Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 2. Feb 2018, 20:00

Der Große Muppet Krimi

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Kermit, Fozzy und Gonzo versuchen ihr Glück als rasende Reporter einer großen Zeitung, deren Chefredakteur mit der Arbeit der chaotischen Truppe gar nicht zufrieden ist. Als die drei jedoch Zeuge eines Juwelenraubs an der Modedesignerin Lady Holiday werden und dennoch die Schlagzeile verpassen, reisen die drei Muppets kurzerhand nach London um die exzentrische Dame nachträglich zu interviewen und den Raub aufzuklären. Doch das entpuppt sich als gar nicht so einfach und ohne Geld bleibt auch nur der Weg in ein sehr heruntergekommenes Hotel, dass schon von anderen schrägen Vögeln in Beschlag genommen worden ist. Als Kermit dann auch noch Miss Piggy irrtümlich für Lady Holiday hält, die sich als deren Assistentin natürlich sofort unsterblich in den Frosch verliebt und ein zweiter Raub geschieht, ist das Chaos endgültig perfekt.

Auch der zweite Muppet-Film aus dem Jahr 1981 ist natürlich ein großer Spaß, auch wenn die Gag-Dichte hier nicht so hoch ist wie im „The Muppet Movie“, der zwei Jahre zuvor entstanden ist. Die Krimi-Story ist in dem herrlich ironisch gemeinten Musikfilm auch eher zu vernachlässigen und entpuppt sich im Finale zudem noch als Parodie auf klassische „Heist-Movies“. Bis dahin gibt es aber wieder jede Menge Puppen- und sonstige Action, viel Musik, noch mehr Chaos und natürlich auch wieder ein paar Überraschungen, die man sich so in einem Puppen-Realfilm-Abenteuer nicht erwarten würde. War es im Auftakt noch Kermit am Rad, der für Lacher gesorgt hat, so hat man dieses Mal gleich die ganze Truppe auf Räder gesteckt und in den Park geschickt. Außerdem gibt es noch eine herrliche und hübsch choreografierte Unterwasser-Muscial-Nummer (!) mit Miss Piggy, etwas Karate-Action und natürlich auch jede Menge Gaststars in kleinen Cameos wie Peter Ustinov als LKW-Fahrer, John Cleese als pragmatischer Londoner und Peter Falk als Landstreicher. Diana Rigg gibt die exzentrische Diva und hat dennoch keine Chance gegen Piggy, die hier wieder einmal der Star der ganzen Sause ist. Alles in allem vielleicht nicht ganz so lustig und harmonisch wie der Vorgänger, aber immer noch eine ungemein spaßige Sache.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 3. Feb 2018, 20:04

Schrei lauter!!!

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Garrett und seine sechs Freunde sind Knallchargen wie sie im Buche stehen und obwohl sie keine Ahnung vom Leben in der Natur hat, plant die bunte Truppe aus prolligen Nerds und nervigen Mädchen einen Camping-Ausflug der naturgemäß nicht ohne Folgen bleibt. Nach der mühevollen Anreise landet das Auto am Baum und statt der gemütlichen Hütte im Wald, ist erst einmal das Zelt im Freien angesagt. Und weil alles ja immer noch viel schlimmer kommt, ist wenig später auch ein skrupelloser Killer hinter den hoffnungsfrohen Campern her, die sich die Laune aber auch nicht durch Mord, Totschlag und abgetrennte Körperteile vermiesen lässt.

Was soll man sich schon bei einer Slasher-Parodie aus dem Hause Troma erwarten, außer einer völlig dämlichen und durchgeknallten Splatterorgie ohne große Rücksicht auf Verluste. Im Falle von „Schrei lauter!!!“ geht es ja auch gleich munter zur Sache und der rote Lebenssaft spritzt voller Freude munter durch die Gegend, wobei sich die Geschichte ja als stümperhaft umgesetzter Low-Budget-Blödsinn aus der Ecke der abgenudelten Camp-Slasher entpuppt. Die Figuren sind völlig überzeichnet und überbieten sich gegenseitig in Overacting und bis auf einen miesen CGI-Effekt gleich zu Beginn, scheinen die meisten Effekte handgemacht zu sein. Da werden Körperteile abgetrennt und Leiber durchbohrt, was sich aber weit schlimmer anhört als es im Film erscheint, da ja immer ein Isoliertape oder eine Klammermaschine in der Nähe ist um das Schlimmste wieder zu richten. Wer also auf den typischen und infantilen Troma-Humor abfährt, ist hier sicher an der richtigen Adresse, auch wenn man sich statt der deutschen Synchro wohl besser die englische Originalspur antun sollte. Als Slasher-Fan bekommt man sicher auch ein paar lustige und blutige Momente serviert, aber im Großen und Ganzen ist die Freude über diese wenig durchdachte Slasher-Parodie doch eher verhalten. "Decampitatet" hat nämlich leider auch jede Menge Durchhänger, die nicht sein müssten und trotz der haarsträubenden Killer-Auflösung am Ende war ich doch auch etwas froh, als nach neunzig Minuten Schluss war.

Pandora Peaks

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Busenfetischist Russ Meyer setzt in seinem letzten Film aus dem Jahr 2001 das Erotik-Starlet Pandora Peaks und ihre immense Oberweite ins rechte Licht und verknüpft dieses in bewährter „Mondo Topless“-Manier mit weiteren Erzählsträngen und schnellen Schnitten in deinem dokumentarisch anmutenden Werk. Dieses führt Meyer nicht nur zurück in die Mojave-Wüste zu den Drehorten von „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“, sondern auch nach Deutschland, wo er sich neben deutschen Ortsnamen und Straßenbezeichnungen auf über deutsche Befindlichkeiten lustig macht. Zu den Bildern von drallen Brüsten und nackten Frauen, Ortstafeln, Unterhaltungselektronik und deutschen Joghurt-Produkten (!) erzählen Russ Meyer, Pandora Peaks und Uschi Digard von ihren aufregenden Erlebnissen und Befindlichkeiten.

Das letzte Regie-Werk von Russ Meyer ist voll und ganz auf die künstliche Oberweite von Pandora Peaks zugeschnitten, die in dem gleichnamigen Werk auch ausgiebig ihre Brüste in die Kamera des selbsternannten Busenfetischisten hält. Dabei ist der Streifen als Abschluss seines Lebenswerks die logische Fortsetzung von „Mondo Topless“ aus dem Jahr 1966 und verbindet abermals schnell geschnittene Bilder, Strip-Einlagen und viel nackte Haut von drallen Busenmodels, deren Bilder mit einem überzeichneten und nicht ernstgemeinten Kommentar von Russ Meyer und Uschi Digard unterlegt sind, die im englischen Original auch immer wieder deutsche Wörter in ihren Ausführungen einfließen lässt, während Russ Meyer vom Fischen und Drehorten in der Mojave-Wüste erzählt. Generell hat „Pandora Peaks“ zwar keine Spielfilm-Handlung, aber dafür einen überraschend großen Deutschland-Bezug und Russ Meyer scheint zu Lebzeiten neben einer von mir bislang nicht gänzlich durchschauten Hitler-Affinität wohl auch das deutsche Publikum besonders ins Herz geschlossen zu haben. Wer an dem Dokutainment-Striptease-Streifen „Mondo Topless“ schon seine Freude hatte, wird auch an „Pandora Peaks“ seine Freude haben und es ist irgendwie lustig zu sehen, wie dieses durchschaubare Konzept aus vermeintlicher Doku und Erotik auch noch 35 Jahre eigentlich noch ganz gut funktioniert. Wer sich an übergroßen Brüsten, die in Stretch-Kleider gequetscht werden nicht sattsehen kann, kommt hier jedenfalls auf seine Kosten, mindestens genauso wie Russ Meyer, der mit seiner unvergleichlichen und augenzwinkernden Art den Zuschauer an seinem sehr offensichtlichen Fetisch teilhaben lässt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 4. Feb 2018, 19:22

Wilfred - Staffel 2

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Auch die zweite Staffel des australischen Originals ist eine bitterböse und sehr schwarzhumorige Angelegenheit und der Hund „Wilfred“ ist hier nicht der beste Freund des Menschen, sondern ein zynischer Egomane, der keine Gelegenheit auslässt um seinen Willen durchzusetzen, Pott zu rauchen und sein „Herrchen“ Adam in verzwickte Situationen zu bringen. Im Gegensatz zur ersten Staffel gab es hier offensichtlich auch wesentlich mehr Budget und die Figuren wurden ebenfalls auf sympathische Weise weiterentwickelt und erweitert. Neben dem etwas heruntergekommenen White-Trash-Look gibt es in der zweiten Staffel auch jede Menge Aussendrehs und insgesamt kommt die zweite Staffel auch witziger und weniger zynisch daher. Die acht Folgen mit Schi-Ausflügen, Nudisten-Eltern und dem „Bite-Club“ über den man nicht sprechen darf, lassen sich jedenfalls gut gucken und irgendwie ist es schade, dass im Falle der australischen Serie nach den zwei Staffeln Schluss war. Hund Wilfred a.k.a. Jason Gann ist ja dann nach Amerika um mit Darsteller Elijah Wood die amerikanische Version der Serie zu entwickeln, die aber wohl niemals so böse wie das kultige Original aus Down-Under sein kann. Das wird jedoch überprüft - die Box liegt ja auch schon griffbereit.

Spider II

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Die segelnden Eheleute Alexandra und Jason entdecken eines Tages auf hoher See das Wrack eines zerstörten Schiffes, ehe das eigene von einem Sturm versenkt wird. Als die beiden danach von der Mannschaft eines Containerschiffs entdeckt und aufgelesen wird, ist die Freude über die Rettung nur von kurzer Dauer. Auf dem Containerschiff tummelt sich neben finsteren Gestalten auch ein Arzt, der höchst zweifelhafte Versuche mit Spinnen-DNA an Personen durchführt, die zuvor entführt werden. Als auch der leicht verletzte Jason ohne sein Wissen als Versuchskaninchen herhalten muss und sich der Kapitän des Schiffes in Alexandra verliebt, ist Chaos also vorprogrammiert. Als auch noch ein Stromausfall alle Türen des Schiffes öffnet überschlagen sich die Ereignisse und die überdimensionierten Spinnentiere sorgen dafür, dass der Bodycount für den Zuschauer nicht zu kurz kommt.

Gestern hatte ich spontan Lust auf Tierhorror bzw. Spinnen und so ist meine Wahl – warum auch immer - bei „Spiders II“ von Sam Firstenberg gelandet, den man ja sonst eher als Regisseur von Action-Werken wie „American Fighter 1 bis Schieß-mich-tot in Bewusstsein hat. Die miesen Bewertungen auf der OFDB und IMDB habe ich dabei im Vorfeld bewusst negiert und gedacht, dass es so schlimm ja nicht sein kann. „Spiders II“ ist aber leider immer noch eine ziemliche Graupe und abgesehen von seiner völlig haarsträubenden Geschichte bietet der kostengünstig in Bulgarien gedrehte Streifen auch noch völlig grottige CGI und herrlich schlecht animierte Spinnen-Riesenmonster, sodass so etwas wie Spannung und Grusel erst gar nicht aufkommt. Die Sache mit den Versuchen wird auch nicht lang geklärt und statt Tierhorror gibt es eher sinnbefreite Dialoge, die von den fünf amerikanischen Schauspielern aus der zweiten Reihe mit Hilfe von bulgarischen Komparsen auf einem ausrangierten Containerschiff in Szene gesetzt wurden. Statt Arachnophobiker und Tierhorror-Fans kommen im Falle von „Spiders II“ aber eher die Trash-Freunde auch ihre Kosten, die hier angesichts schlechter Effekte, Dialoge und Schauspielkunst eigentlich aus dem Vollen schöpfen können. Leider bietet der Streifen aber dabei lediglich einen sehr eingeschränkten Unterhaltungswert und vor allem viel zu wenig Spinnen-Action und so rangiert das Genre-Lowlight „Spiders II“ auch völlig zu recht unterhalb der allgmeinen Wahrnehmungsgrenze.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 5. Feb 2018, 19:17

Corpse Bride

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Der schüchterne Victor soll in einer arrangierten Hochzeit von seinen Eltern, die ihm unbekannte Victoria ehelichen, die sich wider Erwarten als hübsche Seelenverwandte des tollpatschigen, jungen Mannes entpuppt. Als er in der Nacht vor der Hochzeit im finsteren Wald jedoch allein den Ablauf der Zeremonie probt, steckt Victor den Ehering beim schwülstig vorgetragenen Eheversprechen jedoch ausgerechnet auf einen Ast, der sich als verdorrte Hand einer Verfluchten entpuppt, die einst am Tage ihrer Hochzeit von ihrem habgierigen Gatten ermordet wurde. Prompt nimmt die von den Toten erwachte Braut das Gelöbnis ernst und nimmt ihren vermeintlichen Gatten in die Unterwelt mit, der sich als bunter Ort voller gutgelaunter Verstorbener entpuppt. Doch Victor sehnt sich nach seiner Victoria und der Welt der Lebenden und eine Verbindung zwischen einer Toten und einem Lebenden kann auf Dauer ebenfalls nur schiefgehen…

Wieder ein ausnehmend hübsch gemachter Stop-Motion-Animationsfilm aus der Laika-Schmiede, die nebenher auch unverkennbar die Handschrift von Tim Burton trägt, der diesen Streifen gemeinsam mit Mike Johnson realisiert hat. In „Corpse Bride“ ist die Welt der Lebenden ein grauer Ort, während sich die Welt der Toten als ausgelassener und bunter Ort voller tanzender Skelette und Zombies entpuppt. Dazwischen gibt es zwei junge Verliebte, eine verfluchte Braut und jeden Menge spaßig-morbider Einfälle, die die 77 Minuten auch wie im Flug vergehen lassen. Gesungen wird auch noch und im Original gibt es neben den Stimmen von Johnny Depp und Helena Bonham Carter auch noch den unvergleichlichen Christopher Lee zu hören. Alles sehr ansprechend gemacht ist „Corpse Bride“ dann auch eine sehr kurzweilige Angelegenheit, bei der sich Tim Burton und sein Faible für Außenseiter, liebenswerte Monster, sonstige Ungeheuer und seiner Vorliebe zum schrägen Genre-Film auch so richtig austoben kann. Dass er mit seiner turbulenten Geisterbahnfahrt dabei auch noch die breite Maße anspricht, liegt an seinem Talent, diese beiden doch etwas gegensätzlichen Pole mit augenzwinkernden Humor zusammenzubringen, ohne das Mainstream-Publikum zu verschrecken, oder ein Genre-Publikum zu langweilen. Alles super!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 6. Feb 2018, 20:17

The Seven Minutes

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Der junge Anwalt Mike aus Kalifornien wird eines Tages von einem New Yorker Verlagshaus engagiert um einen Buchverkäufer zu verteidigen, der mit dem Verkauf des Buches „The Seven Minutes“ gegen ein Gesetz gegen Verbreitung von Pornografie verstoßen hat. In der Verhandlung soll nicht nur der Verkäufer wieder als freier Mann das Haus verlassen, sondern auch der Ruf des Verlagshauses und das konfiszierte Werk wieder rehabilitiert werden. Als „The Seven Minutes“ jedoch auch bei einem jungen Mann gefunden wird, dem eine Vergewaltigung zur Last gelegt wird, wittern der Staatsanwaltschaft und konservative Mächte im Hintergrund politisches Kleingeld und schieben die Schuld des eigentlich unschuldigen Mannes auf den vermeintlichen Schundroman um so in einen aufsehenerregenden Prozess Schund, Schmutz und Pornografie endgültig aus dem Staate Kalifornien zu verbannen und die nächste Senatorenwahl zu gewinnen.

Eigentlich ein hochinteressantes Zeitdokument, was Regisseur Russ Meyer im Jahre 1971 mit der Verfilmung des Bestsellers „The Seven Minutes“ abgeliefert hat. In Zeiten, in denen die Verbreitung von erotischen Werken noch unter Strafe stand, liefert das Buch die Vorlage um konservative Kräfte zu entzaubern und auch in gleichnamigen Film geht es bald gar nicht mehr um das Verbrechen selbst, sondern um den Kampf gegen Bevormundung und Zensur unter dem Deckmantel des Jugendschutzes, dass ja auch heutzutage noch immer aktuell ist. In dem starbesetzten Streifen mit einem jungen Tom Selleck werden die üblichen Meyer-Themen wie Sex und Gewalt daher eher im Gerichtssaal abgehandelt und das knapp zweistündige Werk entpuppt sich dabei als durchaus spannende Angelegenheit mit einer hübschen Überraschung am Ende, das jedoch weitestgehend ohne viel nackte Haut auskommen muss. Natürlich gibt es ab und an einen nackten Rücken, aber größtenteils wird die Geschichte dazu genutzt um die konservative Scheinheiligkeit anzuprangern und wie diese versuchen auf manipulative Weise ihre durchschaubaren Interessen durchzusetzen. Dabei ist „The Seven Minutes“ zur Hälfte anwaltliche Schnitzeljagd und Gerichtssaaldrama gleichermaßen und ein Streifen, den zumindest ich mir in der Form nicht von Russ Meyer erwartet habe. „The Seven Minutes“ nimmt dann als einer seiner beiden großen Studiofilme in seinem Schaffen auch eine Ausnahmestellung ein und herausgekommen ist ein Streifen, der mir ausnehmend gut gefallen hat und auch die Arthouse-Filmfans ansprechen sollte, die ansonsten mit dem ebenfalls nur vermeintlichen Russ Meyer Schmuddel wenig anzufangen wissen.

American Psycho

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Den Skandal um das Buch von Bret Easton Ellis mit seiner ausufernden Gewaltdarstellung habe ich ja seinerzeit auch schon mitbekommen, auch wenn ich das Buch selber leider nie gelesen habe – Regisseurin Mary Harron lässt diese aber ohnehin aus und macht aus dem Stoff eine schwarzhumorige Satire auf eine völlig oberflächliche Welt der New Yorker Yuppie-Schicht und einen Abgesang auf eine männliche Welt, die ja auf wundersame Weise noch immer für viele erstrebenswert erscheint. Innere Werte wie Emotionen und Empathie sind unserem soziopathischen Titelhelden aber völlig fremd und hinter der gepflegten Fassade und dem Luxus-Apartment mit Hochglanz-Designer-Möbel lauert dann auch das Grauen in Form eines gewalttätigen Sadisten, der in der Auswahl seiner Opfer auch völlig willkürlich zu Werke geht. Dabei ist auch die filmische Adaption auf den ersten Blick ebenfalls sehr hübsch, luxuriös und oberflächlich gehalten, was die Gewaltausbrüche eigentlich noch erschreckender erscheinen lässt, die von seiner gelangweilten Umgebung erst gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Dabei erscheinen die Figuren selbst in einer ganz eigenen Welt gefangen und vor allem Christian Bale glänzt mit der diabolischen Darstellung, einer völlig narzisstischen Figur, die einen nicht nur aufgrund seines Musikgeschmacks nachhaltig erschaudern lässt. Eine amerikanische Erfolgsgeschichte der etwas anderen Art als gelungene Horror-Satire, die seit 2017 sogar noch aktueller erscheint.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 7. Feb 2018, 19:28

Tod im kalten Morgenlicht

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In einer Provinz von Tschechien geschehen drei Kindermorde und während der Polizist Marek versucht, dem Täter aufgrund von Indizien und modernen Ermittlungsmethoden auf die Spur zu kommen, nötigt der vor einer Wahl stehende Polizeichef mit Gewalt einen Landstreicher zu einem Geständnis, der sich kurze Zeit später in seiner Zelle erhängt. Darauf quittiert Marek den Dienst, der jedoch weiter nicht von dem traurigen Fall los kommt und fortan auf eigene Faust ermittelt. Als er in der Nähe der Tatorte eine heruntergekommene Tankstelle mietet um bestimmte Fahrzeuge zu kontrollieren, lernt er auch die junge Milena mit ihrer Tochter Anna kennen, die er nicht ganz uneigennützig als Haushälterin aufnimmt. Mit Anna möchte der von Ehrgeiz getriebene Marek dem Täter auch eine Falle stellen und wähnt sich dabei im Recht, ohne zu ahnen, in welche Gefahr er das junge Mädchen dabei schon gebracht hat…

Durchaus solider Neunziger-Thriller von Regisseur Rudolf van den Berg, der ja auch schon mit „Das Zeichen“ bewiesen hat, dass er durchaus ein gutes Händchen hat um reißerische Themen auf eher unaufgeregte Weise und mit leisen Tönen zu verfilmen. Hier geht es nach der Vorlage „Es geschah am hellichten Tag“ von Friedrich Dürrenmatt um einen Kindsmörder und einem getriebenen Polizisten, der mit fragwürdigen Mitteln dem Täter auf die Spur kommen möchte, in dem er ein junges Mädchen als Lockvogel verwendet. Natürlich ist derartiges Verhalten nicht zur Nachahmung empfohlen und moralisch fragwürdig, doch hier geht es auch eher um die Frage, wie weit man für eine Sache gehen würde und die bekannte Tatsache, dass ein zu langer Blick in den Abgrund nicht ohne Folgen bleibt. Dabei wurde mit Tschechien wohl auch ein Land gewählt, dass im Umbruch stand und moderne und traditionelle Denkweisen aufeinanderprallen. Dass die Handlungsorte wie die Tankstelle dabei eher amerikanisch aussehen, muss man als Zuschauer wohl ohne viel Nachdenken in Kauf genommen werden und ansonsten gibt es in dem gut gespielten Thriller-Drama auch nicht viel zu meckern. Wenn ich bedenke, wie oft ich die Scheibe schon für ein paar Cent vor der Linse hatte und nie zugegriffen habe, dann könnte man sich glatt ein wenig ärgern.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 8. Feb 2018, 19:59

Fanny Hill

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Das junge und hoffnungslos naive Landei Fanny kommt im 18. Jahrhundert in das sündige London um dort nach Arbeit zu suchen. Dort landet die hübsche Blondine auch rasch im Etablissement von Mrs. Brown, in der sich eine Vielzahl von jungen Damen um das Wohl der männlichen Oberschicht kümmert. Doch Fanny ist viel zu gutgläubig um die Realität um sie herum zu erkennen und die listige Mrs. Brown ist ebenfalls nie um eine haarsträubende Geschichte verlegen, wenn es Ausflüchte und Rechtfertigungen geht, warum sich männliche Kundschaft so seltsam verhält. Als jedoch immer mehr Männer der jungen Fanny an die Wäsche wollen und sich diese ausgerechnet in einen jungen Seemann verliebt, droht der Puff aufzufliegen und Mrs. Brown muss zu drastischeren Mitteln greifen um Fanny und ihren Laden zu beschützen.

Die bekannte Geschichte des englischen Freudenmädchens Fanny Hill in der gleichnamigen deutsch-amerikanischen Koproduktion ist leider eine ziemlich lahme Angelegenheit, in der weder Witz noch Erotik überzeugen können. Laut IMDB wollte Russ Meyer die ganze Sache ernsthafter inszenieren, während Co-Regisseur die ganze Sause eher in Richtung Slaptstick drücken wollte und herausgekommen ist letzten Ende ein eher unlustiger Film ohne Höhepunkte, der das naive Landei Fanny von einer skurrilen Situation in die nächste schickt. Dabei ist das Schema immer das Gleiche und während die Männer die hübsche Blondine ins Bett bekommen möchte, wähnt sich diese aufgrund ihrer Gutgläubigkeit in einer anderen Situation. Was vielleicht beim ersten Mal noch witzig ist, wird spätestens in der x-ten Wiederholung eher mühsam und auch das Fistelstimmchen von Fr. Roman entpuppt sich auf Dauer mehr als nervig. Natürlich gibt es dann auch noch eine obligatorische Love-Story mit einem sehr jungen Ulli Lommel, doch auch das kommt nie so richtig in Fahrt und irgendwann ist der Film dann auch gottseidank zu Ende. Arkschi hat in einem anderen Fred schon gemeint, dass man diese Auftragsarbeit Meyer auslassen kann und da hat er vermutlich recht. Bislang hatte jeder von mir gesichtete Meyer-Film seine Momente oder war auf die ein- oder andere Weise interessant, spannend und unterhaltsam. „Fanny Hill“ ist irgendwie nichts von alledem, weder "fanny" noch sexy, sondern einfach nur eine völlig lahme, langweilige und biedere Sechziger-Kostüm-Klamotte für Leutchen mit zu viel Freizeit.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 9. Feb 2018, 20:25

Frozen

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Die beiden ehemals eng verbundenen Schwestern Elsa und Anna wachsen ohne Eltern und isoliert in dem nordischen Königreich Arendelle heran. Während sich die lebenslustige Anna nach dem Kontakt mit anderen Menschen sehnt, ist Elsa jedoch froh, nicht auf andere Personen zu treffen. Der Grund dafür sind ihre magischen Kräfte bzw. die Fähigkeit alles in Eis und Schnee zu verwandeln, die sie jedoch nicht unter Kontrolle hat. Als sie bei der Krönungszeremonie das gesamte Reich in eine Eislandschaft verwandelt, flüchtet Elsa in die Berge und als Anna versucht, ihre Schwester zur Rückkehr zu bewegen um auch das Königreich wieder zurückverwandeln, trifft diese auf den Naturburschen Kristoff, dessen Rentier und noch andere Gesellen, die der tollpatschigen Prinzessin und ihrer Schwester trotz kleinerer Intrigen wieder zum Glück verhelfen wollen.

Nett gemachter Disney-Animationsstreifen und derzeit zehnterfolgreichster Streifen aller Zeiten über zwei abenteuerlustige Prinzessinnen, einem Naturburschen, einem sprechenden Schneemann namens Olaf, etwas nordischer Mystik und natürlich viel, viel Musik. Dabei ist die Geschichte an ein Märchen von Hans Christian Andersen angelehnt und präsentiert sympathische Figuren in einem frostigen Setting und sogar einen krassen Plot-Twist im letzten Drittel, den ich mir so nicht erwartet hätte. Als Zuschauer kann man sich wahlweise mit den Prinzessinnen oder Kristoff identifizieren und als humorvolle Sidekicks warten ein Rentier, Trolle und ein sprechender Schneemann, die immer die Lacher auf ihrer Seite haben. Ecken und Kanten gibt es in dem lebensbejahenden und unterhaltsamen Streifen maximal bei den übergroßen und hübsch animierten Eiskristallen und ansonsten wird die übliche Erfolgsformel aus sympathischen Figuren, märchenhaften Verlauf und viel Musik auch wie üblich bis zum Happy End durchexerziert. Der Erfolg gibt Disney ja recht und so ist es auch wenig verwunderlich, dass uns nächstes Jahr auch schon der Nachfolger ins Haus steht. Wenn es dieses Jahr mit dem Winter nicht so recht klappen mag, dann holt man sich ihn halt anderweitig ins Haus.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 10. Feb 2018, 19:32

John Wick

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John Wick ist als ehemaliger Auftragskiller der Beste seiner Branche, der sich aufgrund einer Frau von der brutalen Arbeit zurückgezogen hat und dem dennoch der Respekt seiner Kollegen und ehemaliger Auftraggeber gewiss ist. Als seine Frau aufgrund einer heimtückischen Krankheit verstirbt, hinterlässt diese als letzten Abschiedsgruß einen kleinen Hund, um den sich John Wick in Erinnerung an die große Liebe fortan kümmern soll. Doch alles kommt anders, als ihn eine Bande junger Männer in seinem Haus überfällt um sein Auto zu klauen und dabei auch seinen Hund tötet. Der Kopf der Bande entpuppt sich als Sohn des mächtigen Syndikat-Bosses in der New Yorker Unterwelt, was John jedoch nicht im Geringsten abhält, übelst Rache zu nehmen.

Hui, noch ein Hollywood-Star, der auf seine älteren Tage zum Action-Helden mutiert und sich in einem hübsch überzogenen Streifen durch die Russenmafia der New Yorker Unterwelt meucheln darf. Mangelnden Bodycount und Tempo kann man ja „John Wick“ nicht unbedingt vorwerfen und das von Dän treffend als Parallelwelt bezeichnete Szenario inklusive Auftragskiller-Ehrenkodex wird ja hübsch bis zum Ende durchgezogen. Der Aufhänger mit dem toten Hündchen entbehrt ja nicht einer gewissen Komik und trotzdem gibt es in dem Streifen keinen Funken Humor und beim dem Amok-artige Rachelauf hat wohl auch die FSK beide Augen zugedrückt. Mich hat nur gewundert, dass New York nicht auch gleich noch in Schutt und Asche gelegt wird. Auf der anderen Seite bietet „John Wick“ aber alles, was ich mir persönlich von einem modernen Action-Film erwarte: ein hohes Tempo, ein hübscher Look, richtige Charaktere und eine gesunde Härte bei Kampfszenen, die nicht zu achtzig Prozent aus dem Rechner stammen. Der Cast ist eigentlich auch recht eindrucksvoll und so ist „John Wick“ dann auch meiner Vorstellung eines sehr guten Popcorn-Action-Unterhaltungsfilms auch ziemlich nahe, selbst wenn jegliche Glaubwürdigkeit dabei eigentlich völlig auf der Strecke bleibt. Who cares - me likey!

10 Cloverfield Lane

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Nach einem heftigen Streit mit ihrem Verlobten verlässt Michelle mit den nötigsten Sachen die Stadt und gerät wenig später irgendwo am Land in einen nächtlichen Verkehrsunfall. Als sie wieder zur Besinnung kommt, befindet sich die leicht Verletzte jedoch nicht in einem Krankenhaus, sondern angekettet in einem unterirdischen Bunker wieder und ihr vermeintlicher Entführer erzählt von einem Angriff, der den Rest der Menschheit das Leben gekostet hat. Michelle glaubt naturgemäß kein Wort und versucht zu fliehen, doch als auch noch eine weitere Person namens Emmet die Angaben von Howard bestätigt, kommen leise Zweifel auf, ob an der Angriff-Story nicht doch etwas Wahres dran sein könnte und sie arrangiert sich langsam mit ihrer Situation unter der Erde, bis weitere Unstimmigkeiten, das Vertrauen in die abenteuerliche Geschichte abermals erschüttern…

Hui, große Überraschung und „10 Cloverfield Lane“ entpuppt sich doch tatsächlich als sehr hochfunktionales Spannungsfilmchen, dass aus seiner durchaus bizarren Ausgangsidee auch alles herausholt. Der Streifen spielt ja mit dem Gedankenexperiment, wie man wohl selbst reagieren würde, wenn man nach einem Blackout in einem Bunker aufwacht und ein Fremder eine derart abenteuerliche Geschichte erzählt. Der Kammerspiel-artige „10 Cloverfield Lane“ ist dann auch konsequent aus der Sichtweise der jungen Frau erzählt, deren Wahrnehmung sich durch kleine Hinweise immer wieder ändert und es ist auch lange unklar, was bzw. ob sich überhaupt etwas außerhalb des Bunkers zugetragen hat. Als Österreicher kommen da natürlich gleich unschöne Erinnerung an die Kampusch- und Fritzl-Sache hoch und wie die Sache ausgeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Verraten kann ich jedoch, dass ich den Streifen ausnehmend spannend und auch sehr originell fand und ihn somit jeden hier ausdrücklich ans Herz lege.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 11. Feb 2018, 19:58

Beyond the Valley of the Dolls

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Die junge wie talentierte Kelly fährt mit ihrer Girl-Band „The Kelly Affair“ und ihrem Manager nach Los Angeles um dort ihre Tante zu besuchen, die erfolgreich als Designerin arbeitet. Als sie dadurch bei einer Party den exzentrischen Musikproduzenten Ronnie kennenlernt, tauft dieser die Band in „The Carrie Nation“ um und wenig später geht die Erfolgskurve bereits steil nach oben. Doch mit dem Erfolg kommen auch die Probleme und Sex, Drogen und Alkohol, sowie Eifersucht und falsche Freunde sorgen im Umfeld der Band für allerlei Turbulenzen und auch dafür, dass nach dem kometenhaften Aufstieg auch irgendwann unweigerlich ein Abstieg folgt, der für einige Bandmitglieder auch mit drastischen Konsequenzen verbunden ist.

Russ Meyer hat ja in seiner Karriere ein paar bemerkenswerte Filme abgeliefert, die zur Zeit ihrer Entstehung ja oftmals noch nicht die Wertschätzung entgegen gebracht wurde, die sie Jahrzehnte später erfahren sollte. „Beyond the Valley of the Dolls“ war jedoch schon bei Erscheinen ein großer Erfolg, das wohl daran lag, dass Meyer mit diesem unautorisierten Sequel den Finger am Puls der Zeit hatte, bzw. dieser wieder einmal voraus war. Gemeinsam mit Drehbuchautor Roger Ebert liefert Meyer hier eine grell überzeichnete Satire auf den Musikbetrieb in Los Angeles ab und lässt dabei auch kein Klischee aus, welche damals von der Klatschpresse aufgegriffen wurde. Dabei gibt es neben viel herausragender Musik auch viele soapige Momente und ein völlig jenseitiges Finale, das den fassungslosen Zuschauer auch nur noch staunen lässt. Dabei ist „Blumen ohne Duft“ aber nicht irgendwie billig oder trashig, sondern ausnehmend hübsch gemacht und versprüht dabei zu jeder Sekunde den hedonistischen Lebensstil einer Generation auf der Suche nach persönlicher Entfaltung, künstlerischer und sexueller Freiheit. „Musical-Horror-Sex-Comedy“ beschreibt ja noch am besten, was Russ Meyer und Roger Ebert hier auf den Zuschauer loslassen und auch wenn sich Meyer wenig später wieder vom großen Studio-System verabschiedet hat um seine Visionen im Indie-Film weiter zu verwirklichen, hat er sich hier zweifelsfrei ein sehr würdiges und herausragendes Denkmal geschaffen.
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