Martyrs - Pascal Laugier (2008)

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Martyrs - Pascal Laugier (2008)

Beitragvon Don Vito » 18. Mär 2010, 11:36

Blap hat geschrieben:Ich fand "Martyrs" -besonders die zweite Hälfte- sehr grausig. Das Ansehen bereitete mir mittelschwere Qualen. Sicher kein Film den ich mir gern erneut anschaue. Die Leistungen der Darsteller waren aber ohne Frage klasse.


Ja, die zweite Hälfte fand ich ebenfalls recht grausig, aber in einer anderen Bedeutung des Wortes :D Zu Beginn hat mir das noch recht gut gefallen, nur nachdem nach wenigen Minuten das Rachethema durch war fragte ich mich, was in der langen verbliebenen Laufzeit wohl noch passieren wird. Was kam war im Grunde nur noch stupider Tortureporn-Kram ohne weitere Handlung. Am Ende gab es dann ja noch den "genialen" Twist, bei dem ich mich am liebsten auf den Boden geschmissen hätte um vor lauter Lachkrampf mit den Händen auf dem Boden trommeln zu können. Für mich war der Film nach dem Erledigen der Peiniger nur noch ein einziger Murks. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich noch nie großen Spaß daran hatte mir anzusehen, wie Menschen sinnlos gefoltert und erniedrigt wurden ;)
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Re: High Tension - Alexandre Aja

Beitragvon jogiwan » 18. Mär 2010, 11:50

"Martyrs" würde sich halt gerne intellektueller verkaufen, als der Film unterm Strich eigentlich geworden ist. Mit derartiger Pseudo-Transzendenz-Story haben sich schon ganz andere Regisseure die Finger verbrannt. Außerdem hat das Märtyrertum mit der dürftigen Torture-Porn--Story ja eigentlich auch gar nix zu tun. Laut Wikipedia gilt hier folgende Definition:

Als Märtyrer in der weiteren Bedeutung bezeichnet man Personen, die nicht um ihres religiösen Bekenntnisses willen, sondern aufgrund einer andersartigen, zum Beispiel politischen, Überzeugung Verfolgung und Tod erleiden.


Einen unschuldigen Menschen willkürlich so lange zu quälen, bist der mehr tot als lebendig ist um ihn danach auf eine Nahtod-Erfahrungsreise für andere zu schicken, erfüllt ja meines Erachtens nicht unbedingt diese Kiste.

Für mich persönlich ist "Martyrs" einer der schlechtesten und auch ärgerlichsten Horrorfilme der Neuzeit, vor allem, weil er dem Zuschauer etwas vorgaukelt und im Grund nur völlig hanebüchen und substanzlos ist. Der Anfang ist gut, aber der Rest zielt einfach nur auf die niedrigen Instinkte des Menschen ab. Die Inszenierung ist solide und die Optik zweifellos gut gelungen, aber das hilft alles nix, wenn die Story einfach Mist ist. Außerdem gibt es mit "The Nameless" einen wesentlich spannenderen, durchdachteren und besseren Film mit einer ähnlichen Thematik und dem nahezu gleichen Plottwist am Ende.
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Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon Santini » 18. Mär 2010, 13:26

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Originaltitel: Martyrs

Herstellungsland: Frankreich / Kanada / 2008

Regie: Pascal Laugier

Darsteller: Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï, Catherine Bégin, Robert Toupin, Patricia Tulasne, Juliette Gosselin, Xavier Dolan-Tadros, Isabelle Chasse, Emilie Miskdjian u. A.

Story:

Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern. Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber keinerlei Anzeichen sexueller Gewalt. Das Mädchen wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Täter und Motiv bleiben im Dunkeln. 15 Jahre später klingelt es an der Tür einer vierköpfigen Familie. Als der Herr des Hauses öffnet, sieht er sich Julie gegenüber - und dem todbringenden Lauf eines Jagdgewehrs ...



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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon igore » 18. Mär 2010, 13:28

für mich eine der intensivsten kinoerfahrungen aller zeiten. als ich da ausm kino vom fff kam war ich echt völlig geplättet. guter film aber alles andere als einfach zu konsumieren. hab den zwar im regal sehen, aber so bald werd ich den nicht mehr reinlegen
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon Santini » 18. Mär 2010, 14:29

Don Vito hat geschrieben:Ja, die zweite Hälfte fand ich ebenfalls recht grausig, aber in einer anderen Bedeutung des Wortes :D Zu Beginn hat mir das noch recht gut gefallen, nur nachdem nach wenigen Minuten das Rachethema durch war fragte ich mich, was in der langen verbliebenen Laufzeit wohl noch passieren wird...

...Für mich war der Film nach dem Erledigen der Peiniger nur noch ein einziger Murks.



jogiwan hat geschrieben:"Martyrs" würde sich halt gerne intellektueller verkaufen, als der Film unterm Strich eigentlich geworden ist...


...vor allem, weil er dem Zuschauer etwas vorgaukelt und im Grund nur völlig hanebüchen und substanzlos ist...

...Die Inszenierung ist solide und die Optik zweifellos gut gelungen, aber das hilft alles nix, wenn die Story einfach Mist ist.



Ich möchte mich den Aussagen der beiden Herren anschließen.


Hier mal in Kurzform meine Meinung zu den folgenden Filmen:

High Tension: Ein (moderner) Klassiker des Terror-Films. Ich halte den Film für überaus gelungen.

Inside: Sauhart(!) und baut oftmals eine absolut bedrückende Atmosphäre auf, die dann aber zumindest tlw. dem Spladda weichen muß.
Béatrice Dalle spielt beängstigend intensiv & gut. Bei der ersten Sichtung des Films habe ich wohl so 2 bis 3 mal ins Sofa gebissen.

Frontier(s): Ist auch sehenswert, kann aber was Intensität angeht, z. B. Inside zu keiner Zeit das Wasser reichen. Im Grunde ist Frontier(s) "nur" eine wilde Aneinanderreihung von Filmzitaten.

Martyrs: Not my cup of tea. Es wurde hier ja schon gesagt: Nur Härte macht noch lange keinen interessanten oder guten Film aus. Mit Martyrs konnte ich nicht viel anfangen, und das was auf der Leinwand passiert ist, war mir irgendwann auch relativ wurscht. Ist sicher ein absoluter "love it or hate it"-Kandidat.
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon Blap » 18. Mär 2010, 16:07

Mein Kurzkommentar zu "Martyrs":

Martyrs

Frankreich 1971. Man findet die kleine Lucie zerschunden und völlig traumatisiert auf, das Mädchen war mehrere Monate lang verschwunden. Lucie spricht nicht über ihre Erlebnisse, es ist jedoch klar, dass sie nicht Opfer eines Sexualdeliktes wurde. Anna und Lucie freunden sich nach und nach an, die Zeit zieht ins Land...

...fünfzehn Jahre später steht Lucie (Mylène Jampanoï) vor der Tür einer vierköpfigen Familie. Mit einer Schrotflinte streckt sie die Eltern und deren Kinder brutal nieder. Anna (Morjana Alaoui) kommt später hinzu, will Lucie dabei helfen wieder zu klar zu werden und natürlich die Spuren verwischen. Doch es kommt alles völlig anders als erwartet, plötzlich tauchen Unbekannte auf...

Pascal Laugier lässt mit "Martyrs" sicher keine leichte Kost auf das geneigte Publikum los. Wer einen Horror-/Terrorfilm der "neuen Generation" erwartet könnte hier an der völlig verkehrten Adresse sein, vielleicht aber auch genau das Gesuchte finden! Hört sich widersprüchlich an? Ist es auch, ohne Zweifel. Zunächst kommt "Martyrs" als harter, blutiger Rachebrecher daher, verwandelt sich aber in der zweiten Hälfte in einen wirklichen Albtraum. Ein Albtraum der besonders in der letzten halben Stunde seine Wirkung nicht verfehlt. Ausgiebig, mit geradezu boshafter Langsamkeit foltert Laugier seinen Hauptcharakter und die Zuschauer. Was dann als Auflösung, Erklärung der Ereignisse präsentiert wird, mag mancher Filmfreund als kreativ empfinden, kommt mir jedoch eher wie eine Ausrede, ein Alibi für die vorherigen Grausamkeiten vor. Ich bin da ein wenig hin- und hergerissen.

Grosses Lob verdienen die beiden jungen Damen Morjana Alaoui und Mylène Jampanoï, die ich in der Zukunft gern häufiger sehen würde. Die übrigen Charaktere sind effektiv besetzt, schauspielerisch mag ich dem Film überhaupt nichts vorwerfen. Die Atmosphäre passt hier ebenfalls, besonders der zweite Teil macht die Kälte des Filmes nahezu greifbar. So ist "Martyrs" ein Film für neugierige Freunde intensiver Filmkost, sicher aber kein Freudengarant für altgediente Horror-/Mettgutfreunde -wie mich- und ganz sicher keine Empfehlung für eher zarte Gemüter. Unberührt wird dieser Film kaum einen seiner Zuschauer lassen. Ich kann mir in diesem Fall sehr gut die komplette Bandbreite zwischen totaler Ablehnung und grenzenloser Begeisterung vorstellen.

In Deutschland gibt es den Film uncut von Senator. Ich habe lieber zur Scheibe aus Österreich gegriffen. Die DVD von NSM ist kaum teurer, kommt aber im schicken DigiPak und mit Bonus-DVD.

Von meiner Seite gibt es 6/10 ...doch wie bereits geschrieben, halte ich bei "Martyrs" die gesamte Palette von Bewertungen für denkbar.


***


"Inside" habe ich seit einigen Monaten hier, traute mich bisher aber noch nicht ran. "Frontiers" wandert auf jeden Fall in die Sammlung, war mir bisher allerdings ein wenig zu teuer. Taugt die deutsche Synchro von "Frontiers"? Wenn nicht, dann kaufe ich mir lieber die günstige UK-Scheibe.
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon jogiwan » 18. Mär 2010, 17:47

Blap hat geschrieben:"Inside" habe ich seit einigen Monaten hier, traute mich bisher aber noch nicht ran. "


"Inside" fand ich eigentlich sehr schwach. Abgesehen von der wilden Story, gibts leider ein paar Sachen in dem Film, die ihm sehr die Glaubwürdigkeit rauben. Da will ich lieber nicht zuviel verraten, aber wie sich die Darsteller teilweise verhalten ist derartig daneben, dass man sich schon fragen muss, was sich die Drehbuchautoren dabei gedacht haben. Ansonsten sehr brutal, obwohl am Computer auch schon besser getrickst wurde. Das Finale ist ziemlich abgeschmackt, wird dich als Mettgut-Freund aber sicher nicht enttäuschen. Insgesamt würde ich aber nur ne 5 von 10 geben.

Von "Frontiers" kann ich dir auch die Ami-Scheibe empfehlen. DIe ist auch recht günstig und ich würde mir das Teil ohnehin in der mehrsprachigen Originalversion angucken... soviel geredet wird ja ohnehin nicht. Da braucht man keine deutsche Synchro. :)
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon Onkel Joe » 18. Mär 2010, 22:30

Blap hat geschrieben:"Inside" habe ich seit einigen Monaten hier, traute mich bisher aber noch nicht ran.


Nun Inside fand ich gut teilweise aber etwas zu heftig, manchmal habe ich gedacht ich seh net richtig :shock: bei den brocken die da durch die gegend fliegen.Von Martyrs habe ich die scheibe schon ewig liegen und da gehts mir so wir dir bei Inside, ich trau mich da net dran.Frontiers muss ich mir noch besorgen, der läuft mir denke ich net wirklich weg.
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon Blap » 18. Mär 2010, 22:50

Onkel Joe hat geschrieben:...bei den brocken die da durch die gegend fliegen...


Mit umherfliegenden Brocken habe ich kein Problem, Gesplatter ist ja lediglich Freude am Matschen. "Martyrs" ist allerdings -in der zweiten Hälfte- grausam und kalt, sowas macht mich fertig, das will ich nicht nochmal sehen.
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Re: Martyrs - Pascal Laugier

Beitragvon McBrewer » 18. Mär 2010, 23:40

Also mich hat ja der olle MARTYRS regelrecht umgehauen, entweder bin ich nun (noch) zu weich :oops: oder hab keine große Filmerfahrung 8-)
Wusste halt auch nicht auf was ich mich am Anfang beim sehen drauf eingelassen habe, daher war ich nach gut 90min. echt baff...nein, nicht nur das sonder auch ganz allein mit meinen Gedanken (ja, okay, ich bin echt zu "weich" :mrgreen: )

Ich spreche meine PUSSYhafte Filmempfehlung aus, werde aber selbst den Film nicht vor der Volljährigkeit meines Sohnes wieder ansehen (also noch gut 17Jahre hin).

Im Kreise der Martyrs-Inside-Französischen-Terror-ohne-Humor-Frontier(s)-Filme fehlt noch der unterschätzte Calvaire - Tortur des Wahnsinns ... weniger körperliche Gewalt, mehr geistige. Und mit ein paar sehr skurrilen Szenen...
Zuletzt geändert von McBrewer am 18. Mär 2010, 23:58, insgesamt 1-mal geändert.
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