Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Euer Filmtagebuch, Kommentare zu Filmen, Reviews

Moderator: jogiwan

Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 17. Mär 2016, 14:49

sergio petroni hat geschrieben:
Reinifilm hat geschrieben: Ganz ehrlich - hätte ich den auf unserem Filmstammtisch gezeigt, hätte Onkel Joe den gesamten Fernseher brüllend durch das (geschlossene) Fenster befördert.


Das holt der dann spätestens bei "Kartoffelsalat" nach! :kicher:
Bei der Beschreibung ist 5/10 ja noch recht gnädig von Dir.


Liegt daran dass Musik und Kamera wirklich exquisit sind und die Darsteller auch überzeugen - sonst wäre meine Bewertung deutlich schlechter ausgefallen. :|
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 20. Mär 2016, 10:09

Kurzreview 006 - Mega Shark vs. Kolossus (Regie: Christopher Ray)

Bild

Gesichtetes Medium: Blu-Ray

Kurze Zusammenfassung:

Kennt ihr das auch? Da will man nur mal etwas bei Filmundo stöbern und ist eine halbe Stunde später plötzlich Besitzer von 25 Mediabooks. So ähnlich erging es bei "Mega Shark versus Kolossus" einem russischen Wissenschaftler im kalten Krieg, der nur mal eben eine neue Energieerzeugung erfinden wollte und plötzlich einen totbringen Miles O'Keeffe Kampfgiganten an der Backe hatte. Statt ihn schnell zu verwenden oder einfach zu verscheuern, hat er ihn dann erst mal in den Schrank gepackt, könnte man sich ja später noch mal anschauen... da auch die Parallelen zu Mediabooks.

Leider landen ein paar Amis in der russischen Provinz und stoßen auf Kolossus - und spätestens seit "Hostel" wissen wir: Amis in Ostblock-Provinz = nix gesund. Prompt erwacht Kolossus zum Leben und will die ganze Menschheit platttrampeln.
Ähm...irgendwie 'nen dussliger Plan... ach, Moment... Kolossus kann auch Laserstrahlen abschießen. Öhm, trotzdem sitze ich noch auf meinem Hocker. Und der Plan erscheint immer noch dämlich. Aber vielleicht will er sich einfach nur dafür rächen dass er so kacke aussieht (möglicherweise gibt es ja bei Asylum so etwas wie 'ne (hihi..) Qualitätskontrolle, jedenfalls kommt es später sogar zu einer Erklärung für das Verhalten von Kolossus. Die ist aber auch ganz schön stulle).

Schalten wir mal lieber um zu unserem Unterwasserkorrespondenten und erleben zwei heiße Babes in engen Uniformen, die ein U-Boot mit starker Bewaffnung lenken. Das ist doch schon mal sympathischer als so'n russischer Riesenpinocchio. Leider ist das Zielobjekt ihrer Mission nicht ganz so sympathisch, sondern *schauder* MEGA SHARK! Zwei Weltbedrohungen auf einmal!!! Das gibt es eigentlich sonst nur bei The Asylum.
Kann ja haiter werden, höhö...


Wertung:

Tja, Freunde der Nacht und des leichten Geldes, auch für den Trashfilm-Bereich gilt: Wie der Vater so der Sohn! Und im Falle von Christopher Ray ("Mega Shark vs Crocosaurus", "Shark Week - 7 Tage, 7 Haie", "3-Headed Shark Attack" u.a.) muss man sagen "Zum Glück", den hierbei handelt es sich um den Sohnemann von Schund-Legende Fred Olen Ray, der glücklicherweise Papi in allen Bereichen nacheifert.

Und so gibt es reichlich Action und nette Mädels (leider nicht ganz so freizügig wie bei Vattern, aber immerhin) und vor allem: Keine Durststrecken! Oft hat man ja bei Vehikeln dieser Klasse reichlich Zeitschinderei, hier passiert aber immer irgendwas, auch wenn es keinen Sinn macht oder komplett schwachsinnig bzw. meistens beides ist.
Inzwischen scheint auch das Budget größer (ca. 10 Dollar mehr) zu sein oder der Koksvorrat war noch nicht aufgebraucht, jedenfalls gibt es Asylum-Streifen, die noch billiger aussehen. Bezüglich der Darsteller lässt sich sagen - wie? Da fragt jemand nach den Darstellern? *prust*.

Auffallend übrigens (wie auch bei anderen The Asylum Machwerken jüngeren Datums) dass Bildqualität und Filmmusik ziemlich gut sind - Filmtechnik und Musiker sind halt verdammt billig geworden. Was die wie immer exzessiv eingesetzten digitalen Effekte angeht, ist The Asylum übrigens mittlerweile aus der Höhlenphase raus - sie sind zwar noch immer schlecht, aber nicht mehr grottig.

Fazit: Der Schund-Laie freut sich und der Müllexperte nickt anerkennend: In Sachen Trash zeigt The Asylum bei "Mega Shark vs. Kolossus" eindeutig, wer inzwischen Babo von den Chabos ist. Hier wird nicht mehr gemockbustert, sondern die Riesenkilleranimal-Kuh bis zum Exzess gemolken - nur noch eine Frage der Zeit, bis "Giant Diddlmaus vs. Mega Nackmull" erscheint!

Wertung: 07 von 10 Trashpunkten (als "normaler Film" maximal 04/10)

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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon purgatorio » 20. Mär 2016, 14:14

:palm:
...ist sich für nichts zu schade, der Mann. So wird es einst auf seinem Stein gemeißelt sein :nick:
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Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
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- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 21. Mär 2016, 08:23

purgatorio hat geschrieben: :palm:
...ist sich für nichts zu schade, der Mann. So wird es einst auf seinem Stein gemeißelt sein :nick:

Das ist hier schließlich Jack-Ass für Cineasten. :mrgreen:
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Blap » 21. Mär 2016, 10:47

Hm ... Ein Hai der locker Kriegsschiffe knackt, ein seltsames Roboterding ... Was für ein Dreck ist das denn? Muss ich sehen!

:mrgreen:

... und bezüglich Darsteller ... habe ich da nicht die Dame gesehen, der Max Cady ein Stück aus der Wange gebissen hat? :lol:
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 21. Mär 2016, 11:43

Blap hat geschrieben:Hm ... Ein Hai der locker Kriegsschiffe knackt, ein seltsames Roboterding ... Was für ein Dreck ist das denn? Muss ich sehen!

:mrgreen:

... und bezüglich Darsteller ... habe ich da nicht die Dame gesehen, der Max Cady ein Stück aus der Wange gebissen hat? :lol:


Krass - du hast recht! :shock:
Illeana Douglas hatte nicht nur mit bissigen Haien zu tun...
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Blap » 21. Mär 2016, 12:50

Reinifilm hat geschrieben:Illeana Douglas hatte nicht nur mit bissigen Haien zu tun...


Sehr unangenehm. Sehr, sehr unangenehm.
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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 21. Mär 2016, 19:48

Kurzreview James Bond 007 - Snake Club: Revenge of the Snake Woman (David Palmieri)

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Gesichtetes Medium: DVD (der hat es tatsächlich nie auf Blu-Ray geschafft)

Kurze Zusammenfassung:

Schon eine altgriechische Sage berichtete von Königin und Halbgöttin Lamia... irgendwie mit Tod und Rache und so, griechisch halt... jedenfalls kann sie Schlangengestalt annehmen und wurde in eine Statue gebannt, die jetzt seltsamerweise in einem Museum für moderne Kunst in Los Angeles steht. Aber sind wir mal nicht kleinlich, viel interessanter ist die Tatsache dass die Figur gestohlen wird. Und sich unser Dieb bei der Flucht eine Kugel einfängt. Und wohin flieht man am Besten, wenn man so richtig blutet? Natürlich in einen Strip- und Tabledance-Schuppen, da fällt es ja nicht so auf wenn man als Mann Flüssigkeiten von sich gibt.

Dummerweise erwacht Lamia zum Leben, als die Statue mit Blut in Berührung kommt und sucht sich die Tänzerin
Trinity als neue hüllenlose Hülle (geschmacklich gibt es an dieser Entscheidung nichts auszusetzen). Jetzt dürstet Sie nach Blut und plant die Erschaffung einer ihr hörigen Armee bzw. noch besser: Eine Truppe von leicht bekleideten blutgeilen Tabledance-Ludern (Pluspunkt für den Drehbuchautor)! Doch hat sie nicht mit ihren Gegnern gerechnet: Zwei vertrottelte Brüder und ein knallharter Cop. Gelingt es Ihnen die Welt zu retten? Oder werden wir zukünftig von gutgebauten halbnackten Stripperinnen beherrscht? Fragen über Fragen...


Wertung:

Oha - ein Produkt aus dem Hause Tom Cat Films. Kenner des Trashgenres wissen: Das ist die Gülle-Bude, die vermutlich bei Asylum nachts die Mülltonnen durchwühlt, um irgendwelche Drehbuchreste für "Filme" zu finden, die dann mit Ach und Krach auf knapp 80 Minuten Laufzeit gestreckt werden (der berühmt-berüchtigte "Rise of the Black Bat" stammte z.B. aus der selben Schundschmiede).

Immerhin sieht das Cover ja ganz nett aus (war auch damals der Kommentar von Arkadin, als ich das gute Stück auf dem Wiener Flohmarkt fand: "Reini ist echt der Einzige, den ich kenne, der Filme auch nach dem Cover kauft") und Cover-Girl / Oberbösewichtin Veronica Ricci darf sich sogar "Penthouse Pet Of The Year Runner-Up" nennen (da allerdings noch mit schwarzen Haaren, wie meine knallharten Recherchen ergeben haben... also auf dem Kopf). Neben diversen Grützestreifen war sie auch schon in einigen Filmen aus dem Bereich der anspruchsvollen Erwachsenenunterhaltung unterwegs, kennt sich also mit nacktem Herumgehopse an/auf Stangen aus.

Apropos "Girls" - diesbezüglich bietet der "Film" überraschenderweise so Einiges, inklusive nackten Tatsachen und das sogar für unterschiedliche Geschmäcker. Einige Lacher Wert sind allerdings die Table-Dance-Performances, die mal "normal" und mal "supertoll" sein sollen, aber immer gleich amateurhaft-gelangweilt wirken.

Die "Handlung" von Snake Club selbst ist eigentlich auf Rammelfilmniveau: Tabledance-Nummer, kurze Splatterszene, Tabledance-Nummer, kurze Splatterszene, Tabledance-Nummer... fast wie im richtigen Leben. Unterbrochen wird das ganze lustige Treiben gelegentlich von der Diebstahlstory, was unter anderem zu einer hirnsprengenden zehnminütigen Schwachsinnsdialog-Szene führt. Bei der Stelle hatte ich übrigens den Verdacht, dass diese improvisiert war... nur ein Drehbuchautor mit Dämlichkeits-Tourette würde sowas zu Papier bringen. Ach ja, die kurzen Splatterszenen sehen weit weniger künstlich aus als einige Brüste und sind überraschend ruppig.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Streifen kann tatsächlich mit einigen Lachern aufwarten (hier fällt Robert Rhine als schmieriger Stripbuden-Besitzer positiv auf), davon mehr hätte "Snake Club" definitiv gut getan. Am Ende des Films gibt es übrigens doch noch eine echte Überraschung: Den vermutlich lahmsten Endkampf der Filmgeschichte (Kurzfassung:
Schrei - Tod
). Spätestens dann weiß man, was man an The Asylum hat.

Fazit: Unter dem absoluten Bodensatz ist "Snake Club" so ein bisschen sowas wie der Einäugige unter den Blinden. Brutal billig und komplett hirnrissig, aber dafür mit nackter Haut, einigen Witzen und etwas Gesplättere, da gibt es aus dem Hause Tom Cat Films weitaus Schlimmeres (siehe "Rise of the Black Bat").

Wertung: Als richtiger "Film" maximal 02/10, auf dem Trashometer immerhin solide 05/10.

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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 22. Jun 2016, 09:09

Kurzreview 008 - Scouts vs Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse (Christopher Landon)

Bild

Gesichtetes Medium: Blu-Ray

(Kleine Anmerkung vorab: (Boy-) Scouts basieren auf den angloamerikanischen Scoutismus, unter Pfadfinder versteht man in Deutschland eher Mitglieder von bündischen Jugendgruppen - im diesem Text werden beide Bezeichnungen jedoch gnadenlos vermischt :opa: ... Bildungsauftrag beendet).

Kurze Zusammenfassung:

Der Hipness-Faktor von Pfadfindern ist bei Pubertierenden bekanntlich (vorsichtig gesagt) ja nicht ganz so hoch. Und wie einer der Boyscouts im Film schon ganz richtig feststellt: In Sachen Mädelsaufreißen wirken Pfadfinder-Hemden wie Keuschheitsgürtel. Aber hey, wenn es mal hart auf hart kommt (und zwar außerhalb des Bettes), können diverse Pfandfinder-Kenntnisse ja ganz hilfreich sein, zum Beispiel halt auch bei einer Zombie-Apokalypse (MacGyver lässt grüßen). Und in genau dieser landen die drei Fragezeichen Freunde Ben, Carter und Augie, obwohl sie mit ihrem Dolly-Parton-versessenen Scout-Leader eigentlich nur ein Wochenendcamp in freier Natur verbringen wollten. Auslöser der Zombie-Apokalypse ist übrigens indirekt ein nicht richtig funktionierender Snackautomat - endlich wird die teuflische Seite dieser Maschinen auch mal in einem Horrorfilm gewürdigt!

Dummerweise ist ihr Leader einer der ersten Infizierten - und damit sind die drei erstmalig ganz auf sich allein gestellt. Fast alleine - denn gutaussehende Hilfe kommt überraschenderweise von der Striptease-Club-Mitarbeiterin Denise (der Laden, in dem sie arbeitet, heißt übriges "Lawrence of Alabia" - der ist so schlecht, der könnte von mir sein...). Und passenderweise ist Denise nicht nur eine Sexbombe sondern kann ebenfalls verdammt gut mit Waffen umgehen. Nun heißt es nicht nur die eigene Haut zu retten, sondern Bens große Liebe gleich mit. Leider befindet sich diese nämlich auf einer illegalen Party (heißt das heute eigentlich noch "Rave"?), die direkt von einer Horde blut- und gehirngieriger Zombies angepeilt wird...

Wertung:

Eigentlich hat "Scouts vs Zombies" das Problem, dass er mit seiner Thematik zu viel zu spät kommt - das Zombie-Genre ist mittlerweile schon wieder mächtig ausgelutscht (quasi blutarm... höhö) und auch Zombie-Komödien gibt es heutzutage zuhauf (OK, das Scouts-Genre ist noch recht jungfräulich). Um so überraschender, dass der Streifen dennoch richtig gut funktioniert. Hauptgrund hierfür dürfte auf jeden Fall das hohe Tempo, das gute Timing und auch die ein oder andere Ruppigkeit sein (ist übrigens der erste mir bekannte FSK-16-Film, in der ein Kopf in Zeitlupe explodiert...by the Way: Die Effekte sind generell ziemlich gut).

Außerdem hat man es bei den Hauptcharakteren nicht mit austauschbaren Knallchargen zu tun, sondern tatsächlich mit symphatischen Figuren - selbst der "dicke Trottel" dient nicht nur als lahme Gagvorlage, sondern ist fester Bestandteil der Geschichte. Ach ja, trotz aller Randale ist "Scout vs. Zombies" tatsächlich auch ein netter Coming-of-Age-Streifen, was auch eine Leistung ist.

Die Witzquote wird übrigens nicht überstrapaziert - und wenn auch nicht jede Pointe zündet, so sind doch einige ziemlich gute Lacher und Sprüche dabei. Hierbei fällt auf, dass der Humor sich analog zum filmischen Alter seiner Protagonisten verhält, sprich: Manchmal wird es ziemlich pubertär. Aber dafür weiß man nach dem Film dass ein Zombie-Schwanz Leben retten kann, ein Zombie-Cunnilingus (getreu dem Motto "Wer anderen in die Möse beißt, ist böse meist") eine ziemlich kalte und blutige Sache ist und auch Zombie-Brüste durchaus eine gewisse, unter Umständen lebensbedrohliche Anziehungskraft besitzen können bzw. mindestens einen Selfie wert sind. In den Staaten hat "Scout vs. Zombies" wohl vor allem aufgrund seiner Attacken auf den guten Geschmack überwiegend miese Kritiken eingefahren, was aus meiner Sicht sogar eine Auszeichnung für den Streifen ist.

Fazit: Insgesamt ein ziemlich launiger Streifen! 08/10 (inklusive zwei Sympathie-Punkte)

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Re: Der Giallo-Klub Bockenheim berichtet - exklusiv für Sie!

Beitragvon Reinifilm » 22. Sep 2016, 12:50

Kurzreview 009 - Toni Erdmann (Regie: Maren Ade)

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Im Kino International in Berlin gesehen

Kurze Zusammenfassung:

Winfried Conradi ist Rentner und sieht sich selbst als Idealisten, der an das Gute glaubt. Seine öde Umwelt schockt er immer wieder gerne mit bizarren Späßen, so dass ihn andere eher als Sonderling sehen und sich gerne für ihn fremdschämen.
Ausgerechnet seine einzige Tochter Ines ist mittlerweile knallharte Business-Beraterin geworden, die in Rumänien einen Großkunden für ein Abwicklungsprojekt gewinnen soll. Da kommt es Ines natürlich mächtig gelegen, dass in Bukarest tatsächlich ihr Vater auftaucht, sein Look mit schlechter Perücke und schiefen Zähnen "verbessert" und sich ihrem Umfeld als "Toni Erdmann" vorstellt...

Wertung:

Da staunt der Trash-Film-Fan und der Arthaus-Experte wundert sich - ein Film ohne Haie, Außerirdische und Cheerleaders in dieser Rubrik? Quasi so ein richtiger Niveaubomber?

Die Schublade "Anspruch" stimmt hier jedoch nur bedingt und "Toni Erdmann" setzt sich öfters zwischen diversen Stühlen. So ist insbesondere der Humor des Streifens öfters ungefähr so gut wie meine Witze (sprich: platt und vorhersehbar) und die Optik ist meistens ziemlich billig (ok, kein Hammer-Argument - das ist bei den Dogma-Filmen natürlich auch der Fall). Hinzu kommt eine sehr lockere Erzählweise, die den Film leider auch extrem und unnötig in die Länge zieht (dass Regisseurin Maren Ade auch stringend und unlustig kann, hat sie übrigens mit dem hervorragenden Drama "Der Wald vor lauter Bäumen" deutlich bewiesen) und öfters für eine Gähnen sorgt.

Aber es gibt auch diverse Pluspunkte: Den Film gelingen einige wirklich bissige Szenen gegen den neoliberalen Turbokapitalismus und die ganze Darsteller-Riege (insbesondere natürlich Sandra Hüller und Peter Simonischek) überzeugt. Hinzu kommt ein für den deutschsprachigen Anspruchsfilm ziemlich lässiger Umgang in Sachen Nackheit und sogar ein klitzekleiner Splatterpart überrascht.

Und "Toni Erdmann" bietet einige Szenen, die wirklich brüllend komisch sind - eine Gesangseinlage von Ines (Sandra Hüller), die überhaupt keinen Bock aufs Singen hat, eine bizarr-lustige ...öhm... fast-Sex-Szene und natürlich der Höhepunkt des Films, ein völlig aus dem Ruder laufender Teamfindungsevent in Form eines Geburtstagsbrunches (inklusive einem recht haarigen Überraschungsbesuch).

Fazit:

Persönlich fand ich "Toni Erdmann" etwas überhyped, aber insbesondere diese doch immer mal wieder auftauchenden brüllend komischen Momente sorgen dann doch dafür, dass ich den Film eher positiv in Erinnerung behalte. 07/10
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