Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo (1971)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo (1971)

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2009, 11:50

Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

dt. Alternativtitel: Der Satan mit dem Skalpell

Bild

Originaltitel: Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?

Herstellungsland: Italien / 1971

Regie: Giuliano Carnimeo

Darsteller: Edwige Fenech, George Hilton, Paola Quattrini, Giampiero Albertini, u.a.

Story:

In einem mehrstöckigen Wohnkomplex werden nacheinander mehrere attraktive Frauen ermordet. Mittlerweile ist auch das Fotomodell Jennifer (E. Fenech) auf der Liste des Mörders. Ist der Täter jemand der mit den Reizen des zarten Geschlechts enorme Probleme hat oder steckt etwas anderes dahinter?
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon Reinifilm » 9. Feb 2010, 15:13

Einer meiner absoluten Lieblings-Gialli: Edwige, perfektes Styling und eine gelungene Mischung von Thriller (einige sehr spannende Szenen) und Sleaze (Sex-Sekte). Schade nur, dass der Killer keine schwarzen Handschuhe trägt!
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon Blap » 10. Feb 2010, 03:02

Ein älterer Kurzkommentar:

Das Geheimnis der blutigen Lilie

Ein junge Frau wird im Aufzug eines Hochhauses ermordet. Dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer Mordserie. Bereits kurze Zeit später wird eine weitere junge Dame grausam zum Urnengang gezwungen. Für den jungen, dynamischen Architekten Andrea Barto ist dies recht angenehm. Er möchte nämlich gern bei der umwerfenden Schönheit Jennifer (Edwige Fenech!!! LECHZ³!!!) zum Zuge kommen. Ergo stellt er Jennifer -und deren Freundin- die freigewordene Wohnung zur Verfügung. Nun bleibt noch zu klären wer der fiese Mordbube ist, doch bis dahin wird weiteres Blut fliessen. Hat vielleicht Jennifers entsorgter, durchgeknallter Ehemann seine Hände im Spiel...?

Nachdem gestern "Der Schwanz des Skorpions" meine Sinne beglückte, habe ich mir nun den anderen Film aus dem Giallo-Double Feature (Drops of Blood) von X-Rated angeschaut. "Das Geheimnis der blutigen Lilie" wurde u.a. auch unter dem Titel "Der Satan mit dem Skalpell" veröffentlicht.

Zwar ist der Film nicht so betörend in Szene gesetzt, wie z.B. Sergio Martinos Genre-Beiträge "Der Killer von Wien" -oder "Der Schwanz des Skorpions"- aber Giuliano Carnimeo aka "Anthony Ascott" hat durchaus solide Arbeit geleistet. Der Film besticht durch die gute Besetzung der wichtigen Rollen. Edwige Fenech ist eine unglaubliche, grandiose Schönheit und mit Talent gesegnet. Eine perfekte Kombination! Man sieht in diesem Film zwar noch weitere -durchaus attraktive- Damen, doch neben Frau Fenech verblassen sie alle zu grauen Mäusen. George Hilton gibt wieder den smarten Sunnyboy, der aber auch kurzzeitig rustikale Verhaltensweisen offenbaren kann. Die Polizei bringt in Form eines knurrigen Komissars, und dessen ein wenig debil angehauchten Mitarbeiters, eine recht angenehme Komik in den Film. Regisseur Carnimeo verneigt sich respektvoll vor Mario Bavas Klassiker "Blutige Seide" (Mord in der Badewanne, weibliche Hauptfiguren kommen aus der Modellszene). Kurzzeitig werden ambitionierte Kameraspielereien eingesetzt, aber offensichtlich fehlte der Mut zu noch mehr Kreativität.

Fazit: Ein sehr guter Giallo. Da es eine üppige Auswahl Verdächtiger gibt, Frau Fenech eine Göttin ist, muss ich dieses mehr als solide Stück Handwerk mit 8/10 bewerten.
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon Zombiebunker » 17. Jun 2010, 10:19

Italienische Wochen auf dem Zombiebunker? Könnte man so sagen, denn es verschlägt uns wieder mal nach Italien und wieder haben wir es mit einem maskierten Killer zu tun, der schönen Frauen ans Leder will. Manch einem wird der Film vielleicht auch unter dem Titel "Der Satan mit dem Skalpell" oder "The Case of the Bloody Iris" bekannt sein.
Die Geschichte fängt relativ banal, aber dafür mit schönen Bildern, an.
In einem Hochhauskomplex wird eine junge Blondine im Fahrstuhl ermordet, kurze Zeit später trifft eine farbige Stripperin das gleiche Schicksal. Die beiden Fotomodelle Jennifer (Edwige Fenech) und Marilyn (Paola Quattrini) ziehen nach dem Tod der Stripperin in ihr Appartment und geraten so ebenfalls in das Visier des skrupellosen Mörders.
Das ist eigentlich auch schon die ganze Geschichte, allerdings wird sie spannend erzählt und enthält überraschende Wendungen. Die Figurenkonstellation sorgt außerdem für die nötige Abwechslung (ein verrückter Fotograph, ein noch verrückterer Exfreund, ein slapstickhafter Polizeigehilfe und eine Kampfstripperin etc.). Wem das noch nicht reicht, dem sei hier ein weiteres schlagendes Argument präsentiert: es gibt 70er Jahre Bodypainting! Das sieht ziemlich nostalgisch aus und weicht deutlich von heutigen Möglichkeiten ab. Trotzdem sieht Edwige mit Perücke und aufgemaltem Hemd sehr interessant und mal ganz anders aus.

Die Kameraführung fällt bisweilen regelrecht psychodelisch aus. Oft kippt die Kamera das Bild und löst beim Betrachten wegen der unnatürlichen Perspektive leichte Übelkeitsgefühle aus. Dieses Stilmittel wird direkt an mehreren Stellen eingesetzt. Aber auch das Spiel mit den Farben und Nahaufnahmen, ist ein integraler Bestandteil von Giuliano Carnimeos Film. Fast schon zu oft zoomt er in allen möglichen Szenen durch Regale oder Autotüren auf die Augenpartien der Protagonisten.
Auf den zweiten Mord, der in regelrechter Dunkelheit vollzogen wird, folgt eine komplett grellweiße Szene. Der Zuschauer wird aus der Schwärze gerissen und in das fast schon sterile kalte Weiß des beleuchteten Badezimmers gestoßen. Überhaupt wirkt die Wohnung sehr puppenstubenhaft und irgendwie unheilvoll.

Die Musik wird sehr dezent eingesetzt, passt allerdings durch die markante Melodie gut zum Film.
Edwige Fenech spielt sehr souverän und auch ihrem Gegenpart George Hilton merkt man die Professionalität an. Die anderen Darsteller stechen zwar nicht so sehr heraus, machen ihre Sache allerdings alle sehr gut.
Dass es auch hin und wieder nackte Haut zu sehen gibt, dürfte bei dieser Art von Film keine Überraschung sein. In der Tat wird Jennifer (Edwige Fenech) gleich 2 mal die Kleidung im Eifer des Gefechts vom Leib gerissen. Aber richtig abgefahren wird es, wenn der episodenhafte Einschub in ihre Vergangenheit gezeigt wird. Sie hat sich dummerweise einem Mann versprochen, der auch gleichzeitig in einer Gruppensexsekte zu Werke ging. Dieser stalkt ihr jetzt zu allem Überfluss auch noch hinterher, oder ist er sogar selbst der Killer? Man weiß es nicht. Der Täter geht allerdings ziemlich perfide zu Werke und nimmt sich auch schon mal Zeit für sein Opfer. Die Morde selbst werden zwar explizit, aber nicht übermaßig zweckhaft dargestellt, so dass sich eigentlich jeder den Film anschauen kann, ohne große Splatterorgien erwarten zu müssen.

Die mit Abstand seltsamste Szene im ganzen Film, ist allerdings gleich zu Anfang in einem Nachtklub, in dem das zweite Opfer strippt. Denn eigentlich strippt sie gar nicht. In diesem Männerclub stellt sie sich vielmehr einer Art sexueller Tracht Prügel. Wer jetzt denkt, dass die gute Frau verkloppt wird, der irrt sich. Der Hase läuft hier nämlich ganz anders: sie fordert die Männer heraus und lässt sie an sich ran, um ihnen dann richtig gepfeffert in die Testikel zu treten. Wer es 3 Minuten mit ihr ohne Aufgabe übersteht, bekommt den Jackpot Baby!
Der Film ist mit solchen kleinen Abstrusitäten durchzogen und vor allem der zur Observation abgestellte Polizist übt seinen Job dümmlich/witzig in besser Eddie Arndt-Manier aus, so dass er die eigentlich sehr ernste Szenerie angenehm auflockert.

Insgesamt hat mich der Film sehr gut unterhalten, da er wenig Längen hat und durch seine interessante Auflösung einen schönen Eindruck hinterlässt. Wer hier viel Trash erwartet, wird allerdings enttäuscht werden.
Das Bild ist wirklich super, nur gibt es leider keinen deutschen Ton. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die englische Synchronisation nicht mit unausblendbaren Untertiteln versehen wäre. Dies gilt übrigens auch für die italienische Originalsprachfassung, welche sich ebenfalls auf der DVD befindet.
Mein Exemplar des Films erschien in der "The X-Italo Giallo Series" als Nummer 16 bei X-Rated, hat ein wirklich bezauberndes Retrocover (Cover B) und wird in einer großen Hardbox (VHS-Hüllen nachempfundene Umverpackung) aufbewahrt. Allerdings existieren auch noch weitere deutsche Veröffentlichungen (Variantcover), sogar eine mit deutschem Ton im Double Feature mit "Der Schwanz des Skorpions"!
Wer gerne tiefer in die italienischen Filmwelt eintauchen möchte, sollte auf jeden Fall zu diesem gelungen Streifen greifen.

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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon Arkadin » 17. Jun 2010, 15:02

"Geheimnis der blutigen Lilie"? Unter dem Titel habe ich von dem Film noch nie gehört.
Aber, wie es der Zufall so will, habe ich den erst vor Kurzen unter dem Titel "Case of the Bloody Iris" gesehen und dazu auch etwas in meinem Blog geschrieben. Das "quote" ich hier einfach mal rein.

Am Sonntag war ein guter Freund zu Besuch. Als Hintergrundmusik beim Quatschen liefen die ganze Zeit über die beiden Sampler “Women in Lounge Vol. 1 & 2″ mit feinster Musik aus italienischen Filmen der 70er Jahren. Derartig in Stimmung gebracht, habe ich dann am Abend meine “Giallo”-Box von dem US-Label Blue Underground gegriffen, die schon seit einigen Jahren bei mir im Regal vor sich hinstaubt, und endlich den mir noch unbekannten “The Case Of the Bloody Iris” mit der unvergleichlichen, wunderschönen, anbetungswürdigen (hoffentlich liest meine Frau hier jetzt gerade nicht mit!) Edwige Fenech gesehen. Es war mal wieder schön. Schöne Musik von Bruno Niccolai, viel nackter Haut, eine Handvoll Morde und eine wunderbar abstruse, überkonstruierte Auflösung. Also alles was ein Giallo braucht. In meinem Herzen schien seit langer Zeit mal wieder die italienische Sonne und ich fühlte mich irgendwie “daheim”.
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon jogiwan » 5. Aug 2010, 16:38

hier der schöne Trailer der englischen Fassung unter dem Titel "The Case of the bloody Iris"

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon DrDjangoMD » 10. Dez 2011, 14:56

Handlung:
Als die Tänzerin Mizar (Carla Brait) in ihrem Appartement ermordet wurde, nutzen die wohnungssuchenden Models Jennifer (Edwige Fenech) und Marilyn (Paola Quattrini) die Chance und ziehen in die Behausung der Ermordeten ein. Während sich Jennifer mit dem Architekten des Hauses Andrea Barto (George Hilton) anfreundet, schließt Marilyn Bekanntschaften mit den restlichen Hausbewohnern; doch der Blutdurst des Mörders ist noch nicht gestillt…

Kritik:
„Das Geheimnis der blutigen Lilie“ ist ein unglaublich spannender, hervorragend besetzter, mitreißender Giallo, der sich von Seiten der Cast und Crew durch fast vollkommene Perfektion auszeichnet:
Giuliano Carnimeo verließ für diesen Film kurz mal sein geliebtes Western-Genre und zaubert zusammen mit seinem Kameramann Nr. 1 Stelvio Massi beunruhigende Bilder auf die Leinwand. Nicht selten fährt die Kamera in schwindelerregende Höhen, zoomt schnell in ein Detail hinein oder verwendet in engen Räumen die Totale, was einen klaustrophobisch surrealen Effekt hat. Ein Mario Bava am Gerät ist Massi zwar nicht, viele Zooms und Fahrten kommen ein wenig verwackelt herüber, aber ihre Wirkung verfehlen sie trotzdem nicht. Carnimeo hat dazu ein gutes Zeitgefühl und timed die aufregenden Szenen genau richtig, ihm und seinem Cutter ist es zu verdanken, dass wir dadurch in Szenen der Gefahr oder Mordszenen stets mit den Opfern mitfiebern können, was den Film, auch wenn er in Sachen Gore alles andere als übertreibt, hier und da ziemlich unter die Haut gehen lässt.
Bruno Nicolai steigert die schon vorhandene Spannung dann noch mit seiner herrlichen Musik (Mein Lieblings nicht-Goblin-Giallo-Thema! Ja ich weiß, dass Ennio Morricone auch welche gemacht hat) ins Unermessliche.
Das Team hinter der Kamera leistet also das Bestmögliche, doch es sind in diesem Film besonders die Schauspieler, die mir besonders aufgefallen sind, allen voran natürlich die hinreißende Edwige Fenech.
Edwige besitzt zwei Gottesgaben, die sie für die Hauptrolle in einem Giallo perfekt machen: Ihre Schönheit und ihr schauspielerisches Talent. Sie sieht umwerfend aus und da Giuliano Carnimeo Augen im Kopf hat, weiß er das und bringt uns ihre Göttlichkeit in diversen, nicht immer ganz jugendfreien Szenen, nahe. Doch davon mal abgesehen versteht sie es auch noch meisterhaft komplexe Rollen glaubhaft darzustellen. Ihre Jennifer ist eine Frau, die mal jung und dumm war und in dieser Zeit durchaus Fehler gemacht hat, der Subplot mit der Sekte zeigt dies deutlich, nun aber aus diesen Fehlern gelernt hat und welterfahrener wurde. Nicht, dass sie durch ihre Vergangenheit verbittert oder spießig wurde, aber sie hat sich Tugenden wie Vorsicht und Intelligenz angeeignet. Dadurch wirkt ihr Verhältnis mit George Hiltons Charakter auch ernst und glaubhaft auf uns, da wir überzeugt sind, dass Jennifer durchaus zwischen wahrer Liebe und flatterhaften Tändeleien unterscheiden kann. Wenn sie also Vertrauen zu dem Architekten zeigt, schieben wir es nicht auf ihre vor Liebe verblendete Wahrnehmung, sonder darauf, dass sie Grund hat, ihm zu vertrauen und das macht aus ihrem Verhältnis eine sehr glaubhafte, seriöse und zukunftsträchtige Romanze.
An George Hilton selbst gibt es natürlich auch wie immer nichts zu meckern, er ist charmant wie eh und je, versteht es aber in den richtigen Momenten auch unheimlich und zwielichtig zu erscheinen, so, dass wir einerseits seine Beziehung mit Edwige neidlos mit ansehen können, andererseits auch Angst vor ihm haben können, wenn es in die Szene passt.
Der Humor kommt diesmal weder von den Hauptpersonen noch von unwichtigen aber spaßigen Nebencharakteren, sondern von Seiten der Ermittler, gespielt von Giampiero Albertini und Franco Agostini. Die beiden verfügen als Kommissar und Assistent über eine tolle Chemie und halten den Spaßfaktor des Filmes sehr hoch, ohne dabei ins Alberne abzudriften (zugegeben, bei Agostini ist es schon ein wenig an der Grenze zum Klamauk). Besonders Giampiero Albertini spielt eine interessante und seriöse Figur. Sein Kommissar Erici begegnet uns zunächst als gutmütiger alternder Ermittler, komplett mit Briefmarkensammlung und Unzufriedenheit mit seinem schlecht bezahlten Beruf. Später jedoch, bei den Verhören zeigt er seine Dunkle Seite, wird ausfallen und sogar handgreiflich. Ähnlich wie George Hilton, kann er charmant/witzig wirken aber auch überzeugend bedrohliche Züge zeigen.
Das Drehbuch allein ist leider nicht so ausbalanciert. Der Sektensubplot verzieht sich ziemlich schnell ins Nichts und der Mordverdacht unter dem George Hilton steht kommt für mich etwas zu spät ins Spiel (zumal der Trailer es so aussehen ließ, als ob sich der ganze Film darum drehen würde). Andererseits versorgt uns das Drehbuch mit einer Fülle von zwielichtigen Charakteren die wir alle mit Freuden verdächtigen. Neben den üblichen Verdächtigen, den Hausbewohnern, bekommen wir auch eine Fülle kleinerer Minirollen, wie beispielsweise Luciano Pigozzis Nachtclubbesitzer, denen wir nicht ganz über den Weg trauen. Carnimeo schafft es dann noch zusätzlich Hilton und Albertini an Stellen und in einer Weise auftreten zu lassen, die wir eigentlich vom Killer erwartet hätten, wodurch selbst diese beiden Hauptpersonen nicht ganz koscher auf uns wirken. Dadurch gibt es genug Opfer, um den ganzen Film lang die Spannung aufrechtzuerhalten, es bleiben aber auch genug übrig, um auch die Auflösung nicht eindeutig zu machen. Das Motiv des Killers selbst entbehrt zwar wie meistens Logik, aber betrachtet man (haha, „betrachten“…das Motiv von „Labyrinth des Schreckens“ :lol: ) die Intentionen der Killer in Filmen wie „Labyrinth des Schreckens“ oder „Die Nacht der langen Messer“ sind diese in meinen Augen (haha, „meine Augen“…„Labyrinth des Schreckens“ :lol: :palm: ) noch viel unlogischer und schwerer zu glauben. Hat man also eine gewisse Erfahrung mit Gialli sollte man sich am Ende von „Das Geheimnis der blutigen Lilie“ nicht stören.
Fazit: Rundum gelungener Giallo, der durch durchgehende Spannung und eine bezaubernde Edwige Fenech, nebst einigen anderen hervorragenden Darstellern, hervorsticht. 10/10 :thup:
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon Paco » 10. Dez 2011, 15:07

Mein lieber DrDjangoMD,

deinen Wunsch, "Das Geheimnis der Blutigen Lilie" zu schauen, hast du aber flugs umgesetzt! Respekt, bei mir dauert es immer eine ganze Weile, bis das Fleisch dem Geist folgt (oder umgekehrt?).

Sehr schöne und persönliche Kritk auch, wenn ich das mal so sagen darf :thup:
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon DrDjangoMD » 10. Dez 2011, 15:57

Paco hat geschrieben:deinen Wunsch, "Das Geheimnis der Blutigen Lilie" zu schauen, hast du aber flugs umgesetzt! Respekt, bei mir dauert es immer eine ganze Weile, bis das Fleisch dem Geist folgt (oder umgekehrt?).

Sehr schöne und persönliche Kritk auch, wenn ich das mal so sagen darf :thup:


Vielen Dank für die Blumen :prost: Normalerweise schaffe ich es auch nicht alle Filme für die ich mich interessiere so schnell zu sehen, aber bei "Das Geheimnis der blutigen Lilie" war ich wirklich schon wahnsinnig gespannt!
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Re: Das Geheimnis der blutigen Lilie - Giuliano Carnimeo

Beitragvon untot » 10. Dez 2011, 18:01

Auch mir ist der in guter Erinnerung und gehört durchaus in die Oberliga der Gialli!

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