Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 30. Mär 2018, 20:05

Death House / Sorority House Massacre

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Nach dem Tod ihrer Tante verbringt Beth das Wochenende in einem Verbindungshaus, dass vor einigen Jahren Schauplatz eines grausigen Verbrechens war. Doch schon als die junge Studentin das geräumige Haus betritt, beginnen Vorahnungen und Déjà-Vus in denen Beth einen fremden Mann und schreckliche Morde betrachten muss. Obwohl sie nicht wissen, wie sie diese Wahrnehmungen deuten sollen, versuchen ihre Freudinnen die aufgebrachte Beth zu beruhigen und planen eine Party am Abend, die alle wieder auf andere Gedanken bringen soll. Doch mit der Ankunft von Beth in dem Haus wird auch hunderte Kilometer weiter der Mörder Bobby in einer Nervenheilanstalt aus seiner Lethargie gerissen, der fortan nichts anderes mehr im Sinn hat, als auszubrechen und weiter zu morden.

Ansehnlicher Mid-80er-Slasher, der die übliche Geschichte von jungen Studentinnen und einem unheimlichen Mörder erzählt, die sicherlich schon hunderte Mal auf ähnliche Weise erzählt wurde. Regisseurin Carol Frank versucht dem ganzen aber noch eine übernatürliche Komponente hinzuzufügen, in dem sie Traum und Realität verschwimmen lässt und eine Art telepathische Beziehung zwischen Opfer und Täter präsentiert, die im Film auch auf durchaus hübsche Weise dargestellt wird. Leider machen das schmale Budget, belangloses Blabla, die konventionelle Regie und einige unlogisch erscheinende Momente dem Ganzen aber wieder etwas einen Strich durch die Rechnung. Trotz der relativ kurzen Laufzeit gibt es auch ein paar Durchhänger und so richtig kommt die Sache auch nicht in die Puschen. Trotzdem lässt sich der stark an „Halloween“ angelehnte „Death House“ a.k.a. „Sorority House Massacre“ durchaus gucken, auch wenn die deutsche Blu-Ray-Disc anscheinend nur die US-Video-Fassung an Bord hat, die knapp 8 Minuten an Handlungsmaterial gegenüber der deutschen VHS vermissen lässt. Diese befinden sich jedoch im Bonus-Material und entpuppen sich tatsächlich als reines Füllmaterial harmloser Natur wie nächtliche Fahrten aus der Killerperspektive oder Gespräche über Dauerwellen und Partys, die wohl nicht ohne Grund entfernt wurden. Wer Slasher aus dieser Schaffensperiode mag, kommt mit jeder Menge Achtziger-Flair, halbwegs origineller Ideen und durchschnittlichen Body-Count auch sicher auf seine Kosten, selbst wenn man sich kein verkanntes Genre-Highlight erwarten sollte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 31. Mär 2018, 20:20

Sunshine

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In einer nicht allzu fernen Zukunft hat die Sonne ihre Kraft verbraucht und droht zu erlöschen, während auf der Erde diese Auswirkungen mit einer neuen Eiszeit zu spüren sind. Bevor es jedoch auch mit der Erde zu Ende geht, wird ein Schiff namens Icarus zur Sonne geschickt, dass eine Bombe zünden soll, um die Sonne neu zu beleben. Doch das Schiff verschwindet spurlos und sieben Jahre später startet eine neue Mission mit demselben gefährlichen Ziel und einer weiteren Bombe an Bord, die auch gleichzeitig die letzte Möglichkeit darstellt, die Menschen zu retten. Als die Icarus II jedoch ohne Kontakt zur Erde kurz vor dem Ziel steht, erhält sie ein Notsignal der Vorgängermission und die Crew trifft eine schwerwiegende Entscheidung…

Sunshine“ ist ein Film, der es dem aufgeschlossenen Zuschauer irgendwie nicht leicht macht und so sehr Danny Boyle versucht, einen über weite Strecken eher ruhigen, bildgewaltigen und vielschichtigen Sci-Fi-Streifen zu schaffen, so sehr vermasselt er sich sein Vorhaben mit einem konventionellen Schluss, der ja eifrig in Richtung Mainstream-Blockbuster-Kino schielt. Was ja als eine Mischung aus „Solaris“, „2001“ und „Event Horizon“ durchaus vielversprechend beginnt und den Zuschauer mit eindrucksvollen Bildern und einem tollen Cast vor den Bildschirm bannt, verkommt ja gegen Ende zu einem arg durchschnittlichen Action-Gewitter, das man zwar schon gucken kann, aber schon auch etwas im Widerspruch zu den wirklich sehr schön erzählten und neunzig zuvor gezeigten Minuten steht. Zurück bleibt ein Streifen, der zwar schon auch immer noch gut zu gucken ist, aber bei dem auch das Gefühl zurückbleibt, dass er gegen Ende weit hinter den eigentlichen Möglichkeiten zurückbleibt. Warum man „Sunshine“ gegen Ende dann noch in die Popcorn-Ecke drücken musste, bleibt mir ein Rätsel und beamt den über weite Strecken interessanten Film dann auch auf völlig unnötige Weise in die konventionellen Weiten eines Genre-Kosmos mit ausgetretenen Pfaden.

Timescape

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Ben Wilson ist ein alleinerziehender Vater, der nebenher auch noch versucht, eine alte Pension zu revitalisieren und im Streit mit seinem Schwiegervater steht, der ihn für den Unfalltod seiner Tochter verantwortlich macht. Als eines Tages eine ominöse Reisegruppe vor der Türe steht und unbedingt Zimmer in seiner halbfertigen Unterkunft haben möchte, denkt sich der Mann noch nichts Schlechtes. Wenig später merkt er jedoch das seltsame Verhalten seiner Gäste, die sich auch wenig später als Katastrophen-Touristen aus der Zukunft entpuppen. Diese Zeitreisenden sind in den beschaulichen Ort gekommen um Zeuge eines Meteoriten-Absturzes zu werden, der auch schon bald das kleine Städtchen und seine Bewohner nachhaltig erschüttert. Als Bens Schwiegervater durch sein Verhalten auch noch Bens Tochter in Gefahr bringt, nutzt dieser sein neu erlangtes Wissen um das Schlimmste zu verhindern, was natürlich ebenfalls nicht ohne entsprechende Konsequenzen über die Bühne geht.

Spaßig-trashiges Zeitreise-Movie aus den Neunzigern mit einer herrlich abgedrehten Story über zeitreisende Katastrophen-Touristen und einem heruntergekommenen Vater, der versucht eine Kleinstadt vor einem Meteriten-Absturz das Schlimmste zu verhindern. Dabei klingt der Inhalt des Films doch wesentlich ernsthafter, als er eigentlich ausgefallen ist und „Timescape“ glänzt als kleines B-Movie vor allem mit seiner skurrilem Ausgangsidee und seiner bisweilen etwas kostengünstigen Umsetzung, die mit lustigen Ideen wieder ausgeglichen wird. Zu viel will man natürlich nicht verraten, aber der Streifen gibt dem Wort „Gaffer“ eine völlig neue Bedeutung und schon der Look und das Verhalten der Zeitreisenden aus der Zukunft zaubert dem Genre-Fan mühelos ein Lächeln aufs Gesicht. „Timescape“ ist auch stets so herrlich reißerisch und zugleich herrlich unbedarft mit seiner Zeitreise-Thematik, dass man über etwaige Plot-Holes und soapigen Elemente gerne hinweg sieht und für mich war das kleine Filmchen jedenfalls eine positive und spaßige Überraschung, die ich so definitiv nicht am Schirm hatte. Die deutsche DVD ist zwar ziemlich mau, aber der Film ist es definitiv nicht und lohnt nicht nur vom Zeitreise-Fan entdeckt zu werden.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 1. Apr 2018, 20:21

Suspiria

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jogiwan hat geschrieben:Zum Film selbst gibt es ja von meiner Seite nicht mehr viel zu sagen und so komme ich an dieser Stelle auch gleich zur italienischen Blu-Ray, die den Streifen in einer neu-restaurierten Fassung präsentiert. Ich bin ja beileibe kein Pixelzähler oder streitbarer Farbton-Experte, aber ich liebe bunte Farben abseits von Schwarz und Weiß und war schon regelrecht geplättet, wie gut der Film und vor allem die Farbgebung in dieser neuen Fassung aussehen. Dabei haben mich gar nicht so sehr das satte Rot oder tiefe Blau fasziniert, sondern vor allem die Szenen, die von Argento in einer Perlmutt-artigen Farbgebung komponiert wurden. Damit ist vor allem der Auftakt und erste Mord im M.C. Escher-Hotel gemeint, die mich total umgehauen haben. Hier leuchten der Schirm und das Geschehen förmlich in irisierenden Farben und Menschen, Räume und Objekte schillern und schimmern je nach Kamerawinkel auf wunderschönste Weise, als würden sie selbst eine Lichtquelle darstellen. Keine Ahnung, wie die das hinbekommen haben, aber was ich da gestern erblicken durfte war wohl wirklich ein absolutes Kunstwerk an Farbkomposition, ohne dabei zu künstlich und unnatürlich zu wirken. Diese restaurierte Fassung ist der Hammer, ein Geschenk für alle Fans dieses Films, die hier förmlich in eine Welt der Farben eintauchen und sich treiben lassen können. Alle anderen Fassungen kann jetzt auch wirklich getrost in die Tonne kippen und mit der restaurierten Fassung wurde imho wirklich das absolute Maximum rausgeholt.


Gestern netten Besuch gehabt und da ist die neue Blu wieder im Player gelandet. Überflüssig zu erwähnen, dass alle Anwesenden von den Farben geflasht waren. Super!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 2. Apr 2018, 19:43

Drei Engel auf der Todesinsel

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jogiwan hat geschrieben:Bei einem Film mit dem Titel „Drei Engel auf der Todesinsel“ erwartet man sich wohl von vornherein keine hochgeistigen oder intellektuellen Film, aber was hier vor den überraschten Augen des Zuschauers abgeht, spottet wohl jeglicher Beschreibung: Drei dralle Frauen, die nie um einen Spruch verlegen sind, retten kurzerhand die Welt und machen dass auf die wohl unterhaltsamste, „Kinnladen-nach-unten-klappendste“ und trashigste Weise, die man sich nur vorstellen kann. Jim Wynorskis spassiger Trash-Marathon ist wohl so etwas wie die geistige Verwandtschaft von „Karate, Küsse, blonde Katzen“ und „Jäger des tödlichen Jade“, nur das hier alles in Punkto Wahnsinn fast noch getoppt und einer Prise Sex veredelt wird. „Da glüht der Schwachsinnsdetektor durch“ urteilte die Zeitschrift Cinema wenig wohlwollend und das Hirn und die Hose des vorwiegend männlichen Zuschauer wohl gleich mit, wenn Melanie Vincz, Raven de la Croix und Angela Aames auf der futuristischen Todesinsel kurz mal nach dem Rechten sehen und dabei auf Roboter-Spinnen, Affen und sonstige Überraschungen treffen. Überflüssig zu erwähnen, dass die ganze Sause natürlich schwer unterhaltsam ist und man angesichts von Action, Titten und Trash aus dem Staunen auch gar nicht mehr rauskommt. Auf großer Leinwand unter Gleichgesinnten wäre das wohl eine gigantische Party und sollte ich jemals einen Film benötigen, der ernsthafte Menschen nachhaltig bis in ihre Grundfesten und darüber hinaus erschüttert, dann würde ich wohl Jim Wynorskis verfilmte Männerfantasie wählen.


In etwas größerer Runde ist diese Mischung aus Action, Comedy, Fantasy und Schwachsinn gestern leider so gar nicht gut angekommen. Ich fands ja noch immer sehr unterhaltsam, aber man muss auch ehrlich gestehen, dass die Beigabe von Alkohol dem Film sicherlich sehr entgegenkommt. Nüchtern betrachtet ist das ja schon alles sehr viel - vor allem für ungeeichte Personen.

Eating Out 5: Open Weekend

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Nachdem sich Zack und Casey im vierten Teil getrennt haben, führt das Schicksal die Beiden wieder zusammen und zwar ausgerechnet in einem Ferien-Resort in Palm Springs, in dem ein hedonistischer und ausschweifend-sexueller Lebensstil gehuldigt wird. Während Zack unglücklich darüber ist, dass sein neuer Freund auch Sex mit anderen Männern haben möchte, hängt auch Casey immer noch an seinem Ex und nach einem turbulenten Wochenende, in dem auch jeweils Caseys jungfräulich-tollpatschige und Zacks transsexuelle Freudinnen eine große Rolle spielen, sind die Karten auch wieder neu gemischt.

Die Qualität der Reihe geht bei „Eating Out“ ja kontinuierlich nach unten und erreicht mit dem fünften Teil auch seinen absoluten Tiefpunkt. Was bei den ersten zwei Teilen ja noch ein lustiger, augenzwinkernder und halbwegs freizügiger Blick auf den schwulen Lifestyle war, verkommt spätestens ab dem vierten Teil zu einem comichaft-übertriebenen und nervigen Ereignis, das dem Zuschauer auch nur noch ein müdes Lächeln abringen kann. Wachbrettbäuche, harmlose Fummeleien, Zoten und überzeichnete Oberflächlichkeit sind für einen Film auch etwas wenig und mehr hat „Eating Out 5“ dann auch gar nicht mehr zu bieten. Irgendwie geht es um offene Beziehungen und jede Menge Sex in einem Gay-Resort mit nervigen Figuren, der auch handwerklich leicht als Schnellschuss zu erkennen ist. Hier wollte man wohl noch die Kuh melken, solange sie Milch gibt und hat dann gnadenhalber die Reihe beendet. Mehr als Oberflächlichkeiten und dämliche Gags hat „Eating Out: Open Weekend“ dann auch nicht zu bieten und ist nicht nur völlig entbehrlich, sondern auch eher ein unrühmlicher Abschluss einer Reihe, die halbwegs gut begann um dann stark nachzulassen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 3. Apr 2018, 19:40

Guardians of the Galaxy

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jogiwan hat geschrieben:Dass James Gunns Streifen so eingeschlagen hat ist ja wenig verwunderlich und wäre ich heutzutage 12 bis 14, „Guardians oft he Galaxy“ wäre mit seiner Mischung aus Sci-Fi, Retro, markigen Sprüchen, coolen Look und ungewöhnlichen Helden wohl sicher mein absoluter Lieblingsfilm. Mit 41 sieht man die Sache dann aber doch etwas differenzierter und auch wenn der Streifen natürlich schon gelungen, spaßig und kurzweilig daherkommt, merkt man schon auch, dass er diesen ganzen CGI-Bombast eigentlich gar nicht nötig hätte und diese die Verfilmung des Comics eigentlich unnötig bremsen und von den eigentlichen Qualitäten des Streifens ablenken. „Guardians of the Galaxy“ funzt als Culture-Clash-Actionkomödie ja hervorragend und Quill und seine Truppe haben ja immer die Lacher auf Ihrer Seite, wenn es darum geht, das Universum zu retten und sich dabei ihrer Stärken statt Unterschiede zu besinnen. Zwischendurch scheint man Story-technisch zwar mehr als einmal den Faden zu verlieren, aber irgendwie fügt sich am Ende dann doch wieder alles zusammen. Die Botschaft des Streifens über Freundschaft, Verantwortung und „Über-sich-Hinauswachsens“ ist ja auch sehr nett und so will man auch nicht weiter hinterfragen, wie der Streifen eigentlich zu seiner Altersfreigabe gekommen ist. Allerdings wird in Punkto CGI-3D-Action einfach viel zu dick aufgetragen und zwischendrin und spätestens beim großen Finale machen sich diesbezüglich auch leichte Ermüdungserscheinungen breit. Dennoch ein turbulenter und unterhaltsamer Streifen, der sich doch sehr unverhohlen an „Star Wars“-Kosmos orientiert, aber wesentlich augenzwinkernder, bissiger und daher auch sympathischer daherkommt. Und wenn nach dem Abspann auch noch „Howard, the Duck“ kurz mit einem Drink in der Hand vorbeischaut, dass weiß man auch, dass hier definitiv die richtigen Leute am Werk sind. Die Fortsetzung kann kommen!


Gestern nochmals geguckt und auch wieder Spaß gehabt. Wenn schon Blockbuster-Action-Sci-Fi-Popcorn-Kino - dann bitte so! :nick:
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 4. Apr 2018, 19:59

Deadpool

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jogiwan hat geschrieben:„Deadpool“ gibt sich ja große Mühe, ordinär, zynisch und anders als das obligatorische Superheldenpack zu sein und der Streifen ist darin eigentlich auch ganz großartig und spaßig. Hübsch zotig, stets etwas neben der Spur, politisch unkorrekt und mit popkulturellen Anspielungen innerhalb und außerhalb des Superhelden-Kosmos und direkter Ansprache des Publikums auch immer mit den Lachern auf seiner Seite. Allerdings trifft das nur auf die Figur und weniger auf den Film zu, der zwar einen abgeklärten Held wider Willen präsentiert, aber im Grunde dabei alle Mechanismen eines handelsüblichen Superhelden-Film übernimmt und A bis Z bis ins letzte bedient. Klar wird das auch im Vorfeld angekündigt und von den 99 % der Fans auch so erwartet, aber da hätte ich mir persönlich etwas mehr Mut gewünscht, auch mal mit den Bombast-Regeln des Genres zu brechen und etwas anderes zu schaffen, als sich nur auf augenzwinkernde Weise darüber lustig zu machen. So bleibt der Streifen temporeiches und überraschend brutales Gute-Laune-Hirnausschalte-Popcorn-Kino mit hohem Spaß-, Quassel-, Übersättigungs- und CGI-Faktor, das aber in Punkto bitterböse Superhelden-Parodie im Vergleich zu Werken wie „Super – Shut up, Crime!“ meine persönlichen Erwartungen eines Anti-Superhelden-Movies nicht zur Gänze erfüllen konnte.


Auch beim zweiten Mal fand ich den ganz okay, selbst wenn ich nicht mehr zur angepeilten Zielgruppe von 12 - 22 gehöre. Ein X-Men-Spoof, den man schon gucken kann, wenn man nicht auf CGI- und dumme Sprüche allergisch ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 5. Apr 2018, 20:06

Santa Clarita Diet - Staffel 2

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Auch die zweite Staffel ist eigentlich durch die Bank super und kurzweilig gemacht und die zehn Folgen der zweiten Staffel sind allesamt sehr spaßig, turbulent und sympathisch. Joel versucht noch immer nach außen hin eine heile Fassade aufrecht zu erhalten, während Sheilas Lust auf Menschenfleisch immer mehr für die Familie zum Alltag wird und man versucht, der seltsamen Verwandlung auf die Spur zu kommen. Die Idee die Zombie-Thematik mit einer Vorstadt-Soap zu verbinden ist jedenfalls sehr gelungen und auch der Vorsatz, nur vermeintlich böse Menschen zu killen, ist nicht so einfach wie gedacht. Die Figuren sind sehr interessant gezeichnet, die Situationskomik erinnert an bessere Komödien-Tage, zwischendurch spritzt ganz schön viel Blut und auch ansonsten gibt es von meiner Seite hier nicht viel zu meckern. Die zehn Folgen der zweiten Staffel mit jeweils knapp 30 Minuten Laufzeit gucken sich jedenfalls erneut sehr gut weg und ich freue mich jetzt schon auf die dritte Staffel, auf die uns Netflix hoffentlich nicht allzu lange warten lässt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 6. Apr 2018, 19:16

The Murder Secret

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Als Heranwachsender musste Richard miterleben, wie seine Tante Martha als unheilbar in eine Nervenheilanstalt gebracht wurde und seine Mutter Selbstmord beging. Der Bitte seiner Mutter vor ihrem Freitod, sich in späteren Jahren um seine Tante zu kümmern, ist er jedoch nicht nachgekommen und hat mit Nora seine eigene Familie mit drei Kindern gegründet. Dreißig Jahre später erhält Richard jedoch Nachricht von Martha, die ihren Neffen samt Familie in ihre Villa einlädt. Richard ist zwar überrascht, aber fährt mit seiner Familie zu dem Ort, wo er vom Hausmeister auch herzlich willkommen geheißen wird und dieser im mitteilt, dass sich seine Tante verspäten wird. Während es sich Richards Familie in dem geräumigen Haus gemütlich macht, hat Richard jedoch Zweifel an der Sache, die sich wenig später auch als durchaus berechtigt herausstellen werden.

„The Murder Secret“ ist ja einer der Streifen, deren Gore-Anteil von Lucio Fulci für seinen „Nightmare Concert“ ausgeborgt wurde und ehrliche gesagt – viel mehr hat Mario Bianchis Horror-Thriller aus dem Jahr 1988 neben seiner durchaus passablen Darsteller-Riege auch nicht zu bieten. Die Geschichte plätschert belanglos vor sich hin und die ersten fünfzig Minuten passiert wirklich nicht sehr viel, außer dass sich die scheinbar sehr himmlische Familie untereinander stets etwas zu lieb hat. Doch nach dem drögen Start wird dann der Holzhammer bzw. die Kettensäge ausgepackt und „The Murder Secret“ hat durchaus ein paar böse Momente, die ich mir in der Form wohl nicht erwartet hätte und auch der Zuschauer, der glaubt, die Geschichte durchschaut zu haben, bekommt am Ende auch noch eine hübsche Überraschung serviert. Jedenfalls zählt das Schuld-und-Sühne-Drama sicherlich nicht zu den Highlights der Filmgeschichte und ist zu einer Zeit entstanden, als sich die italienische Genre-Produktion schon am Boden befand, aber irgendwie sind diese auf den amerikanischen Markt schielenden Husch-Pfusch-Produktionen mit erhöhten Gore-Anteil und etwas nackter Haut ja auch wieder irgendwie sehr reizvoll. Als geeichter und erfahrener Italo-Fan geht das alles und auch „The Murder Secret“ schon in Ordnung und es auch spannend zu sehen, wie kompromisslos hier eigentlich zu Werke gegangen wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 7. Apr 2018, 19:27

The Slayer

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Die Malerin Kay steht kurz vor der Eröffnung ihrer ersten Ausstellung und ist dementsprechend nervös. Um sie davon abzulenken überredet ihr Mann David die Malerin ihre surrealistischen Bilder zurückzulassen um gemeinsam mit ihrem Bruder und dessen Partnerin auf einer menschenleeren Insel ein paar Tage auszuspannen. Tatsächlich willigt die seit Kindheitstagen von Alpträumen geplagte Malerin ein und die vier Personen landen mittels Flugzeugtransport auf dem abgelegenen Eiland. Dort angekommen erkennt Kay jedoch die Örtlichkeiten aus ihren Alträumen und beginnt zu fürchten, dass sich ihre Träume voller Mord und Todschlag bewahrheiten könnten. Tatsächlich scheint eine böse Macht hinter den Erholungssuchenden her zu sein um einen nach den anderen zu holen…

„The Slayer“ ist wirklich ein etwas seltsamer Film, der bewusst oder unbewusst nicht die Erwartungen der Slasher-Gemeinde nicht so richtig erfüllen möchte. Zwar bietet der Plot des Filmes eigentlich alles, was man in einem derartigen Film erwartet, doch irgendwie scheint der Spannungsaufbau nicht im Fokus von Regisseur J. S. Cardone gewesen zu sein. Der Film startet dann zwar relativ vielversprechend und verzettelt sich dann in Nebensächlichkeiten und den Schönheiten seiner paradiesischen Location, die hier etwas zu ausgiebig präsentiert wird, während der Slasher-Anteil immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheint. Zwar gibt es schon ein paar Morde, doch diese scheinen entweder endlos ausgewalzt oder fügen sich nicht wirklich stimmig in die ansonsten etwas zu ruhige Handlung mit seinen überschaubaren Figuren ein. Vielleicht ist „The Slayer“ dann auch ein Streifen, der durch mehrfache Sichtungen zu wachsen vermag, doch beim ersten Mal wirkte das alles inklusive seinem merkwürdigen Ende doch etwas seltsam verfahren und auch in sich nicht wirklich schlüssig. Als surrealistisches Drama einer Malerin in der existenziellen Schaffenskrise und im Kampf gegen feindliche Naturgewalten hätte „The Slayer“ wohl besser funktioniert.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 8. Apr 2018, 19:53

Reflections of Light

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Komponist Frederico ist nach dem Tod seiner ersten Gattin Chiara ein gebrochener Mann, der aufgrund des traumatischen Erlebnisses an den Rollstuhl gefesselt ist und seine Umwelt, insbesondere seinen Sohn Marcello mit seiner allgemeinen Verbitterung am Leben vergrämt. Dennoch lebt er mit der hübschen Marta in einer geräumigen Villa zusammen, die jedoch auch von seiner Sekretärin Giorgia begehrt und erpresst wird, die auch jedes Mal prompt zur Seite steht, wenn es Frederico wieder einmal mit Gefühlsterror übertreibt. Als Marcello eine Laufbahn als Turnier-Reiter einschlägt, sich in die jungen Gaia verliebt und Frederico seine Marta endgültig an Giorgia zu verlieren scheint, erinnert sich Frederico jedoch wieder an all die tragischen Momente seiner Vergangenheit um seine kleine Familie wieder zusammenzubringen.

Sehr seltsam anmutende Mischung aus Psychostudie, soapigen Familiendrama und Italo-Sleaze, bei dem vorwiegend die nackten Körper seiner weiblichen Darsteller und Achtziger-Schönheiten mit turmhohen Dauerwellfrisuren im Vordergrund stehen, die von Mario Bianchi auch ausgiebig in Szene gesetzt werden. Die Geschichte über den Komponisten im Rollstuhl erinnert in seiner psychologischen Unbedarftheit an Werke aus den frühen Siebzigern und als Zuschauer kann man in dem sehr holprigen Psychogramm die meisten Dinge ohnehin nur erahnen, weil es Bianchi bei seiner Erzählung auch mit den Realität und Traum nicht so genau nimmt. Interessant ist aber sicherlich der Cast und Gabriele Tinti und Laura Gemser sind in einer ihrer letzten gemeinsamen Rollen zu sehen, wobei Gemser hier nur in kurzen Flashbacks in Erscheinung tritt. Auffällig sind auch das Product-Placement und die zelebrierte Materialismus, der wohl neben den Frauenkörpern weitere Begehrlichkeiten wecken sollte und insgesamt ein sehr seltsames Bild einer degenerierten Familie in der Krise ergibt. Mit etwas Wohlwollen ist „Riflessi di luce“ dann auch ein lustiges Ereignis für den geeichten Italo-Fan mit viel nackter Haut, bekannten Gesichtern und recht wenig Sinn, das sich wenigstens am Ende noch halbwegs versöhnlich gibt und von den meisten Genre-Fans ohnehin unbeachtet bleiben wird.

Hitcher in the Dark

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Mark Glazer ist nach außen hin ein unscheinbarer, junger Mann, der mit einem riesigen Camper ziellos durch die Gegend fährt um junge Tramperinnen aufzugabeln, zu vergewaltigen und anschließend zu ermorden. Als er eines Tages auf einem Campingplatz Zeuge eines Streits zwischen Daniela und Kevin wird, bietet er der jungen Frau an, diese zum nächsten Busbahnhof zu chauffieren. Als Daniela jedoch den Camper betritt, wird sie von Mark unter Drogen gesetzt und mittels Handschellen ans Bett gefesselt. Dieser hat in der jungen Frau nämlich das Ebenbild seiner russischen Mutter erkannt und verwandelt diese in den darauffolgenden Tagen in sein Wunschbild, während sich aber auch Kevin hinter den Beiden hermacht um seine vermeintlich aus freien Stücken verschwundene Daniela wieder für sich zurückzugewinnen.

Unbeachtet gebliebenes „Hitcher“-Rip-Off über einen jungen Mann, der im Camper durch die Gegend fährt um junge Autostopperinnen zu vergewaltigen und zu ermorden. Die ganze Geschichte ist ja relativ simpel gehalten und ein traumatisches Ereignis muss wieder einmal herhalten, um das gewaltbereite und psychopathische Verhalten des jungen Mannes aus wohlhabendem Hause zu erklären. Leider ist die Geschichte aber nicht sonderlich gut erzählt und zahlreiche Zufälle geben sich hier auch eifrig die Klinke in die Hand um die ganze Sache am Laufen zu halten. Im letzten Viertel geht „Hitcher in the Dark“ dann noch etwas in die Terror-Richtung, ohne jedoch die Intensität vergleichbarer Werke aus früheren Epochen zu erreichen. Alles in dem in Amerika mit amerikanischen Darstellern realisierten Werk ist eher mau und von Produktionsseite wurde Lenzi auch noch angewiesen, ein anderes Ende zu drehen um dem weitgehend lahmen Film eine Mainstream-Wendung zu geben. Mit dem vorgegebenen Ende ist Lenzi laut mitgeliefertem Interview auch so gar nicht glücklich und auch ich hätte es persönlich vorgezogen, wenn die eher unsympathische Mischung aus Road-Movie und Psycho-Thriller so oder so ein paar Minuten eher zu Ende gewesen wäre.
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