

Da sind wir uns ja mal wieder einig, Fire! :prost:
Nö, ich hab nicht rund um die Uhr Film geguckt, war nur fleissig, weil ich mir vorgenommen hab, zu jedem Film den ich kenne hier, auch meinen Senf zu geben, also macht Euch auf was gefasst.... :twisted:

EDIT: Ach ja, ganz vergessen, Horst Frank, seine Rolle hier ist echt klasse! :D
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon Operazione Bianchi » 6. Dez 2010, 12:45

Hat jemand zufällig die Box UND das (alte) Toppic Tape zur Hand und kann etwas etwas zum Cut/Uncut Status ( der Mordszenen) sagen ?
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon firetrain » 6. Dez 2010, 17:12

untot hat geschrieben:Nö, ich hab nicht rund um die Uhr Film geguckt, war nur fleissig, weil ich mir vorgenommen hab, zu jedem Film den ich kenne hier, auch meinen Senf zu geben, also macht Euch auf was gefasst.... :twisted:


Ich bin gespannt! :mrgreen:

P.S. Ich habe leider nur die Box-Version! :(
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon Blap » 9. Mai 2011, 22:45

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Cover des Schubers


Das Geheimnis des gelben Grabes (Italien, Deutschland, Jugoslawien 1972, Originaltitel: L'etrusco uccide ancora)

Blutrote Schuhe

Der amerikanische Archäologe Jason Porter (Alex Cord) erforscht in Italien antike Grabstätten der Etrusker. Noch immer hängt er der gescheiterten Beziehung zu Myra Shelton (Samantha Eggar) nach, die inzwischen mit dem alternden Dirigenten Nikos Samarakis (John Marley) Tisch und Bett teilt. Porter lebt während seines Forschungsaufenthalts in Samarakis Anwesen, die Atmosphäre ist verständlicherweise aufgeladen. Eine besonders aufwendig verzierte Grabkammer fasziniert den Forscher, doch bald sollen grausige Ereignisse das Szenario überschatten. Auf dem Gelände der Ausgrabungen findet man ein getötetes Liebespaar vor, die jungen Leute wurden von ihrem Mörder äusserst grausam zugerichtet. Der leitende Ermittler Inspektor Giuranna (Enzo Tarascio) steht vor einem Rätsel. Zunächst scheint der Choreograph Stephen (Horst Frank) verdächtig, doch nach einer Vernehmung wird er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die schreckliche Bluttat soll jedoch erst der Anfang einer bizarren Mordserie sein. Wenig später entgeht Igor Samarakis (Carlo De Mejo), der Sohn von Nikos Samarakis, nur knapp dem Tod, während seine Freundin die erneute Attacke des Killers nicht überlebt. Stets lässt der Mörder ein Paar rote Damenschuhe zurück, was die Lösung des Rätsels nicht unbedingt vereinfacht. Inspektor Giuranna fühlt Jason Porter auf den Zahn, denn der Archäologe ist nicht nur stark alkoholabhängig, er scheint auch ab und an die Kontrolle über sich zu verlieren...

Dieser schöne und unterhaltsame Giallo wurde von Armando Crispino inszeniert, in Deutschland wurde der Film unter dem Banner "Bryan Edgar Wallace" vermarktet. Ganz passend erscheint diese Maßnahme nicht, denn der Streifen ist durch und durch ein Kind des italienischen Genrekinos. Da der deutsche Produzent Artur Brauner jedoch seine Finger im Spiel hatte, ist die hierzulande vorgenommene Einordnung in das "Wallace-Universum" durchaus nachvollziehbar. Mit weiteren Gialli wurde ähnlich verfahren, als Beispiel bietet sich der Klassiker "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (L'uccello dalle piume di cristallo, 1969) von Dario Argento an. Selbst der Platzhirsch Rialto Film setze während der späten Wallace-Phase auf die Italiener. So gelang mit dem grandiosen "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" (Cosa avete fatto a Solange?, 1972), welcher unter der Regie von Massimo Dallamano entstand, gar mein Liebling aller Wallace-Filme.

"Das Geheimnis des gelben Grabes" ist stark besetzt, stilvoll inszeniert und vor allem wunderschön fotographiert. Die Kamera wurde von Erico Menczer bedient, der bei "Die neunschwänzige Katze" (Il gatto a nove code, 1971) mit Dario Argento zusammenarbeitete, ergo verwundert das herrliche Ergebnis nicht. Die prächtige Landschaft, dazu faszinierende Kulissen wie die etruskische Nekropole, zusätzlich das malerische Spoleto, perfekt von einem echten Könner mit untrügbarem Gespür eingefangen. Nicht zu vergessen der sehr stimmungsvolle Score von Riz Ortolani, der zu jeder Zeit den perfekten Ton trifft. Armando Crispino setzt auf ein angenehm gemäßigtes Erzähltempo. Zwar haut man dem Zuschauer recht flott den ersten Doppelmord um die Ohren, doch im weiteren Verlauf legt der Film Wert auf die Beziehung der zentralen Figuren zueinander. Dabei steht weniger eine besonders tiefschürfende Zeichung der Charaktere im Vordergrund, sondern vielmehr das ständig aufgeladene Wechselspiel der Figuren. Zerstörte Liebe, verletzte Eitelkeiten, Verlangen und Begehren. Anfangs wird eine Prise Grusel eingestreut, denn in der Grabkammer wird die Darstellung eines etruskischen Dämon gefunden. Haben hier etwa finstere Mächte ihre untoten Knochenfinger im Spiel? Naja, diese Finte lässt sich leicht entlarven, oder hegen antike Unholde neuerdings eine Vorliebe für rote Damenschuhe? Vermutlich nicht, daher wendet der Zuschauer sich den geschickt gestreuten Verdachtsmomenten zu, die in der realen Welt beheimatet sind. Steckt vielleicht tatsächlich Jason Porter hinter den Morden? Hat ihn die Alkoholsucht in den Wahnsinn getrieben? Welche Rolle spielt der tuntige Stephen, dem man nicht so recht über den Weg trauen mag? Vielleicht treibt ein widerwärtiger Wächter sein Unwesen, der gern Insekten verbrennt und sich als Erpresser versucht? Im packenden Finale fällt die Maske, doch ich schweige wie ein Grab (Ach was...).

Alex Cord gefällt mir als aufbrausender Archäologe sehr gut, besser hätte man die Rolle kaum besetzen können. Mir ist sein Jason Porter durchaus sympathisch, vielleicht gerade wegen der offenkundigen Schwächen, vor allem wegen seiner brennenden Leidenschaft, die nicht nur seinem Beruf und dem Suff gilt. John Marley stellt gewissermaßen den Gegenspieler der Hauptfigur dar, beide buhlen um die Zuneigung einer schönen Frau. Marley spielt den verschrobenen Künstler -der seine besten Jahre längst hinter sich hat- ganz großartig. Wie Alex Cord steht er ständig unter Strom, zwei Vulkane am Rande der totalen Explosion, immer wieder kommt es kleinen und mittelschweren Ausbrüchen. Dazwischen die damals sehr attraktive Samantha Eggar, die grösste Mühe hat nicht im Mahlstrom der Gefühle aufgerieben zu werden. Nicht minder phantastisch Horst Frank, der als homosexuelles Tanzmäuschen für manchen Schmunzler sorgt, dabei aber nicht zur debilen Knallschote verkommt. Enzo Tarascio steht als beharrlicher Ermittler auf dem Plan, seine Rolle ist etwas unscheinbarer angelegt, doch er kann sich in diesem Fegefeuer der Begierden recht souverän behaupten. Carlo De Mejo wirkt im Gegensatz zu seinem Filmvater eher unscheinbar, Nadja Tiller glänzt in einer Nebenrolle, auf die ich wegen akuter Spoilergefahr nicht näher eingehen kann. Damit sind die wichtigsten Rollen kurz angerissen, die weiteren Nebendarsteller fügen sich ansprechend in das Gesamtbild ein.

Wer von einem Giallo immer nur schwarze Handschuhe, Rasiermesser und blanke Brüste erwartet, Killer die sich durch stylische Großstadtwohnungen metzeln, der wird sich mit "Das Geheimnis des gelben Grabes" vermutlich nicht auf Anhieb anfreunden können. Doch es lohnt sich wirklich ganz genau hinzusehen, denn man wird mit einem sehr schönen und ansprechend inszenierten Genrebeitrag belohnt!

Dank der DVD-Box von Universum Film, kann man sich den Ausflug nach Spoleto zum fairen Preis ins Haus holen. Das Set enthält ferner folgende Titel:

• Der Todesrächer von Soho
• Das Geheimniss der schwarzen Handschuhe


Von mir erhält die Box eine klare Empfehlung, doch ich will die (leider) vorhandenen Schwachpunkte nicht unterschlagen. "Das Geheimis der schwarzen Handschuhe" liegt nur in der gekürzten Fassung vor, wer die deutsche Synchronisation nicht benötigt, sollte sich zusätzlich die Blu-ray von Blue Underground beschaffen. "Das Geheimnis des gelben Grabes" erfreut mit einer ordentlichen Bildqualität, zusätzlich liegt der Film in der deutschen Kinofassung und der italienischen Langfassung vor. Beide Versionen sind gut und sehenswert, allerdings hat man bei der Langversion die damals nicht synchronisierten Szenen nicht untertitelt. Ein ärgerlicher Schnitzer, doch letztlich kann man gut mit der DVD leben.

Für Giallo-Fans sowieso Pflicht, jedoch auch für aufgeschlossene Einsteiger eine klare Empfehlung!

7,5/10 (Gut bis sehr gut)

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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon sid.vicious » 8. Jan 2012, 23:07

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Alternativer Titel: The Dead Are Alive
Alternativer Titel: The Etruscan Kills Again
Produktionsland: Deutschland, Italien, Jugoslawien
Produktion: Artur Brauner
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Armando Crispino
Drehbuch: Armando Crispino, Lucio Battistrada
Kamera: Erico Menczer
Schnitt: Alberto Gallitti
Musik: Riz Ortolani
Länge: ca. 105 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Alex Cord, Samantha Eggar, John Marley, Nadja Tiller, Horst Frank und Enzo Tarascio

Bei den Ausgrabungen einer etruskischen Grabkammer findet man Wandmalereien die den Dämon des Todes zeigen. Diese Malereien werden kurze Zeit später in die Tat umgesetzt und es kommt zu Morden. Der Verdacht fällt auf den Archäologen Jason, doch es steckt wesentlich mehr dahinter.

Wenn ich den Namen Armando Crispino lese und dieser für den Part der Regie verantwortlich ist, ahne ich Schlimmes. Dieses hat den Grund, dass ich durch seinen 3 Jahre später entstandenen Film „Autopsie - Hospital der lebenden Leichen“ vorbelastet bin. „Autopsie - Hospital der lebenden Leichen“ ist ein Film der wirklich gar nicht in die Gänge kam und auf ein desasterähnliches Gesamtresultat steuerte. Ganz so schlimm ist „Das Geheimnis des gelben Grabes“ nicht, aber als gut kann ich dieses Werk auch nicht bezeichnen.

Crispino lässt in diesem Film zwar einiges an Ereignissen sprechen, diese sind allerdings vereinzelnd wirr angeordnet. Streckenweise hat man den Eindruck an irgendeiner Stelle nicht richtig aufgepasst oder die Dialoge nicht richtig verfolgt zu haben. Es entfaltet sich ein gewisses wirres Etwas das von Unlogik begleitet wird. In den letzten 15 Minuten steigert sich der Film allerdings und präsentiert offen seine Lösung, die aber vom geschulten Giallo-Liebhaber eh vorgeahnt wurde.

Armando Crispino hat keinen rein schlechten Film gedreht, aber sein Konzept ist vereinzelnd zu undurchdacht. Der objektive und Giallo-Unkundige Zuschauer wird so schnell zum Abwenden vom Crispinos Film gebracht. Zweifelsohne bietet der Film ein interessantes Finale mit schöner Beleuchtung und netten Räumlichkeiten, aber um als guter Giallo zu gelten muss man wesentlich mehr zu bieten haben.

Die Musik und die Einspielungen von Verdis Requiem sind äußerst gelungen und als positiv zu sehen.

Gut gemeinte 5,5/10
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Re: Das Geheimnis des gelben Grabes - Armando Crispino

Beitragvon dr. freudstein » 10. Jan 2012, 15:42

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