Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Onkel Joe » 25. Dez 2009, 09:22

Blap hat geschrieben:The International (Deutschland, Großbritanninen, USA 2009, Originaltitel: The International)Louis Salinger (Clive Owen) verrichtet seinen Dienst bei Interpol. Seit Jahren ist der Agent den Machenschaften einer weltweit operierenden Grossbank auf der Schliche.
Gut = 7/10


Den habe ich schon seit geraumer Zeit auf der Einkaufsliste, nun denke ich werde ich demnächst mal zuschalgen.
Danke für das Review ;) .
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 25. Dez 2009, 11:20

Das Schwert des gelben Tigers (Hongkong 1971, Originaltitel: Xin du bi dao)

Lei Li (David Chiang) ist ein junger, sehr talentierter Schwertkämpfer, der keine Bösartigkeiten im Schilde führt. Lung I Chih (Ku Feng) hingegen ist ein übler Fiesling, der seine abstossenden Machenschaften durch aufrechte Recken wie Lei Li gefährdet sieht. Ergo provoziert er einen Kampf mit dem jungen Burschen um diesen auszuschalten. Lung bietet an sich einen Arm abzutrennen und nie wieder zu kämpfen, wenn Lei Li ihn tatsächlich besiegen sollte. Natürlich will sein Gegner nicht zurückstecken und bietet diesen Einsatz ebenso an. Es kommt wie es kommen muss, der hinterlistige Schurke geht als Sieger aus dem Duell hervor. Lei Li schneidet sich mit dem eigenen Schwert einen Arm ab und taumelt gedemütigt davon... ...inzwischen sind mehr als zwei Jahre ins Land gezogen. Lei Li verdient seine Brötchen als Bedienung in einem Gasthaus. Ständig muss er Erniedrigungen irgendwelcher Grossmäuler über sich ergehen lassen. Die schöne Pa Hsiao (Li Ching) ist dem Unglücklichen offensichtlich zugetan, doch dieser lässt seine Gefühle für die junge Dame nicht zu. Eines Tages taucht Feng Chun-Chieh (Ti Lung) auf, ein talentierter, junger Schwertkämpfer, ein Bursche wie Lei Li einst einer war. Zunächst zögerlich lässt Lei Li sich schliesslich doch auf eine aufrechte Freundschaft mit Feng ein, auch Pa Hsiao und der einarmige Ex-Schwertkämpfer kommen sich näher. Fiesling Lung ist noch immer in der Weltgeschichte unterwegs, natürlich ist ihm das Talent Feng ein Dorn im Auge, er lockt den jungen Mann in eine grausame Falle. Von unermesslichem Zorn und Hass angetrieben greift Lei Li noch einmal zum Schwert...

Ein Shaw Brothers Film unter der Regie des legendären Chang Cheh, in den Hauptrollen besetzt mit den beiden Topstars David Chiang und Ti Lung, der bewährte Ku Feng als Bösewicht, die anmutige Li Ching stellt quasi das Sahnehäubchen auf diesem schmackhaften Cocktail dar. "Das Schwert des gelben Tigers" folgte auf zwei Vorgänger -"Das goldene Schwert des Königstigers" (1967) und "Return of the One-Armed Swordsman" (1969)- bei denen Wang Yu die Hauptrolle innehatte, der den Shaw Brothers Anfang der siebziger Jahre den Rücken zuwandte. Natürlich bietet der 71er Aufguss alle Zutaten, die einen gelungenen Shaw Film ausmachen. Die im Studio gedrehten Szenen kommen mit der typischen, vordergründigen "Künstlichkeit" daher -was keinesfalls abwertend gemeint ist- die Aussenaufnahmen zeigen einige prachtvolle Einstellungen. Die Kämpfe machen Laune, die Darsteller liefern sehr ordentliche Leistungen ab (Li Ching ist knuffig wie immer. Im Vergleich zu meinen geliebten Italo-Babes wie z.B. Edwige Fenech oder Barbara Bouchet, ist die Asiatin zwar längst nicht so sexy, aber dafür extrem süss. Am liebsten möchte ich Li Ching aus der Glotze entwenden und stundenlang knuddeln und herzen). Trotz all dieser Vorzüge kann der Film nicht ganz zu meinen Shaw Lieblingen aufschliessen. Woran es liegen mag, ist mir selbst nicht so ganz klar. Die Schwerpunkte scheinen mir nicht optimal gewählt. Der Film steigt gleich voll ins Geschehen ein, suhlt sich dann aber zu lange im Leid des tragischen Helden, während die -für den weiteren Verlauf der Handlung extrem wichtige- Freundschaft zu Feng, gewissermaßen irgendwie plötzlich "über Nacht" entsteht. Wie dem auch sei, grössere Kritikpunkte kann ich nicht vorbringen. Der Film ist ohne Zweifel klasse, packt und fasziniert mich aber längst nicht so sehr wie z.B. "Die Todespagode des gelben Tigers", der 1969 ebenfalls unter der Regie von Chang Cheh entstand und in den Hauptrollen identisch besetzt ist.

Leider hat bisher keine offizielle DVD-Auswertung für den deutschen Markt stattgefunden. Von daher ist man auf die Hongkong DVD von IVL angewiesen, alternativ kann man den inneren Schweinehund von der Kette lassen und zu einem Stiefelbein greifen. Bei Shaw Fans geniesst "Das Schwert des gelben Tigers" -international dürfte der englische Titel "The new One-Armed Swordsman" am geläufigsten sein- ein hohes Ansehen. Ich kann dies durchaus nachvollziehen, obschon dieses Werk für mich "nur" ein guter bis sehr guter Eastern ist. Wer sich für die Filme der Shaw Brothers -oder Eastern allgemein- interessiert, wird auf Dauer nicht an diesem Streifen vorbeikommen, bereits ein kurzer Blick auf die Besetzung der wichtigen Posten vor und hinter der Kamera gebietet Ehrfurcht!

7,5/10 = Gut bis sehr gut. Für viele Shaw Brothers Huldiger ergibt sich mit Sicherheit eine höhere Bewertung, für mich -ganz persönlich und subjektiv- haben andere Werke des Hauses einen noch grösseren Stellenwert. Eine Plichtveranstaltung ist der Film aber ohne Frage!

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 27. Dez 2009, 23:58

A Blade in the Dark (Italien 1983, Originaltitel: La casa con la scala nel buio)

Bruno (Andrea Occhipinti) ist ein junger Komponist, momentan arbeitet er am Score für einen Horrorfilm und hat für einen Monat eine geräumige Villa gemietet. Schon bald geschehen merkwürdige Dinge, eine junge Frau taucht auf und verschwindet plötzlich spurlos. Dinge verschwinden oder werden zerstört, eine weitere Dame taucht auf und fragt nach der Vormieterin. Langsam aber sicher glaubt Bruno einem Serienkiller auf der Spur zu sein, doch seine Freundin hält ihn zunächst für einen Spinner. Was hat der Film an dessen Musik er arbeitet mit den Vorgängen zu tun, welche Rolle spielt der Hausmeister namens Giovanni und warum ist lediglich eine der vielen Kellertüren verschlossen...???

Lamberto Bavas Film ist in Deutschland unter dem Titel "Das Haus mit dem dunklen Keller" veröffentlicht worden. Möchte man den Film einem Genre zuordnen, wird er meist als Giallo bezeichnet. Auch wenn sich Lambertos Filme recht deutlich von denen seines Vaters Mario unterscheiden, so gelingt Bava Junior hier eine der grossen Stärken auszuspielen, für die die Filme seines Vaters geschätzt werden. Mit einfachen Mitteln wird eine packende, intensive Atmosphäre erzeugt. So spielt sich die Handlung überwiegend in der besagten Villa -und auf dem dazugehörigen Grundstück- ab, doch trotz spärlicher Ausstattung des Sets vermisst man nichts. Andrea Occhipinti (The New York Ripper, Conquest) erweist sich als Glücksgriff für die Hauptrolle, er schafft es den Film überzeugend zu tragen. Ein paar recht hübsche Damen geben sich die Klinke in die Hand, die eine oder andere gerät in die Fänge des Grauens. Die Morde sind nicht zahlreich, dafür aber teils recht rustikal in Szene gesetzt. Die Auflösung überrascht nicht wirklich, doch insgesamt kann man die Story durchaus als gelungen bezeichnen.

"A Blade in the Dark" bietet dem Genrefan gute Unterhaltung, darf sich aber nicht zu den Höhepunkten oder gar Klassikern des Giallo zählen. Der Score stammt von den De Angelis Brüdern und weiss zu gefallen. Hierzulande wartet der Film noch auf eine offizielle Auswertung auf DVD, die Blue Underground Scheibe aus den USA ist empfehlenswert, wenn man auf den deutschen Ton verzichten kann. Der Film liegt in ordentlicher Qualität vor, in einem Interview kommen der Regisseur und der Drehbuchautor zu Wort. Die DVD ist codefree.

Guter Stoff für Fans = 7/10

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 28. Dez 2009, 15:25

Shootfighter: Fight to the Death (USA 1992, Originaltitel: Shootfighter: Fight to the Death)

Mr. Lee (Martin Kove) ist ein fieser Drecksack, der Kampfsportveranstaltungen durchzieht, bei denen bis zum Tod des Gegners gekämpft wird. Er hat noch eine Rechnung mit Shingo (Bolo Yeung) offen, doch dieser lässt sich nicht so ohne weiteres nach Mexiko locken, wo Lee seine perversen Turniere veranstaltet. Lee ist ein gewitztes Bürschchen und schafft es Shingos Schüler Ruben und Nick in seine Machenschaften zu verstricken, wird Shingo nun endlich zum finalen Kampf gegen seinen Erzfeind antreten...???

"Shootfighter: Fight to the Death" ist ein Film ohne tieferen Sinn und Verstand. Deftige Kloppereien stehen ganz klar im Mittelpunkt. Die Kämpfe sind recht rustikal ausgeführt, es wird selbstverständlich geblutet und gestorben. In der letzten halben Stunde nimmt der Streifen dann richtig Fahrt auf, es gibt fast nur Fratzengeballer zu sehen, gewissermaßen bis die Schwarte kracht. Die schauspielerischen Leistungen reichen von "brauchbar" bis "unterirdisch", leider kommt der Bolo Yeung -welcher der eigentliche Star des Machwerkes ist- nur ab und an zum Zuge, dafür gibt es dann aber ordentlich Haue. Bolo ist mal wieder cooler als ein Eisblock und wenn er zulangt klappern die Kauleisten.

Für lockere, kurzweilige Unterhaltung wird gesorgt. Wer gerne Filme mit reichlich Fratzengeballer sieht, darf sich diese Scheibe ohne Bedenken in die Sammlung stellen. Die deutsche DVD von Cine Club zeigt den Film in brauchbarer Qualität, im Bonusmenü gibt es ein paar Trailer und Kurzbios zu sehen. Keine Pflicht, aber durchaus sehenswert!

6,5/10
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 30. Dez 2009, 00:37

The Loreley's Grasp (Spanien 1973, Originaltitel: Las garras de Lorelei)

Eine kleine Ortschaft am Rhein wird von einer Bestie heimgesucht. Das Ungetüm erscheint im Licht des Mondes, reisst seinen Opfern das Herz heraus und verschwindet. Eine Schule die von jungen Damen besucht wird, engagiert den erfahrenen Jäger Sigurd (Tony Kendall) als Wächter, er soll einen Übergriff des Killers unterbinden. Die ebenfalls dort angestellte Lehrkraft Elke (Silvia Tortosa) ist zunächst wenig über die Anwesenheit des Beschützers erfreut, der smarte Bursche bringt die Hormone der Schülerinnen zum brodeln. Ausserhalb Sigurds Arbeitsbereichs kommt es zu weiteren Morden, ein -leicht verwirrt erscheinender- Professor berichtet ihm von seiner erschreckenden Theorie: Im Schein des Mondes erhebt sich die Schönheit Loreley aus den Fluten des Rheins, verwandelt sich in ein blutrünstiges Monster, ein Monster welches sich von den Herzen seiner Opfer ernährt. Sigurd trifft in der Nähe des Flusses auf eine schöne, junge Frau (Helga Liné). Beide sind voneinander fasziniert, handelt es sich tatsächlich um die legendäre Loreley? Kann Sigurd die Morde stoppen? Welche Pläne hat die rätselhafte Schönheit mit Sigurd? ...und welcher Art sind die Gefühle, die die andere Schönheit namens Elke für den flotten Burschen hegt...???

Regisseur Amando de Ossorio ist vor allem für "Die Nacht der reitenden Leichen" (La noche del terror ciego, 1971) bekannt. Diesem Klassiker des spanischen Horrorfilms folgten drei -ebenfalls von de Ossorio inszenierte- Fortsetzungen. Seine Interpretation der Loreley Sage, vermengt mit den Nibelungen, ist weitaus weniger bekannt, macht aber ohne Zweifel jede Menge Freude! Der Liebhaber bekommt all die herrlichen Zutaten geboten, für die er Filme dieser Art mag und verehrt. Mit Silvia Tortosa und Helga Liné gibt es gleich zwei umwerfend schöne Frauen zu bewundern, die Damen standen auch für Eugenio Martins "Horror Express" (1972) gemeinsam vor der Kamera. Tony Kendall gibt den coolen Helden, natürlich ganz Macho mit Kippe in der Schnauze und behaarter Brust, Gewehr und Messer stets griffbereit. Der verschrobene Wissenschaftler ist ebenso am Geschehen beteiligt, wie der brutale Scherge des Bösen, aufgebrachter Pöbel darf grosse Töne spucken. Gewissermaßen als Krönung gibt es ein geiferndes Monstrum zu sehen, welches seine Opfer kurz aber recht harsch attackiert. So verzichtet der Film zwar auf nackte Tatsachen -schade- aber dafür klopft de Ossorio ein wenig aufs Mett. Schwabbelherzen werden aus Gummileibern gerissen, Alberich schwingt die Peitsche, Säure zerstört eine Fratze. Selbstverständlich sind die Effekte alles andere als schockierend, aus heutiger Sicht wirkt das leicht absurde Treiben eher liebenswert als wirklich böse.

Mir hat dieser kleine Beitrag aus Spanien richtig gut gefallen, es geht also auch ohne den allseits -völlig zurecht- verehrten Paul Naschy. Wer Eurohorror aus den siebziger Jahren ins Herz geschlossen hat, sollte sich diesen feinen Streifen auf jeden Fall anschauen! Da es bisher leider keine deutsche DVD Auswertung gibt, habe ich auf die Scheibe von BCI Eclipse zurückgegriffen. Die DVD aus den USA (mit RC1 Belästigung) zeigt den Film in sehr schöner Qualität, ein lesenswertes Booklet liegt zusätzlich bei. Der Ton liegt in englischer und spanischer Sprache vor, englische Untertitel sind vorhanden. Der Film ist einzeln erhältlich oder im Doppelpack mit "Horror rises from the Tomb" zu erstehen.

Guter, fast sehr guter Horrorschatz aus dem Südwesten Europas! Dicke 7,5/10 (Mit der immer wieder beschworenen "10/10 Wohlfühlatmosphäre", die mir nur ganz besondere Filme bieten können!)

Lieblingszitat:

"Loreley will need new Victims. Many more Victims."
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 30. Dez 2009, 15:13

Terminator - Die Erlösung (USA 2009, Originaltitel: Terminator Salvation)

Diesmal befinden wir uns im Jahre 2018. Hauptfiguren sind der Widerständler John Connor (Christian Bale) und der rätselhafte Marcus Wright (Sam Worthington). Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich, mir erscheint hier die Spoilergefahr zu gross. Was gibt es also über den vierten Terminator zu berichten? Ist der Film so mies wie mancherorts behauptet? Ist er vielleicht doch eine würdige Fortsetzung der Reihe, gar ein gelungener Neustart?

Ich möchte mit den positiven Aspekten beginnen. Wirklich gut gelungen sind Optik und Action-Sequenzen, wobei die Action leider unter dem Mangel an Härte deutlich leidet. Bale und Worthington sind keine üble Besetzung, speziell Bales Potential wird hier aber nicht im Ansatz abgerufen. Dadurch wirkt er verschenkt und nahezu beliebig austauschbar. Bryce Dallas Howard spielt die Gattin des Helden John Connor, in diesem Film ist sie mir zum erstenmal nicht als verstörtes Mädchen, sonders als wirklich gutaussehende, junge Frau aufgefallen. Ebenso hat mich das Mitwirken von Michael Ironside gefreut, der hier in einer für ihn typischen, kantigen Rolle zu sehen ist. Die Idee mit dem "CGI-Arnie" ist nett, wurde aber nicht besonders gelungen umgesetzt.

Wo liegen die Schwächen des Films? Natürlich tun sich mit jeder Fortsetzung immer grössere Logiklöcher auf. Doch will man dies bei einem SF-Actioner wirklich an den Pranger stellen? Naja, insgesamt zieht sich der Streifen noch einigermaßen anständig aus der Affaire, man sollte allerdings nicht den Fehler begehen und zu sehr über das Gesehene nachdenken. Mir -ich erwähnte es schon weiter oben- ist die fehlende Härte sehr unangenehm aufgefallen, dieses Gewürge auf PG-13 ist wirklich ekelhaft, der DC mag ein wenig stimmiger wirken, reisst es aber auch nicht raus. Selbstverständlich muss nicht immer wüst gemetzelt werden, doch in einem Film wie "Terminator Salvation" vermisst man harte Action extrem schmerzhaft. Die Zeichnung der Figur John Connor bleibt erschreckend dünn und oberflächlich, überhaupt wird Christian Bale schauspielerisch nichts abverlangt, was soll das?

Nun will ich nicht auf dem "früher war alles besser" Gaul reiten, doch den Vergleich mit seinen Vorgängern muss sich der Film gefallen lassen. "Terminator" (1984) ist ein Meilenstein der achtziger Jahre, atmosphärisch dicht, hart und mit echten, greifbaren Charakteren gesegnet. Linda Hamilton mag ja hässlich wie eine vergammelte Fleischwurst sein, doch man fiebert zu jeder Sekunde mit ihr mit. Der Nachfolger von 1991 protzt mit einer feisten Materialschlacht, verliert durch die erzwungene Massentauglichkeit zwar an Härte, kann aber trotzdem perfekt und kurzweilig unterhalten. Der dritte Teil (2003) ist kein Ausfall, bietet aber auch nichts wirklich besonderes, sticht in keinster Weise aus der Masse hervor.

Fazit: "Terminator Salvation" befindet sich IMHO auf Augenhöhe mit dem dritten Teil. Übt man Nachsicht wird man gut unterhalten, doch die Qualitäten der beiden ersten Teile bleiben nicht nur unerreicht, sondern werden um Längen verfehlt. Besonders ein Vergleich des zweiten Teils, mit dem aktuellen Aufguss, würde sich ganz vortrefflich für einen Aufsatz mit dem Titel: "Der Niedergang des Mainstreamkinos" eignen, doch ich will es bei diesen paar Zeilen belassen.

Achja. Die BD bietet die Qualitäten, die man von einer Veröffentlichung dieser Art erwartet.

Sehr wohlwollend gibt es von meiner Seite 7/10 (gut), ich kann aber auch wütende Verisse nachvollziehen.
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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 1. Jan 2010, 01:34

Nachts, wenn die Zombies schreien (USA, Mexiko 1975, Originaltitel: The Devil's Rain)

Mark Preston (William Shatner) wird Zeuge unglaublicher Vorfälle. In der Nacht taucht vor seinem Elternhaus eine groteske Gestalt auf, stellt Forderungen und schmilzt plötzlich wie Kerzenwachs dahin, fällt in sich zusammen. Besonders erschreckend daran ist die Tatsache, dass dieses Wesen wie der Vater Marks aussieht, der bereits seit einigen Stunden ausser Haus und längst überfällig ist. Es kommt noch dicker, Mutter Preston verschwindet und das Onkelchen baumelt kopfüber -immerhin lebendig- von der Decke hinab. Offenbar steckt der Anführer einer satanischen Sekte hinter den unfassbaren Geschehnissen. Zornig steigt Mark am nächsten Tag in sein Auto und fährt hinaus in die Wüste. Dort hausen Sektenführer Jonathan Corbis (Ernest Borgnine) und seine Gefolgsleute in einem verfallenen Kaff. Corbis fordert von Mark die Herausgabe eines alten Buches, der Schinken soll sich bereits seit vielen Generationen im Besitz der Familie Preston befinden. Anstatt mit dem Gesindel aufzuräumen gerät Mark in grosse Gefahr, er kann sich der irrsinnigen Übermacht nicht erwehren. Gibt es ein Entrinnen aus dieser Hölle auf Erden? Welche Bedeutung hat das geheimnisvolle Buch für die Teufelsanbeter? Tom Preston (Tom Skerritt) und der Wissenschaftler Dr. Richards (Eddie Albert) nehmen die Herausforderung an, stellen sich den Umtrieben von Corbis und dessen Schergen...

"The Devil's Rain" trug in Deutschland früher den Titel "Nachts, wenn die Leichen schreien". Das Wort "Zombies" scheint wohl verkaufsfördernder zu sein. Der alte Titel passt jedoch besser, allerdings trifft nur der englische Orignaltitel genau auf den Punkt, verrät dabei aber fast ein wenig zu viel. Regie führte Robert Fuest. Der gute Mann zeichnet für die herrlichen "Dr. Phibes" Filme mit dem genialen Vincent Price verantwortlich, was natürlich eine gewisse Erwartungshaltung schürt. Werfen wir einen Blick auf die Besetzung, die für einen kleinen Genrefilm durchaus mit recht grossen Namen protzen kann. Möchtegern Macho und Enterprise Schwachmat William Shatner spielt im Rahmen seiner Möglichkeiten, Tom Skerritt darf in der zweiten Hälfte des Films quasi seinen Part übernehmen, John Travolta ist in einer Nebenrolle zu sehen, fällt aber nicht auf. Platzhirsch ist ganz eindeutig Ernest Borgnine, der als bösartiger Satansprediger richtig launig vom Leder zieht und alle anderen Beteiligten locker an die Wand spielt. Was ist das überhaupt für ein verdächtiger Name, Borg Nine!? Die Story kommt reichlich abstrus daher, die Dialoge sorgen für den einen oder anderen feisten Lacher. Ich liebe diese typische "70er-Jahre-Horror-B-Movie-Atmosphäre" sehr, die schmucken Kulissen unterstützen diese Stimmung sehr ansprechend und passen perfekt. Anstatt Blut und Gedärm durch die Gegend sprazzeln zu lassen, wird hier fleissig vor sich hin geschmolzen. Ich bin geneigt von einem "teuflisch unterhaltsamen" Melt Movie zu sprechen. (Fünf Taler in den Phrasenwerwolf, danke!)

Manch andere Perle aus der herrlichen Welt geschmacklicher Verirrungen hat noch keine Veröffentlichung in Deutschland gefunden, doch bei diesem Titel wird man geradezu mit diversen Scheiben überschüttet. Aktuell bieten Laser Paradise und '84 Entertainment den Film in Hartboxen an, für die man um die 15€ berappen muss. Die beste Wahl ist jedoch eindeutig die "Halloween Horror Box" von MiG! Der Film liegt in besserer Qualität vor, als es z.B. auf der Scheibe von Laser Paradise der Fall ist. Auch die Freigabe ab 16 muss den Interessenten nicht abschrecken, der Film liegt ungekürzt auf der DVD vor! Die Box enthält ausserdem folgende Titel:

- Piranha (1972, bitte nicht mit dem Film von Joe Dante verwechseln, der stammt aus dem Jahr 1978!)
- A*P*E (1976)
- Dracula's Curse (2006)

Dieses Set gibt es momentan z.B. bei Amazon für lachhafte 4.95€, sogar ein kleines Booklet liegt bei! Lediglich auf ein wirklich schickes Cover muss man verzichten, doch dafür bekommt man den Film in der besten Fasung, die momentan in Deutschland erhältlich ist! Schon allein dieses Perlchen ist locker ein vielfaches des geforderten Preises wert, jeder Filmfreund mit einer Vorliebe für solchen Stoff muss umgehend zuschlagen!

Fazit: "The Devil's Rain" macht Laune, obwohl viele Genrekollegen aus Europa die Nase vorn haben, wodurch die "Punktewertung" ein wenig gedrückt wird. 6,5/10 (entsprechen in Worten "obere Mittelklasse" bis "gut", der "Wohlfühlfaktor" liegt bei 8/10!)

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 3. Jan 2010, 00:41

Biker kennen keine Gnade (USA 1967, Originaltitel: The Born Losers)

Billy Jack (Tom Laughlin) lässt sich nicht gern auf der Nase herumtanzen. Ergo gerät er mit den wenig freundlichen Bikern aneinander, die in der nahen Kleinstadt immer wieder für Unruhe und Straftaten verantwortlich sind. Besonders Danny (Jeremy Slate), der Anführer der Gang, kann Billy nicht ausstehen. Eines Tages gerät die kesse Göre Vicky (Elizabeth James) in die Fänge der fiesen Rockerbande. Zwar versucht sie sich recht clever aus der Affaire zu ziehen, wird letztlich aber doch geschändet und landet im Krankenhaus. Das Gesindel fällt an diesem Tag über weitere Damen her, es soll endlich Anklage gegen Danny und Konsorten erhoben werden. Doch die Burschen wollen dem nicht tatenlos zusehen, sie setzen die Mädchen unter Druck und wollen eine Aussage vor Gericht damit unterbinden. In einer brenzligen Situation schützt Billy die bedrohte Vicky, die Lage eskaliert unaufhaltsam...

Dieser kleine Film ist der erste von insgesamt vier Filmen um die Figur Billy Jack, ein Halbblut mit dem Herzen am rechten Fleck. Hauptdarsteller Tom Laughlin führte bei diesen Streifen auch Regie. Er erledigt seinen Job vor und hinter der Kamera überwiegend ordentlich, jedoch spielen die beiden anderen Hauptfiguren ihn fast ein wenig an die Wand. Das mag an den recht begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten des Herr Laughlin liegen, sicher aber auch an der seiner etwas unglücklich über die Laufzeit des Filmes verteilten Präsenz. Jeremy Slate -so hässlich wie Oliver Kahn, die Kerle müssen verwandt sein- ist gewissermaßen schon fast Inventar ähnlich gelagerter Streifen aus dieser Zeit, mal als "Held", mal als "Depp", hier halt als der fiese Oberkotzbrocken einer Horde von Halbaffen. Elizabeth James verleiht ihrer Rolle so etwas wie "echte Tiefe", in einer Nebenrolle ist die -schon damals nicht mehr ganz junge- Diva Jane Russell zu sehen (Die übrigens richtig klasse aufspielt). Wer Moped fährt ist böse und asozial, den aufrechten Biker wird die Aussage des Streifens nicht erfreuen, doch irgendwer muss ja den Pöbel geben. Tröstet euch, längst nicht immer sind die Zweiradfahrer in solchen Filmen als Abschaum gezeichnet. Die typische "Spät-Sechziger" Atmosphäre kommt gut rüber, trotz kleinerer Hänger unterhält der Film recht ansprechend. Vielleicht hätte man ein wenig straffer inszenieren sollen, rund 10 bis 15 Minuten weniger hätten der Sause IMHO gut zu Gesicht gestanden.

"Biker kennen keine Gande" trug in Deutschland früher den Titel "Engel der Hölle". Der Film ist in der "Rocker & Biker Box Vol. 2" von MiG enthalten, der Film liegt ungekürzt und in ordentlicher Qualität vor. Die Box enthält vier Titel, bisher habe ich neben dem hier besprochenen Film nur "Von Rockern gehetzt" (The Mini-Skirt Mob) angeschaut, der mir insgesamt ein wenig besser gefallen hat. Die erste "Rocker & Biker Box" konnte rundum überzeugen, die zweite Box reicht bisher nicht ganz heran, ist aber für Fans solcher Filme ein guter Kauf!

Es langt nicht ganz für 7/10, die Bewertung 6,5/10 ist aber ausdrücklich auf die starke Konkurrenz zurückzuführen! Der Film macht Spass, kleine Schwächen verzeihe hier gern!

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon buxtebrawler » 3. Jan 2010, 01:44

Blap hat geschrieben:April Fool's Day (USA 1986, Originaltitel: April Fool's Day)
(...)
Kein totaler Ausfall, immerhin gibt es einige gelungene Momente, doch insgesamt eher zähflüssig und viel zu brav! 5/10


Ich persönlich fand den unterhaltsamer als den von dir auch erwähnten, meines Erachtens schwer durchschnittlichen "Prom Night". Gelungene Parodie.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.

Beitragvon Blap » 3. Jan 2010, 02:59

buxtebrawler hat geschrieben:Ich persönlich fand den unterhaltsamer als den von dir auch erwähnten, meines Erachtens schwer durchschnittlichen "Prom Night". Gelungene Parodie.


"Prom Night" ist sicher nicht jedermans Sache, da der Film recht ruhig erzählt ist und es an Härte mangelt. Ich finde die Atmosphäre des Films aber sehr schön. "April Fool's Day" kam bei mir nicht wirklich als Parodie an, mehr als weichgespülter Gehversuch in eine weniger "böse" Richtung. Die beste Slasher "Parodie" ist IMHO "Scream". (Ich habe nie verstanden warum man danach noch "Scary Movie" brauchte, denn "Scream" nahm das Genre ja bereits liebevoll und vor allem kompetent auf die Schippe). :)
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