horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Moderator: jogiwan

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 24. Jul 2015, 08:41

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Preservation
(Preservation)
mit Wrenn Schmidt, Pablo Schreiber, Aaron Staton, Cody Saintgnue, Michael Chacon, Nick Saso, Nix
Regie: Christopher Denham
Drehbuch: Christopher Denham
Kamera: Nicola Marsh
Musik: Samuel Jones / Alexis Marsh
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Der unnahbare Sean unternimmt mit seinem Bruder Mike und dessen Frau Wren ein Jagdwochenende in der amerikanischen Wildnis. Der gemeinsame Trip soll die beiden unterschiedlichen Brüder wieder vereinen. Doch schon bald werden Spannungen in der Gruppe deutlich und die Situation droht zu eskalieren. Als am nächsten Tag ihr sämtliches Hab und Gut verschwunden ist und alle drei mit einem Kreuz auf der Stirn gekennzeichnet aufwachen, beschuldigt Mike zunächst Sean dahinter zu stecken. Doch schnell wird klar, dass sie nicht allein sind, sondern das Ziel einer tödlichen Menschenjagd. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.


Christopher Denham dürfte den meisten Leuten wohl viel eher als Darsteller bekannt sein, denn der gute Mann hat schon in diversen Serien (Deception, Person of Interest) wie auch in einigen Filmen (Argo, The Bay) mitgewirkt. Mit "Preservation" legt er nun seine mittlerweile zweite Regiearbeit vor und präsentiert dabei eine gelungene Mixtur aus Survival Thriller und Horrorfilm. Gleichzeitig lässt die Geschichte auch trotz ihrer Location in einem Waldgebiet die typischen Elemente des Home Invasion Thrillers erkennen, so das man rein prinzipiell von einem interessanten und sehenswerten Filmerlebnis ausgehen kann. Dabei lassen sich unübersehbare Anlehnungen an diverse Genre Vertreter erkennen, wobei dem Zuschauer insbesondere zwei Filme ganz stark in Erinnerung kommen. Da wären zuerst einmal der britische Vertreter "Eden Lake" und auf der anderen Seite die französische Produktion "Them", wobei beide Filme ganz starke Spuren im vorliegenden Szenario hinterlassen. Wer beide Filme kennt kann sich denken, das Denham hier ein intensives Filmchen auf die Beine gestellt hat, gleichzeitig eröffnet sich dadurch aber auch gleichzeitig ein deutliches Manko der Geschichte. Innovative Ansätze sollte man nämlich gar nicht erst erwarten, denn stellenweise kommen einem die Abläufe sogar seltsam bekannt vor.

Für Neueinsteiger ist das eher unerheblich, wer sich jedoch ein wenig in den Genres auskennt, muss sich mit altbewährten Zutaten zufrieden geben. Diese wurden allerdings recht gekonnt umgesetzt, nur stehen definitiv keinerlei Neuerungen auf dem Stundenplan. Wenn einem das nichts ausmacht wird man äußerst gut bedient, wobei der Film jedoch gut 35 Minuten Zeit benötigt, bis er so richtig in die Gänge kommt. Die Zeit davor dient eher als etwas zu lang geratene Einführung in das Geschehen und bringt einem die drei Hauptfiguren und deren Verhältnis untereinander ein wenig näher. Tiefere Charakterzeichnungen sollte man dabei aber nicht unbedingt erwarten, denn trotz sichtlicher Mühen gelingt es Denham nicht gänzlich, einen echten Bezug zwischen den Protagonisten und dem Betrachter herzustellen. Stattdessen werden die Abläufe mit typischen Klischees angefüllt, die sich in erster Linie auf das in wichtigen Situationen nicht logisch nachvollziehbarem Verhalten der beiden Brüder Mike und Sean anwenden lassen. Ebenso vorhersehbar erscheint die Tatsache, das andererseits die gute Wren im Laufe der Zeit zu einer regelrechten Kampfamazone mutiert, die sich ihren Peinigern unerschrocken gegenüberstellt. Ähnliche Abläufe ist man ja aus etlichen anderen Genre Vertretern gewohnt und so nimmt man diese nicht immer authentisch wirkenden Handlungsweisen als gegebenes Stilmittel, um die Spannung ein wenig künstlich in die Höhe zu pushen.

Das mag nicht jedem zusagen, erscheinen doch die Ereignisse durch diesen Aspekt nicht immer glaubwürdig, andererseits schadet es dem gewonnenen Gesamtbild nicht sonderlich. Dafür mangelt es dem Film ein wenig an visueller Härte, denn gerade die bisherigen Veröffentlichungen von Pierrot Le Fou haben sich doch ganz besonders dadurch ausgezeichnet, das die Fans der etwas härteren Schiene immer auf ihre Kosten gekommen sind. Zwar beinhaltet auch "Preservation" einige blutige Momente, doch insgesamt gesehen kocht man in vorliegendem Fall doch eher auf Sparflamme. Dafür setzt das Geschehen aber im Kopf des Zuschauers eine Menge an Brutalität frei, die sich letztendlich jedoch vielmehr aus der Situation an sich ergibt, als das sie in expliziten Gewaltdarstellungen zur Geltung kommen würde. Und so sollte man sich auf einen Beitrag mit Stärken als auch diversen Schwächen einstellen, wobei sich das Gesamtbild aber meiner persönlichen Meinung nach oberhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelt.

Letztendlich liegt es wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch mir hat diese Produktion trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit äußerst gut gefallen. Das Szenario wird von einer stimmigen und größtenteils bedrohlichen Grundstimmung getragen und die Identität der Täter sorgt zudem für einen derben Beigeschmack. Neu ist dieser allerdings auch nicht, denn in dieser Beziehung kommt man wieder zu den beiden von mir genannten Referenzwerken, so das im Endeffekt kein wirklicher Überraschungseffekt vorliegen dürfte. Wem also mangelnde Neuerungen und fehlende Innovation nichts ausmachen, der kann definitiv den Griff zu diesem Film wagen, denn bereuen dürfte man eine Sichtung keinesfalls.


Fazit:


"Preservation" bietet jede Menge altbewährte Zutaten, die Christopher Denham recht gekonnt zu einem größtenteils intensiven Genre Mix kombiniert hat. Sonderliche Höhepunkte oder gar geniale Wendungen sollte man jedoch nicht erwarten, denn ansonsten könnte man am Ende dann doch etwas enttäuscht sein.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 24. Jul 2015, 08:42

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Fear Clinic
(Fear Clinic)
mit Robert Englund, Fiona Dourif, Felisha Terrell, Cleopatra Coleman, Corey Taylor, Brandon Beemer, Bonnie Morgan, Kevin Gage, Angelina Armani, Thomas Dekker, Nancy Telzerow, Ryder Gage, Cherie McClain, Ashley Jean Ross
Regie: Robert Hall
Drehbuch: Robert Hall / Aaron Drane
Kamera: Joseph White
Musik: Jason M. Hall
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Dr. Andover hat sich ganz und gar dem Kampf gegen die Furcht verschrieben. Egal, unter welcher Phobie ein Mensch auch leiden mag, Dr. Andover möchte sie mit seiner Maschine - der Fear Chamber - kurieren. Bald jedoch muss er feststellen, dass er mit seiner Behandlungsmethode einer unheilvollen Kraft Zugang zu unserer Welt gewährt hat. Jene Kraft, die sich von der Furcht der Menschen ernährt, hat es auf die fünf Patienten abgesehen, die gerade in der Klinik von Dr. Andover eingecheckt haben.


"Fear Clinic" ist das neueste Werk von Robert Hall (Laid to Rest 1 & 2) und basiert auf der gleichnamigen Web Serie von 2009, die ebenfalls unter der Regie des guten Mannes entstanden ist. Wie der Filmtitel schon andeutet ist Angst das vorherrschende Thema, wobei die Bearbeitung der vorliegenden Thematik dann doch ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint. Mit einem geschätzten Budget von 1.000.000 $ ist das Werk nicht unbedingt üppig ausgestattet und das merkt man der Geschichte auch stellenweise an. So sind beispielsweise die Schauplätze recht spärlich gehalten und auch die enthaltenen Effekte zählen sicherlich nicht zu den besten ihrer Zunft. Dennoch sind diese auf den ersten Blick eher negativen Aspekte letztendlich ein kleiner Vorteil, denn durch den teilweise etwas billig erscheinenden Anstrich entwickelt sich eine ganz eigene und herrlich siffige Atmosphäre, die durchgehend von einer äußerst düsteren Optik begleitet wird. So entsteht dann auch eine unheilvolle Grundstimmung und hiermit offenbart sich dann auch ganz eindeutig die größte Stärke dieses ansonsten eher durchschnittlichen Filmes.

Das man zu dieser Einschätzung gelangt ist in dem etwas unausggorenen Drehbuch begründet, das doch an etlichen Stellen ziemliche Schwächen aufweist. So wirkt das Geschehen zeitweise leicht verworren, was durch das Einfügen diverser surreal erscheinender Phasen noch zusätzlich untermauert wird. Hier hat Hall ein wenig zu viel gewollt und der Versuch seiner Erzählung etwas Innovation einzuverleiben, kann leider nur selten als gelungen bezeichnet werden. Zu sehr wird der Zuschauer insbesondere in der ersten Filmhälfte vor eine echte Geduldsprobe gestellt und muss fast krampfhaft versuchen, die einzelnen Segmente in einen logischen Zusammenhang zu bringen. Zwar gelingt dies mit zunehmender Laufzeit immer besser, doch dafür leidet das Szenario ab einem gewissen Zeitpunkt an einer gewissen Vorhersehbarkeit die man bestimmt hätte vermeiden können.

In der Hauptsache dreht es sich dabei um die Identität des Killers mit der Maske, der ein Jahr zuvor in einem Restaurant einen Amoklauf begangen hat. Alle fünf Patienten der "Fear Clinic" waren bei diesem Ereignis dabei und haben sich dadurch auch der revolutionären Therapie von Dr. Andover (Robert Englund) angeschlossen um ihre Ängste zu bewältigen. In etlichen eingestreuten Rückblenden wird immer wieder auf den Amoklauf eingegangen und man muss wirklich kein Abitur haben um zu erkennen, was es mit dem Täter auf sich hat. Trotz der offensichtlichen Gemengelage beinhaltet die Geschichte aber durchaus ihre Spannungsmomente, nur sollte man insgesamt keine allzu großen Erwartungen hegen. Wie schon bei den beiden "Laid to Rest" Teilen wird auch hier klar ersichtlich, das Robert Hall seine Stärken ganz eindeutig im Bereich der Effekte und der Härte hat, auch wenn die visuellen Gewaltszenen in "Fear Clinic" eher sehr rar gesät sind. Eine Geschichte ohne Stolpersteine und Mankos zu erzählen ist allerdings nicht das größte Talent des Regisseurs und gerade in der hier behandelten Thematik wurde leider einiges an Potential liegen gelassen.

Letztendlich handelt es sich jedoch keinesfalls um einen schlechten Film und "Fear Clinic" hat auch jede Menge wirklich gute Momente. Dennoch lässt sich das Werk in der Gesamtbetrachtung maximal am oberen Durchschnittsbereich ansiedeln, denn einige Schwächen sind dann doch einfach zu offensichtlich, als das man die Story höher einordnen könnte. Manch einer mag es eventuell anders sehen, doch mehrere zu wirre Passagen, vergeudetes Potential und eine zu große Vorhersehbarkeit der Ereignisse schmälern das Sehvergnügen zu sehr, als das man von einem gänzlich überzeugenden Gesamteindruck sprechen könnte. Und so handelt es sich dann einmal mehr um einen eigentlich typischen Robert Hall Film, in dem sich Licht und Schatten die Klinke in die Hand geben, wobei man das im vorliegenden Fall ganz bestimmt hätte vermeiden können.


Fazit:


Obwohl Robert Hall sicherlich nicht zu den besten Regisseuren aller Zeiten zu zählen ist, üben seine Filme doch zumindest auf den geneigten Horror Fan immer einen ganz eigenen Reiz aus. Nicht anders verhält es sich bei "Fear Clinic", der trotz unübersehbarer Schwächen bis zum Ende eine gewisse Faszination ausstrahlt. Mit etwas mehr Ausgewogenheit wäre weitaus mehr drin gewesen, aber auch in vorliegender Form handelt es sich zumindest um einen Horrorfilm dem man eine faire Chance geben sollte.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Jul 2015, 19:06

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Aftermath
(Aftermath)
mit C.J. Thomason, Monica Keena, Edward Furlong, Andre Royo, Cree Kelly, Jessie Rusu, Ross Britz, Tody Bernard, Kennon Kepper, William Baldwin, Randal Reeder, Bo Mitchell, Bobbi Sue Luther, Ted Ferguson
Regie: Peter Engert
Drehbuch: Christian McDonald
Kamera: Scott Winig
Musik: Austin Wintory
FSK 16
USA / 2012

Als der dritte Weltkrieg die Welt in einen nuklearen Holocaust stürzt, versinkt auch die USA im Chaos. Der junge Arzt Dr. Hunter schließt sich mit anderen Überlebenden zusammen, um gemeinsam in diesem Albtraum zu überleben. Doch schon bald neigen sich die Vorräte dem Ende entgegen und erste Anzeichen einer Strahlenerkrankung treten zutage. Doch dem nicht genug müssen sich Dr. Hunter und die Anderen marodierenden Horden erwehren und sich dem personifizierten Tod stellen.


Mit einem ganz offensichtlich recht niedrigen Budget hat Regisseur Peter Engert 2012 seinen zweiten Spielfilm auf die Beine gestellt und erzählt dabei ein eindringliches Endzeit Szenario, das in seiner Art gewisse Ähnlichkeiten an ein Werk wie "The Day After" aufzuweisen hat. In vorliegendem Fall beschränkt sich die Geschichte jedoch auf stark eingeschränkte Schauplätze, denn gut 95 % des Filmes spielen sich im Keller eines Farmhauses ab. Für die Intension der Abläufe ist das enorm wichtig, schließlich kümmert sich Engert weniger um den Atomkrieg und dessen Auslöser, sondern er rückt vielmehr ein paar Überlebende in den Vordergrund, die sich im Keller eines Hauses zusammen finden und dort um das nackte Überleben kämpfen. Angereichert wurde das Ganze zudem mit einigen rassigen Action Einlagen, in denen sich die Gruppe mit anderen Überlebenden auseinandersetzen muss, die ihnen den Zufluchtsort streitig machen wollen. Das sorgt für eine wirklich gelungene Mischung und trotz einer eher ruhigen Erzählung schafft "Aftermath" es fast spielerisch, den Zuschauer durchgehend für sich zu gewinnen.

In erster Linie lebt das Szenario selbstverständlich von der beklemmenden Grundstimmung, die wirklich ganz ausgezeichnet zur Geltung kommt. Durch den räumlich stark eingeschränkten Schauplatz lassen sich gleichzeitig äußerst klaustrophobische Züge erkennen, die der vorherrschenden Atmosphäre noch zusätzlich zu Gute kommen und das Geschehen noch intensiver erscheinen lassen. Ein weiterer Pluspunkt sind die Protagonisten, denn durch die Bank wird man hier mit überzeugenden Leistungen konfrontiert. Selbst ein optisch herunter gekommener Edward Furlong kann Pluspunkte auf sich vereinen, was in den letzten Jahren nun wahrlich nicht immer der Fall war. Die des Öfteren eingestreuten Action-Passagen verleihen dem Ganzen dann noch zusätzliche Würze, wobei jedoch sorgsam darauf geachtet wurde, das zu keiner Zeit der übliche Rahmen gesprengt wird.

Hauptsächlich beleuchtet man allerdings das Zusammenleben der kleinen Gruppe im Keller und stellt dabei insbesondere die nach einer gewissen Zeit auftretenden Spannungen untereinander in den Fokus. Von diesem Aspekt bezieht der Film dann auch einen Großteil seiner Kraft und dem Zuschauer wird jederzeit die Möglichkeit gegeben, sich ausführlich mit den jeweiligen Charakteren und der hoffnungslosen Ausgangssituation auseinander zu setzen. dadurch taucht man auch immer tiefer in die Abläufe ein und verspürt im Prinzip durchgehend eine zentnerschwere Last auf den eigenen Schultern. An dieser Stelle kann man dann Engert auch wirklich nur ein Kompliment aussprechen, da er die für einen Film dieser Art wichtigsten Komponenten sehr gut in seine Erzählung eingeflochten hat. Da stört es dann auch nicht weiter, das man im Prinzip keinerlei Informationen darüber erhält, was denn eigentlich der Auslöser für den Atomkrieg war und wie viel Schaden letztendlich angerichtet wurde.


Manch einen mag das eventuell stören, doch meiner Meinung nach kommt dieser Punkt dem Werk sogar entgegen. Kann man sich so doch auf das Wesentliche konzentrieren und ist von der ersten Minute an mit der eigentlichen Situation konfrontiert, ohne das man sich mit einem größeren Vorgeplänkel auseinander setzen muss. So erscheinen die Abläufe dann noch intensiver und hinterlassen dieses extrem flaue Gefühl in der Magengegend, das man bei dieser Ausgangslage fast zwangsläufig verspürt. "Aftermath" ist kein Blockbuster und wartet auch nicht mit einem Effekt Gewitter auf, hier handelt es sich vielmehr um einen kleinen, aber sehr gelungenen Endzeitfilm, der ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht vollends zu überzeugen weiß.


Fazit:


Ruhig erzählt, aber gleichzeitig auch mit mehreren Action Einlagen versehen ist diese Produktion ein echter Geheimtipp. Wer intensive und spannend erzählte Filme zu schätzen weiß dürfte voll auf seine Kosten kommen, denn "Aftermath" ist eine kleine Perle die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 28. Jul 2015, 16:35

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Evil Dead - Die Saat des Bösen
(The Resurrected)
mit John Terry, Jane Sibbett, Chris Sarandon, Robert Romanus, Laurie Briscoe, Ken Camroux, Patrick P. Pon, Bernard Cuffling, J.B. Bivens, Robert Sidley, Des Smiley, Eric Newton, Tom Shorthouse, Jim Smith, Philip Maurice Hayes
Regie: Dan O'Bannon
Drehbuch: Brent V. Friedman / H.P. Lovecraft
Kamera: Irv Goodnoff
Musik: Richard Band
ungeprüft
USA / 1991

In Erfüllung des alten Fluches lauert das Böse darauf, von einer menschlichen Seele Besitz zu ergreifen. Auch Charles Dexter Ward wird seiner Bestimmung nicht entfliehen können. Geheime Formeln aus dem Nachlass seines satanischen Vorfahren üben eine magische Anziehungskraft auf ihn aus, der Tanz der Teufel beginnt. In seinem unterirdischen Labor führt Ward Experimente durch, die sich keiner vorzustellen wagt. Von seinem merkwürdigen Verhalten irritiert, beauftragt Claire einen Privatdetektiv, ihren Mann zu beobachten. Schon bald gerät der Detektiv in einen abgrundtiefen Schlund, der ihn in die pechschwarze, stinkende Finsternis des Grauens zieht. In der Abgeschiedenheit des Farmhauses werden Alpträume wahr.


Dan O'Bannon hat es als Regisseur lediglich auf zwei Filme gebracht, zum einen handelt es sich dabei um die bekannte und äußerst beliebte Zombie Komödie "Verdammt, die Zombies kommen" und dann noch um den hier vorgestellten Evil Dead - Die Saat des Bösen", der leider nur ein eher tristes Schattendasein führt. Dabei handelt es sich doch um eine wirklich lohnenswerte filmische Adaption einer Kurzgeschichte von H.P Lovecraft, die allerdings bisher keinen allzu großen Anklang bei den Fans gefunden hat. Vielleicht ändert sich das nun mit der deutschen Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray durch OFDB Filmworks, denn das mittlerweile etablierte Label hat sich diesen Titel für seine zweite Collector's Edition ausgewählt und bringt den Film der bisher nur als deutschsprachiges Bootleg erhältlich war in einer wahrhaft lohnenswerten Veröffentlichung heraus.

Warum die hier erzählte Geschichte eher durchschnittliche Kritiken nach sich zieht kann ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen, entpuppt sich die Erzählung doch als wundervoll stimmiger Mix aus Detektivgeschichte und Horrorfilm, in dem die Einflüsse des Übernatürlichen selbstverständlich auch nicht zu kurz geraten. Zugegebenermaßen merkt man, das die Story von einer Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge getrimmt wurde, doch ehrlich gesagt ist dieser Umstand dem gewonnenen Gesamtbild keinesfalls abträglich. Das man die Geschehnisse in die heutige Zeit übertragen hat und die ursprüngliche Geschichte lediglich in diversen Rückblenden an den Mann bringt sollte man keinesfalls als negativen Aspekt ansehen, denn sorgt dieser Umstand doch auf jeden Fall dafür, das die thematisierten Dinge wie Besessenheit und Wiedergeburt noch besser zum Ausdruck kommen. Zudem werden die Ereignisse durchgehend von einer extrem stimmigen Grundstimmung begleitet und die vorherrschende Atmosphäre wartet immer wieder mit unheilvollen und teils gruseligen Zügen auf. In dieser Hinsicht kann man dem Film also überhaupt nichts vorwerfen und so kann ich mir die die zurückhaltenden Kritiken einiger Leute lediglich dadurch erklären, das die Geschehnisse größtenteils nicht gerade mit viel Action versehen sind.

In dieser Beziehung hält sich "Evil Dead - Die Saat des Bösen" nämlich recht bedeckt und bis auf wenige eher rar gesäte Ausnahmen kann das Werk definitiv nicht an andere Lovecraft Verfilmungen wie "Re-Animator" oder auch "From Beyond" nicht heran reichen. Ob man das allerdings negativ ankreiden muss steht auf einem ganz anderen Blatt, denn in der Gesamtbetrachtung hat Dan O'Bannon eine äußerst stimmungsvolle und spannende Adaption geschaffen, die in meinen Augen teils gnadenlos unterschätzt wird. Und so sollte man dann auch das gelungene Schauspiel der Akteure nicht unbeachtet lassen, wobei sich insbesondere John Terry in der Rolle des Detektives John March und Chris Sarandon in einer Doppelrolle ganz besonders hervor tun. Die beiden Darsteller drücken dem Film ihren ganz persönlichen Stempel auf und vor allem die Performance von Sarandon ist stellenweise absolut hervor stechend. Natürlich mag ein jeder anders dazu stehen, doch in seiner Gesamtheit ist dieser streckenweise mit wunderbar schwarzem Humor angereicherte Film weitaus besser gelungen als manche im Netz umher schwirrende Kritik es vermuten lässt. Freunde des phantastischen Filmes dürften auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und sollten bei der wunderbar gestalteten Veröffentlichung von OFDB Filmworks unbedingt zugreifen.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu dem prächtigen Digipack, für das sich das Label ja eine ganze Menge Zeit gelassen hat. Das lange Warten hat sich definitiv gelohnt und man merkt ganz eindeutig, das man mit sehr viel Herzblut bei der Sache war. Der Film liegt in erstklassiger Qualität auf DVD sowie auf Blu-ray vor und ganz nebenbei beinhaltet das Digi auch noch eine Extra-DVD, auf der sich etliche lohnenswerte Extras befinden. Desweitern liegt ein Limitierungs Zertifikat bei und der absolute Clou dürfte ganz eindeutig das 84-seitige Booklet sein, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Zusätzlich ist der Film auch noch in zwei limitierten Hartboxen aufgelegt worden, so das der geneigte Sammler also wirklich die Qual der Wahl hat. Ich persönlich empfehle ganz eindeutig das hier vorgestellte Digipack, das meiner Meinung nach schon jetzt zu einer der gelungensten Veröffentlichungen des Jahres zählt und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.


Fazit:


Auch wenn "Evil Dead - Die Saat des Bösen" bestimmt nicht die beste Lovercraft Verfilmung darstellt ist der Film doch weitaus besser als sein Ruf. Ein wenig mehr Action hätte sicherlich nicht geschadet, doch auch in der vorliegenden Form handelt es sich um eine extrem stimmungsvolle Geschichte, die auch durchaus interessant und spannend ins Bild gesetzt wurde.


7,5/10 für den Film

10/10 für die wundervolle Veröffentlichung
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 28. Jul 2015, 16:36

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Apocalyptic - Their World Will End
(Apocalyptic)
mit Jane Elizabeth Barry, David Macrae, Geoff Pinfield, Tom McCathie, Rachel Torrance, Ashleigh Gregory, Zoe Imms, Janice Paull, Natalia Nespeca, Donna Pope, Nalini Vasudevan, Felicity Steel, Meghan Scerri, Lauren Adams
Regie: Glenn Triggs
Drehbuch: Glenn Triggs
Kamera: Glenn Triggs
Musik: Glenn Triggs
FSK 16
Australien / 2014

Die Reporterin Jobie Black bricht auf um im australischen Busch die geheimen Machenschaften eines Weltuntergangs-Kult zu dokumentieren und ihn vor der Welt bloß zu stellen. Was sie dort vorfindet, ist eine eng verwobene Gemeinschaft, bestehend aus Frauen, Kindern und dem Anführer der Gruppe, Michael Godson. Dieser behauptet, in dem Körper eines lebendigen Gottes zu stecken. Die Nachforschungen enthüllen die dunklen Geheimnisse des Kults,doch als Black versucht Alarm zu schlagen, gerät die Situation außer Kontrolle und sie muss um ihr Leben kämpfen.


Auch wenn es in letzter Zeit nicht mehr zu dieser regelrechten Found Footage Schwemme gekommen ist erfreut sich das Sub Genre immer noch recht großer Beliebtheit. Glenn Triggs hat sich so für seine erste Regiearbeit dieses Drehstils bedient und eine eher gewöhnungsbedürftige Geschichte auf die Beine gestellt. In dieser versuchen eine Reporterin und ihr Kameramann einer ominösen Sekte auf die Schliche zu kommen, die anscheinend einen komischen Weltuntergangs - Kult betreibt. Im ersten Moment hört sich das gar nicht einmal uninteressant an, doch ehrlich gesagt haut einen die Umsetzung der Erzählung nicht unbedingt vom Hocker. Vor allem die ersten gut 45 Minuten ziehen sich dabei fast wie ein Kaugummi und bis auf diverse eher sinnbefreite Dialoge wird dem Zuschauer so gut wie überhaupt nichts geboten. Und so muss man sich dann in erster Linie mit einem Gandhi für Arme zufrieden geben, denn als eben solchen kann man Sektenführer Michael ohne Weiteres ansehen. Der gute Mann herrscht über einige Frauen und junge Mädchen, wobei man Männer vollkommen vergebens sucht, da diese laut diversen Aussagen einer Prophezeiung zum Opfer gefallen sind, an die man innerhalb der skurrilen Sekte glaubt. Was hinter dem Ganzen steckt wird einem häppchenweise im Laufe der Zeit auch nur dezent angedeutet und den Rest muss man sich dann eben in seinem eigenen Kopf zusammen spinnen.

Im Mittelpunkt steht jedoch vielmehr das völlig unprofessionelle Verhalten des Reporter Teams das jegliche Distanz vermissen lässt und sich immer mehr in die Belange der Gruppe einmischt. Doch auch wenn damit im Prinzip jegliche Richtlinien des Berufsstandes mit Füßen getreten werden, kann man die Einmischung aus menschlicher Sicht absolut nachvollziehen. Die Ereignisse sind dabei mit allen möglichen Klischees versehen und man kommt irgendwie nicht wirklich umhin, sich die Frage nach dem echten Sinn dieses Filmes zu stellen. Eine Antwort muss sich ein jeder allerdings selbst geben, denn obwohl Triggs sich sehr wohl bemüht die mit Klischees überladene Sekten Thematik spannend an den Mann zu bringen, gelingt ihm dies nur sehr sporadisch.

Zu dröge zieht sich ein Großteil des Geschehens künstlich in die Länge und wartet erst im letzten Drittel mit einer dezenten Temposteigerung auf, die das Gesamtbild aber auch nicht sonderlich aufwarten kann. Übrig bleibt der Versuch eines Horror-Dramas, das den Betrachter leider nicht die ganze Zeit über unterhalten kann. Insbesondere das äußerst abrupte Ende der Geschichte stößt einem dann besonders übel auf und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, das dem Szenario noch diverse Elemente fehlen, um einen abgerundeten Gesamteindruck zu hinterlassen. Eigentlich ist das schade, denn aus der vorliegenden Thematik hätte man mit etwas mehr Gespür für das Wesentliche viel mehr heraus holen können, doch leider hat man an dieser Stelle unnötig viel vorhandenes Potential liegen gelassen. Trotz dieser offensichtlichen Defizite geht aber dennoch ein gewisser Reiz von dem Szenario aus und in einzelnen Phasen entsteht sogar ein leichtes Gefühl der Beklemmung.

So kann man im Endeffekt einige durchaus gute Ansätze attestieren, die von den Machern allerdings nicht konsequent ausgearbeitet wurden. Vielleicht liegt dies darin begründet das es sich bei "Apocalyptic" um ein Erstlingswerk handelt und auch das offensichtlich äußerst geringe Budget mag eine Rolle spielen, aber insgesamt gesehen dürfen diese Punkte keinesfalls als Entschuldigung dienen. Meiner ganz persönlichen Meinung nach fehlt es dem Regisseur viel eher am nötigen Talent, um einer Geschichte wie dieser auch die nötigen Zutaten einzuverleiben, damit man den Zuschauer von Anfang bis Ende begeistern kann. Übrig bleibt dann lediglich eine Produktion die man sich ohne Weiteres einmal anschauen kann, die aber sicherlich keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlassen dürfte.


Fazit:


Man hätte hier weitaus mehr bewerkstelligen können, doch in vorliegender Form handelt es sich um einen Found Footage Vertreter, der sich am unteren Rand des Durchschnittsbereiches ansiedelt. Wenn man einige Aspekte etwas ausführlicher beleuchtet hätte wäre eine bessere Wertung möglich gewesen, so reicht es dann allerdings nur zu...


...4/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 30. Jul 2015, 14:50

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Hope Lost
(Hope Lost)
mit Danny Trejo, Mischa Barton, Michael Madsen, Daniel Baldwin, Andrey Chernyshov, Diego Pagotto, Francesca Agostini, Alessia Navarro, Dino Giarrusso, Francesco Acquaroli, Federico Palmieri, Riccardo Cesaretti, Daniele Miglio
Regie: David Petrucci
Drehbuch: Damiano Giacomelli / Francesco Teresi / Francesco Trento
Kamera: Davide Manca
Musik: keine Informationen
SPIO/JK
Italien / 2015

Sofia ist eine junge und hübsche Frau. Dem Traum von einem besseren Leben folgend, kam sie nach Rom. Dort fand sie jedoch nicht ihr Glück, sondern einen nicht endend wollenden Albtraum. Von einem sadistischen Zuhälter zur Prostitution gezwungen, steht sie jeden Tag am örtlichen Straßenstrich. Gedemütigt und misshandelt scheint ein Ende der Qualen nicht in Sicht. Trotzdem gibt Sofia die Hoffnung nicht auf, eines Tages all dieser Pein und Gewalt entkommen zu können. Sie ahnt nicht, dass ihr das Schlimmste noch bevorsteht...


Mit "Hope Lost" ist wieder einmal ein Film erschienen, der sich mit der Thematik der Zwangsprostitution beschäftigt. Wenn man als Zuschauer Werke wie "The Seasoning House" oder auch "Eden" gesehen hat kann man deswegen durchaus mit einer gewissen Erwartungshaltung an die zweite Regiearbeit von David Petrucci heran gehen, denn auch die Inhaltsangabe deutet doch relativ eindeutig auf ein intensives Szenario hin. Leider kann die hier erzählte Geschichte dann aber die Erwartungen nur teilweise erfüllen, denn Petrucci agiert ganz einfach zu unentschlossen und kann sich anscheinend nie so richtig entscheiden, in welche Richtung seine Erzählung letztendlich abzielt. Dabei beginnt alles absolut typisch für einen Film dieser Art, denn einmal mehr wird ein junges Mädchen aus dem Ostblock unter falschen Versprechungen ins Ausland gelockt, um dort dann an einen schmierigen Zuhälter und seine Freunde verschachert zu werden. So weit, so gut könnte man nun denken und nimmt auch gern die unübersehbaren Klischees mit in Kauf, mit denen "Hope Lost" förmlich übersät ist. Danach entwickelt sich das Ganze allerdings in eine Richtung die man streckenweise nur sehr schwer nachvollziehen kann, denn Handlungs-und Verhaltensweisen der Protagonisten sind nur in den seltensten Fällen logisch nachvollziehbar.

So fragt man sich während der gesamten Erzählung immer wieder, warum die junge Sofia sich nicht selbst aus ihrer Lage befreit indem sie ganz einfach das Weite sucht. Die Möglichkeiten dazu ergeben sich nämlich mehr als nur einmal, aber anstatt Fersengeld zu geben fügt sich die junge Frau augenscheinlich in ihr Schicksal. Das erscheint schon seltsam merkwürdig und ganz generell lassen die Geschehnisse auch größtenteils die Intensität vermissen, die man beispielsweise aus anderen Genre Vertretern her kennt. Natürlich geht einem das Gesehene dennoch etwas unter die Haut, aber die oft nicht nachvollziehbaren Handlungsweisen und ausgelassenen Chancen trüben das Gesamtbild doch ganz erheblich. Zudem lässt sich auch zu keiner Zei ein ansteigender Leidensweg der jungen Frau erkennen, denn Sofia scheint die Erniedrigungen und ihre Situation in manchen Passagen sogar recht locker zu nehmen. Selbstverständlich ist das nicht wirklich so, doch mangelnde Logik während der Ereignisse lassen eben diesen Eindruck beim Zuschauer entstehen.

Erst im letzten Drittel nimmt das Szenario eine recht heftige Wendung und baut nun endlich auch einen gewissen Spannungsbogen auf, den man zuvor fast gänzlich vermisst hat. Auf einmal geht es um Leben und Tod und nun kommen auch die bedrohlichen Züge zum Vorschein, die man sich schon viel früher gewünscht hätte. Ein Manko des Filmes ist sicherlich auch das dargebrachte Schauspiel der Akteure, denn trotz einiger namhafter B-Darsteller bekommt man in dieser Beziehung nicht sonderlich viel geboten. Lediglich Danny Trejo agiert souverän wie immer, wohingegen der sichtlich in die Jahre gekommene Michael Madsen als schmieriger Zuhälter nicht wirklich zu überzeugen weiß. Über den eher unnützen und extrem kurzen Auftritt von Daniel Baldwin kann man getrost den Mantel des Schweigens hängen und auch Mischa Barton hat man schon weitaus besser gesehen. Man sollte aber keinesfalls alles auf die Akteure schieben, denn "Hope Lost" lässt im Endeffekt ganz einfach die nötige Konsequenz und Intensität vermissen, die man sich als Zuschauer von einem derart gelagerten Film erwartet. Da können dann auch die letzten gut 20 Minuten nichts mehr dran ändern, in denen der Regisseur die zuvor vermissten Elemente zum Ausdruck kommen lässt, so das der bis dahin gewonnene Gesamteindruck nicht sonderlich aufgewertet werden kann.

Trotz all der aufgezählten und unübersehbaren Defizite beinhaltet die Geschichte aber dennoch ihre starken Momente, die nur leider viel zu selten in Erscheinung treten. "Hope Lost" hat somit auch keinesfalls die Thematik verfehlt, aber mangelnde Logik und die immer wieder auftretende Inkonsequenz des Regisseurs verhindern, das beim Zuschauer ein gänzlich überzeugender Gesamteindruck entstehen kann. Für eine einmalige Sichtung ist der Film aber auf jeden Fall geeignet, nur sollte man schon im Vorfeld die eventuell hoch angesetzten Erwartungen ein wenig nach unten schrauben.


Fazit:


Mit etwas mehr Feingefühl und dem Blick für das Wesentliche hätte Petrucci an dieser Stelle einen richtig guten Film abliefern können. Durch etliche nicht erklärbare Fehler hat er seiner Erzählung jedoch selbst viel von ihrer Kraft genommen, so das sich "Hope Lost" letztendlich maximal im breiten Durchschnittsbereich ansiedeln kann und keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


5,5/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 13. Aug 2015, 18:37

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Raiders of the Lost Shark
(Raiders of the Lost Shark)
mit Dan Desmarais, Peter Whittaker, Kitty Kamieniecki, Angela Parent, Pavel Lubanski, Candice Lidstone, Jessica Huether, Kendra Summerfield, Anik Rompré, Catherine Mary Clark, Caren MacNevin, Mel Guibz, Scott McClelland
Regie: Scott Patrick
Drehbuch: Brett Kelly / David A. Lloyd / Trevor Payer
Kamera: keine Informationen
Musik: keine Informationen
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Vier Freunde fahren mit dem Boot raus, um auf einer abgelegenen, idyllischen Insel zu entspannen. Natürlich haben sie keine Ahnung, dass zeitgleich aus einem militärischen Labor ein waffenfähiger Hai entflieht. Waffenfähig? Aber klar doch, er wurde als Waffe gezüchtet und genetisch so verändert, dass er Hass im Blut hat. Fortan jagt er jedes menschliche Wesen, das sich in seiner Reichweite befindet. In der sind auch die vier Freunde, die schnell merken, dass man von der Spitze der Nahrungskette schnell abgelöst wird, wenn man sich ins Wasser traut und auf einen hasserfüllten Hai trifft. Das Böse hat einfach Hunger!


Es gibt Filme, die man definitiv so schnell wieder vergessen sollte wie man sie gesehen hat, da ansonsten das menschliche Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden kann. "Raiders of the Lost Shark" zählt wohl unbestritten zu dieser Kategorie, denn was einem ein gewisser Scott Patrick hier präsentiert, geht wahrlich auf keine Kuhhaut. Dabei weckt das Cover der deutschen DVD doch durchaus Interesse beim Zuschauer und auch die Inhaltsangabe verspricht trotz offensichtlicher Trash Elemente ein insgesamt unterhaltsames Filmvergnügen. Neben der Netto Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten sind das aber auch schon die einzigen positiven Aspekte, denn das dargebotene Szenario kann die eventuell aufkeimenden Hoffnungen noch nicht einmal im Ansatz erfüllen. Wenn es sich zumindest um gut unterhaltenden und witzigen Trash handeln würde wäre das alles noch positiv anzusehen, doch dieses extrem üble Machwerk spottet von der ersten Minute an wirklich jeder Beschreibung.

Eher selten liegt der Fall vor, das ein Film den Zuschauer für lange Zeit sprachlos zurück lässt, doch nach der Ansicht von "Raiders of the Lost Shark" braucht man wirklich eine geraume Zeitspanne, um den eben gesehenen Müll so richtig zu verdauen. Umso erstaunlicher erscheint dabei die Tatsache, das ganz offensichtlich drei Personen für ein Drehbuch verantwortlich zeichnen, das im Grunde genommen überhaupt nicht vorhanden ist. Das Schlimmste an der Sache ist jedoch die sogenannte filmische Umsetzung einer Story, die man ohne wenn und aber als absoluten filmischen Bodensatz bezeichnen kann. Hier passt überhaupt nichts zusammen, so hat man beispielsweise die sogenannte Darsteller Riege anscheinend frisch bei der Job Börse gecastet, denn ganz augenscheinlich hat nicht einer der Protagonisten je eine Schauspielschule von innen gesehen. Ausgestattet mit einer geradezu quälenden deutschen Synchronisation und unsäglichen Dialogen ergibt sich so für den Betrachter eine Stunde voller Pein und Qualen.

Als wenn das nicht schon genug wäre, hat man das Ganze auch noch mit Effekten ausgestattet, gegen die jede Asylum Produktion wie ein wahres Meisterwerk erstrahlt. Wer diesen Ausführungen keinen Glauben schenken mag sollte sich selbst davon überzeugen, darf sich dann hinterher aber keinesfalls über die ersten Anzeichen von Augenkrebs beschweren. Nun versucht man zwar in der Regel, selbst dem miesesten Film etwas Gutes abzugewinnen, bis auf den frühzeitig einsetzenden Abspann fällt einem jedoch nicht annähernd etwas ein, das man auch nur im Ansatz positiv bewerten könnte. Wenn es anderen Produktionen oft genug an einigen Ecken und Enden an etwas fehlt, so kann man in vorliegendem Fall getrost das Gesamtwerk in jeder einzelnen Nuance als absoluten Müll bezeichnen. Im Prinzip muss man es sogar als pure Frechheit ansehen, das diese filmische Grütze überhaupt ihren Weg auf eine DVD gefunden hat, viel schlimmer erscheint jedoch die Tatsache, das dieser Rotz überhaupt gedreht wurde.

Das Budget betrug anscheinend geschätzte 350.000$, wobei man sich während der Sichtung der Geschichte mehr als einmal die Frage stellen muss, wohin dieses Geld nun wirklich geflossen ist. Vielleicht ist ein Großteil der Summen für Drogen ausgegeben wurden, denn sämtliche Beteiligten können keinesfalls bei klarem Verstand gewesen sein, als dieser total hirnrissige Mumpitz hergestellt wurde. Wie dem aber auch sei, in vorliegendem Fall kann man noch nicht einmal eine bedingte Empfehlung für eine bestimmte Zielgruppe aussprechen, wobei extreme Masochisten andererseits ihre helle Freude an diesem Mist haben dürften. "Raiders of the Lost Shark" zählt jedenfalls für mich persönlich zu den schlechtesten Filmen die ich je begutachten durfte und ein zweites Mal werde ich mir diese Pein ganz sicher nicht auferlegen.


Fazit:


Eigentlich dürfte man nicht einen einzigen Punkt an dieses üble Machwerk verschwenden, doch selbst der schlimmste Schund hat allein aus Gründen des Respektes einen Gnadenpunkt verdient.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 17. Aug 2015, 14:28

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Operation Dead End
(Operation Dead End)
mit Hannes Jaenicke, Uwe Ochsenknecht, Isabelle Willer, Günther Maria Halmer, Felix von Manteuffel, Hannelore Elsner, Anton Diffring, Gerry Jochum, Heinz Wanitschek, Hugo Schaefer
Regie: Nikolai Müllerschön
Drehbuch: Nikolai Müllerschön / Stanislav Barabas
Kamera: Jacques Steyn
Musik: Jacques Zwart
FSK 16
Deutschland / 1986

"Eine Insel. Ein Bunker. Ein Experiment. Boris (Uwe Ochsenknecht), Les (Hannes Jaenicke) und Kim (Isabelle Willer) sind drei junge Menschen, die sich für viel Geld bereit erklärt haben, zwei Monate in einem atomar verseuchten Stahlbunker abgeschieden von der Außenwelt irgendwo am Atlantik zu verbringen. Ziel des Experiments ist, der Wissenschaft Daten darüber zu liefern, wie der Körper auf derartige Bedingungen reagiert. Bald schon beginnt jedoch alles, aus dem Ruder zu laufen. Auf engstem Raum entladen sich Aggressionen, ein Nervenkrieg beginnt. Panik breitet sich aus, aber die verantwortlichen Forscher Dr. Hoppe (Hannelore Elsner) und Prof. Lang (Anton Diffring) beschließen, die Bedingungen noch zu verschärfen …"


Es ist doch immer wieder schön wenn man in regelmäßigen Abständen auf echte Filmperlen stößt, denen erst etliche Jahre nach ihrem Erscheinen eine DVD Auswertung zu teil wird. Das trifft auch auf den vorliegenden deutschen Beitrag aus dem Jahr 1986 zu, denn dieser wohl eher unbekannte Psychothriller dürfte nur den wenigsten bekannt sein. Dabei handelt es sich um einen richtig gelungenen Beitrag, in dem die Sinnigkeit diverser Experimente auf den Prüfstand gestellt wird. Kein Wunder also, das "Operation Dead End" in gewissen Passagen schon ein wenig an Oliver Hirschbiegel's grandiosen Film "Das Experiment" aus dem Jahr 2001 erinnert, denn auch hier soll das Verhalten einiger Probanten unter extremen Bedingungen getestet werden. Im Gegensatz zu Hirschbiegel's Werk erscheint der Beitrag von Regisseur Nikolai Müllerschön allerdings vor allem in atmosphärischer Hinsicht noch weitaus dichter und lässt zudem äußerst klaustrophobische Züge in Erscheinung treten.

Über weite Strecken der Geschichte handelt es sich sogar viel eher um eine Art Kammerspiel mit drei Personen, die zusammen in einem Atombunker auf einer angeblich verseuchten Insel ihr Dasein fristen. Ziemlich schnell treten dabei Spannungen untereinander in den Mittelpunkt und insbesondere die beiden konträren Charaktere der männlichen Protagonisten sorgen an dieser Stelle für jede Menge Reibungspotential. Die zu dieser Zeit noch sehr jungen deutschen Stars Uwe Ochsenknecht und Hannes Jaenicke sind dabei geradezu als Idealbesetzung anzusehen und können mit ihren Leistungen jede Menge Pluspunkte für sich verbuchen. Zwar wird dem Zuschauer in darstellerischer Hinsicht ganz generell sehr gute Kost geboten, doch die beiden Hauptfiguren ragen dennoch ein wenig heraus und drücken der Geschichte auch ihren ganz persönlichen Stempel auf.

Obwohl das Szenario in großen Teilen eher ziemlich ruhig erzählt wird baut sich mit der Zeit ein ganz enormer Spannungsbogen auf. Mit zunehmender Laufzeit drohen die Ereignisse immer mehr außer Kontrolle zu geraten und diverse eingebaute Wendungen tun ihr Übriges, um die hohe Intensität des Geschehens noch einmal zu verstärken. Wenn man sich als Außenstehender ein wenig in die Lage der Probanten versetzen kann, dann verspürt man fast schon zwangsläufig ein enorm beklemmendes Gefühl, das einem stellenweise die Luft zum atmen abschnürt. Keinesfalls möchte man sich in einer ähnlichen Lage befinden und auch die Gedanken daran das es sich ja lediglich um ein Experiment handelt ändern überhaupt nichts daran, das man sich in der eigenen Haut nicht so richtig wohlfühlen will. Das Ganze wirkt dafür viel zu authentisch und gerade in diesem Aspekt entfaltet "Operation Dead End" dann auch seine wohl größte Stärke. Etliche Wendungen und einige echte Überraschungsmomente sorgen für eine zusätzliche Adrenalin Zufuhr und tragen gleichzeitig dafür Sorge, das die Spannung sich wirklich bis zum Ende aufrecht erhalten kann.

Auch wenn dieser Film vielleicht nicht unbedingt über den größten Bekanntheitsgrad verfügt, sagt dieser Umstand rein gar nichts über die vorhandene Qualität aus. Müllerschön hat an dieser Stelle einen absolut erstklassigen Beitrag geschaffen, der längst nicht nur eine äußerst interessante Thematik behandelt, sondern gleichzeitig auch die Willkür der verantwortlichen Wissenschaftler anprangert, die hier gegenüber den Teilnehmern des Experimentes nicht mit offenen Karten spielen. So entsteht beim Betrachter auch ein bleibender Eindruck und man hinterfragt ganz automatisch die hier dargestellten Ereignisse. "Operation Dead End" zählt meiner Meinung nach auf jeden Fall zu den Filmen, die man nicht einfach mal so nebenbei anschaut, denn dieses Werk hat aufgrund seiner Klasse definitiv die volle Aufmerksamkeit des Beobachters verdient.


Fazit:


Ich persönlich finde es toll, das diese eher unbekannte Perle des deutschen Films nun endlich auf DVD erschienen ist. Wer eine Vorliebe für intensiver Psychothriller hat kann hier nichts falsch machen und sollte sich diese durchgehend spannende Story unbedingt anschauen. Von mir gibt es jedenfalls eine ganz dicke Empfehlung und dieser Film wird garantiert nicht das letzte Mal in meinem Player gelandet sein.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 17. Aug 2015, 19:11

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Zombie Island
(Zombie Island)
mit Lorenz Abay, Reynard Abay, Dexter Arce, Rosillo Abay, Anthony Arce, Jopet Arce, Mark Philip Arce, Paul Anthony Cabrera, John Vincent Donato, Brezhnev Escusa, J.R. Estigoy, Jack Love Falsis, Ian Roy Gregorio
Regie: T.A. Acierto
Drehbuch: T.A. Acierto
Kamera: Marcin Szocinski
Musik: Rigoberto Rodriguez
FSK 16
Philippinen / 2012

Romy und Peewee sind Waisen, mit einem ungewöhnlichen Job - sie plündern Friedhöfe und stehlen Wertgegenstände der Toten. Die Dörfler haben genug von deren Respektlosigkeit gegenüber den Toten, und setzen eine Belohnung für deren Ergreifung aus. Die beiden fliehen und segeln zu einer abgelegenen Insel, wo neues Unheil wartet - ein Rudel Zombiepiraten. Diese wurden von dem amerikanischen Wissenschaftler William Seabrook erweckt, damit sie die Nachfahren der Eingeborenen entführen. Mit deren Hilfe wollte er alte Schriften entziffern und einen mysteriösen Meteoriten finden. Die gierigen Piraten aber stahlen den Meteoriten von Seabrook, und dachten er sei wertvoll. Stattdessen wurden sie vom giftigen außerirdischen Virus darin infiziert. Romy, Peewee und der einzige überlebende Nachfahre sind nun auf der Insel mit fleischfressenden Zombie-Piraten gefangen! Nur mit Verstand werden sie die Zombies bekämpfen und lebendig entkommen können...


Es ist wohl nicht zu vermessen wenn man behauptet, das ein philippinischer Zombiefilm nicht die größten Erwartungen beim Zuschauer auslöst. Dennoch erscheint es recht reizvoll wenn man gerade einen solch exotischen Beitrag begutachtet, das gleichzeitig das Erstlingswerk eines gewissen T.A. Acierto darstellt. Und auch wenn der vorliegende Beitrag wohl eher im Bereich eines C-Movies einzuordnen ist, beinhaltet die krude Geschichte einige durchaus lohnenswerte Passagen, die zumindest einen gewissen Unterhaltungswert beinhalten. Die Gesetze der Logik sollte man jedoch von der ersten Minute an vollkommen vernachlässigen, wobei insbesondere die schwer nachvollziehbaren Handlungsweisen der Hauptfiguren immer wieder verstärkt ins Auge fallen und dabei vollkommen abwegig daher kommen. Gleichzeitig sorgt das aber auch für einen gewissen Trash Faktor und verleiht dem Ganzen einen ganz eigenen und liebenswerten Charme, den man "Zombie Island" beim besten Willen nicht absprechen kann.

Für eine Produktion dieser Art erscheint das Szenario in visueller Hinsicht sogar recht gelungen, so kann sich beispielsweise das Make Up der Untoten durchaus sehen lassen. Und auch wenn die Ausstattung und die Schauplätze nicht unbedingt als pompös zu bezeichnen sind, so hinterlässt die gesamte Chose einen doch erstaunlich professionellen Eindruck, den man im ersten Moment nicht zwangsläufig erwartet hätte. Die Schwachstellen des Werkes sind viel eher an anderer Stelle zu suchen, so haben mir persönlich beispielsweise die viel zu hektisch geschnittenen Action Passagen nicht sonderlich zugesagt. Die vorhandenen Splatter Effekte kommen dadurch schwerlich zur Geltung, wobei man bei einer 16er Freigabe in dieser Hinsicht ganz generell nicht zu viel erwarten sollte. Dennoch hätte man in dieser Beziehung etwas mehr bewerkstelligen können, denn genügend Zombie Action ist auf jeden Fall vorhanden. Auch Kunstblut ist in ausreichendem Maße vorhanden, nur kann der Zuschauer die entsprechenden Einstellungen aufgrund der zu schnellen Schnittfolgen nicht wirklich genießen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist sicherlich die fast komplett fehlende Spannung, denn der komplette Film ist leider viel zu vorhersehbar und beinhaltet keinerlei Überraschungsmomente. Wenn man allerdings mit diesen Mankos leben kann, dann ist "Zombie Island" bestimmt nicht die schlechteste Adresse, um sich zumindest einen unterhaltsamen Nachmittag zu gestalten. Da nimmt man auch gern das eher mittelprächtige Schauspiel der Akteure in Kauf, von denen der kleine Peewee noch den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt. Liest man sich einmal die Liste der Schauspieler durch so kommt es doch zu einem amüsanten Aspekt, denn anscheinend sind hier zwei Familien besonders stark vertreten. Auffällig oft erscheinen nämlich die Nachnamen Abay oder Arce bei den Akteuren, was entweder ein unglaublicher Zufall ist, oder aber auf eine Art Familienunternehmen schließen lässt. Wie dem aber auch sei, im Grunde genommen ist dies lediglich eine nette Anekdote am Rande und hat nichts mit der vorhandenen Qualität eines Regie Erstlings zu tun, die sich bei rein objektiver Betrachtung wohl maximal im normalen Durchschnittsbereich ansiedelt.

Sicherlich ist "Zombie Island" alles andere als ein richtig guter Genre Vertreter, allerdings hat man auch schon unzählige Zombie Mopeds zu Gesicht bekommen, die nicht annähernd so gut zu unterhalten wissen. Die Mischung aus Charme, ein wenig Trash und stellenweise auch etwas Unbeholfenheit entwickelt hier ihren ganz eigenen Reiz und sorgt zumindest dafür, das der geneigte Fan eine Sichtung des Filmes nicht zwangsläufig bereuen wird.


Fazit:


Im Prinzip bin ich ohne jegliche Erwartungen an diesen Exoten des Zombiefilmes heran gegangen und wurde doch phasenweise positiv überrascht. Der ganz eigene Liebreiz des Filmes übertüncht dabei so manch offensichtliche Schwäche und sorgt für ein seichtes, aber durchaus angenehmes Film Vergnügen.


5,5/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 24. Aug 2015, 14:04

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Das Letzte Weekend
(Desyat negrityat)
mit Vladimir Zeldin, Tatyana Drubich, Aleksandr Kaydanovskiy, Aleksey Zharkov, Anatoliy Romashin, Lyudmila Maksakova, Mikhail Gluzskiy, Aleksey Zolotnitskiy, Irina Tereshchenko, Aleksandr Abdulov
Regie: Stanislav Govorukhin
Drehbuch: Agatha Christie / Stanislav Govorukhin
Kamera: Gennadi Engstrem
Musik: Nikolai Korndorf
FSK 12
Sowjetunion / 1987

Die Wellen peitschen gegen die hohen Klippen, der Wind heult über die See, Möwen umschwirren das exponierte kleine Schloss, das auf einer abgelegenen, einsamen Insel liegt. Das ist der Ort, an den verschiedene Menschen, die einander nicht kennen, bestellt wurden, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Bald wird auch der Grund für die Zusammenkunft klar: Alle sind sie des Mordes schuldig, wurden aber niemals von einem Gericht dafür bestraft. Eine unheimliche Stimme verkündet aus einem Lautsprecher die Anklagepunkte. Bald vollstreckt der geheimnisvolle Gastgeber die selbst ausgesprochenen Todesurteile, und die auf der Insel Gefangenen werden einer nach dem anderen durch einfallsreiche Mordmethoden hingerichtet. Angst macht sich breit, jeder verdächtigt jeden, keiner traut dem anderen mehr - und die zehn kleinen Holzfigürchen, die auf dem Esstisch stehen, verringern sich nach jedem Mord um jeweils ein Stück ...


So ziemlich jeder dürfte wohl den Kriminalroman "Ten little Indians" von der berühmten Autorin Agatha Christie kennen, auf dem dieser sowjetische Film basiert. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine von vielen filmischen Adaptionen dieses Kriminal Klassikers, der sich auch in der heutigen Zeit noch größter Beliebtheit erfreut. Unter verschiedenen Titeln wurde die Geschichte also schon unzählige Male erzählt und jeder Zuschauer mag dabei seinen ganz persönlichen filmischen Favoriten küren, doch die hier besprochene und bisher wohl relativ unbekannte Variante des Stoffes aus dem Jahr 1987 zählt ganz eindeutig zu den besten Verfilmungen und erhielt nun endlich auch eine deutschsprachige Veröffentlichung auf DVD.

Die Umsetzung von Stanislav Govorukhin kann sich jederzeit sehen lassen und beinhaltet ihre ganz großen Stärken sicherlich in den überzeugend agierenden Darstellern, dem gekonnten Spannungsaufbau und definitiv auch in atmosphärischer Hinsicht. Und so entfaltet sich dann auch von der ersten Minute an eine wunderbar geheimnisvolle Grundstimmung, die sich mit zunehmender Laufzeit immer weiter verdichtet. Auch der erste Mord lässt nicht allzu lange auf sich warten, denn nach einer verhältnismäßig kurzen Einführung der einzelnen Charaktere folgt nur noch eine kurze Aufzählung der Verbrechen, der sich die Anwesenden angeblich strafbar gemacht haben. Danach beginnt auch schon die kurzweilige Mordserie und der Zuschauer kann sich zusammen mit den übrigen Protagonisten auf die Suche nach dem ominösen Killer machen. Nun weiß man zwar als Kenner des Stoffes ganz genau die Richtung in die das Geschehen tendiert, aber dennoch ist es dem Regisseur ganz vortrefflich gelungen, das Szenario äußerst spannend ins Bild zu setzen.

Und so entwickelt sich sehr schnell ein wirklich gelungenes Rätselspiel, in dem ganz geschickt immer wieder etliche Verdachtsmomente auf jeden der Beteiligten gelenkt werden. Natürlich wird der Kreis der Verdächtigen mit jedem weiteren Mord verkleinert, aber dennoch erfährt der Zuschauer erst wenige Minuten vor dem Ende, wer denn nun letztendlich für die vielen Morde verantwortlich zeichnet. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden handelt es sich hier wohl um die bisher längste Verfilmung des Romanstoffes, was aber keinesfalls für Längen irgendwelcher Art sorgt. Vielmehr handelt es sich um eine ausführliche Beleuchtung der Ereignisse, bei der auch sehr viel Wert auf diverse Kleinigkeiten gelegt wird.

Die für unsere Breitengrade wohl eher unbekannten Schauspieler agieren allesamt erstklassig und tragen so einen nicht unerheblichen Anteil am insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck, den diese sowjetische Variante auf jeden Fall hinterlässt. So kann man dann letztendlich auch nur eine ganz klare Empfehlung an alle Fans erstklassiger Krimikost aussprechen, denn selbst wenn man auch schon die anderen Werke zu dieser Thematik gesehen hat ist "Das Letzte Weekend" definitiv einen Blick wert. Manche Geschichten können ganz einfach gar nicht oft genug erzählt werden und verlieren auch nicht durch eine Vielzahl von filmischen Umsetzungen etwas von ihrem Reiz. "Ten little Indians" fällt definitiv in diese Kategorie und wird nicht umsonst zu den absoluten Klassikern des Kriminalfilmes gezählt.


Fazit:


Die hier erzählte Variante des Klassikers von Agatha Christie war mir bisher vollkommen unbekannt, doch die Umsetzung der Geschichte konnte mich vollends überzeugen. Viel Spannung, eine grandiose Atmosphäre und erstklassig aufspielende Protagonisten sorgen für ein richtig tolles Filmerlebnis, das man nur jedem Liebhaber ans Herz legen kann.


8/10
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