Blutige Seide - Mario Bava (1964)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

Moderator: jogiwan

Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon untot » 16. Sep 2010, 20:22

Auch ich halte blutige Seide für einen herausragenden Film, für mich persönlich zumindest ist er der Urvater der Gialli.
Ohne diesen Film würde Argento's Suspiria heute wohl nicht in dieser Form und Vollendung existieren, die Parallelen sind unübersehbar.

7/10
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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon buxtebrawler » 16. Sep 2010, 21:07

Onkel Joe hat geschrieben:Anolis bringt den Film nochmals in einer auf 750 stk. limitierten Hartbox auf den Markt.


Klasse - grad, wo ich mir die normale DVD geholt hab :roll: :D

Ist denn schon bekannt, wann? Und große oder kleine Hartbox? Welches Bonusmaterial?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon Onkel Joe » 16. Sep 2010, 21:11

Kleine Hartbox und soweit ich weiß ist es die selbe scheibe die es auch im Amaray von EMS gab.
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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon Santini » 16. Sep 2010, 21:48

Korrekt: Neuauflage der "einfachen" Fassung - ohne Bonus.


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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 24. Nov 2010, 16:05

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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 15. Jan 2011, 19:32

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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon jogiwan » 31. Okt 2011, 23:41

jogiwan hat geschrieben:Der Klassiker schlechthin und es ist schwer angesichts des Filmes nicht gleich mit Superlativen um sich zu werfen. Wer "Blutige Seide" guckt wird unweigerlich vom Giallo-Virus gefangen genommen und danach gibt es kein zurück mehr! Was hier an Farben auf den Zuseher hereinbrechen muß man einfach gesehen haben und die Geschichte über die Dekadenz der feinen Gesellschaft und deren Abgründe ist mehr als passabel. Highlights sind natürlich das ähm... "asiatische Model" Tao-Li und "Nicole - das eiskalte Stück!" :D Ganz, ganz und sowas von großartig!


11/10 - mindestestestens! :jogi:
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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon Adalmar » 1. Nov 2011, 00:16

"Natürlich Nicole - das eiskalte Stück!"

Dieses Zitat habe ich erst kürzlich einer Freundin von mir, die so heißt, selig grinsend erzählt.

Also, für diesen Film kann es nur 10/10 geben. 11/10 sind aber auch akzeptabel. :prost:

Wenn's jemanden interessiert, hier meine OFDb-Rezension:
http://www.ofdb.de/review/18142,366697,Blutige-Seide
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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 21. Jan 2012, 12:59

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Re: Blutige Seide - Mario Bava

Beitragvon DrDjangoMD » 28. Jan 2012, 09:42

Handlung:
Ein maskierter Mörder beginnt kaltblütig die Modellagentur von Christina Como (Eva Bartok) zu entvölkern. Doch keine Angst, denn Minnesota Clay und Yors Gefährte Pag sind da um den Tag zu retten…
(P.S. Wenn ihr den letzten Satz verstanden habt, habt ihr einen tollen Filmgeschmack)

Kritik:
Dieser Film, der gerne als der Grundstein des Giallo-Genres genannt wird, gemahnt von seinem Aufbau, zumindest anfangs, noch stark an einen klassischen Krimi und hätte nach der Story zu urteilen durchaus die Namen Edgar Wallace oder Francis Durbridge tragen können. Wir haben wie immer einen Anfangsmord, gefolgt von Ermittlungen, dann weitere Morde, gefolgt von noch mehr Ermittlungen, etc. Was dieses Meisterwerk jedoch von jedem Krimi, der vor ihm über Leinwände flimmerte unterscheidet, ist die grandiose Inszenierung des Mario Bava.
Neben unzähligen Kamerafahrten hat er hier eine Vorliebe für Halbtotalen, eine Einstellung, die sowohl eine Figur erkennen lässt, als auch den Raum, in dem sie sich befindet, in ganzer Größe zeigt, wodurch ein erschlagendes Gefühl unheimlicher Weite vermittelt wird. Daneben fällt natürlich seine markante Farbgebung auf, die aus knallig bunten Farben meist vor dunklen Hintergründen besteht. Dies macht den Film einerseits wunderschön anzusehen und gleichsam gruselig, denn durch einzelne in psychodelischer Kolorierung gehaltener Objekte im Vordergrund haben wir immer das Gefühl, dass im Dunkel dahinter irgendetwas lauern könnte, was wir nicht erkennen.
Die bunte Bühnenbeleuchtung verfolgt jedoch noch einen dritten Sinn und Zweck, nämlich den Film ein wenig zu verfremden. Das Licht ist unnatürlich und vermittelt glaubhaft den Eindruck, dass die Modellagentur, die es erhellt, nicht die Welt ist die wir kennen. Bava zeigt uns die Hauptschauplätze als eine andere Welt, eine Welt die wunderschön anzusehen ist, in deren Inneren jedoch Schreckliches lauern könnte.
Die einzelnen Figuren passen sich diesem Konzept an. Die Gruppe der Verdächtigen, Christina und die anwesenden Männer, bleiben den Großteil des Filmes, wie schon in der grandiosen Anfangsszene angedeutet wird, völlig steif und berechnend. Man hat das Gefühl, dass ihr Auftreten eine einzige Selbstinszenierung ist. Sie zeigen sich uns, wie sie sich zeigen wollen und nicht, wie sie wirklich sind. Wie bei der Ausleuchtung wissen wir nicht, was in ihrem Inneren schlummert. Das Macht die ganze Sache, obwohl das Motiv ziemlich einfallslos und die Identität des Killers recht zufällig erscheint, interessant anzusehen. Schauspielerisch sticht unter ihnen besonders Eva Bartok hervor, die genau weiß, wann sie kalt und emotionslos und wann sie das genaue Gegenteil sein muss und damit mit Abstand die überzeugenste und beeindruckenste Darstellerische Leistung des ganzen Filmes bietet.
Kalt und emotionslos wirken jedoch nicht nur die Verdächtigen sondern auch die Opfer des unbekannten Mörders, die Modells selbst. Diese haben höchstens ein bis zwei Charaktereigenschaften, sind allesamt ziemlich vergessenswürdige Persönlichkeiten, verhalten sich ausnahmslos dumm wie Bohnenstroh und sind scheinbar zu keinen richtigen zwischenmenschlichen Beziehungen fähig. Was schert es also das Publikum, ob irgendwer diesen seelenlosen Hüllen das letzte Bisschen Licht ausbläst? Nun, Bava stellt die Modells selbst fast schon wie Kunstwerke dar, nicht wie Menschen. Er übersieht ihre eindimensionalen Charaktere und versucht stattdessen durch Make-Up und Beleuchtung die Modells wie künstlerische Meisterwerke rüberkommen zu lassen. Die Verbrechen des Mörders wirken also wie ein Verbrechen gegen die Ästhetik überhaupt und sind genauso furchterregend anzusehen, wie wenn jemand mit Hammer und Meißel über Michelangelos „David“ herfallen würde.
Dieser Prämisse folgend tötet der Mörder die Modells nicht einfach, er zerstört sie. So zumindest die ersten drei, aber die anderen sind sowieso eine Ausnahme aus einen Grund, den ich nicht spoilern möchte. Ihr Tot involviert meist eine Verletzung des Gesichtes und geschieht erst nach elendiglich langen Kämpfen, die, auch wenn die Maske die Gräuel eines 80er Jahre Filmes noch nicht umzusetzen weiß, mehr als unter die Haut gehen. Gleichsam bringt Bava mit seiner Kameraführung und Beleuchtung soviel Ästhetik in diese Szenen, dass man hinsehen muss, auch wenn man nicht wollte.
Das Monstrum das für diese Taten verantwortlich ist, erscheint durch die weiße Maske noch emotionsloser als alle Figuren zusammen. Die Verkleidung zeichnet durch Nase und gröbere Merkmale deutlich ein menschliches Gesicht ab, verschleiert jedoch sämtliche Gefühlsregungen, wodurch der Mörder so seelenlos wie eine der Modepuppen wirkt, die ständig überall herumstehen. Diese selbst bilden auch sehr nette Requisiten, da sie menschlich genug wirken um den bedauernswerten Personen keine Privatsphäre zu gönnen und die Nähe etwas Unheimlichen vermitteln, jedoch nicht menschlich genug um sichere Geselligkeit anzudeuten. Ihre Ähnlichkeit mit dem Aussehen des Killers vermittelt auch eine erschreckende Omnipräsents des Mörders.
Durch die eigene Sphäre der Modewelt in der sich die Verdächtigen und die Modells befinden, muss ein möglicher Sympathieträger von außen kommen und hier befindet sich mein einziger Kritikpunkt, nämlich der Inspektor des Streifens. Das hier entstehende Genre des Giallo sollte die fähigsten Darsteller des italienischen Kinos als Ermittler haben, darunter Namen wie Anthony Steffen, Giuliano Gemma, George Hilton, Luigi Pistilli, George Martin, Enrico Maria Salerno, Max Van Sydow oder Giampiero Albertini. Hier, wo uns die anderen Figuren so kalt entgegentreten und ein guter Kommissar Wunder hätte wirken können, bekommen wir einen Typen namens Thomas Reiner, welcher recht unmotiviert und gelangweilt immer irgendwo herumsteht und sichtlich Mühe hat nicht mit dem Hintergrund eins zu werden. Wenigstens vergisst der Film dankenswerter Weise in den letzten zehn Minuten auf seine Figur und konzentriert sich, nachdem sie ihre Identität preis gegeben hat, auf die Person des Killers. Der einzige Schauspieler, der bei mir wirklich Sympathie auslöste war, vor den letzten zehn Minuten, in denen wir eine Charakteränderung einer Person bekommen, Franco Ressel, dessen Rolle dies vielleicht nicht verlangte, der es aber trotzdem konnte, weil er Franco Ressel und genial ist.
Fazit: Recht unterentwickelte Charaktere werden von Mario Bava mit seiner gekonnten Kameraführung und gewagter Farbgebung in eine Welt geholt, wo Selbstrepräsentation und Schönheit verherrschen, in der wir von niemanden Ehrlichkeit oder Vertrauen erwarten. Und in eben dieser Welt sehen wir uns mit einem unbekannten Mörder konfrontiert, der in erschreckender Weise zerbrechliche menschliche Kunstwerke vernichtet. 9/10
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