Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon (1983)

Moderator: jogiwan

Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon (1983)

Beitragvon sid.vicious » 1. Mär 2012, 22:54

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Alternativer Titel: Le Battant
Produktionsland: Frankreich
Produktion: Alain Delon
Erscheinungsjahr: 1983
Regie: Robin Davis, Alain Delon
Drehbuch: Alain Delon, Christopher Frank
Kamera: Jean Tournier
Schnitt: Michel Lewin
Spezialeffekte:
Budget: ca.
Musik: Christian Dorisse
Länge: ca. 121 Minuten (französische Originalversion) Deutsche Version: ca. 94 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Alain Delon: Jacques Darnay
François Périer: Gino Ruggieri
Pierre Mondy: Kommissar Rouxel
Marie-Christine Descouard: Clarisse
Anne Parillaud: Nathalie
Andréa Ferréol: Sylviane Chabry
Michel Beaune: Pierre Mignot
Gérard Hérold: Sauvat
Jean-François Garreaud: Pradier



Jasque Darnay wird nach einem Diamantenraub verhaftet. Die gestohlenen Rohdiamanten konnte Darnay allerdings rechtzeitig verstecken. Nach seiner Entlassung ist Darney, nicht nur Kommissar Rouxel auf den Fersen auch einige Gangster haben es auf die Diamanten abgesehen. Als Darnays Freundin und sein bester Freund von den Gangstern getötet wird, nimmt Darney den Kampf auf.

Der Film entstand nach der Romanvorlage "Le battant" von André Caroff. Die Regie wurde von Robin Davis und Alain Delon gemeinsam durchgeführt.

„Der Kämpfer“ ist ein Bespiel dafür, wie schlampig in Deutschland mit Filmen umgegangen wird. Wichtige Handlungsstränge wurden aus Gründen der Zeitraffung entfernt. Handlungsstränge die im Prinzip unverzichtbar sind. Demnach ein Lob an die deutsche DVD Veröffentlichung, welche die deutsche Version wie auch die ungeschnittene französische Version (die sich mit deutschen Untertiteln versehen lässt) beherbergt.

Genug der Vorrede, gehen wir lieber auf den Film ein. „Der Kämpfer“ bietet eine Mischung aus einem sehr ruhigen, aber auch sehr unberechenbaren Kino. Gerade der Charakter Jasque Darnay trägt zu diesem Prinzip sehr viel bei. Darnay zeichnet sich durch Taktieren, durch Kälte und die angesprochene Unberechenbarkeit aus. Ein Mensch der Niemanden zu trauen vermag und der zu seinem Selbstschutz stets symbolisch den Finger am Abzug hat. Pierre Mondy der die Rolle des Kommissar Rouxel präsentiert bringt ein gewisses Maigret-Feeling ein. Eine Tatsache die selbst Delon zum Ende des Films mit leichtem Sarkasmus an Rouxel weitergibt.

Die Rolle des Gangsters Sauvat wird von Gérard Hérold gespielt, dessen Gesicht mit auf Anhieb bekannt vorkam. Zu meinem Bedauern muss ich leicht verschämt mitteilen, dass dieser Flashback weniger auf „Pour la peau d'un flic“, sondern auf seinen Auftritt in der Lindenstraße (der Vater von Dominique) bezogen ist. Na ja, irgendeine Leiche hat wohl jeder im Keller.

Delons weibliche Unterstützung Anne Parillaud in der Rolle der Nathalie sollte eigentlich jeder Freund des europäischen Kinos mit einem gewissen Film von Luc Besson in Verbindung bringen, der auch ein US Remake erhielt. Der brave zum Beschützen animierende Charakter Nathalie, bringt selbst Darnay zu einer leichten Sinneswandlung was das Vertrauen zu anderen Menschen anbelangt. Unterstrichen sei das Wort „Leicht“, denn Jasque Darnay ist ein Einzelkämpfer der sich nicht auf andere verlassen darf. Diesen Part des Einzelkämpfers gibt Delon in sehr guter Weise. Man ist nie auf sein Handeln vorbereitet, man ahnt es aber trotzdem bestimmt Delon den Zeitpunkt stets selber.

Was dem Film weiterhin sehr gut tut ist die Musik von Christian Dorisse. Herrliche beruhigende Klänge zu einer eher unberuhigenden Situation. Das Gesamte wurde ansprechend gefilmt und man sieht gern auf den Bildschirm.

Fazit: Ein intelligenter französischer Kriminalfilm, der sich zwar nicht mit Werken von Melville oder Truffaut messen lässt, aber dennoch Gutes zu präsentieren weiß.

8/10
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Re: Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon

Beitragvon Nello Pazzafini » 1. Mär 2012, 23:58

Ein weiterer wunderschöner Delon, kann man nichts hinzufügen, ganz tolle phase und bei dem film echt toll unterstützend der Score!

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Re: Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 19. Sep 2014, 21:08

Ein weiterer Film aus meinem Video 2000-Keller-Fundus, der nun langsam zur Neige geht. Wird Zeit, dass ich mich um Nachschub kümmere.

Typisches - Alain Delon - 80er - Star Vehikel. Damals ging mir sowas komplett am Hintern vorbei, war ich auch noch sehr Horror- und Splatter-orientiert.
Heute kann ich mir dergleichen gut antun, der Horizont hat sich glücklicherweise erheblich erweitert.
Trotzdem werde ich hier nicht wirklich glücklich. Die erste Hälfte gestaltete sich als spannender, wenn auch relativ vorhersehbarer Krimi. Der zweite Teil flachte subjektiv ein wenig ab. Auch nahm ich dem Protagonisten übel, dass er sich nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin sofort in den Schoß bzw. die Muschi einer anderen flüchtete. Sowas ist schlechter Stil.
Ne, mal ernsthaft. Das dort transportierte Frauenbild stößt mir ein wenig auf. Frau gehört sich selbst und sonst niemand! Ende meiner feministischen Ausführungen ...

So bleibt unterm Strich ein akzeptabler französischer Kriminalfilm, der allerdings zu glatt und viel zu wenig exploitativ ist, um mein Herz ernsthaft zu erwärmen.
Frappierend allerdings der Laufzeitunterschied von OF zu DF. :o Da mir jedoch nur die blöde DF vorlag, bezieht sich meine Kritik selbstverständlich auf diese.

6/10
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Re: Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon

Beitragvon sergio petroni » 26. Jun 2017, 05:59

Jacques Darnay (Delon) kommt nach acht Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis.
Der ihm vorgeworfene Diamantenraub konnte nie ganz aufgeklärt werden,
die Klunker sind bis heute verschwunden. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten.
Seine alten Bekannten Mignot und Clarisse werden unter Druck gesetzt.
Darnay versucht herauszufinden, wer ihm zusetzt. Doch dann gibt es das erste Opfer
und Darnay sieht für sich nur eine Chance: Schneller als die anderen zu sein....

Dieser gut zweistündige Gangsterthriller ist ruhig erzählt. Hierzu paßt der
unaufgeregte Soundtrack, mal Synthiesound, mal Klaviermusik. Das ganz auf
Delon zugeschnittene Vehikel verzichtet auf Klamauk und Übertreibungen. Und
das steht dem Film gut zu Gesicht. Schön auch, daß der Zuschauer über verschiedene
Aspekte der Story im Unklaren gelassen wird. Mit der Wahrheit wird hier sehr
flexibel umgesprungen.

Delons damalige Lebenspartnerin Anne Parillaud hat die Rolle von Nathalie inne,
Parnays Freundin, die hier mehr darf als nur ab und zu blankziehen. Dennoch verstehe ich
Farfallas Einwand bezüglich des vermittelten Frauenbildes. Wobei andere Delon-Streifen aus
dieser Zeit in dieser Frage wesentlich rücksichtsloser sind.

Warum für den deustchen Markt um eine halbe Stunde "gestrafft" werden mußte,
bleibt mir ein Rätsel. Auch mit über zwei Stunden bleibt "Der Kämpfer" eine runde
Sache und wird nie langweilig. Bislang für mich der beste Film aus der "Alain-Delon-Collection 2".
7,5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Der Kämpfer - Robin Davis, Alain Delon

Beitragvon Arkadin » 30. Jan 2018, 11:46

Alain Delon gibt einen Diamentendieb, der nach fast 10 Jahren aus dem Knast kommt und nun von der Polizei und sinisteren Dunkelmännern verfolgt wird, die alle wissen wollen, wo die Diamanten aus dem letzten Raub geblieben sind. Das ist der Grundplot. Hauptsächlich geht es Produzent, Regisseur, Hauptdarsteller Delon darum, den schönen Alain als harten, unwiderstehlichen und allen überlegenen Supertypen zu inszenieren. Der schlägt und ballert sich dann auch durch die nur scheinbar komplexe Handlung und die Frauen fliegen auf ihn. Überhaupt mal wieder das Frauenbild. Die tolle Anne "Nikita" Parillaud (mehr splitterfasernackt als angezogen) ist hier die Gespielin (Spielzeug) eines schleimigen, älteren Ex-Gangsters, der sie auch mal eben - zu dessen Entspannung - zu Delon ins Bett legt. Und sie findet nichts dabei und verliebt sich natürlich gleich in Delon. Ich weiß nicht, da sträubt sich mir doch so einiges. Die Handlung ist recht vorhersehbar. Wer hinter den Schattenmännern steht ist klar, sobald die Figur das erste Mal die Leinwand betritt. Auch wirkt manches etwas löcherig. Unterhaltsam ist die Sause schon, aber irgendwie springt der Funke nicht über.
Früher war mehr Lametta
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