Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville (1970)

Moderator: jogiwan

Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville (1970)

Beitragvon Santini » 16. Okt 2011, 13:13

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Herstellungsland: Frankreich / Italien / 1970

Regie: Jean-Pierre Melville

Darsteller: Alain Delon, Bourvil, Gian Maria Volonté, Yves Montand u. A.

Story:

Vier Männer, deren Gesichter das Leben versteinert hat - ein Polizist und drei Gangster. Die drei schaffen den schier unglaublichen Coup. Aber der Bulle ist wie ein Teil ihrer selbst. Weder gut noch böse. Diese vier Männer werden aufeinandertreffen, als hätte das Schicksal für sie einen roten Kreis gezeichnet, in dessen Zentrum auf drei von ihnen der Tod wartet...
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon Ringo aka Angelface » 23. Okt 2011, 15:03

Melville war der Meister der düsteren französischen Gangsterfilme der 60er Jahre.
Auch im Le Cercle rouge herrscht diese Stimmung vor. Obwohl ein Farbfilm hat man stilistisch das Gefühl einen SW-Film zu sehen. Das Bild wird dominiert von Blau- und Grautönen, es ist meist dunkle Nacht. Die Kamera agiert als aktiver Beobachter, die Musik unterstützt die minimalistische Akustik. Es wird wenig gesprochen, die Gesten sagen alles.

Die Hauptrollen sind perfekt besetzt, Bourvil als verbissener Kommissar auf der Jagd nach dem Ausbrecher Volonte ist sehr überzeugend und entgegen seiner normalen Rollen gar nicht witzig. Delon als gerade aus der Haft entlassener Exgangster mit dem Plan zum perfekten Coup in der Tasche und Montand als alkoholkranker Exbulle ergeben das Kleeblatt, deren Schicksal untrennbar miteinander verwoben wird. Alle liefern eine perfekte Vorstellung ab und machen den Film zum Prototypen des Gangsterfilms.

Melville packt alle seine bevorzugten Themen nochmal in den Film - Freundschaft, Verrat, Gangsterehre, Schicksal, Mut, Betrug,Habgier, Einsamkeit und Tod.
Seine Welt ist kalt und grausam, seine Figuren getrieben von Habgier, Pflichterfüllung und Einsamkeit. Nicht umsonst weist der Polizeipräsident den Kommissar in einer Szene zurecht: "Alle Menschen sind Verbrecher!"
Langsam aber unaufhaltsam erzählt der Film seine Geschichte der vier Männer. Der Juwelierraub ist legendär und ein würdiger Nachfolger von Riffi.


Ein tolles Filmerlebnis und unbedingt zu empfehlen!!!!!! Kauft euch die Blu Ray und werdet glücklich!

10/10 von mir!!!
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon untot » 25. Okt 2011, 23:57

Hab den übrigens gehorsamst aufgezeichnet, wer nen Rip haben will PN...
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon untot » 16. Nov 2011, 16:24

Sehr gelungener Gangsterfilm, mit starken Darstellern!
Ich mochte die düstere, irgendwie trostlose Atmo, über Alain Delon, Andre Bourvil, Gian Maria Volonté und Yves Montand muss ich keine großen Worte verlieren, die sind alle eine Klasse für sich um so schöner sie hier zusammen zu sehen, die Story war toll, auch die ruhige Erzählweise liegt mir im Allgemeinen gut, aber hier war es mir stellenweise ein bisschen zu ruhig.
Der Film hat eine Lauflänge von ca. 2 Stunden und 13 Minuten, etwas kürzer hätte ihm meiner Meinung nach gut gestanden.

7,5/10
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon Nello Pazzafini » 25. Dez 2011, 22:08

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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon Onkel Joe » 26. Dez 2011, 12:38

Das war auch glaube ich der erste und einzige Film in dem der Vorname von Bourvil zu lesen ist ;) .
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon dr. freudstein » 30. Dez 2011, 02:51

Mich hat der Film absolut umgehauen, grandios :thup:
Hat zwar seine Längen, aber ansonsten mochte ich ja gar nicht auf die Stop Taste drücken um mal auf das Klo zu gehen - bitte erst fragen, bevor ihr euch auf mein Sofa setzt :oops:
Eines der besten Filme aller Zeiten :popcorn:
8,5/10 (Tendenz zu zu 9/10)
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon DrDjangoMD » 17. Feb 2012, 20:04

Die Höchstnote werde ich zwar nicht zücken, denn dafür fehlte mir bei den Charakteren ein wenig Hintergrundwissen und die beiden Hälften passten von der Stimmung her nicht ganz exakt aufeinander, vielleicht hätte es dem Film gut getan, wenn man die erste Hälfte stark geschnitten hätte, damit sie eindeutig als Einleitung daherkommt...Aber dennoch vermittelt der Film durchgehend nervenzerreißende Spannung und eine schön düstere Atmosphäre. Und wie immer muss natürlich neben den anderen Größen Gian Maria gelobt werden, der es hier schafft gleichsam bedrohlich und sympathisch sowie elegant und heruntergekommen zu wirken und das ist eine tolle Leistung. 8/10
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon Blap » 8. Mär 2012, 14:38

Ein großartiger Film! Wo bitte sollen sich da "Längen" eingeschlichen haben? "Vier im roten Kreis" ist ein Meisterwerk, intensiv, melancholisch, pessimistisch, grandios gefilmt und göttlich gespielt!

Leider liegt mir nur die alte DVD vor, die BD scheint mir in jeder Hinsicht die bessere Wahl zu sein, ergo wird nachgerüstet.
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Re: Vier im roten Kreis - Jean-Pierre Melville

Beitragvon sid.vicious » 5. Apr 2012, 09:46

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Alternativer Titel: Le Cercle rouge
Produktionsland: Frankreich, Italien
Produktion: Robert Dorfmann, Jacques Dorfmann
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Kamera: Henri Decaë
Schnitt: Marie-Sophie Dubus, Jean-Pierre Melville
Musik: Éric Demarsan
Länge: ca. 140 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Alain Delon: Corey
André Bourvil: Commissaire Mattei
Yves Montand: Jansen
Gian Maria Volonté: Vogel
François Périer: Santi
Paul Crauchet: Hehler
Pierre Collet: Gefängnisaufseher
André Ekyan: Rico


Corey erhält kurz vor dem Ende seiner 5jährigen Haftstrafe den Tipp eines Wärters hinsichtlich eines Diamantenraubs. Zur gleichen Zeit kann der Kriminelle, Vogel seinem Bewacher Commissaire Mattei entkommen. Als die beiden Männer sich durch einen Zufall treffen, planen sie den Diamantenraub gemeinsam durchzuführen.

Jean-Pierre Melvilles Film startet mit einer herrlichen Ruhe und geht mit Bedacht vor. Man fühlt sich nach den ersten zwei Minuten bereits sofort heimisch und genießt Melvills Werk in vollen Zügen. Gerade die ersten Situationen sind sehr intensiv dargestellt. Melville gelingt es den Zuschauer zum Teil dieser Situationen werden zu lassen. Kamera wie Schnitt wurden hierbei absolut überzeugend eingesetzt.

Weiterhin führt uns Melville bereits in der Anfangsphase in eine sehr depressiv wirkende und karge Landschaft. Diese birgt eine Verfolgungsjagd die von einer hervorragenden Musik begleitet wird. Einstellungen die bis in das kleinste Detail perfekt sind.

Das erste Aufeinandertreffen von Gian-Maria Volonte und Alain Delon ist ebenfalls lobend zu erwähnen. Auch hier bietet die Kamera Alles um die anfängliche Spannung zwischen den beiden Hauptdarstellern zu vermitteln. Neben diesen beiden exzellenten Darstellern wird dem Publikum zusätzlich ein brillanter Yves Montand in der Rolle des Ex-Polizisten Jansen geboten.

Schauspielerisch, wie auch Filmtechnisch bewegt sich „Le Cercle Rouge“ auf allerhöchsten Niveau. Ein Film der Werke mit einer ähnlichen Machart Lichtjahreweit hinter sich lässt.

„Sie kommen unschuldig auf die Welt, aber sie bleiben es nicht.“ so Commissaire Mattei.

Fazit. Ein Meilenstein des Kriminalfilms, der es schwer hat seines Gleichen zu finden, denn Melville macht hier Alles, aber auch wirklich Alles richtig. (Abgesehen, dass wohl Niemand in einem Kofferraums rauchen würde… Gian-Maria Volonte ist da wohl eine Ausnahme.)

Vier im roten Kreis bedeutet einfach gesagt: Spannung, Coolness, Perfektion und ein verdienter Gottstatus.

10/10
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