The Bay of Blood: DVD und Blu-Ray-Reviews

Euer Filmtagebuch, Kommentare zu Filmen, Reviews

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Re: DVD-Reviews und Tipps für alle Europloitation-Freaks

Beitragvon firetrain » 14. Sep 2010, 03:46

ugo-piazza hat geschrieben:
Da hast du mich ja zutiefst irritiert, mit deiner Aussage, dass keine englischen UT drauf seien, auf den NoShame-Discs, bis ich gemerkt hab, dass es um die italienischen Scheibletten geht. Ich hab nämlich die 3-Disc mit englischem Ton und Untertiteln und Soundtrack, vor ein paar Monaten für 20 € bekommen...


Hi ugo-piazza,

20 Euro? Wow, das ist ja unglaublich billig. Unter 50 Euro habe ich das Teil noch nicht gesehen (abgesehen von amazon.com)!
Zuletzt geändert von firetrain am 21. Sep 2010, 23:32, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: DVD-Reviews und Tipps für alle Europloitation-Freaks

Beitragvon Blap » 14. Sep 2010, 09:46

Die Box war 2009 noch für 20-25€ zu bekommen. Die Zeiten sind vorbei, doch auch die inzwischen fälligen 40 Taler sind ein fairer Preis!
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Re: DVD-Reviews und Tipps für alle Europloitation-Freaks

Beitragvon ugo-piazza » 14. Sep 2010, 12:32

firetrain hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:
Da hast du mich ja zutiefst irritiert, mit deiner Aussage, dass keine englischen UT drauf seien, auf den NoShame-Discs, bis ich gemerkt hab, dass es um die italienischen Scheibletten geht. Ich hab nämlich die 3-Disc mit englischem Ton und Untertiteln und Soundtrack, vor ein paar Monaten für 20 € bekommen...


Hi ugo-piazza,

20 Euro? Wow, das ist ja unglaublich billig. Unter 50 Euro habe ich das Teil noch nicht gesehen (abgesehen von amazon.com)!


Indeed! Hat mich auch sehr gefreut. ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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DEEP RED (Blu-Ray-Review)

Beitragvon firetrain » 1. Nov 2010, 04:34

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Review folgt (wahrscheinlich am 03.Januar '11)
Zuletzt geändert von firetrain am 14. Dez 2010, 00:47, insgesamt 10-mal geändert.
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INFERNO (Blu-Ray-Review)

Beitragvon firetrain » 29. Nov 2010, 00:23

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Bild: 9/10
Ton: 8/10
Extras: 10/10
Film: 9/10
Fazit: 9/10

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Für die brilliante Farbfotografie war unter anderem Mario Bava zuständig

Bild/Tonqualität:

Bei den unzähligen Reviews die ich über Dario Argentos INFERNO-BD gelesen habe, fiel mir gerade auf den US-Seiten auf, das dort eine fast schon hysterische Diskussion stattfindet, was die HD-Restaurationstechniken betrifft. Stichwort dabei vor allem: DNR (Digital Noise Reduction), das bei den Restaurationen vor allem dafür zuständig ist, das Grieseln (= Grain) zu beseitigen. Wenn man diese Technik jedoch zu intensiv einsetzt, bekommen zum Beispiel menschliche Gesichter einen etwas wächsernen Ausdruck. Dazu kommt, das manche Details des Films regelrecht verloren gehen, weil durch das intensive Einsetzen eines DNR-Filters ganz einfach mehr "ausradiert" wird als nur das Grieseln. Auch Farben können sich gegebenenfalls leicht verändern. Scheinbar vergessen manche Filmlabel, das es Regisseure gibt, die ihrem Film absichtlich ein gewisses Maß an Grieseln beim Dreh verpassen. Doch es geht auch anders! Beispiel: die DJANGO-BD-Fassung von BLUE UNDERGROUND. Dort ist ein leichtes Grieseln intakt - und dennoch ist das Bild gestochen scharf und einfach fantastisch anzuschauen. Review zu DJANGO folgt!

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Irene Miracle in Nöten!

Und auch bei INFERNO gibt es die verschiedensten Meinungen zum Thema Bildqualität. Mir fallen solche Veränderungen wie Farbunterschiede jedenfalls nicht so sehr auf, denn ich habe einen relativ kleinen HD-Fernseher, während auf einem riesigen Plasmamonitor die Folgen der DNR-Technik deutlich stärker zu sehen sein sollen. Ich denke mal, daß zumindest Experten diese Unterschiede sofort erkennen.

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Die wundervolle Ania Pieroni als Mater Lachrymarum

Als ich die BD von INFERNO das erste Mal in den Player schmiss und die ersten fünf Minuten vorbei waren, glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können - Teufel, was sind das für fantastische Farben! Sorgte schon SUSPIRIA auf BD mit seinem brillianten und satten Farbton für ein intensives Augenreiben, so ist die Farbenpracht in INFERNO mindestens genauso traumhaft. Das sogenannte 1080p-HD-Mastering des 1,85:1-Bildformats hat auch das meiste Grieseln beseitigt und wirkt dennoch sehr natürlich. Wirklich beeindruckend ist jedoch vor allem auch die erstaunliche Tiefe des Bildes, die man eben mit einer Standard-DVD so niemals erreichen kann! Kann sein das manche Details in den rabenschwarzen Segmenten verloren gegangen sind, doch dafür sieht man vieles, was vorher eben nicht zu sehen war, denn bei Nahaufnahmen von Gesichtern kann man Poren, Schweissperlen, Falten und einzelne Haare zählen - so gestochen scharf ist das Bild in diesen Momenten.

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Irene Miracle kurz vor dem Tauchgang

Absolut unglaublich ist jedoch die Unterwassersequenz, denn obwohl ich INFERNO schon so oft gesehen habe, ist diese Szene jetzt wirklich atemberaubend - dafür sorgt unter anderem auch die tolle Tonqualität, die einem beinahe das Gefühl vermittelt, man wäre dort selbst unter Wasser. Und alles ist klar und deutlich zu erkennen, was besonders die verweste Leiche umso unheimlicher wirken lässt... :shock: Für einen 30 Jahre alten Film klingt der Sound wirklich enorm wuchtig und intensiv, während die Dialoge sehr schön verständlich abgemixt wurden - man sollte jedoch verständnisvolle Nachbarn haben! :mrgreen: Schade, das nicht Goblin für den Score sorgten, denn mit Keith Emersons Mucke kann ich nicht viel anfangen. Dieser künstliche Sound war 1980 auch der Startschuß für die vielen Plastik-Scores der folgenden Jahre.

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Leigh McCloskey und Daria Nicolodi

Extras:

Wie so oft beim Label ARROW VIDEO ist das Bonusmaterial genauso unglaublich wie die Bild/Tonqualität: Vorwort und Interview von/mit Daria Nicolodi, weitere Interviews mit Dario Argento, Luigi Cozzi, Irene Miracle usw. Eine Dokumentation über Dario Argentos Karriere mit John Carpenter und George Romero, eine Trailergalerie und natürlich vier verschiedene Artworkmöglichkeiten, sechs Postkarten, ein doppelseitiges Filmposter und ein informatives Booklet von Argento-Fachmann Alan Jones!

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Film:

Kennt den Film eigentlich jemand nicht??? Kann ich mir nicht vorstellen, doch eine kleine Inhaltsangabe kann nicht schaden...

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Nach dem weltweiten Erfolg von Dario Argentos Kultschocker SUSPIRIA (1977), wollten 20TH CENTURY FOX im Jahre 1979 unbedingt eine Fortsetzung mit ähnlichem Inhalt in die Kinos bringen. Argento flog darauf von Rom nach New York - und erkrankte schwer an Hepatitis. Im Krankenhausbett schrieb er dann das Skript zu INFERNO und liess sich dabei von seinen Blicken aus dem Fenster des Hospitals stark beeinflussen - vor allem nachts...
Die Amis wollten natürlich mindestens einen amerikanischen Darsteller in der Hauptrolle sehen (in Dario Argentos Tier-Trilogie spielen ebenfalls jeweils Amis eine wichtige Rolle), und schliesslich einigte man sich auf Leigh McCloskey, der auch eine solide Darstellung ablieferte. Die weibliche Hauptrolle bekam die wundervolle Irene Miracle (die man aus Aldo Lados Rape-and-Revenge-Schocker NIGHT TRAIN MURDERS kennen kann), die wie Argento bei den Dreharbeiten sehr krank war - ihre ausfallenden Haare mussten deshalb durch künstliches Haar ersetzt werden!
Sie spielt die Poetin Rose, die in New York in einem Antiquitätenshop das Buch The three Mothers entdeckt. Es handelt von den sogenannten drei Müttern - Hexen, deren Bauwerke in Freiburg (SUSPIRIA), Rom (die Gurke THE MOTHERS OF TEARS :x ) und New York (INFERNO) stehen. Darauf schreibt Rose ihrem Bruder Mark (Leigh McCloskey), der als Musikstudent in Rom lebt, einen Brief, in dem sie ihn bittet, sie in New York zu besuchen. Doch Mark bekommt noch im Musiksaal "Besuch" von Mater Lachrymarum (= die bildschöne Ania Pieroni, die auch in Argentos TENEBRAE und Lucio Fulcis THE HOUSE BY THE CEMETERY mitspielt), die ihn vom Lesen des Briefes ablenkt. Rose' Brief fällt darauf Marks Studienkollegin Sara in die Hände, die sich schliesslich selbst auf die Suche nach dem geheimnisvollen Buch macht...

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Das Hexenhaus

Bei den Dreharbeiten war Dario Argento so stark erkrankt, das er teilweise im Liegen Regie führte! In Interviews erzählt er deshalb oft, das INFERNO die problematischsten Dreharbeiten seines Lebens waren. Doch abgesehen von seiner und Irene Miracles Erkrankung, gab es noch mehrere "Unglücksfälle" - ein Beispiel: für den Dreh in New York orderte Argento grosse Ratten aus dem Ausland, die sich prompt mit den New Yorker Ratten paarten und die ohnehin bestehende Rattenplage somit noch verstärkten! :shock:
Und als Dario Argento den fertigen Film den hohen Bossen von 20TH CENTURY FOX vorführte, waren diese geschockt und lehnten es ab, INFERNO in die Kinos zu bringen! Es dauerte ganze sechs Jahre, bis INFERNO in den USA schliesslich wenigstens auf Video veröffentlicht wurde. In England dagegen wurde INFERNO auf die Video Nasty-Liste gesetzt. Warum? Weil es eine Szene gab, in der eine Katze auf einer Maus rumkaute!!! :mrgreen: Ach ja, die Briten... Das Label ARROW VIDEO musste lange darum kämpfen um diese Szene in dem Film drinlassen zu können. Ich verstehe das nicht ganz, denn dann müssten ja auch sämtliche Tierdokumentarfilme verboten werden, in denen solche (harmlosen) Freßszenen enthalten sind!

Die "Handschuhszenen" zeigen übrigens Argentos Hände - genau wie in seinen Gialli THE BIRD WITH THE CRYSTAL PLUMAGE, THE CAT O'NINE TAILS, FOUR FLIES ON GREY VELVET und TENEBRE.

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Auch Dario Argentos ehemals liebste Freundin Daria Nicolodi taucht in der zweiten Hälfe des Films noch auf, und man bemerkt, daß die eingeführten Charaktere sehr schnell den Löffel reichen dürfen - Ausnahmen gibt es natürlich schon, doch ich möchte natürlich nicht zu viel verraten! Daria Nicolodi schrieb übrigens auch am Skript noch fleissig mit und half Dario Argento damit ungemein, weil er eben sehr mit seiner Hepatitis zu kämpfen hatte.
Für Mario Bava dagegen, der für einige Spezialeffekte und die brilliante Farbfotografie sorgte, war dies seine letzte Arbeit kurz vor seinen Tod... :(
Auf jeden Fall ist die Entstehungsgeschichte von INFERNO sehr interessant, die man in den Extras bestens nachvollziehen kann. Das Label ARROW VIDEO liefert da wirklich eine tolle Arbeit!

Fazit: Wundervoller Film in Spitzenqualität! :thup:

P.S. Ich habe gelesen, daß CAMERA OBSCURA denselben Transfer auf ihre Blu-Ray packen als ARROW VIDEO. Und auch die im März '11 erscheinende BLUE UNDERGROUND-BD soll diesen Transfer beinhalten... Ohne Gewähr! Kaufen tu' ich mir natürlich alle!!! :mrgreen:

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CAMERA OBSCURA

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BLUE UNDERGROUND
Zuletzt geändert von firetrain am 29. Nov 2010, 17:05, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: The Bay of Blood: DVD und Blu-Ray-Reviews

Beitragvon dr. freudstein » 29. Nov 2010, 13:12

:thup:
So, mein 0,5l Pott Kaffee ist alle nach dem Durchlesen dieses Reviews mit vielen technischen Details :D
Wie immer, sehr informativ, auch rund um den Film und die verschiedenen Fassungen.

Firetrain, bleib uns lange erhalten :prost:

DANKE!!!
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Re: The Bay of Blood: DVD und Blu-Ray-Reviews

Beitragvon firetrain » 14. Dez 2010, 00:46

PHANTASM / DAS BÖSE (ANCHOR BAY-DVD-REVIEW)


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Bild: 9/10
Ton: 9/10
Extras: 10/10
Film: 10/10
Fazit: 10/10

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PHANTASM sah ich in den frühen '80ern das erste Mal, und bis heute hat das Debüt des damals erst 23jährigen Don Coscarelli nichts von seiner Magie verloren - definitiv ein Kultfilm, den man nochmal und nochmal schauen kann, ohne sich auch nur eine Sekunde lang zu langweilen. PHANTASM berstet vor Fantasie, surrealen Momenten, Ideenreichtum, Humor und alptraumhaften Szenerien. Und man muss wissen, das PHANTASM eigentlich ein Amateurfilm ist: Don Coscarelli filmte nur an Wochenenden, weil seine Freunde (wie zum Beispiel manche der Laiendarsteller) sonst ganz einfach keine Zeit gehabt hätten. Das bißchen Geld für den Dreh bekam Coscarelli übrigens von seinem Vater und Paul Pepperman, die beide grosses Vertrauen in ihm hatten - und damit sollten sie mehr als recht behalten! Wenn ich mir jetzt die ANCHOR BAY-Fassung anschaue, frage ich mich, wie Coscarelli es schaffen konnte so eine irrwitzig intensive Atmosphäre zu inszenieren. Dazu braucht man jedenfalls sehr viel Talent, denn PHANTASM ist ein unglaublich fantastisches Zusammenspiel von Musik (das Hauptthema schien Fabio Frizzi übrigens sehr gefallen zu haben, denn es erinnert stark an Lucio Fulcis CITY OF THE LIVING DEAD), Soundeffekten (die grandios eingesetzt wurden und wirklich fett klingen - zum Beispiel bei den Schüssen), Farbgestaltung (Mario Bava lässt grüssen) und Fotografie. Dazu kam, das Hauptdarsteller Michael Baldwin eine absolute Glanzleistung ablieferte - bei Drehbeginn war er gerade mal 12 Jahre alt! So einen realistischen und plastischen Teeniecharakter habe ich wirklich nur selten zu Gesicht bekommen - und das alles ohne die geringsten Schauspielkenntnisse!

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Das Skript schrieb Regisseur Don Coscarelli übrigens in einer einsam gelegenen Hütte in einem finsteren Wald - heraus kam eine atemberaubende Geisterbahnfahrt voller verrückter Ideen wie zum Beispiel die unheimlichen und mit Kutten vermummten Sklavenzwerge, die nicht aus STAR WARS geklaut wurden, denn beim Beginn der Dreharbeiten (= 1976) zu PHANTASM gab es George Lucas' Sci-Fi-Märchen noch gar nicht. Dann zum Beispiel die abgeschlagenen Finger des Tall Man, die sich in aggressive Insekten verwandeln und höchst unangenehm werden können. Und natürlich vor allem die fliegenden, tödlichen Silberkugeln, die einem jedes Mal aufs neue einen Schreck einjagen können!

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Was für eine coole Idee! :idea: :idea: :idea:

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Kult um PHANTASM hat auch Angus Scrimm, der den unheimlichen Tall Man mimt... Selten habe ich einen so unheimlichen Bösewicht in einem Horrorfilm gesehen. Seine Darstellung des Tall Man ist einfach fantastisch! Als Kind musste ich jedesmal, wenn ich mir den Streifen reingezogen hatte, erstmal in den Schrank schauen, ob der Tall Man vielleicht auch mich holen möchte... :shock:

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Zu Beginn des Films sehen wir den 12jährigen Teenie Mike (Michael Baldwin), der mit seinem älteren Bruder Jody (Bill Thornbury) zusammenlebt. Durch einen schrecklichen Autounfall verloren die beiden ihre Eltern. Als Mike eines Tages über den Friedhof schleicht, entdeckt er den Tall Man, der mit Särgen hantiert und anscheinend Tote heimlich verschwinden lassen möchte. Mike folgt dem Mann in das Mausoleum und wird beinahe von einer fliegenden Kugel (siehe Foto oben) verletzt, die so etwas wie die Wächter des Tall Mans sind.
Sein Bruder Jody kann das natürlich nicht glauben, doch nachdem er von einem der Kuttenzwerge angegriffen wird, greift er zur Knarre und begibt sich schliesslich selbst in das Mausoleum...

Don Coscarellis "Glück" war unter anderem die Erlaubnis auf einem echten Friedhof und in einem realen Mausoleum filmen zu können, denn gerade diese Szenen sind wirklich atemberaubend inszeniert worden. Ebenfalls sehr gelungen sind die Charakterzeichnungen, denn besonders die Handlungen von Mike, der ja seine Eltern auf tragische Weise verlor, kann man voll und ganz nachvollziehen. In den meisten vergleichbaren Horrorstreifen sind die Teenies dagegen oft eindimensional und ohne jede Tiefe.
Die Stadt in PHANTASM ist wie ein eigenes Universum mit seinen eigenen (und teilweise surrealen) Regeln - da wären Mikes Zuhause, der Friedhof, das Mausoleum und einige schräge Figuren wie zum Beispiel der Icecream Man (Reggie Bannister), der ein Freund von Jody ist und den beiden Brüdern schliesslich zur Seite steht.

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Die ANCHOR BAY-Fassung von 2007 ist einfach umwerfend, denn so eine tolle Bildqualität ist bei einem so kleinen Ultra-Low-Budget-Streifen wirklich kaum noch zu glauben! Das Bild ist gestochen scharf, komplett von Siff, Staub und Kratzern befreit - und ein leichtes Grieseln ist intakt, was darauf schliessen lässt, das eben nicht bis zum Umfallen mit DNR-Filtern nachgeholfen wurde. Das Bild ist wirklich völlig natürlich und alles andere als künstlich, während das Schwarz tief und die Farben satt sind. Natürlich ist diese Fassung ungeschnitten und das Bildformat korrekt (1,85:1). Einfach fantastisch!
Nicht zu vergessen die unglaubliche Anzahl an Extras wie mehrere Interviews, alternative Szenen, Dreharbeitenmaterial usw.

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Fazit: für mich zählt PHANTASM zu den 10 besten Filmen der Phantastik und des Sci-Fi-Horrors, die jemals gedreht wurden. Es ist einer der Schlüsselfilme, die mich erst zu einem Kultfilmfreak gemacht haben. Und noch heute (knapp 30 Jahre nach dem ersten Anschauen von PHANTASM) sehe ich mir immer noch am liebsten coole Streifen wie eben PHANTASM an - fernab vom Hollywoodschund und CGI-Effekten. Man sollte Don Coscarelli und seinem Debüt ein Denkmal setzen - verdient wäre es in jedem Fall! :thup:

Zuletzt geändert von firetrain am 14. Dez 2010, 18:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: The Bay of Blood: DVD und Blu-Ray-Reviews

Beitragvon firetrain » 14. Dez 2010, 05:44

THE TOOLBOX MURDERS (BLUE UNDERGROUND-BD-REVIEW)


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Bild: 9/10
Ton: 7/10
Extras: 7/10
Film: 8/10
Fazit: 8/10

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Kannte ich THE TOOLBOX MURDERS bisher nur als abgedunkelte, geschnittene VHS-Fassung, muss ich nach dem Anschauen der komplett ungeschnittenen und exzellent restaurierten BLUE UNDERGROUND-BD sagen: Wow! Was für ein fieses Stück Exploitationkino...

THE TOOLBOX MURDERS gehörte in Grossbritannien zu den sogenannten Video-Nasties - damals schob man alle Formen von Jugendgewalt den bösen Filmen in die Schuhe, weil diese "Ausrede" gerade recht kam, denn so konnten die Politiker davon ablenken, was sie alles falsch gemacht hatten im Laufe der Jahre.
TOOLBOX ist jedoch kein endloses Gemetzel, sondern teilt sich in 3 Abschnitte auf: in den ersten 30 Minuten des Films sehen wir den vermummten Sensenmann mit dem Werkzeugkoffer in einem Apartmentkomplex in Los Angeles auf grosse Killtour gehen - seine Opfer sind Frauen die ein lockeres Sexualleben führen. Das kann der religiöse Fanatiker jedoch nicht dulden! In den nächsten 30 Minuten gibt es dann einen ersten Plot-Twist: der Bohrmaschinenmörder entführt eine 15jährige Jungfrau - als eine Art "Ersatz" für seine früh verstorbene eigene Tochter. In den letzten 30 Minuten gibt es dann mehrere gelungene Plot-Twists (wobei ich den ersten noch sofort erkannte, während die anderen doch ziemlich überraschten), die einem ziemlich auf den Magen schlagen können - zumindest dann, wenn man noch nicht völlig abgestumpft ist.

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Na, wer könnte der Bohrmaschinenkiller sein???

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Doch nicht etwa Cameron Mitchell mit dem Lolly!? :mrgreen:

Damals angesagt waren auch die berühmten Hinweise darauf, das die blutigen Vorgänge des jeweiligen Filmes tatsächlich real wären - was jedoch in diesem Fall ganz einfach nicht stimmt. Doch ein bisschen Reklame dürfte nicht schaden, dachten sich wohl die Produzenten des Films. Doch man muss zugeben, das es in der Realität tatsächlich eine ganze Menge religiös-fanatische Frauenmörder gibt, die besonders in den USA ihr Unwesen treiben. Man denke da zum Beispiel an Ridgeway, der 53 Frauen ermordete. Der Bohrmaschinenkiller hat jedenfalls eine starke Abneigung gegen alle Arten des Sex - speziell angetan haben es ihm dabei natürlich die frivolen Ladies. Zum Beispiel die, die in der Badewanne selbst Hand anlegen... Und gerade diese extrem voyeurhaft inszenierte Sequenz (die Kamera gleitet langsam, beobachtend und genussvoll über die Badewanne mit der Lady, die sich selbst befriedigt) hatte die damaligen Zensoren (= BBFC) auf die Palme befördert. Heutzutage natürlich absolut lachhaft. Da gibt es nämlich einige weitaus fiesere Szenen zu bestaunen. Die Kamera lässt den Zuschauer intensiv am Geschehen teilnehmen und erinnert damit an den 2 Jahre danach entstandenen MANIAC von Bill Lustig mit dem grossartigen Joe Spinell in der Hauptrolle des Butzemannes.

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So etwas mag der Sensenmann nun wirklich nicht...

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Und dafür soll sie gefälligst büssen!

Doch das überraschende ist, das THE TOOLBOX MURDERS definitiv kein typischer Slasher wie zum Beispiel HALLOWEEN oder FRIDAY THE 13TH ist. Trotz allen exploitativen Einlagen zum Trotz - der Film wirkt seltsam verstörend, was unter anderem auch auf die schockreichen Plot-Twists zurückzuführen ist (was ich jetzt natürlich nicht verraten werde). Eine fast schon bizarre Mixtur aus reinem Exploitationknaller und Psychoanalyse eines Vollirren.

Zu Beginn des Films sieht man den Bohrmaschinenmann bei mehreren spannend inszenierten, blutigen Morden, die es wirklich ziemlich in sich haben. Eines Abends fällt die 15jährige Laurie (Pamelyn Ferdin) in die Hände des Killers, der sie jedoch nicht abmurkst wie die anderen Ladies, sondern entführt und bei sich zu Hause ans Bett fesselt. Lauries Bruder Joey (Nicolas Beauvy) und sein Kumpel Kent (Wesley Eure), Neffe vom Besitzer des Apartments (Cameron Mitchell), beginnen dann auf eigene Faust zu recherchieren. Doch warum ekelt sich Kent vor einem Gemälde mit einer nackten Frau? Der Killer muss doch einfach Cameron Mitchell sein, oder etwa nicht?

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BLUE UNDERGROUND haben in Sachen Bildqualität wirklich ganze Arbeit geleistet, denn es ist schon erstaunlich wie gut so ein Low-Budget-Streifen von 1978 (!) aussehen kann! Ein 1080p-Widescreen-Transfer vom komplett restaurierten Originalkameranegativ verwöhnt die entzündeten Augen. Die Hautpartien sehen sehr natürlich aus, die Farben sind satt, das Schwarz tief und das Bild selbst durchgehend sehr scharf und von Schmutz und sonstigen Störfaktoren befreit. Wenn ich da an die alten VHS-Fassungen denke! Hätte mir das jemand vor 20 Jahren prophezeit - den hätte ich wirklich in die Anstalt verwiesen... Auch ein gewisses Grieseln ist intakt.

Als Extra gibt es einen Audiokommentar mit dem Produzenten Tony DiDio, dem Kameramann Gary Graver und Darstellerin Pamelyn Ferdie. Ein nettes Interview namens I GOT NAILED IN "THE TOOLBOX MURDERS" mit Marianne Walter (die Badewannenlady) gibt es auch noch - plus Trailer und Radio/TV-Spot. Na, wenn das nix ist... Die BD ist übrigens codefrei!

Fazit: eine fiese Slasherparty mit Knalleffekt am Schluss in toller Qualität! :thup:

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Zuletzt geändert von firetrain am 14. Dez 2010, 19:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: The Bay of Blood: DVD und Blu-Ray-Reviews

Beitragvon Arkadin » 14. Dez 2010, 10:15

firetrain hat geschrieben:... Die BD ist übrigens codefrei!


Eine sehr wichtige Information für Leute wie mich, die keinen codefree BluRay-Player besitzen. :prost:
Früher war mehr Lametta
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