Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon buxtebrawler » 3. Jan 2010, 02:05

Blap hat geschrieben:"Prom Night" ist sicher nicht jedermans Sache, da der Film recht ruhig erzählt ist und es an Härte mangelt. Ich finde die Atmosphäre des Films aber sehr schön. "April Fool's Day" kam bei mir nicht wirklich als Parodie an, mehr als weichgespülter Gehversuch in eine weniger "böse" Richtung. Die beste Slasher "Parodie" ist IMHO "Scream". (Ich habe nie verstanden warum man danach noch "Scary Movie" brauchte, denn "Scream" nahm das Genre ja bereits liebevoll und vor allem kompetent auf die Schippe). :)


Klar ist "Scream" besser als "Die Horror-Party", aber "Scream" erschien ja auch erst zehn Jahre später. Ich weiß nichts Näheres über die Entstehung von "Scream", aber ist es evtl. möglich, dass dieser von "Die Horror-Party" beeinflusst wurde? Würde mich zumindest nicht wundern.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich aufgrund schlechter Kritiken ohne große Erwartungen an den Film herangegangen bin und daher positiv überrascht wurde. Hätte ich einen beinharten Slasher oder eine Parodie in der Qualität eines "Scream" erwartet, wäre ich sicherlich auch enttäuscht worden.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 3. Jan 2010, 02:42

buxtebrawler hat geschrieben:Hätte ich einen beinharten Slasher oder eine Parodie in der Qualität eines "Scream" erwartet, wäre ich sicherlich auch enttäuscht worden.


Das kann ich unterschreiben. Ich hatte allerdings einfach einen "netten" Slasher erwartet. Da ich süchtig nach diesem Stoff bin, kommt bei mir selten ein Film wirklich schlecht weg. Von daher war ich sehr überrascht, wie wenig mich "April..." gepackt hat. Den Kauf bereue ich trotzdem nicht. Denn würde das Teil nicht in der Sammlung stehen, dann wäre ich auch nicht zufrieden. (Man ist ja bekloppt genug...) :mrgreen:
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon buxtebrawler » 3. Jan 2010, 03:00

Blap hat geschrieben:Das kann ich unterschreiben. Ich hatte allerdings einfach einen "netten" Slasher erwartet. Da ich süchtig nach diesem Stoff bin, kommt bei mir selten ein Film wirklich schlecht weg.


Ach, du auch? :mrgreen: Da können wir uns die Hände reichen... Ich bin auch irgendwie auf Slashern hängengeblieben, zumindest auf denen aus den 80ern. Ausschlaggebend dafür dürften die Mystifizierung von Filmen wie "Freitag der 13." bzw. dessen Fortsetzungen durch rechtliches Vorgehen gegen selbige seitens staatlicher selbsternannter Moralhüter sowie die Ausstrahlung von "Halloween IV" im RTL-Nachtprogramm irgendwann während meiner Herbst- oder Winterferien gewesen sein. :lol:

Aktuelle Veröffentlichung in diesem Bereich lassen mich aber seltsamerweise völlig kalt, außer natürlich Fortsetzung oder Remakes der bekannten Reihen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 3. Jan 2010, 11:05

Es gibt also noch mehr Verrückte, schön. :)

Ich bin mit Filmen wie "Halloween" und "Freitag" aufgewachsen. Als in den frühen Achtzigern die "VHS-Sicherheitskopien" die Runde machten, musste ich natürlich immer an vorderster Front dabei sein. ;)

Mir gefallen auch neuere Titel des Genres, allerdings scheint mir die "Ausfallquote" bei den heutigen Filmen etwas höher zu sein. Grins.
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 3. Jan 2010, 12:02

Die Rückkehr der Wildgänse (Italien, Deutschland 1985, Originatitel: Cobra Mission)

Roger (Christopher Connelly), Mark (Manfred Lehmann), James (John Steiner) und Richard (Oliver Tobias) sind altgediente Vietnam-Veteranen, die sich in ihrem bürgerlichen Leben langweilen oder gar im Irrenhaus gelandet sind. Ein ehemaliger Führungsoffizier der Recken berichtet davon, dass noch immer etliche Kameraden vom Vietcong gefangen gehalten werden, meist unter völlig unmenschlichen Bedingungen. Die kleine Truppe macht sich auf den Weg, man will die Kameraden aus den Klauen der gelben Teufel befreien. Vor Ort treffen die Burschen auf Pater Lenoir (Donald Pleasence), der sie mit Waffen und Ausrüstung versorgt und sicher über die Grenze führt. Schon bald beginnt die Kacke zu dampfen, aus allen Ecken und Löchern tauchen Feinde auf, der Vietcong scheint über das Vorhaben der Amerikaner bestens informiert zu sein...

Mit "Die Wildgänse kommen" (The Wild Geese, 1978) hat dieser Film nichts zu tun, man wollte vermutlich den umsatzträchtigen Titel ausschlachten. Mal wieder reitet man auf dem Vietnamkrieg und seinen Folgen herum. In den achtziger Jahren verschlug es bekanntlich auch Recken wie Herrn Stallone und Herrn Norris in den Dschungel, wo sie den Kommunisten ordentlich den Arsch versohlen mussten. Die Besetzung von "Cobra Mission" wird Freunde des Eurokinos neugierig machen, nicht nur wegen Manfred "20 Prozent auf alles" Lehmann, der zu dieser Zeit gewissermaßen Dauergast in Söldnerfilmen europäischer Herkunft war. Christopher Connelly und John Steiner sieht man immer gern, Donald Pleasence stolpert für ein paar Minuten durchs Bild, sogar Ekelfratze Gordon Mitchell ist in einer Nebenrolle zu sehen. Im Dschungel wird fröhlich gemetzelt und gestorben -vorzugsweise erwischt es den Feind gleich reihenweise- hinter jedem Busch kann ein Bösewicht lauern. Alles wie gehabt? Nicht ganz, denn in einem Punkt unterscheidet sich der Film deutlich von vielen seiner Genrekollegen. Das Ende ist extrem zynisch, von ausgeprägter Bitterkeit.

Wer auf Söldnerfilme aus den Achtzigern steht, wird mit "Cobra Mission" einen soliden Vertrerter seiner Zunft zu sehen bekommen. Die DVD von Ascot zeigt den Film ungekürzt, kommt aber leider im falschen Bildformat daher, ein erheblicher Teil des Bildes ist dadurch abgeschnitten. Schade, der Film hätte eine bessere Auswertung verdient. Immerhin gibt es die Scheibe für kleines Geld (ich habe 3.99€ gelöhnt), von daher kann man mit den Unzulänglichkeiten leben. Eine vernünftige Neuauflage im richtigen Bildformat wäre sehr zu begrüßen!

Gut = 7/10

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"...aber ihr kommt mit eurem Arsch nicht hoch, was?
Was wollen Sie damit sagen, hm?"
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 4. Jan 2010, 17:29

An American Werewolf in London (USA 1981, Originaltitel: An American Werewolf in London)

Die Freunde David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) machen als Rucksacktouristen Europa unsicher. Irgendwo im Hinterland der britischen Insel geraten sie in einen Dorfpub, die Wirtin und ihre Gäste machen einen recht verschrobenen Eindruck. Als die Touris nach der Bedeutung eines offensichtlich okkulten Symbols fragen, das an einer Wand zwischen zwei Kerzen zu sehen ist, herrscht plötzlich Totenstille in der Kneipe. Sichtlich unwohl verlassen die beiden Reisenden den Laden, doch im nahen Moor werden sie verfolgt und von einer Bestie angefallen. Drei Wochen später wacht David in London in einem Krankenhaus auf, er trug nur Fleischwunden und Prellungen davon, sein Freund ist jedoch tot. Die Krankenschwester Alex (Jenny Agutter) und ihr Patient kommen sich näher, aber David wird von grausigen Albträumen und Visionen geplagt. Diese gipflen daran, dass ihm sein toter Kumpel erscheint und ihn vor dem nächsten Vollmond warnt. Der tote Jack will David dazu bringen sich das Leben zu nehmen, anderenfalls würde er sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandeln. Schwester Alex nimmt David nach dessen Entlassung aus dem Krankenhaus bei sich auf, die Visionen halten an, der Vollmond rückt näher...

"American Werewolf" von Regisseur John Landis war in den frühen Achtzigern einer DER angesagtesten Horrorfilme. Natürlich blockierten unzählige Tapes die Schächte unzähliger, geschundener Videorecorder, an dem Streifen kam man einfach nicht vorbei. Ich stand schon früher mehr auf Jason Voorhees und Michael Myers, doch selbstverständlich erfreute auch das Treiben eines Werwolfes mein schwarzes Herz. Wie macht sich der Film ungefähr fünfundzwanzig Jahre nach der letzten Sichtung? Mein Eindruck ist ähnlich wie damals, der Film ist gut und unterhaltsam, jedoch kein absoluter Überflieger. Der Auftakt ist extrem gut gelungen, hier stimmt die Atmosphäre und macht gleich richtig Lust auf mehr. Der recht lange Krankenhausaufenthalt der Hauptfigur bremst den Film ein wenig zu stark aus, die eigentliche "Werwolf-Action" kommt dadurch zu kurz. Damit beziehe ich mich nicht unbedingt auf die Momente der Attacken, sondern darauf, dass einfach zu viel Zeit mit Nichtigkeiten vergeudet wird, die Atmosphäre dünnt im Verlauf des Films mehr und mehr aus. Gegen Ende nimmt der Streifen dann aber doch wieder Fahrt auf, und kann auch bezüglich der Atmosphäre wieder kräftig punkten, die Szenen im Pornokino sind einfach grandios und sorgen für einige Brüller. Durch die gesamte Spieldauer zieht sich feiner Humor der schwarzen Sorte, herrlich. Natürlich dürfen die Effekte nicht unerwähnt bleiben. Die "Verwandlung" Mensch zum Werwolf ist genial, göttlich und gehört zu den besten Momenten der Special Effects Historie. Dagegen stinkt jeglicher CGI-Kram gnadenlos ab. Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem "fertigen Werwolf". Man hat die Kreatur hier nahezu völlig entmenscht, ich bevorzuge jedoch die klassische "Wolfman-Optik". Immerhin löst man sich von den üblichen Vorgaben, von daher verdient auch die Umsetzung des entmenschten Werwolfs Anerkennung.

Zwar mag ich "American Werewolf" nicht zu meinen Genrelieblingen zählen -mir wird bei einem Waldemar Daninsky Streifen einfach wärmer ums Herz- doch ohne Zweifel gehört der Film zu den wichtigsten Horrorbeiträgen des US-Kinos der achtziger Jahre. Die Blu-ray ist sehr gut gelungen, man hat den Film in schöner Qualität auf die Scheibe gebracht, glücklicherweise wurde er nicht durch massiven, unpassenden Filtereinsatz auf das Niveau ein sterilen Hochglanzprodukts abgewürgt. Jede Menge Bonusmaterial ist an Bord, die BD ist eine sehr gute Wahl für Freunde des Streifens. Da die UK-DVD günstiger zu bekommen ist, habe ich die Scheibe aus England kommen lassen. Auch Englischmuffel können ohne Bedenken zugreifen, denn die deutsche Synchronisation ist auf der Scheibe enthalten.

Gut, gewissermaßen Pflichtprogramm! 7/10

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Onkel Joe » 4. Jan 2010, 20:24

Blap hat geschrieben:An American Werewolf in London (USA 1981, Originaltitel: An American Werewolf in London)"American Werewolf" von Regisseur John Landis war in den frühen Achtzigern einer DER angesagtesten Horrorfilme. Natürlich blockierten unzählige Tapes die Schächte unzähliger, geschundener Videorecorder, an dem Streifen kam man einfach nicht vorbei.


Es war wirklich einer der Horrostreifen der 80er und der erste Genre Film der einen Oscar abräumen konnte im bereich SFX.Rick Baker war danach einer der gefragtesten Menschen in dem Geschäft und mit Tom Savini, Rob Bottin, Dick Smith und Tom Burman ist er einer der Ikonen aus dem Buisness.Für mich gibts für den American Werewolf gute 8/10.
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 5. Jan 2010, 16:03

Killer's Moon (Großbritanninen 1978, Originaltitel: Killer's Moon)

Eine ländliche Gegend in Großbritanninen. Eine Gruppe Schulmädchen ist mit zwei Lehrerinnen unterwegs zu einem Treffen von Schulchören, doch der Bus hat eine Panne. Zwei gestresste Grossstadtburschen wollem beim Zelturlaub ein wenig Abstand vom Alltag gewinnen, ein älteres Ehepaar lebt in einem abseits gelegenen Haus im Wald, ein Hotel hat ausserhalb der Saison keine Besucher und die Besitzerin wartet auf ihre überfällige Tochter. Leider sind vier perverse, psychisch schwer gestörte Gewaltverbrecher aus einer ländlichen Klinik geflüchtet, sie nahmen dort an einer neuen Therapie teil. Die Wahnsinnigen glauben daran sich in einem Traum zu befinden, ergo leben sie ihre kranken Phantasien mit Nachdruck aus...

Auch die Briten können Backwood-Horror, "Killer's Moon" tritt den Beweis recht eindrucksvoll an. Alan Birkinshaw mischt ein wenig "Rape and Revenge" in die übliche Slasher Suppe, die Killer erinnern ein wenig an "Clockwork Orange" (Keine Angst, ansonsten besteht keine Nähe zu Kubricks pseudointellektueller Ausfallerscheinung). Natürlich fehlt es nicht an den üblichen Klischees, doch Birkinshaw gelingt es seinen Figuren Leben einzuhauchen, sie nicht nur als anonyme Metzelmasse zu präsentieren. Während man sich beim Genuss vieler anderer Horrorbeiträge daran erfreut, wenn der/die Killer endlich wieder eine Nervensäge zur Strecke bringen, kommen die Charaktere in "Killer's Moon" meist recht sympathisch daher. Der Film strahlt diese "typisch britische" Schrulligkeit aus, ich kann gar nicht anders als die Sause zu mögen. Hier und da treten ein paar vergeigte Momente auf, doch auch diese Szenen tragen zur Liebenswürdigkeit des Werkes bei. Wenn ein Bursche verbrennt und fast nur die Knochen übrig bleiben, seine Kleidung aber unversehrt ist, dann sorgt das für wohlwollende Schmunzler.

"Killer's Moon" verarbeitet deutlich diverse Einflüsse, kommt aber letztlich als angenehm eigenständiger und "etwas anderer" Film rüber. Die Darsteller machen ihren Job ordentlich, die Atmosphäre stimmt, Blut, Tod und Möpse glänzen durch Anwesenheit, schön! Die britische DVD von Redemption Films ist brauchbar, lediglich ein wenig zu dunkel geraten. Das Bonusmaterial enthält u.a. zwei interessante Interviews, Alan Birkinshaw und eine Darstellerin kommen dort zu Wort. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für diesen Film, ein echtes Kleinod von der britischen Insel, ein liebenswertes Perlchen!

Gut bis sehr gut = 7,5/10

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"...and no one is afraid of a little Dark."
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 7. Jan 2010, 09:02

Dracula III: Legacy (USA 2004, Originaltitel: Dracula III: Legacy)

Einige Jahre sind ins Land gezogen, Father Uffizi (Jason Scott Lee) jagt noch immer Vampire um diese endgültig zu erlegen, sein "Hauptziel" ist nach wie vor der Oberblutsauger Dracula. Inzwischen begleitet Luke (Jason London) den immer fanatischer werdenden Uffizi, Luke hofft seine verschollene Freundin Elizabeth (Diane Neal) aus den Fängen Draculas entreissen zu können. Die Suche führt die beiden Vampirkiller nach Rumänien. Dort herrscht ein unüberschaubares Chaos aus Mord und Totschlag, die von der internationalen Staatengemeinschaft vor Ort eingesetzten Friedenstruppen sind offensichtlich völlig überfordert. Im Hinterland vermutet Uffizi den Sitz des Vampirs, doch der Weg dorthin ist extrem gefährlich. Die Anzahl blutgieriger Vampire hat bereits erschreckende Ausmaße angenommen, fieser Pöbel fällt in Dörfer ein und raubt dort Menschen, nur um sie den Blutsaugern als nahezu wehrloses Futter anzubieten. Unterwegs trifft das dynamische Duo auf eine Journalistin, die sich den Jägern anschliesst...

Damit wäre die "Dracula Trilogie", die unter der Riege von Patrick Lussier entstand, nun abgeschlossen. Wobei der Begriff "Trilogie" hier locker ausgelegt werden kann, denn der erste Film bleibt recht eigenständig, während die beiden Nachfolger eng miteinander verwoben sind. Die Rolle des Dracula hat diesmal Rutger Hauer übernommen, allerdings kommt er erst gegen Ende des Films zum Zuge und bleibt für seine Verhältnisse fast ein wenig blass. Jason Scott Lee rückt als Father Uffizi diesmal in den Mittelpunkt der Handlung. Diesem Charakter hat man eine sehr tragische Schlagseite verpasst, gewisse Ähnlichkeiten mit der allseits bekannten Figur "Blade" sind nicht zu leugnen. Diane Neal kennt man aus dem "Law & Order" Kosmos, wo sie in etlichen Folgen die Rolle einer Staatsanwältin ausfüllt. In "Dracula III" ist sie leider weniger präsent als es beim Vorgänger der Fall war, was ich schade finde. Die anderen Mitwirkenden passen sich den Gegebenheiten an, niemand sticht positiv oder negativ aus der Menge hervor.

Schon seit mehreren Jahren dreht man B-Movies gern in den ehemaligen Ostblock Staaten ab, Rumänien und Bulgarien treten häufig in Erscheinung. Dies wird oft kritisiert, mir gefällt die meist "erdige" und "harte" Optik der betreffenden Filme überwiegend gut. Man findet dort teils sehr trostlose Städte und Dörfer vor, herrliche Landschaften bieten den perfekten Gegensatz zu tristen Ortschaften. Gerade für kleine Horrorstreifen und B-Actioner bieten solche Drehorte eine wunderbare, stimmungsvolle Kulisse. Diesen Vorteil weiss auch "Dracula III" für sich zu nutzen, durch die stilvolle Wahl der Locations entsteht oft eine intensive Atmosphäre. Der Film leidet allerdings unter dem Mangel an Härte. Dieser prachtvolle Mix aus schroffer Naturschönheit und räudigen Siedlungen, dazu die Horror-Thematik, hier hätte man ganz klar weitaus intensiver aufs Mett klopfen müssen! Ein Horrorfilm benötigt nicht zwangsläufig Brutalitäten, jedoch würden Blut und Gedärm das hiesige Treiben abrunden, werden von mir in diesem Fall schmerzlich vermisst. Natürlich wird hier und da gemetzelt, aber traurigerweise nicht in angemessener Form. Es entzieht sich leider meiner Kenntnis, warum sich der Film in der Disziplin "Mettgut" eher bieder präsentiert. Schade, denn mit mehr Gore und etwas frecheren Dialogen, hätte dieser Streifen ein kleines Freudenfest werden können. So bleibt letztlich ein unterhaltsamer Horrorfilm, dessen Logiklöcher fast liebenswert erscheinen, der sich aber nicht traut die wilde Wutz von der Kette zu lassen.

Die DVD von Universum Film geht in Ordnung, es befinden sich sogar ein paar nette Boni an Bord. Der Preis fällt moderat aus, der geneigte Horrorfreak darf einen Blick riskieren. Der erste Film der Reihe behält die Oberhand, der dritte und letzte Teil gefällt mir etwas besser als der zweite Durchgang. "Dracula II: Ascension" habe ich vor einiger Zeit mit 6,5/10 bewertet, daher wären 7/10 für "Dracula III: Legacy" fällig. Allerdings erscheinen mir 7/10 ein wenig zu hoch gegriffen. Daher werte ich den zweiten Teil auf 6/10 ab, für den finalen Flick setzt es 6,5/10. Uff... ...die Bewertung in Zahlen wird mir immer unangenehmer. Irgendwie ist das widerliche Frevelei, Kunst kann man nicht "errechnen".

Lieblingszitat: (...und Anwärter auf das Zitat des Jahres!)

"Die deutschen Züge sind immer pünktlich, darauf ist Verlass!"
...muhahahahaharrrrgh...
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 9. Jan 2010, 17:16

Highway zur Hölle (USA 1977, Originaltitel: Hitch Hike to Hell)

Howard (Robert Gribbin) verdient seine Brötchen als Auslieferungsfahrer für eine Reinigung. Sein Schwester ist vor einigen Jahren von zuhause ausgerissen und seither verschwunden. Howards Mutter umsorgt ihr verbliebenes Kind nun massiv und beklagt ständig den Verlust der Tochter, wünscht ihr inzwischen sogar den Tod. Der Bursche knallt unter dieser Last mehr und mehr durch, sammelt junge Anhalterinnen auf und meuchelt sie, sofern es sich um Ausreisserinnen handelt. Captain Shaw (Rusell Johnson) ermittelt, kommt aber zunächst nicht wirklich vorwärts, obwohl der Täter eindeutige Spuren an den Tatorten hinterlässt...

"Hitch Hike to Hell" erzählt die Geschichte eines armseligen Würstchens, das von der Fürsorge seiner Mutter regelrecht erdrückt wird. Anstatt die Alte in die Schranken zu weisen, fällt das Gewürm lieber über unschuldige Opfer her. Die Story bietet nichts wirklich neues oder aufregendes, der gesamten Inszenierung fehlt es an Drive und dem Gefühl für Atmosphäre und Spannung. Robert Gribbin füllt seine Rolle immerhin recht gut aus, der junge Mann gibt sich wirklich Mühe und stellt eine gute gewählte Besetzung dar. Die Leistungen der anderen Mitwirkenden reichen von solide bis unfreiwillig komisch. Besonders die rechte Hand des Ermittlers Captain Shaw -Lt. Davis, gespielt von einem gewissen Randy Echols- besticht durch nahezu völlige Talentfreiheit. Hier und da bemüht man sich darum den Figuren ein wenig mehr Tiefe zu verliehen, jedoch verlieren sich diese Versuche in Belanglosigkeiten und bremsen den Film nur unnötig aus. Neben der gut gespielten Hauptrolle ist der Einsatz der Kamera noch auf der Habenseite zu verbuchen, letztlich rettet sich der Film damit zumindest in den Bereich "mittelprächtig".

Gerade diese kleinen Filme aus den siebziger Jahren haben bei mir immer Kredit. Ergo freute ich mich auf die Sichtung von "Highway zur Hölle", doch leider konnte der Streifen meine Erwartungen zu keiner Zeit erfüllen. Der Stoff funktioniert als exploitativer Brecher genauso wenig wie als halbwegs ernstzunehmende Charakterstudie, die Zielgruppe für diesen Film kann ich nicht erkennen. Naja, ich bin trotzdem nicht zu sehr enttäuscht, es hätte mir sowieso keine Ruhe gelassen, ich musste mir diesen Flick einfach geben. Die DVD von Eyecatcher passt sich der Qualität des Filmes an, die Bildqualität ist mäßig, Boni glänzen durch Abwesenheit. Da kennt man -in jeder Hinsicht- weitaus bessere Titel des Labels.

Mittelmaß = 5/10

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