horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon jogiwan » 27. Jun 2010, 22:45

horror1966 hat geschrieben:Im Prinzip ist ja nichts dagegen einzuwenden, das die Firma Asylum es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieversen Blockbustern einen ähnlich gestrickten B Movie hinterherzuschieben, der die gleiche Thematik bearbeitet.


Kennt eigentlich irgendjemand deren "Paranormal Entity"?
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Jun 2010, 22:50

Nee, von dem habe ich noch nichts gehört, kenne nur "Paranormal Investigations", ist zwar auch kein Brüller, aber immer noch interessanter als die Schlaftablette PA. :kotz:
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 30. Jun 2010, 22:27

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Days of Darkness
(Days of Darkness: Rise of the Flesheaters)
mit Tom Eplin, Sabrina Gennarino, Travis Brorsen, Roshelle Pattison, John Lee Ames, Bryan Rasmussen, Eric Stuart, Chris Ivan Chevis, Marian Thomas Griffin, Ashley Elizabeth Pierce, William Cannon
Regie: Jake Kennedy
Drehbuch: Jake Kennedy
Kamera: Brandon Trost
Musik: Jamey Scott
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Die Behörden sagten, dass der Niederschlag eines in der Erdatmosphäre zerschellten Kometen keinerlei Gefahr für die Bevölkerung darstellen würde. Aber sie lagen falsch. Eine Seuche bricht aus, die sich rasend schnell ausbreitet und Männer, Frauen und Kinder zu blutdürstigen Zombies mutieren lässt. Eine Handvoll Überlebender findet zusammen und beschließt in einem alten Armeebunker so lange zu verharren, bis Hilfe eintrifft. Doch schon bald ergibt sich erstes Konfliktpotenzial und die Zombies scheinen nicht mehr die größte Gefahr für die Gruppe zu sein…


Der vorliegende Zombiefilm ist das Langfilm-Debut von regisseur Jake Kennedy und im Prinzip kann man davon ausgehen, das der Film als durchaus ernstzunehmender genre-Beitrag gedacht war. Lediglich die Umsetzung der hier ziemlich hanebüchenen Geschichte ist phasenweise schon als äusserst grotesk zu bezeichnen, so das man dieses Werk nur schwerlich zu den ernsten Zombiefilmen zählen kann. Der Versuch, die aus heiterem Himmel auftretende Zombie-Seuche einmal etwas anders darzustellen, ist ja durchaus als lobenswert zu bezeichnen, doch wenn man insbesondere zum Ende des Geschehens die Erklärung dafür erhält und vor allem die Gründe, warum einige Leute nicht infiziert wurden, muss man sich doch merklich ein Lachen verkneifen. Zu sehr wirkt die Auflösung doch an den Haaren herbeigezogen und strotzt nur so von Dummheit. Und auch die Zeit bis dorthin wird einem nicht unbedingt mit hochklassiger Zombie-Action versüßt, da das Geschehen doch weitesgehend höhepunktarm daherkommt und bis auf wenige Ausnahmen auch im Härte-Bereich nicht sehr viel zu bieten hat.

Dennoch übt der Film durchaus eine gewisse Faszination auf den Betrachter aus, die sich allerdings nur so richtig entfalten kann, wenn man die Geschichte von Beginn an als Trash ansieht. Aus diesem Blickwinkel gesehen funktioniert das Szenario nämlich ganz ausgezeichnet und man sieht auch die äusserst dümmlich agierenden Darsteller und die teilweise extrem skurrilen Dialoge mit ganz anderen Augen. Hohe Schauspielkunst sollte man hier keinesfalls erwarten, jedoch sind die hölzernen Darstellungen der einzelnen Charaktere einem Trashfilm vollkommen angemessen und können so für eine Menge Spaß beim Zuschauer sorgen, der sich bei den größtenteils schon grotesken Verhaltensweisen der Schauspieler so manches Mal die Hände vor den Kopf schlägt, da sie an mangelnder Logik kaum zu überbieten sind.

Echte Spannung oder gar eine ordentliche Endzeitstimmung wollen hier nie so richtig aufkommen, das Bemühen ist zwar zu erkennen, jedoch bleiben diese Dinge doch in gutgewollten Ansätzen stecken. Im Prinzip ist das aber auch nicht weiter schlimm, denn man sollte lediglich auf den Unterhaltungs-Faktor der Geschichte achten, denn der ist unter der Vorraussetzung, das man den Film als Trash ansieht, ziemlich hoch angesiedelt. Das Problem ist lediglich, das viele Leute eventuell mit falschen Erwartungen an diesen Genre-Beitrag herangehen werden und deshalb eventuell enttäuscht sein werden. Auf dem DVD-Cover wird die Geschichte doch so angepriesen, das diverse Ideen eines george A. Romero eingeflossen sind, was ganz sicher zu hohe Erwartungen auslösen kann. Hier sollte man von beginn an mit den richtigen Erwartungen zur Stelle sein, um später keine Enttäuschung zu erleben.

Letztendlich ist "Days of Darkness" als ernster Zombiefilm eher als Reinfall zu bezeichnen, wer jedoch einen ordentlichen Trashfilm zu schätzen weiss, wird voll auf seine Kosten kommen. Eine skurrile Geschichte mit einer mehr als nur witzigen Auflösung, vollkommen hirn-und sinnlose Dialoge, dümmliche Schauspieler und einige auch etwas härtere Passagen sorgen so dafür, das man einen wirklich kurzweiligen und gut unterhaltenden Film präsentiert bekommt, der sehr viel Laune macht, wenn man nicht zuviel erwartet.


Fazit:

"Days of Darkness" als ernsteren Film anzusehen, ist beim vorhandenen Trashgehalt schon fast nicht möglich, da die Inszenierung zu billig ist und zuviel unfreiwilliger Humor vorhanden ist. Dadurch wird die Geschichte allerdings für jeden Trash-Fan zur absolut lohnenswerten Angelegenheit, denn in dieser beziehung kann das Werk vollkommen überzeugen. Spaß, kurzweilige Unterhaltung und etwas Splatter -und Gore sorgen dafür, das man den Film durchaus weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailershow


6/10

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Trapez
(Trapeze)
mit Burt Lancaster, Tony Curtis, Gina Lollobrigida, Katy Jurado, Thomas Gomez, Johnny Puleo, Minor Watson, Gerard Landry, Jean-Pierre Kerien, Sid James, Gimma Boys, Los Arriolas, Gamil Ratib, Pierre Tabard, Edward Hagopian
Regie: Carol Reed
Drehbuch: Max Catto / Liam O'Brien
Kamera: Robert Krasker
Musik: Malcolm Arnold
FSK 12
USA / 1956

Mike Ribble, ehemaliger Star der Hochseilartisten, gibt sich nach einem Unfall unter der Zirkuskuppel dem Alkohol hin. Nachwuchsartist Tino überredet ihn zu einem Comeback als Fänger. Sie arbeiten sich mit ihrer Nummer bis zur Weltspitze vor. Beide Männer verlieben sich in die hübsche Artistin Lola, die unbedingt Teil der erfolgreichen Zirkusnummer werden will. Sie drängt sich zwischen die Männer, spielt sie gegeneinander aus und schafft es, mit ihnen aufzutreten. Als sich der Unfall beinahe wiederholt, gibt Mike den Zirkus auf.


Über ein halbes Jahrhundert alt und immer noch absolut faszinierend und sehenswert, das trifft wohl ohne zu übertreiben auf diesen Hollywood Klassiker zu, der selbst nach dieser langen Zeit keineswegs angestaubt oder gar antiquiert daherkommt. Dafür sorgen allein schon die erstklassigen kamerafahrten, die der Zuschauer im Laufe der Geschichte mehrmals zu sehen bekommt und die nicht gerade selten dazu führen, das man vor Spannung den Atem anhält. Zirkusfilme haben schon immer ihre ganz eigene Faszination ausgestrahlt, denn wird in ihnen doch die ganz eigene Welt der Artisten dargestellt. So verhält es sich selbstverständlich auch in vorliegendem Film, der zudem noch eine wirklich interessante und spannende Story erzählt, die zusätzlich noch hochkarätig besetzt ist. Mit Burt Lancaster, Tony Curtis und Gina Lollobrigida konnte man ein erstklassiges Trio verpflichten, das authentisch und glaubhaft in einer Geschichte agiert, die eine exzellente Mischung aus Melodram-und Zirkusfilm darstellt.

Wer jetzt aufgrund der Inhaltsangabe vermutet, das man hauptsächlich mit Kitsch und einer schmalzigen Story konfrontiert wird, der sieht sich doch ziemlich schnell getäuscht, denn regisseur Carol Reed ist es ganz einfach meisterhaft gelungen genau das richtige Maß zu finden, um die emotionale Seite mit der Faszination der Zirkuswelt zu verbinden. Und so kommt es dann auch fast schon zwangsläufig dazu, das man als Zuschauer einen absolut fesselnden Film präsentiert bekommt, der neben der tollen Story hauptsächlich durch seine erstklassigen Darsteller zu überzeugen weiss. In dieser Beziehung tut sich meiner Meinung nach insbesondere die fantastische Gina Lollobrigida hervor, die in ihrer Rolle als geltungssüchtige Artistin absolut brillieren kann. Ihre fast schon intrigante Art kommt ganz ausgezeichnet zum Ausdruck, wobei man aber auch durchaus ihre verletzliche und gefühlvolle Seite bewundern kann.

Wie sie hier den beiden Artisten den Kopf verdreht und das Duo immer mehr auseinanderbringt, ist schon als ein absolutes Highlight des Filmes anzusehen. Doch auch Lancaster und Curtis stehen ihr in keiner Weise nach und sorgen durch ihr ausdrucksstarkes Schauspiel dafür, das einem die gesamte Geschichte auch phasenweise richtig unter die Haut geht. Loyalität, Freundschaft und natürlich die Liebe sind die 3 großen Triebfedern, die im Zusammenspiel mit erstklassigen Artistik-Einlagen die perfekte Mixtur ergeben und "Trapez" zu einem wirklich zeitlosen Klassiker machen, den man schon als perfekten Sonntagnachmittag-Film ansehen kann. Der Film bietet nahezu brillante Familien-Unterhaltung, geht dabei aber auch auf menschliche Einzelschicksale ein. Dafür steht die Figur des Mike Ribble, der von Burt Lancaster großartig interpretiert wird, denn ist seine Karriere als Trapez-Künstler doch durch einen schrecklichen Unfall beendet, so erkennt er sich doch in dem jungen Artisten Tino wieder, der ihn mit seiner Jugend und seinem Talent praktisch widerbelebt. Man sagt Zirkusartisten ja immer nach, das sie ihr Leben lang dem Zirkus verschrieben sind und genau dieser Punkt wird vor allem in der ersten Hälfte des Filmes erstklassig herausgearbeitet.

Letztendlich handelt es sich bei "trapez" um einen Film, den man sich immer wieder gern anschaut, da es sich ganz einfach um eine äusserst interessante und immer wieder faszinierende Thematik handelt, denn die magische Zirkuswelt hat doch gerade in der Kindheit wohl fast jeden Menschen beeindruckt. Und so wäre es auch nicht weiter verwunderlich, wenn so mancher Zuschauer sich hier in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlt und so das bunte Treiben dieses Werkes förmlich in sich aufsaugt.


Fazit:


Ein fantastischer Film, der nicht umsonst in der Reihe Hollywood Klassiker erschienen ist, da es sich definitiv um einen eben solchen handelt. Eine spannende Geschichte, erstklassige Schauspieler und hervorragende kamerafahrten machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, das auch nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Stellenweise kann es dabei durchaus vorkommen das ein gefühl entsteht, das man sich nicht vor dem Bildschirm, sondern direkt in der Manege befindet.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Bild: 16:9
Laufzeit: 102 Minuten
Extras: Original Film-Trailer, Bio-und Filmografien der Hauptdarsteller


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 1. Jul 2010, 23:37

Wanted (USA / 2008


Wesley Gibson (James McAvoy) ist ein langweiliger Durchschnittstyp, der gute Gründe hat, sein Leben zu hassen: Seine Chefin schikaniert ihn pausenlos und seine Freundin schläft mit seinem besten Freund. Doch dann trifft er die aufregende Fox (Angelina Jolie), gerät mitten in eine Schießerei und erfährt, dass sein verschollener Vater gerade erst brutal ermordet wurde. Wes lernt die Bruderschaft kennen, einen mächtigen Geheimbund, der die Geschicke der Menschheit lenkt. Das frühere Weichei entwickelt durch Fox' knallharte Ausbildung blitzschnelle Reflexe und übermenschliche Geschicklichkeit. Schließlich tritt Wes in die Fußstapfen seines Vaters, um Rache zu nehmen. Doch auch die Bruderschaft hat eine dunkle Seite und Wes muss entscheiden, wer eigentlich über sein Leben bestimmen soll...


Eine Bruderschaft von eiskalten Killern, die übermenschliche Reflexe besitzen und dabei sogar um die Ecke schießen können und ein uralter Webstuhl, der Namen von Menschen preisgibt, die von diesen Killern getötet werden, um das Gleichgewicht der Menschheit zu halten sind hier die Eckpfeiler einer Geschichte. Das man nun aufgrund dieser beiden Dinge keine Story erwarten darf, die insbesondere durch ihren Realitätsgehalt besticht dürfte also von Beginn an klar sein, doch dafür ist dieser Film auch überhaupt nicht ausgerichtet, der den Zuschauer einfach nur erstklassig unterhalten will. Und das gelingt ihm auch ausgesprochen gut, denn präsentiert sich doch Popcorn-Kino der allerersten Sahne, bei dem man niemals die Frage nach Logik oder Realität stellen darf, denn von diesen beiden Begriffen ist die Geschichte fast soweit entfernt, wie die Erde vom Mond.

Dafür wird hier der geneigte Action-Fan zu 100 % auf seine Kosten kommen, offenbart sich ihm doch eine extrem temporeiche Inszenierung, die größtenteils ein wahres Action-Spektakel darstellt, in dem man mit Stunt-Feuerwerk der Extraklasse belohnt wird, das wie schon erwähnt sehr unglaubwürdig, dafür aber bestens unterhaltend daherkommt und den Betrachter phasenweise mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen lässt. Es ist wirklich unglaublich, mit welch rasanten und spektakulären Effekten man hier konfrontiert wird, streckenweise entpuppt sich der Film als ein wahres Action-Feuerwerk, das einfach nur einen Heidenspaß macht und so kurzweilig gestaltet ist, das man gar nicht merkt, wie schnell doch die Laufzeit vergeht.

Hinzu kommt die Tatsache, das eine Darsteller-Riege verpflichtet werden konnte, die dem Spektakel auch noch ihren Stempel aufdrückt, denn bis in die kleinsten nebenrollen sind sämtliche Charaktere absolut brillant besetzt worden. Das Schauspiel ist wirklich überzeugend, wobei man sicherlich anmerken sollte, das in einem solchen Werk keinerlei tiefergehende Charakterrollen zu erwarten sind. Doch man merkt den agierenden Akteuren schon an, das sie eine Menge von ihrem Fach verstehen, denn sie verleihen den von ihnen gespielten Figuren doch sehr viel Authenzität und Glaubwürdigkeit, wenn man das bei einer Geschichte dieser Art überhaupt so nennen kann. Mir persönlich hat vor allem James McAvoy in der Hauptrolle äusserst gut gefallen, denn insbesondere die wandlung vom vollkommen verunsicherten jungen Mann zum Superkiller wird von ihm besonders gut dargestellt und ist meiner Meinung nach ein Höhepunkt des Filmes.

"Wanted" ist mit absoluter Sicherheit kein Film für Leute, die Wert auf Realität und Tiefgang legen, dieses Werk ist ganz einfach nur absolut erstklassige Popcorn-Unterhaltung, die einfach nur hervorragend zu unterhalten weiss. Die temporeiche und extrem actionreiche Geschichte ist ein wahres Freudenfest für jeden Action-Fan, der sich auch keinesfalls am fehlenden Realitätsgehalt stören wird. Erstklassige, wenn auch vollkommen überzogene Stunts tun ihr Übriges, um hier für ein insgesamt brillantes Feuerwerk zu sorgen, das man einfach nur genießen sollte, wenn man ein Freund solcher Filme ist.


Fazit:


"Wanted" ist in meinen Augen ein Paradebeispiel dafür, wie perfektes Popcorn-Kino aussehen sollte. Das hier kein Film für Freunde des Kopf-Kinos entstanden ist, steht sicherlich ausser Frage, doch wenn man sich nur um den reinen Unterhaltungswert kümmert, ist man hier genau an der richtigen Stelle. Gehirn ausschalten und die hier gezeigte Action genießen, das sollte die Devise sein, denn mit dieser Einstellung kann man einfach nichts verkehrt machen und wird extrem gut bedient, da in keiner Phase des Filmes auch nur annähernd so etwas wie Langeweile aufkommt.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 4. Jul 2010, 21:56

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Blood River
(Blood River)
mit Andrew Howard, Tess Panzer, Ian Duncan, Sarah Essex
Regie: Adam Mason
Drehbuch: Simon Boyes / Adam Mason
Kamera: Stuart Bereton
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Irgendwo im Nirgendwo - mitten in der Wüste. Ausgerechnet hier hat das frisch vermählte Ehepaar Summer und Clark einen Autounfall. Sie machen sich auf den Weg zur nächsten Siedlung, die Hitze ist schier unerträglich. Als sie, mit ihren Kräften am Ende, dort ankommen, müssen sie feststellen, dass es eine Geisterstadt ist. Verzweifelt suchen sie nach Wasser, die Sonne brennt erbarmungslos herunter. Auf einmal taucht Joseph auf: Er scheint ihre Rettung zu sein. Nach und nach merken die beiden jedoch, dass Joseph ein dunkles, schreckliches Geheimnis hat... Sie wollen vor ihm flüchten, doch er hat nicht vor, sie wieder gehen zu lassen...


Irgendwo im Nirgendwo


Treffender kann man das hier stattfindende Geschehen kaum bezeichnen, spielt sich die Szenerie doch irgendwo in der Wüste Arizonas ab, weitab jeglicher Zivilisation. Und genau hier entwickelt sich ein kammerspielartiger Thriller, der vor allem in atmosphärischer Hinsicht vollkommen zu überzeugen weiss. Regisseur Adam Mason (Broken - Keiner kann dich retten) ist es wieder einmal gelungen, mit nahezu minimalistischen Mitteln sehr viel aus einer Geschichte rauszuholen, in der lediglich drei Personen mitwirken. Im Prinzip handelt es sich anscheinend um den handelsüblichen 08/15 Einheitsbrei, in dem zwei unbescholtene Menschen auf einen Psychophaten treffen, doch diese Annahme stellt sich im Verlauf der Geschichte als vollkommen falsch heraus, da der Film im letzten Drittel eine doch ziemlich überraschende Wendung nimmt, die dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht.

"Blood River" ist ein Film, der keineswegs durch visuelle Härte glänzt, sondern vielmehr ein atmosphärisch ungeheuer dichter Thriller, dem einige ganz zarte Horror-Elemente beigemischt wurden, die allerdings nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Es ist die Beziehung, die sich zwischen den drei Charakteren entwickelt, von denen der des Joseph ganz eindeutig der interessanteste ist und dem Geschehen auch seinen Stempel aufdrückt, was mit zunehmender Laufzeit immer stärker zum Ausdruck kommt. Von seiner Person geht eigentlich von Anfang an etwas sehr mysteriöses und geheimnisvolles aus, das man sich zu Beginn noch nicht so ganz erklären kann. So vermutet man in ihm schon fast zwangsläufig den psychophatischen Serienkiller, der in einem so angelegten Szenario eigentlich nicht fehlen darf und ist zum Ende hin dann umso überraschter, wenn man die wahre "Identität" seiner Person erkennt.

Bis man jedoch die wahren Hintergründe des Ganzen präsentiert bekommt, hat man es mit einer Story zu tun, die nicht unbedingt ereignisreich erscheint, aber dabei zu keiner Zeit auch nur annähernd langweilig wäre. Sie lebt hauptsächlich von der schier aussichtslosen lage, in der sich die Protagonisten befinden und aus der es anscheinend keinen Ausweg gibt. Dabei entfaltet sich eine ungeheuer beklemmende Atmosphäre, die man kaum in Worte fassen kann und auch als Zuschauer fühlt man sich nicht unbedingt sehr wohl in seiner Haut. Gerade bei dem Versuch, sich in die Lage der Hauptpersonen hineinzuversetzen, steigt in einem selbst ein panikartiges Gefühl auf, dessen man sich kaum erwehren kann. Denn um nichts in der Welt will man jemals selbst in eine solch gelagerte Situation kommen, die einfach nur trostllos und ohne jede Chance auf Rettung erscheint. Ist es doch insbesondere die schier unendliche Weite der Wüste, die ein Gefühl der Trostlosigkeit entstehen lässt, hinzu kommt die verlassene Geisterstadt "Blood River", die mitten im Nirgendwo liegt und die nicht ohne Grund als Geisterstad bezeichnet werden kann. Diese gewählten Schauplätze sind für den Film nahezu perfekt ausgewählt worden und verfehlen auch keinesfalls ihre extrem intensive Wirkung auf den Zuschauer.

Doch diese Wirkung geht längst nicht nur von den Schauplätzen aus, vielmehr ist es das perfekte Gesamtbild, das hier seine volle Intensität entwickelt, die sich schon zwangsläufig auf den Betrachter überträgt. Man erliegt der Faszination, die allgegenwärtig ist und mit den minimalistischsten Mitteln erzeugt wird. Hinzu kommt das wirklich sehr authentische und äusserst glaubwürdige Schauspiel der Darsteller, bei denen vor allem Andrew Howard in der Rolle des Joseph heraussticht. Die unheimliche Präsenz, die von ihm ausgeht ist es allein schon wert, sich dieses Werk anzuschauen, denn zu Anfang wird man aus diesem Charakter einfach nicht schlau. Neben den Hinweisen, die auf einen psychophatischen Killer hindeuten, wirkt er phasenweise auch richtig symphatisch und gütig, um im nächsten Moment aber wieder eine unnachgiebige Härte an den Tag zu legen. Die Darstellung dieser Gefühlspalette wird dabei äusserst gut umgesetzt, so das man von dieser Figur fast magisch angezogen wird.

Im letzten Drittel des Films gibt es dann auch einige kleine Passagen zu sehen, die etwas blutiger geraten sind, ohne das jedoch ein Härtegrad entstehen würde, den man als hoch bezeichnen könnte. Man sollte aber auch anmerken, das "Blood River" keinerlei Härte benötigt, da der Film an sich vollkommen überzeugend daherkommt und jederzeit spannende und sehr interessante Unterhaltung bietet. Hierzu trägt auch das gewählte Ende bei, das manche Leute eventuell als etwas unbefriedigend ansehen könnten, da genügend Spielraum für eigene Interpretationen gelassen wird, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da so ein nachhaltiger Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers hinterlassen wird.


Fazit:

"Blood River" ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln ein hohes Maß an Spannung und Intensität erzeugen kann. Eine interessante Geschichte, die eine Wendung an den Tag legt, die man wirklich nicht vorhersehen konnte und ausgezeichnete Darsteller, die ausdrucksstark und authentisch agieren, ergeben ein in allen Belangen ein überdurchschnittlich gutes Gesamtwerk, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 6. Jul 2010, 12:47

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Halloween Night
(Halloween Night)
mit Derek Osedach, Rebekah Kochan, Scot Nery, Sean Durrie, Alicia Klein, Erica Roby, Amanda Ward, Jared Michaels, Jay Costelo, Michael Schatz, Amelia Jackson-Gray, Nicholas Daly Clark, Tank Murdoch, Jonathan Weber
Regie: Mark Atkins
Drehbuch: Michael Gingold
Kamera: Mark Atkins
Musik: Mel Lewis
Juristisch geprüft
USA / 2006

Larry und seine Freunde von der Highschool wollen ihre Abschlussfeier in einem abgelegenen alten Haus feiern und es dort noch mal richtig krachen lassen. Doch die Feier geht schrecklich schief, weil ein entstellter Psychopath der lokalen Nervenklinik entweicht und auf der Party auftaucht, welche in demselben Haus gefeiert wird, in der der Psychopath seine traumatisierte Kindheit verbrachte. Von da an beginnt die Schlachtnacht des grössten Massenmörders seit Jason Vorhees und Michael Myers. 1982 wurde Christopher Vail nach dem Mord an seiner Familie weggesperrt... 10 Jahre später, in der Halloween Nacht, kehrt er zurück.


Die Firma Asylum hat es sich ja anscheinend zur Aufgabe gemacht, die Filmwelt mit etlichen Low Budget Produktionen zu bereichern und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das sich vorliegender Film nahtlos in die Reihe anderer Billig-Varianten einreiht. Allerdings sollte man diesem Werk positiv zugestehen, das es weitaus besser gelungen ist wie beispielsweise ein "I Am Omega", der einfach nur peinlich war. Nun bietet "Halloween Night" storytechnischen Tiefgang oder eine tiefergehende Beleuchtung einzelner Charaktere, es wurden ganz einfach die altbekannten Zutaten für einen Slasher in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Das Erstaunliche darin ist nur, das sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann, was bei Produktionen von Asylum nicht alle Tage der Fall ist. Der Zuschauer wird mit einer soliden Rahmenhandlung konfrontiert, die keineswegs neu oder gar innovativ ist, was allerdings Freunden des Slashers nicht sonderlich übel aufstoßen dürfte, da man mit allen üblichen Klischees und unlogischen verhaltensweisen konfrontiert wird, die einen solchen Film so sehenswert machen.

Zudem geht es wenigstens phasenweise wirklich einigermaßen spannend zur Sache, denn auch wenn das geschehen doch größtenteils recht vorhersehbar ist, baut sich mit der Zeit ein recht konstanter Spannungsbogen auf, der auf jeden Fall seinen Zweck erfüllt und dem Betrachter solide Slasherkost garantiert. Dazu zählt auch der vorhandene Härtegrad, der nicht unbedingt neue Maßstäbe setzt, aber doch als jederzeit angemessen bezeichnet werden kann. So gibt es dann auch mehrere Morde zu begutachten, die jetzt nicht unbedingt einfallsreich dargestellt werden, aber doch streckenweise schön blutig geraten sind, so das Fans hier auf ihre Kosten kommen sollten.

Nun gibt es auch in diesem Film die schon fast obligatorischen Logiklöcher, die man einerseits höflich übersehen könnte, oder man zählt zu den leuten, die sich tierisch darüber aufregen können. Ich persönlich zähle mich eigentlich zur ersten Gruppe, obwohl es schon ziemlich fragwürdig erscheint, wie ein Killer, der sein Leben lang in einer Klinik eingesperrt war, mit einemmal nahezu perfekt autofahren kann, obwohl er es nie gelernt hat. Von diesen offensichtlichen Schwächen gibt es hier wirklich einige zu bestaunen, was aber meiner Meinung nach nichts am Unterhaltungswert des Filmes ändert. Und genau darauf sollte man die geschichte reduzieren, denn rein inhaltlich hat sie nicht besonders viel zu bieten, vielmehr bekommt man die üblichen Nacktszenen geboten, die in einem Slasher einfach nicht fehlen dürfen, dazu einen ansehnlichen Härtegrad, der für einige andere Mankos durchaus entschädigen kann. Wenn man darüber hinaus noch über maximal durchschnittliches Schauspiel hinwegsehen kann, dürfte man relativ gut unterhalten werden.

Letztendlich sticht "Halloween Night" aber keineswegs aber keinesfalls aus der großen Durchschnittsmaße heraus und stellt so auch keinen Genre-Beitrag dar, der unbedingt nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Für einen gemütlichen Filmabend jedoch ist der Film jederzeit geeignet, man sollte seine Erwartungen allerdings von Beginn an nicht zu hoch ansetzen und dieses Werk lediglich an seinem Unterhaltungswert messen, der mit einigen Abstrichen auf jeden Fall vorhanden ist.


Fazit:


"Halloween Night" ist mit absoluter Sicherheit alles andere als ein Meilenstein des Sub-Genres, bietet jedoch größtenteils kurzweilige, wenn auch recht anspruchslose Unterhaltung. Ansprüche an Logik und Tiefgang dürfen auf keinen Fall gestellt werden, denn dafür handelt es sich eindeutig um den falschen Film. Und so werden wohl auch die etwas anspruchsvolleren Film-Fans diesen Film eher verteufeln, wohingegen ich mir aber auch sicher bin, das sich für diesen Slasher eine Fan-Base finden wird.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 12. Jul 2010, 17:01

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Herkules im Netz der Cleopatra
(Samsone)
mit Brad Harris, Sergio Ciani, Mara Berni, Serge Gainsbourg, Luisella Boni, Carlo Tamberlani, Irena Prosen, Franco Gasparri, Manja Golec, Romano Ghini, Niksa Stefanini
Regie: Gianfranco Parolini
Drehbuch: Oscar D'Amico / G. Madison
Kamera: Francesco Izzarelli
Musik: Carlo Innocenzi
FSK 16
Frankreich / Italien / 1961

Herkules, der schier unbesiegbare Sohn des Zeus, kehrt nach Jahren in die Stadt Sullam zurück, um seine Jugendfreundin Mila, die Thronerbin der Stadt, zu besuchen. Doch der machtbesessene Statthalter Warkalla hat die junge Frau einkerkern lassen und seine Geliebte Cleopatra auf den Thron gesetzt. Als er erkennt, welche Gefahr von Herkules für seine Pläne ausgeht, setzt er alles daran, den Göttersohn aus dem Weg zu räumen. Doch Herkules entkommt den Häschern und schlägt sich auf die Seite der Rebellen, um gemeinsam mit ihnen in die Schlacht gegen den Tyrannen zu ziehen und das Volk ein für alle Mal von der Schreckensherrschaft zu befreien.


Und wieder einmal bekommt es der Zuschauer mit einem der legendären Sandalenfilme der 60er Jahre zu tun, in dem Brad Harris den scheinbar unbesiegbaren Herkules mimt. Nun ähneln sich einige dieser Filme schon ziemlich stark, da die Thematik der Geschichten doch oft fast schon identisch erscheint, was durchaus dazu führen kann, das man bei gewissen Passagen zu der Ansicht gelangt, diese schon einmal gesehen zu haben. So muss sich der Titelheld auch in vorliegender Geschichte wieder einmal mit der Herrschsucht gewisser Personen auseinandersetzen, die ihr Volk unterjochen und nur an ihre eigene Person denken. Ich persönlich empfinde es überhaupt nicht als negativ, das hier diverse Ähnlichkeiten zu anderen Filmen mit Brad Harris bestehen, der ja in der damaligen Zeit geradezu wie geschaffen für die Rolle des Herkules war, was insbesondere durch seine äusserst muskulöse Figur begründet ist.

Darstellerische Höhepunkte sollte man in dieser Art von Film nicht unbedingt erwarten, erscheint das Schauspiel doch oft sehr theatralisch und hinterlässt einen eher naiven Eindruck, was aber andererseits auch als eine Art Markenzeichen angesehen werden kann. Das äusserst sich vor allem auch in den Kampfszenen die man begutachten kann, denn diese bestechen durch eine herrliche Naivität, die eigentlich alle Werke dieser Zeit beinhalten. So wird sich wohl auch die Faszination dieses Filmes hauptsächlich den etwas älteren Zuschauern offenbaren, da aus heutiger Sicht kein echter Härtegrad geschweige denn Action vorkommt, wie man es gewohnt ist. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das der durchaus vorhandene Reiz dieser Geschichte eher auf Nostalgiker wirken wird und das jüngere Publikum wohl weniger ansprechen wird.

Dennoch macht es einfach sehr viel Spaß das Geschehen zu verfolgen, in dem auch genügend Platz für eine ordentliche Portion Humor vorhanden ist, wobei auch der Humor auf viele Leute wohl eher einen recht antiquierten Eindruck hinterlässt, hier aber absolut passend an den richtigen Stellen eingefügt wurde. So entsteht ein Gesamtbild, das diesen Film zu einem perfekten Sonntagnachmittag-Filmerlebnis macht, an dem die gesamte Familie ihre Freude haben wird. Dafür sorgen auch die farbenprächtigen Kostüme, die schon immer ein ganz besonderes Highlight dieser Werke waren und auch die pompösen Bauten hinterlassen beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck.

So kann man letztendlich zu einem sehr positiven Gesamteindruck gelangen, insbesondere Freunde der alten Sandalenfilme werden voll auf ihre Kosten kommen und ganz sicher in Erinnerungen schwelgen, die bei der Ansicht eines solchen Filmes fast schon zwangsläufig auftreten. Starke Männer, die in einer herrlich naiven Art miteinander kämpfen, die man heute gar nicht mehr kennt, solide Darsteller und tolle Kulissen sorgen für ein insgesamt schönes Seh-Vergnügen, das man sich auch nach fast 40 Jahren immer noch gut anschauen kann.


Fazit:


"Herkules im Netz der Cleopatra" ist ein weiterer Beitrag aus der schier unerschöpflichen Schmiede der Sandalenfilme, der ganzzeitig für sehr kurzweilige Unterhaltung sorgt und vor allem Nostalgiker ansprechen wird. Brad Harris in der Rolle des Titelheden ist die absolut perfekte Besetzung und beeindruckt allein schon durch seinen muskulösen Körperbau. Darstellerische Defizite werden durch ordentlich Humor und die herrlich naiven Kampfszenen ausgeglichen und können das insgesamt sehr gute und unterhaltsame Gesamtbild nicht wirklich beeinträchtigen, so das man dieses Werk bedenkenlos weiterempfehlen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 2.0 Mono
Bild: 2,35:1 anamorph
Laufzeit: 90 Minuten
Extras: Interview mit Brad Harris, Informationen zu Brad Harris, Bildergalerie, Trailershow


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Return to Sleepaway Camp
(Return to Sleepaway Camp)
mit Vincent Pastore, Michael Gibney, Paul DeAngelo, Jonathan Tiersten, Isaac Hayes, Lenny Venito, Erin Broderick, Adam Wylie, Kate Simses, Brye Cooper, Michael Werner, Christopher Shand, Jaime Radow, Shahidah McIntosh, Jackie Tohn
Regie: Robert Hiltzik
Drehbuch: Robert Hiltzik
Kamera: Ken Kelsch / Brian Pryzpek
Musik: Rodney Whittenberg
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

25 Jahre nach dem Terror in Camp Arawak kehrt der blanke Horror zurück. Und der paranoide Ronnie wird von alten Erinnerungen eingeholt. Wieso geschieht in dem friedlichen Camp Manabe das gleiche, wie vorher in Camp Arawak? Wer ist der brutale Killer? Und wie um alles in der Welt soll man diesen Sommer des Todes überleben?


Regisseur Robert Hiltzik war es auch, der 1983 für den ersten Teil der "Sleepaway Camp-Reihe" verantwortlich zeichnete, der immerhin noch zwei Teile nach sich zog, was für viele vielleicht nicht ganz verständlich ist, da die Trilogie nicht gerade zu den qualitativ besten Slashern zu zählen ist. So kann man durchaus die Frage stellen, ob es nach nun schon mittlerweile 25 Jahren notwendig war, einen weiteren Teil hinterherzuschieben, der qualitätsmäßig ungefähr in der gleichen Liga anzusiedeln ist. Ich meine ja, denn auch wenn es sich hierbei nicht unbedingt um ein geniales Werk handelt, so bietet dieser Film doch meiner Meinung nach einen recht großen Unterhaltungswert und passt nahezu perfekt zu den anderen leicht trashigen Teilen der Reihe.

Von der Geschichte her wird dem Zuschauer wieder einer der typischen 80er Jahre "Camp-Slasher" geboten, wobei man allerdings wirklich keine Vergleiche zu den "Freitag deer 13.-Filmen" ziehen sollte, da diese doch in einer höheren Liga angesiedelt sind. Und trotzdem dürften hier insbesondere die Fans der "Sleepaway Camp-Reihe" auf ihre Kosten kommen, da die Geschehnisse ebenso teilweise abstrus erscheinen, wie schon in den 80er Jahren. So wird man beispielsweise mit teils äusserst skurrilen Charakteren konfrontiert, deren Handlungsweisen auch in den seltesten Fällen so etwas wie Logik erkennen lassen. Das dabei in die Waagschale geworfene Schauspiel der Darsteller kann man phasenweise nicht so ganz ernst nehmen, was aber nicht unbedingt als negativ angesehen werden sollte, das es absolut perfekt in die schräg wirkende Szenerie hineinpasst.

So entsteht nicht gerade selten einmal eine Art unfreiwillige Situationskomik, die schon für so manchen Schmunzler beim Betrachter sorgt, dem eigentlich von Beginn an klar sein sollte, das man dieses Werk nicht unbedingt mit der absoluten Ernsthaftigkeit betrachten sollte, vor allem dann nicht, wenn man die Original-Filme schon einmal gesehen hat. Denn wer hier nicht mit den höchsten Ansprüchen an das Szenario herangeht, der wird durchaus witzig und kurzweilig unterhalten. So gibt es auch im Bezug auf die vorhandene Härte einige nette Passagen zu sehen, auch wenn sich der Härtegrad im Endeffekt immer in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Einige der hier stattfindenden Morde werden eher nur in Ansätzen gezeigt, jedoch gerade in der zweiten Filmhälfte werden die Tötungen um Einiges derber dargestellt, ohne das es dabei aber in eine sinnbefreite Schlachteplatte ausarten würde.

Was mir persönlich aber am besten gefallen hat, ist die aufkommende Atmosphäre, denn hier haben es die Macher doch äusserst gut hinbekommen, das typischer 80er Feeling zu erzeugen, jedenfalls habe ich es so empfunden. Da nimmt man es auch gern in Kauf, das der vorhandene Spannungsbogen nicht so straff gezogen ist, denn im Prinzip ist es doch ziemlich offensichtlich, wer hinter den ganzen Morden steckt, so das man vom äusserst abrupt daherkommenden Ende nicht wirklich überrascht ist. Alles zusammengenommen präsentiert sich einem hier sicherlich nicht einer der besten Slasher aller Zeiten, aber doch immerhin ein typischer "Sleepaway Camp-Film", der sich zwar nicht unbedingt auf einem hohen Niveau bewegt, aber extrem kurzweilig und manchmal auch herrlich trashig ist, so das man immer gut unterhalten wird.


Fazit:


"Return to Sleepaway Camp" ist sicher kein Film, an den man mit hohen Erwartungen herangehen sollte, denn die werden nicht erfüllt. Wer aber einen trashigen und bestens unterhaltenden B Movie-Slasher zu schätzen weiss, der sollte hier unbedingt zugreifen. Fans der Original-Trilogie kommen keinesfalls an diesem Film vorbei und werden auch ihren Spaß daran haben, dessen bin ich mir sicher.


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / Englisch DD 2.0
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 83 Minuten
Extras: Trailer
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 15. Jul 2010, 22:16

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Todes-Date
(Decoys)
mit Corey Sevier, Stefanie von Pfetten, Kim Poirier, Elias Toufexis, Meghan Ory, Ennis Esmer, Krista Morin, Marc Trottier, Carrie Colak, Richard Burgi, Nicole Eggert, Don Hastings, Sarah Smyth, Leah Graham, Mike Lobel
Regie: Matthew Hastings
Drehbuch: Tom Berry / Matthew Hastings
Kamera: Daniel Villeneuve
Musik: Daryl Bennett / Jim Guttridge
FSK 16
Kanada / 2004

Die College-Studentinnen Lilly und Constance sind zwei bildhübsche Blondinen, sozusagen überiridisch schön. Und dahinter steckt die Wahrheit: Sie sind intergalaktische Eindringlinge mit einer Mission. Zunächst paaren sie sich mit den Erdlingen und dann übernehmen sie den Planeten Erde. So stärt es die Girls nicht im mindesten, dass ihr Paarungsakt für die Menschen tödliche Folgen hat. Doch als Luke, ein wissbegieriger Neuling, zufällig die geschmeidigen Körperbewegungen der Aliens beobachtet, weiß er: Nun liegt es an ihm, die Erde zu retten, bevor sie unwiderruflich zerstört wird.


Sicherlich, die Geschichte scheint laut Inhaltsangabe recht skurril zu sein, man sollte also keineswegs höhere Ansprüche an inhaltlichen Tiefgang stellen. Allerdings ist es auch zu keiner Zeit das Ansinnen dieser kanadischen Produktion höheren Ansprüchen zu genügen, hier steht ganz eindeutig der Unterhaltungswert ganz eindeutig im Vordergrund. Und dieser ist doch ziemlich hoch angesiedelt, präsentiert Regisseur Matthew Hastings doch eine äusserst gelungene Kombination aus SCI/FI/Horror-und Komödie, die ganzzeitig kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet. Mit Teenie-Horrorfilmen ist es ja immer so eine Sache, im Prinzip ähneln sich die meisten Vertreter doch äusserst offensichtlich, doch die hier zugrunde liegende Grundidee kann man schon als sehr amüsant und auch etwas abwechslungsreich bezeichnen.

Manche Männer stehen ja gerade auf kühle Schönheiten, wenn diese einen allerdings durch den Geschlechtsakt von innen nach außen erfrieren lassen, stellt sich die Angelegenheit doch in einem vollkommen anderen Licht dar. Wenn die Damen dann auch noch von einem anderen Planeten stammen, entsteht eine Bedrohung für die normalen Menschen und das vor allem, wenn sie zum männlichen Geschlecht gehören. So ist dann auch der Campus einer Universität der ideale Ort für die coolen Schönheiten, um ihre Versuche zum Erhalt der eigenen Spezies durchzuführen. Sie erfüllen Männerträume und die Jungs verfallen ihnen reihenweise, ohne dabei zu merken, mit wem sie es wirklich zu tun haben.

Lediglich Luke (Corey Sevier) kommt ihnen auf die Schliche, hat aber verständlicherweise Schwierigkeiten, das seine Freunde ihm die Geschichte von den Ausserirdischen glauben. Mit der Zeit entwickelt sich so eine Geschichte, in der es zwar keinerlei härtere Passagen zu sehen gibt, die aber spritzig-witzig daherkommt und den Zuschauer bestens unterhalten kann. Hinzu kommt auch noch die Tatsache, das sich auch der Spannungsbogen durchaus sehen lassen kann, denn wenn auch nicht unbedingt die absolute Hochspannung entsteht, denn dafür ist das Geschehen dann doch etwas zu vorhersehbar, bekommt man immerhin Spannung auf einem sehr soliden Niveau geboten. Und dann wäre da auch noch eine sehr gelungene Grundstimmung, die in diversen Passagen sogar etwas wie Bedrohlichkeit aufkommen lässt. Insgesamt gesehen sind hier also alle Zutaten für ein kurzweiliges-und recht witziges Film-Vergnügen enthalten, so das Freunde des Teenie-Horrors voll auf ihre Kosten kommen dürften.

Streckenweise wirkt das ganze Szenario sogar leicht trashig, was dem Film noch einmal zusätzlich eine sehr angenehme Note verleiht, teils vorhandene Situationskomik und gewisse Verhaltensweisen einiger Protagonisten bringen dies besonders gut zum Ausdruck, was dem gewonnenen Gesamtbild äusserst zuträglich ist und den positiven Eindruck noch einmal zusätzlich etwas aufwertet. Alles in allem ist "Todes-Date" ein herrlich erfrischender Teenie-Horrorfilm mit einer gehörigen Portion Humor, der aber auch durchaus in Sachen Spannung zu überzeugen weiss.


Fazit:


In der breiten Masse des Teenie-Horrorfilms bietet "Todes-Date" eine doch recht erfrischende Abwechslung, auch wenn der Film bis auf die Todesart der Opfer eigentlich nicht wirklich viel Neues bietet. Dennoch ist es gerade die Zusammensetzung der altbewährten Zutaten, die dieses Werk so absolut sehenswert machen. Etwas Horror, ein bisschen SCI/FI und jede Menge charmanter Humor sorgen für ein Seh-Vergnügen, das sich kein echter Fan entgehen lassen sollte, wenn er denn Freude an dieser Art von Film haben kann.


7/10


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Paragraph 78
(Paragraph 78 - Film pervij)
mit Yuriy Kutsenko, Vladimir Vdovichenkov, Anastasiya Slanevskaya, Grigoriy Siyatvinda, Anatoliy Belyy, Stanislav Duzhnikov, Aziz Beyshenaliev, Yusup Bakshiev, Aleksandr Tyutin, Aleksey Malashkin, Mikhail Efremov
Regie: Mikhail Khleborodov
Drehbuch: Mikhail Khleborodov / Ivan Okhlobystin
Kamera: Sergei Kozlov
Musik: Tobias Enhus
FSK 16
Russland / 2007

Die weltweite Abrüstung hat funktioniert. Keine der Großmächte hat mehr Massenvernichtungswaffen. Offiziell... Eine Eliteeinheit wird in einen geheimen Raketenbunker geschickt, um eine außer Kontrolle geratene Waffe zu entschärfen. Als das Team ankommt, findet es ausschließlich Leichen. Nur ein Mensch hat überlebt, aber der ist wahnsinnig geworden. Die Entdeckung, die die Soldaten daraufhin machen, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren, denn die Geheimwaffe lebt und will aus dem Bunker entkommen.


Es ist unverkennbar, das Regisseur Mikhail Khleborodov sich bei seinem Film altbewährter Stilelemente einiger SCI/FI-und Horrorfilme bedient hat, um hier eine doch größtenteils interessante Geschichte zu kreieren, die dann aber im Endeffekt doch nicht zu 100 % überzeugen kann. Dabei beinhaltet die erzählte Geschichte wirklich genügend Potential, um einen in allen Belangen guten Film zu präsentieren. Fühlt man sich doch phasenweise als Zuschauer schon fast zwangsläufig an Genre-Vertreter wie "Resident Evil" oder auch "Das Ding aus einer anderen Welt" erinnert, da gewisse Anleihen doch ziemlich offensichtlich sind. Das Problem des Geschehens ist ganz einfach, das keine sichtbare Bedrohung vorhanden ist, sondern die ganze Zeit lediglich von einem Virus die Rede ist. Dieser verwandelt die infizierten Menschen aber keineswegs in Zombies oder Ähnliches, lediglich das verhalten der Betroffenen ändert sich auf eine recht kuriose Art und Weise, auf die ich nicht näher eingehen möchte, um anderen die Spannung zu nehmen.

Dennoch versteht es der Film, eine ziemlich dichte und beklemmende Atmosphäre zu entfalten, die sich vor allem ab dem Zeitpunkt entfaltet, als die Spezialeinheit in dem Bunker eintrifft. Von da an liegt die ganze Zeit etwas unheilvolles in der Luft, so das man das Gefühl nicht mehr los wird, das schon in der nächsten Sekunde etwas Grauenvolles passieren könnte. Gleichzeitig liegt hier aber auch das einzige Defizit der Story, denn bis auf einige komisch reagierende Infizierte passiert eigentlich nicht viel, so das sich im Endeffekt fast alles um die im Team vorherrschenden Spannungen dreht. Die Gründe dafür werden dem Zuschauer insbesondere in den ersten gut 40 Minuten des Filmes präsentiert, in denen man hauptsächlich mit etwas oberflächlichen Charakterzeichnungen der einzelnen Mitglieder der Einheit konfrontiert wird.

Auch wenn in dieser Phase der Geschichte nicht mit Action zu rechnen ist, gestaltet sich diese keineswegs als langweilig, sondern sorgt auch für einige recht humorige Einlagen, die durchaus zu gefallen wissen. Ganz generell ist "Paragraph 78" nicht unbedingt als Action-Feuerwerk anzusehen, doch die vorhandenen Passagen kann man als sehr gelungen bezeichnen. Allerdings sollte man fairerweise erwähnen, das einige der gezeigten Kämpfe nicht unbedingt realistisch daherkommen, deswegen aber keineswegs als schlecht anzusehen sind. Am witzigsten erscheint dabei der kampf zwischen dem Teamchef und einem seiner Untergebenen, hier wird auf äusserst skurrile Art und Weise Kugeln des Gegners ausgewichen, so das man sich ein Schmunzeln kaum verkneifen kann. Mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört, denn die hier gefundene Mischung aus SCI/FI, kleineren Horror-Elementen, Action-und Humor konnte mich ganzzeitig sehr gut und kurzweilig unterhalten.

Auch die einzelnen Darsteller wirken trotz ihrer Differenzen untereinander doch äusserst symphatisch und wissen auch schauspielerisch zu gefallen. Es werden zwar keinerlei Meisterleistungen dargeboten, doch insgesamt gesehen ist das dargebotene Schauspiel doch sehr solide. Letztendlich ist "Paragraph 78" ein wirklich interessanter Film, der aber leider bei einigen Dingen nicht ganz ausgereift wirkt. Es sind viele gute Ansätze zu erkennen, aus denen man allerdings weitaus mehr hätte herausholen können. Und trotz einiger offensichtlicher Mankos schafft es der Film irgendwie, das man zu keiner Zeit von der Story lassen kann, von der eine schwer zu beschreibende Faszination ausgeht, die man sich manchmal gar nicht so recht erklären kann.


Fazit:


"Paragraph 78" ist ganz sicher kein Meisterwerk und es wurde auch längst nicht das komplette vorhandene Potential ausgeschöpft, dennoch wird man äusserst gut und auch kurzweilig unterhalten. Das Gesamtbild ist ohne Weiteres als gut zu bezeichnen, so das man diesen Film problemlos weiterempfehlen kann, ohne ein großes Risiko einzugehen, zu sehr enttäuscht zu werden.


6/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jul 2010, 22:51

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Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack
(Jennifer's Body)
mit Megan Fox, Amanda Seyfried, Johnny Simmons, Adam Brody, Sal Cortez, Ryan Levine, Juan Riedinger, Colin Askey, Chris Pratt, Juno Ruddell, Kyle Gallner, Josh Emerson, J.K Simmons, Amy Sedaris, Cynthia Stevenson
Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Diablo Cody
Kamera: M. David Mullen
Musik: Stephen Barton / Theodore Shapiro
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Obwohl die aufreizende, erotische Cheerleaderin Jennifer und die graue Maus Needy unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden Kleinstadt-Teenager von Kindesbeinen an beste Freundinnen. Needy lässt sich widerstrebend von Jennifer überreden, in einem verruchten Club ein Konzert ihrer Lieblingsband Low Shoulder zu besuchen. Danach verschwindet Jennifer mit der Band. Als sie am nächsten Tag wieder auftaucht, hat sie sich nicht nur verändert, sondern nach und nach sterben die Jungs aus der Highschool, die mit ausgeweideten Leichen gefunden werden. Die Stadt steht unter Schock. Und Needy befällt ein Verdacht...


Ich hatte mich wirklich sehr auf diesen Film gefreut, da ich ein bekennender Fan von Teenie-Horrorfilmen bin, doch nach der Sichtung dieses Werkes bin ich ehrlich gesagt mehr als enttäuscht. Zugegeben, Hauptdarstellerin Megan Fox ist wohl rein optisch gesehen der heisseste Feger, den man sich hier vorstellen kann und so mancher männliche Horrorfan wird sich die DVD allein schon wegen ihrer Mitwirkung und dem äusserst leckeren DVD-Cover kaufen, um dann später enttäuscht feststellen zu müssen, das es sich um eine Mogelpackung handelt. Das liegt ganz einfach darin begründet, das die äusseren Reize von Megan Fox auch schon das einzig Positive an diesem ansonsten wirklich schlechten Horrorfilm sind, der wirklich auf der ganzen Linie versagt und so noch nicht einmal ganzzeitig kurzweilige Unterhaltung darbietet.

So versucht sich "Jennifer's Body" selbst als Horror-Komödie zu definieren, was nach der Sichtung der Geschichte viel eher wie ein misslungener Scherz klingt. Zwar haben die Macher des Films offensichtlich versucht, dem Geschehen eine humorige Seite beizufügen, jedoch hat man als Zuschauer vielmehr das gefühl, das es sich dabei lediglich um eine Art Pseudo-Humor handelt, denn lachen kann man im Prinzip zu keiner Zeit, da hier ganz einfach nicht eine einzige Szene auch nur annähernd lustig erscheint. Stattdessen wird man in einigen Phasen mit extrem platten Wortwitz konfrontiert und die scheinbar gewollte Situationskomik in einigen Passagen wirkt seltsam künstlich und aufgesetzt. Man wird das Gefühl nicht los, das selbst die Darsteller den Humor der einzelnen Szenen nicht erkennen konnten, denn anders ist ihr teilweise grausam schlechtes Schauspiel kaum zu erklären. Nun erwartet man in einem Tennie-Horrorfilm nicht unbedingt orcarreife Darstellungen, doch das hier gebotene Schauspiel ist größtenteils schon unter aller Kanone und hinterlässt nicht selten einen eher lustlosen und vollkommen unmotivierten Eindruck.

Hierbei stellt sich insbesondere Megan Fox in den Vordergrund, denn sie bietet ein Paradebeispiel dafür, das ein hinreissendes Äusseres nicht gleichzeitig mit darstellerischem Talent gleichzusetzen ist. Sie bleibt während der gesamten Laufzeit das gutaussehende Luder, das aber in schauspielerischer Hinsicht viel eher wie eine ziemlich talentbefreite Zone erscheint. Allerdings passt sie sich mit ihrem miserablen Schauspiel lediglich dem Niveau des gesamten Films an, das sich nicht gerade auf einem hohen Level bewegt. Denn die erzählte Story ist extrem dünn geraten und wird dazu auch noch äusserst belanglos und nicht gerade sehr interessant erzählt. Phasenweise hinterlässt sie dabei beim Zuschauer noch einen sehr uninspirierten Eindruck, was sich nicht gerade positiv auf das entstehende Gesamtbild auswirkt. So verfolgt man als Zuschauer das Geschehen eher gelangweilt als interessiert und freut sich fast ausschließlich auf die Szenen, in denen die Hauptdarstellerin einmal wieder zu sehen ist. Doch wie schon erwähnt, liegt das keineswegs an ihrem (nicht) vorhandenem Talent, sondern einzig und allein an ihrer Optik. Das allein sagt schon alles über die Qualität dieses Werkes aus, denn es ist doch eher traurig, wenn man einen Horrorfilm auf die Optik einer Darstellerin reduzieren muss, da ansonsten keinerlei Highlights zu verzeichnen sind.

Es mangelt ganz einfach an den grundlegendsten Elementen, die ein solcher Film beinhalten sollte, es entwickelt sich zu keiner Zeit so etwas wie ein einigermaßen konstanter Spannungsbogen und auch in atmosphärischer Hinsicht bekommt der geneigte Horrorfan so gut wie überhaupt nichts geboten. So entsteht beispielsweise zu keiner Zeit so etwas wie eine bedrohliche Grundstimmung, die Geschichte ist viel zu vorhersehbar und die Spannung hält sich in einem extrem überschaubaren Rahmen. Wenn es wenigstens einige Überraschungsmomente geben würde, oder zumindest ein ansehnlicher Härtegrad vorhanden wäre, dann könnte man noch über einige andere zu offensichtliche Schwächen hinwegsehen und dem Film einen gewissen Unterhaltungswert zuschreiben, doch selbst in dieser Beziehung bekommt man im Prinzip nichts geboten. Im Endeffekt dürfte es dann auch nicht weiter verwunderlich erscheinen, das wirklich nur die optische Erscheinung der weiblichen Hauptdarstellerin als äusserst positiv zu bewerten ist, sich der gesamte Rest des Films noch nicht einmal im Durchschnittsbereich des täglichen Einheitsbreis etablieren kann.


Fazit:


"Jennifer's Body" ist rein filmisch gesehen eine ziemliche Katastrophe, da dieses Werk in keiner Beziehung wirklich überzeugen kann. Statt Horror bekommt der Zuschauer sinnbefreites "Teenie-Gepoppe" zu sehen, das keinen interessiert. Schlechte Darsteller, eine vollkommen belanglose Geschichte und eine Art von Humor, über die man nicht lachen kann, lassen hier letztendlich ein Gesamtbild entstehen, das sich selbst eingefleischte Fans von Teenie-Horrorfilmen besser ersparen sollten, denn eine heisse Hauptdarstellerin macht noch längst keinen guten Film aus, wie man an diesem Beispiel sehen kann.


3/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Jul 2010, 19:34

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Porn Horror Movie
(One-Eyed Monster)
mit Amber Benson, Jason Graham, Charles Napier, Jeff Denton, Caleb Mayo, Bart Fletcher, Jenny Guy, Veronica Hart, Johnny Lee, Carmen Hart, Frank Noel, Ron Jeremy
Regie: Adam Fields
Drehbuch: Adam Fields / Jordan Fields
Kamera: Joseph White
Musik: Adam Fields
FSK 16
USA / 2008

Als sich Porno-Superstar Ron mit einer Schar heißer Nachwuchs-Talente zu einem Low-Budget-Dreh in eine einsame Berghütte zurückzieht, erwartet er einen leichten Job. Doch kaum ist die erste Klappe gefallen, wird der Hauptdarsteller von einem unheimlichen Blitz aus dem All getroffen - mit mörderischen Folgen: denn jetzt macht sich Rons sagenumwobenes Super-Genital selbständig und bohrt sich gnadenlos von einem blutigen Höhepunkt zum nächsten.


Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, auf welch skurrile Ideen manche Regisseure kommen, um einen Film zu produzieren, der den Zuschauer kurzweilig unterhält. Die hier erzählte Geschichte ist allerdings an Absurdität kaum zu überbieten, denn ist es doch der Penis von Pornostar Ron Jeremy, der sich als Serienkiller entpuppt und sich munter durch die Gruppe einer Pornofilm-Crew mordet, was zudem noch auf äusserst amüsante und witzige Art und Weise geschieht. Die absurde Idee, die dem Geschehen zugrunde liegt, ist einerseits schon als wirklich innovativ zu bezeichnen und gibt auch von der ersten Minute an die Richtung vor, die der Film einschlägt, andererseits eröffnet sich dem Zuschauer aber auch eine Art von Humor, die ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen wird. Wer allerdings eine vollkommen abgedrehte Geschichte zu schätzen weiss, in der es vor skurriler Situationskomik nur so wimmelt, der dürfte seine helle Freude an dieser extrem trashigen Horror-Komödie haben.

Ist die Szenerie an sich schon als nahezu grotesk zu bezeichnen, so haben es sich die Macher nicht nehmen lassen, die Geschichte mit etlichen bizarren Dialogen anzureichern, bei denen man teilweise vor lachen nicht mehr an sich halten kann. Gleichzeitig offenbart sich das Ganze dadurch auch als herrliche Satire über die Porno-Branche, denn diese wird hier gehörig auf die Schippe genommen. Das geschieht allerdings auf eine wirklich amüsante-und teilweise auch charmante Art, die zudem so dermaßen überzogen ist, das es eine wahre Pracht ist, dem wilden Treiben auf dem Bildschirm zuzusehen. Schon allein die Morde des Serienkillers sind äusserst variantenreich gestaltet und sorgen so für jede Menge Abwechslung. Allerdings dauert es eine geraume Zeit, bis man den Killer-Penis auch einmal wirklich zu Gesicht bekommt, doch das Warten lohnt sich durchaus, denn entpuppt sich der Killer doch als Würgemaschine, indem er sich einigen der Protagonisten wie eine todbringende Schlinge um den Hals legt.

Insbesondere das Ende hat es dann noch einmal so richtig in sich, denn die Art mit der sich die Überlebenden des Killers entledigen, ist schon ein absoluter Höhepunkt des Filmes. Doch kann man die Zerstörung von Ron Jeremy's Penis auch mit einem weinenden Auge sehen, da dieser doch das Potential eines Kult-Killers besessen hat und Regisseur Adam Fields noch einige Fortsetzungen hätte kreieren können, an denen man ganz sicher seine Freude gehabt hätte. So aber wird man sich wohl mit dieser einen Verfilmung zufriedengeben müssen, die so herrlich schräg daherkommt, das jedem Trash-Fan die Tränen in die Augen steigen, denn einen skurrileren Mörder hat die Horrorwelt wohl noch nicht gesehen. Und dennoch hät man noch einiges an Potential liegengelassen, denn bei der vorliegenden Grundidee wäre noch weitaus mehr möglich gewesen. Zwar werden die Lachmuskeln schon arg strapaziert, doch hätte man das gesamte Geschehen noch viel mehr auf die Spitze treiben können, indem man den Humor noch eine Schicht dicker aufgetragen hätte.

Aber auch so kann man mit dem gesehenen durchaus zufrieden sein, denn die vollkommen hanebüchene und alberne Geschichte wurde ordentlich in Szene gesetzt und bietet absolut kurzweilige Unterhaltung. Dafür zeichnen auch die erstklassig bizarren Dialoge verantwortlich, die phasenweise so wunderbar dämlich sind, das man sich nur mit der Hand an den Kopf schlagen kann. Hinzu kommen die gut agierenden Darsteller, die sich zwar nicht unbedingt durch schauspielerisches Talent auszeichnen, deren Leistungen aber für einen Film dieser Art nahezu perfekt sind. Letztendlich offenbart sich also ein Gesamtbild, das keinerlei Niveau und Anspruch besitzt, aber vom reinen Unterhaltungswert eine absolute Granate ist und so ein äusserst witziges und schräges Film-Vergnügen garantiert.


Fazit:


Skurril, schräg und vollkommen abgedreht, das sind wohl die Schlagworte, die diese trashige Horror-Komödie am besten beschreiben. Man muss schon etwas auf aussergewöhnlichen-und frivolen Humor stehen, um diesem Film etwas abgewinnen zu können, doch wenn dies der Fall ist, wird man bestens und äusserst kurzweilig unterhalten. Ein mordender Killer-Penis ist der absolute Star der Geschichte und sorgt so für die Belustigung des Betrachters. Begriffe wie Anspruch, Sinn und Niveau sollte man hier von Beginn an vernachlässigen, denn diese Dinge werden definitiv nicht geboten.


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